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🫀 Kardiovaskuläre Medizin für Allgemeinmediziner: Ihr Leitfaden
Aktualisierte Richtlinien 2024:

Die aktualisierten Leitlinien zur Lipidmodifikation (NICE CG181), die neue Integration des QRISK3-Rechners und die überarbeiteten Hypertonie-Schwellenwerte (NICE NG136) wurden veröffentlicht. Die ESC/EAS-Leitlinien zur Dyslipidämie von 2023 betonen nun die personalisierte Risikobewertung.

🫀 Kardiovaskuläre Medizin für Allgemeinmediziner: Ihr Leitfaden

Atemberaubendes Wissen, ohne dass das Herz tatsächlich stehen bleibt – Ihr Herz-Kreislauf-Booster!

☕ Teefreundliches Lernen ⏰ Für angehende Allgemeinmediziner mit wenig Zeit 🚨 Fokus auf rote Flaggen

Datum der Aktualisierung: November 2025

Zusammenfassung: Was Sie heute lernen werden

Denn du hast noch 47 andere Dinge vor dem Mittagessen zu erledigen, und das ist nur die Liste für den Vormittag.

Was diese Seite behandelt:

  • • Warnsignale und lebensbedrohliche Krankheitsbilder
  • • Diagnoserahmen und Risikorechner
  • • Management häufiger Erkrankungen
  • • Präventionsstrategien und Gesundheitsförderung
  • • Überweisungswege und Nachsorgehinweise
  • • Tipps zur Vorbereitung auf die MRCGP-Prüfung

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

15%
Viele Herzinfarktpatienten sterben, bevor sie das Krankenhaus erreichen.
10%
Nach einem Herzinfarkt starb er im Krankenhaus.
1-5 %
schwere Herzrhythmusstörungen bei nicht-belastungsbedingtem Herzklopfen
15%
schwere Herzrhythmusstörungen bei belastungsbedingtem Herzklopfen

Inhaltsverzeichnis

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Pfad: KARDIOVASKULÄR

Kluge Häppchen: Essentielles Herz-Kreislauf-Wissen

Schlüsselfragen zur Datenerhebung

Brustschmerzen: „Erzählen Sie mir von den Schmerzen – wo, wann, wodurch sie auftreten, was sie lindert?“
Atemlosigkeit: „Wie viele Treppenstufen können Sie steigen, bevor Sie außer Atem geraten?“
Herzklopfen: „Kannst du den Rhythmus klopfen? Ist er regelmäßig oder unregelmäßig?“
Familiengeschichte: Gibt es in der Familie Herzprobleme bei Personen unter 60 Jahren (Männer) bzw. 65 Jahren (Frauen)?

Warnsignale – Was Sie nicht verpassen sollten!

Brustschmerzen + Schwitzen/Übelkeit/Atemnot = ACS, bis das Gegenteil bewiesen ist
Reißende Brust-/Rückenschmerzen = denken Sie an eine Aortendissektion
Synkope + Herzgeräusch = dringende Überweisung zum Kardiologen
Fieber + neues Herzgeräusch = Endokarditis, bis das Gegenteil bewiesen ist
Atemnot oder Unwohlsein bei älteren Menschen = kann das einzige Merkmal eines atypischen Myokardinfarkts sein.
Belastungsbedingtes Herzklopfen = ernst, bis das Gegenteil bewiesen ist (15 % haben eine schwere Herzrhythmusstörung)
Erinnern Sie sich: „Herzklopfen in Ruhe ist in der Regel harmlos. Herzklopfen während körperlicher Anstrengung ist niemals harmlos, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

1. Warnsignale und Bedingungen, die Sie nicht verpassen sollten

Lebensbedrohliche kardiovaskuläre Manifestationen
👉 Jeder Hausarzt sollte diese Anzeichen erkennen und sofort darauf reagieren.
Klassische Präsentation: Zentraler, drückender Brustschmerz, der in Arm und Kiefer ausstrahlt, begleitet von Schwitzen, Übelkeit und Atemnot.
Atypische Präsentationen: Insbesondere bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern können Symptome wie Atemnot, Müdigkeit und Oberbauchschmerzen auftreten.
Aktion: Notruf 999, 300 mg Aspirin (sofern nicht kontraindiziert), GTN, falls verfügbar, kontinuierliche Überwachung
Classic: Plötzlich einsetzende, heftige, reißende Schmerzen in Brust und Rücken, die wandern können
Untersuchen: Blutdruckdifferenz >20 mmHg zwischen den Armen, Pulsdefizite, neu aufgetretenes Herzgeräusch
Aktion: Sofortiger Notruf (112 oder 999), Thrombolyse vermeiden, dringende CT-Angiographie
Massiver PE: Kollaps, schwere Atemnot, Brustschmerzen, hämodynamische Beeinträchtigung
Risikofaktoren: Kürzlich erfolgte Operation, Immobilität, Krebs, Schwangerschaft, vorausgegangene venöse Thromboembolie
Wells-Punktzahl: Zur Steuerung der Ermittlungen verwenden – bei hoher Wahrscheinlichkeit während der Ermittlungen behandeln.
VT/VF: Breitkomplextachykardie >150 Schläge/min, möglicherweise pulslos
Kompletter Herzblock: Bradykardie <40 Schläge/min mit Symptomen
Aktion: Bei fehlendem Puls – Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und Defibrillation. Bei vorhandenem Puls – dringender kardiologischer Termin.

2. Diagnostisches Vorgehen und Untersuchungen

🩺 Rahmenbedingungen zur Strukturierung der kardiovaskulären Beurteilung

Stufenweises Vorgehen bei den wichtigsten Symptomen

Brustschmerzen (SOKRATES)
  • Site: Zentral, linksseitig, strahlenförmig?
  • OEinsetzen: Plötzlich, allmählich, zu welcher Tageszeit?
  • CCharakter: Zermalmend, scharf, brennend?
  • RStrahlung: Arm, Kiefer, Rücken?
  • ABegleiterscheinungen: Atemnot, Schwitzen, Übelkeit?
  • TZeitmessung: Dauer, Frequenz?
  • EVerschlimmerung: Sport, Emotionen, Kälte?
  • SSchweregrad: Skala von 1 bis 10
Beurteilung der Atemnot
  • • NYHA-Klasse (zurückgelegte Treppenstufen)
  • • Orthopnoe (Kissen erforderlich)
  • • Paroxysmale nächtliche Dyspnoe
  • • Veränderungen der Belastungstoleranz
  • • Begleitende Brustschmerzen/Herzklopfen
  • • Fortschreiten der Knöchelschwellung

Fokussierte kardiovaskuläre Untersuchung

Allgemeine Inspektion

Blässe, Zyanose, Trommelschlägelfinger, Atemnot in Ruhe, periphere Ödeme, erhöhter Jugularvenendruck

Puls- und Blutdruckmessung
  • • Tempo, Rhythmus, Charakter, Lautstärke
  • • Blutdruckdifferenz an beiden Armen von >20 mmHg = besorgniserregend
  • • Periphere Pulse (Radialis-, Karotis-, Femoralispulse)
  • • Radiofemorale Verzögerung
Präkordiale Untersuchung
  • • Apex-Schlagort und Charakter
  • • Beben, Gänsehaut, spürbare Geräusche
  • • Herzgeräusche (S1, S2, zusätzliche Geräusche)
  • • Geräusche (Zeitpunkt, Ort, Abstrahlung)

Wann und wie man Risikorechner verwendet

QRISK3
  • • Primärprävention des kardiovaskulären Risikos
  • • Alter 25-84 Jahre
  • • 10-Jahres-Risiko ≥10 % = Statintherapie erwägen
  • • Beinhaltet ethnische Zugehörigkeit, soziale Benachteiligung
CHA₂DS₂-VASc
  • • Beurteilung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern
  • • Punktzahl ≥2 (Männer) bzw. ≥3 (Frauen)
  • • Antikoagulation in Betracht ziehen
  • • Jährliche Überprüfung erforderlich
HAT-BLED
  • • Blutungsrisiko bei Antikoagulation
  • • Punktzahl ≥3 = hohes Blutungsrisiko
  • • Nicht zum Ausschluss einer Antikoagulation verwenden
  • • Veränderbare Faktoren berücksichtigen

Angemessene Nutzung von Ermittlungen

EKG-Indikationen

Brustschmerzen, Herzklopfen, Atemnot, Synkope, neu aufgetretenes Herzgeräusch, Diagnose von Bluthochdruck, präoperative Beurteilung

BNP/NT-proBNP

Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz: BNP >100 pg/ml oder NT-proBNP >300 pg/ml erfordert eine Echokardiographie innerhalb von 6 Wochen.

Troponin

Verdacht auf ACS: Hochsensitives Troponin bei Aufnahme und nach 3 Stunden. Interpretation im klinischen Kontext.

Erkennen, wann eine dringende Überweisung erforderlich ist

Überweisung am selben Tag: Verdacht auf akutes Koronarsyndrom, Aortendissektion, massive Lungenembolie, symptomatische schwere Aortenstenose, kompletter AV-Block
Überweisung innerhalb von 2 Wochen: Verdacht auf Herzinsuffizienz mit BNP >2000 pg/ml, neu aufgetretenes Herzgeräusch mit Symptomen
Routineüberweisung: Herzinsuffizienz mit BNP 100–2000 pg/ml, stabile Angina pectoris, Vorhofflimmern zur Abwägung einer Rhythmuskontrolle

Interpretation der Ergebnisse der Sekundärversorgung

Echo-Berichte
  • • LVEF >50% = normal
  • • LVEF 40–49 % = leichte Einschränkung
  • • LVEF <40% = mittelgradig bis schwer
  • • Ventilgradienten und -flächen
  • • Beurteilung der diastolischen Funktion
Angiographie-Ergebnisse
  • • % Stenose-Signifikanz
  • • Schiffsgebiete (LAD, RCA, LCx)
  • • Stenttypen und ihre Bedeutung
  • • CABG- vs. PCI-Entscheidungen
  • • Folgeanforderungen

3. Rahmenkonzepte für die Differenzialdiagnose

🧩 Symptombasierte Listen zum Vergleichen und Gegenüberstellen von Ursachen

Differenzialdiagnose bei Brustschmerzen

Kardiale Ursachen
  • • ACS/MI – drückend, ausstrahlend, mit autonomen Symptomen
  • • Stabile Angina pectoris – vorhersehbar, belastungsabhängig, durch Ruhe/GTN gelindert.
  • • Perikarditis – akut, lageabhängig, verschlimmert sich im Liegen
  • • Aortendissektion – Einriss, plötzlicher Beginn, Wanderung
Atemwegsursachen
  • • PE - pleuritisch, mit Atemnot, Risikofaktoren
  • • Pneumothorax – plötzlich, steil, einseitig
  • • Lungenentzündung – mit Fieber, produktivem Husten
Nicht-kardiale Ursachen
  • • Bewegungsapparat - reproduzierbar bei Bewegung, druckempfindlich
  • • Sodbrennen – Brennen, schlimmer nach dem Essen, im Liegen
  • • Angstzustände – verbunden mit Paniksymptomen
  • • Costochondritis – empfindliche Rippenknorpel
Merkmale der roten Flagge
  • • Plötzlich einsetzende starke Schmerzen
  • • Strahlung in Arme/Kiefer
  • • Begleitendes Schwitzen/Übelkeit
  • • Hämodynamische Beeinträchtigung

4. Häufige Erkrankungen

💡 Erkrankungen, die Hausärzte sicher diagnostizieren, behandeln und überwachen müssen

Hypertonie- und kardiovaskuläres Risikomanagement

NICE NG136 Diagnosekriterien
  • • Blutdruck in der Klinik ≥140/90 mmHg bei mindestens zwei Messungen
  • • ABPM/HBPM-Durchschnitt ≥135/85 mmHg
  • • Blutdruck an beiden Armen messen (höheren Messwert verwenden)
  • • Berücksichtigen Sie die Weißkittelhypertonie.
Wann sollte man ABPM/HBPM anbieten?

Bei allen Patienten mit einem Blutdruck von 140-180/90-120 mmHg in der Klinik muss die Diagnose vor Behandlungsbeginn bestätigt werden.

Stufe 1

Klinik: 140-159/90-99 mmHg

ABPM: 135-149/85-94mmHg

Stufe 2

Klinik: 160-179/100-119 mmHg

ABPM: ≥150/95 mmHg

Stadium 3 (schwer)

Klinik: ≥180/120 mmHg

Beurteilung am selben Tag erforderlich

Behandlungsschwellenwerte
  • • Stadium 1: Behandlung bei <80 Jahren + kardiovaskulärem Risiko ≥10 % oder Zielorganschädigung
  • • Phase 2: Alle Patienten unabhängig vom Alter behandeln
  • • Phase 3: Sofortige Behandlung + fachärztliche Beratung am selben Tag
Erstlinientherapie (NICE 2024)
  • • <55 Jahre: ACE-Hemmer (oder ARB bei Husten)
  • • ≥55 Jahre oder Afrokaribik: Kalziumkanalblocker
  • • Schritt 2: ACE-Hemmer + CCB
  • • Schritt 3: ACE-Hemmer + Kalziumkanalblocker + Thiazid-ähnliches Diuretikum
Folgeplan
  • • Monatlich bis zum Erreichen des Ziels
  • • Danach alle 3-6 Monate, wenn stabil
  • • Mindestens jährliche Überprüfung
  • • Urin- und Elektrolytwerte 2 Wochen nach Beginn der ACE-Hemmer-/ARB-Therapie überprüfen
Ziel BP

Klinik: <140/90 mmHg (oder <150/90 bei ≥80 Jahren)

ABPM/HBPM: <135/85 mmHg

5. Bluthochdruck auf einen Blick

🩺 Leitfaden zum Bluthochdruckmanagement
NICE NG136 Definitionen
  • Stufe 1: Clinic 140-159/90-99mmHg, ABPM/HBPM 135-149/85-94mmHg
  • Stufe 2: Klinik 160-179/100-119 mmHg, ABPM/HBPM ≥150/95 mmHg
  • Stufe 3: Klinik ≥180/120 mmHg (schwere Hypertonie)
BP-Ziele
  • <130/80 wenn der Patient an einer anderen chronischen Erkrankung leidet (Herz-Kreislauf-Erkrankung/Diabetes mellitus/chronische Nierenerkrankung/transitorische ischämische Attacke/Schlaganfall/periphere Gefäßerkrankung)
  • <140/90 wenn nur Bluthochdruck
  • <150/90 bei über 80 Jahren für alle Bedingungen
Korrekte Blutdruckmesstechnik
  • • Patient sitzt, Arm auf Herzhöhe gestützt
  • • Angemessene Manschettengröße (Blase umschließt ≥80 % des Arms)
  • • 5 Minuten Ruhezeit vor der Messung
  • • An beiden Armen messen (höheren Messwert verwenden)
  • • Nehmen Sie 2 Messungen im Abstand von 1 Minute vor.
Weißkittel Hypertonie

Definition: Blutdruck in der Klinik ≥140/90 mmHg, aber ABPM/HBPM <135/85 mmHg

  • • Häufiger bei älteren Menschen, Frauen und Nichtrauchern.
  • • Jährliche Blutdruckkontrolle empfohlen
  • • Berücksichtigung der kardiovaskulären Risikobewertung
  • • Keine blutdrucksenkende Behandlung erforderlich
Klinisch signifikanter Weißkitteleffekt

Blutdruckwerte in der Arztpraxis oder Klinik überschreiten den ABPM-Wert tagsüber um 20 mmHg systolisch or 10 mmHg diastolisch entweder in Abwesenheit oder in Anwesenheit einer antihypertensiven medikamentösen Behandlung

SCHWERE HYPERTONIE: Blutdruck >180/120

Das weitere Vorgehen hängt von den Symptomen und Untersuchungsbefunden ab, die auf eine Schädigung des Zielorgans hinweisen.

KEINE SYMPTOME UND KEINE UNTERSUCHUNGSANZEIGEN

Bevor Sie irgendetwas tun:

  • • Führen Sie ein EKG und eine ACR durch (auf Anzeichen von Endorganschäden wie LVH, ST-Veränderungen, Herzrhythmusstörungen)

Bei Anzeichen von Endorganschäden:

  • 1. Beginnen Sie mit einer Standard-Antihypertensiva-Therapie (z. B. Amlodipin).
  • 2. Veranlassen Sie sie, ABPM/HBPM durchzuführen.
  • 3. Bitte innerhalb von 7 Tagen überprüfen.

Wenn keine Anzeichen einer Endorganschädigung vorliegen:

  • • Es besteht keine Notwendigkeit, mit der Behandlung zu beginnen.
  • 1. Ambulante Blutdruckmessung/Häusliche Blutdruckmessung veranlassen
  • 2. Innerhalb von 7 Tagen überprüfen – dann über das Rezept entscheiden
  • • Die ambulante Blutdruckmessung (ABPM) und die häusliche Blutdruckmessung (HBPM) helfen, eine Weißkittelhypertonie auszuschließen.
BEI SYMPTOMIEN UND/ODER ANZEICHEN EINER SCHÄDIGUNG DES ZIELORGANS

EINWEISUNG INS KRANKENHAUS AM GLEICHEN TAG

Symptome von Zielorganschäden:

  • • Brustschmerzen
  • • Kopfschmerzen
  • • Anfälle, lustige Wendungen

Anzeichen für Organschäden:

  • • Netzhautblutung
  • • Papillenödem
  • • Verwechslung
  • • Anzeichen einer Herzinsuffizienz
  • • Proteinurie

Bitte überweisen Sie den Patienten noch am selben Tag, wenn Sie ein Phäochromozytom vermuten:

  • • Labile/orthopädische Hypotonie
  • • Kopfschmerzen, Herzklopfen, Blässe
  • • Bauchschmerzen
  • • Diaphorese (übermäßiges Schwitzen ohne erkennbaren Grund)
BÖSARTIGE (BESCHLEUNIGTE) HYPERTONIE: Blutdruck >220/120

EINWEISUNG INS KRANKENHAUS – STRENGE BETTROCKNUNG

Fügen Sie KEINE Antihypertensiva hinzu. Da ein zu schneller Blutdruckabfall aufgrund des möglichen Risikos eines Hirninfarkts vermieden werden sollte, überlassen Sie dies bitte dem Krankenhaus. Das Krankenhaus wird versuchen, den diastolischen Blutdruck innerhalb von 24 Stunden auf 110 mmHg zu senken.

Symptome (zur Erinnerung: Augen-Gehirn-Lunge):

  • • Sehstörung (Augen)
  • • Kopfschmerzen (Gehirn)
  • • Hypertensive Enzephalopathie – Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Koma, epileptische Anfälle (Gehirn)
  • • Atemnot (Lunge)

Untersuchungszeichen:

  • • Akut erhöhter Blutdruck mit diastolischem Wert >220/120 mmHg
  • AUGEN: Funduskopie – hypertensive Retinopathie mit Blutungen und Exsudaten; Papillenödem aufgrund eines Hirnödems
  • NIEREN: Urintest – Nierenversagen – Teststreifen auf Proteinurie
  • HERZ: Auf Herzinsuffizienz untersuchen – Atemnot, beidseitiges basales Knistern, zunehmende Knöchelödeme
  • • Selten: Hämoglobinurie, Gelbsucht, Anämie (mikroangiopathische hämolytische Anämie)
NICE-Behandlungsalgorithmus
  • Schritt 1: <55 Jahre: ACE-Hemmer/AT1-Rezeptorblocker; ≥55 Jahre: Kalziumkanalblocker
  • Schritt 2: ACE-Hemmer/ARB + ​​CCB
  • Schritt 3: ACE-Hemmer/AT1-Rezeptorblocker + Kalziumkanalblocker + Thiazid-ähnliches Diuretikum
  • Schritt 4: Spironolacton oder Alpha-/Beta-Blocker hinzufügen
  • • Überprüfung 4-6 Wochen nach jeder Änderung
Begleiterkrankungen – Welche Bluthochdruckmedikamente sind besser?

Option: A – ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker; B – Betablocker; C – Kalziumkanalblocker; D – Thiazid-ähnliches Diuretikum

CKD (Chronische Nierenerkrankung)

Kein Diabetes:

  • • ACR <30 – Standardleitfaden verwenden
  • • ACR >30 – Angebot A (ACEi/ARB)

Bei Diabetes:

  • • ACR >3 – Angebot A (ACEi/ARB)

Alle Patienten mit einem ACR >70: Angebot A (ACEi/ARB)

Diuretika werden wichtige Medikamente der zweiten Wahl sein:

  • • eGFR >30, D anwenden (höhere Dosen oder zweimal täglich)
  • • eGFR <30, Schleifendiuretika anwenden (höhere Dosen oder zweimal täglich)

Vorsicht bei der Anwendung von Spironolacton bei chronischer Nierenerkrankung. Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis, kontrollieren Sie die Elektrolyte eine Woche später oder eine Woche nach der Dosisanpassung und erwägen Sie eine Überwachung alle 3 Monate.

Chronische Herzinsuffizienz
  • • Die Patienten sollten bereits mit A (ACE-Hemmer/ARB) und B (Betablocker) behandelt werden.
  • • Falls der Blutdruck weiterhin schlecht eingestellt ist, sollte Vitamin D hinzugefügt werden (sofern nicht bereits ein Schleifendiuretikum eingenommen wird).
  • • Falls die Kontrolle mit A+B+D weiterhin unzureichend ist, sollte fachärztlicher Rat zur zusätzlichen Gabe von Spironolacton oder Eplerenon eingeholt werden.
  • • Bei B: Bisoprolol als erste Behandlungsoption
  • Spironolacton-Überwachung wie oben beschrieben
  • Typ 2 Diabetes

    Nicht-schwarze Patienten:

    • • Beginnen Sie mit A (ACEi/ARB) und fügen Sie D und C als zweite und dritte Zeile hinzu.

    Schwarze Patienten:

    • • 1. Zeile: A+D oder A+C
    • • 2. Zeile: A+C+D

    Wenn die Dreifachtherapie nicht erfolgreich ist, sollten Sie einen α-Blocker, einen Betablocker oder Spironolacton in Betracht ziehen.

    Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist C das Mittel der ersten Wahl (Nifedipin in der Schwangerschaft).

    Hinweis: Ziel ist die Senkung des Blutdrucks. ACE-Hemmer/AT1-Rezeptorblocker sind anderen Antihypertensiva hinsichtlich der Reduktion renaler und kardiovaskulärer Endpunkte nicht überlegen. Die meisten Patienten benötigen eine Kombinationstherapie.

    Typ 1 Diabetes
  • • Ein (ACE-Hemmer/ARB) ist Mittel der ersten Wahl
  • • D oder C als zweite Wahlmöglichkeiten
  • Vorhofflimmern
  • • Wenn die Herzfrequenz kontrolliert werden muss, sollte die zusätzliche Gabe eines Betablockers oder eines frequenzlimitierenden Kalziumkanalblockers (z. B. Diltiazem) zu einer bestehenden Therapie erwogen werden.
  • • Wenn Sie bereits Amlodipin einnehmen, sollten Sie einen Wechsel zu einem geschwindigkeitsbegrenzenden Kalziumkanalblocker wie z. B. Diltiazem in Betracht ziehen.
  • Der Begriff Afrikanisch-Karibik

    Der afrokaribische Begriff wird nun ersetzt durch Afrikanische Karibik (ein r, zwei b). Afrokaribische Menschen sind Personen afrikanischer Abstammung, die in einem karibischen Staat geboren wurden oder dort leben. Zu den karibischen Staaten zählen die Inseln Nordamerikas, darunter Jamaika und die Bahamas.

    SONDERFALL: AFRIKANISCHE KARIBIK

    Für Afrikaner und Karibikbewohner

    Folgen Sie dem Standardverfahren zur Behandlung von Bluthochdruck:

    • 1. Zeile: Amlodipin verwenden (oder ein Thiazid, falls nicht vertragen)
    • 2. Zeile: Fügen Sie ACEI (Ramipril) oder ARB (Losartan oder Candesartan) hinzu.
    • 3. Zeile: Thiazid hinzufügen

    Für Afrokaribier über 55 Jahre:

    • 1. Zeile: Amlodipin verwenden (oder ein Thiazid, falls nicht vertragen)
    • 2. Zeile: Fügen Sie einen Angiotensin-II-Rezeptorblocker wie Losartan oder Candesartan hinzu (keinen ACE-Hemmer).

    Für Menschen afrikanischer und karibischer Herkunft, unabhängig vom Alter, mit Bluthochdruck und Diabetes:

    • 1. Zeile: ACE-Hemmer wie Ramipril
    • 2. Zeile: Setzen Sie ACE-Hemmer ab und ersetzen Sie sie durch einen Angiotensin-Rezeptorblocker wie Losartan oder Candesartan.
    Warum ARB statt ACEI?

    Ich habe versucht, die Antwort im Internet zu finden, aber es war schwierig. Daher basiert das Folgende auf meiner Vermutung aus unserer gemeinsamen Zeit im Biochemie-Medizinstudium… Falls Sie die richtige Antwort kennen, schreiben Sie mir bitte an rameshmehay@googlemail.com.

    Der Blutdruck wird gesenkt, weil ACE-Hemmer ein Enzym früh im Stoffwechsel blockieren. Dies führt zu einer geringeren Angiotensin-Produktion, wodurch die Blutgefäße verengt werden. Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) hingegen verhindern die Verengung der Blutgefäße, indem sie die Rezeptoren blockieren, an die Angiotensin bindet.

    Afrikanische Karibikbewohner produzieren weniger Renin. Es zirkuliert also ohnehin weniger ACE. Daher macht die Gabe eines ACE-Hemmers keinen Sinn. Stattdessen sollte man einen Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) geben, der den Rezeptor blockiert, an den die verbleibenden geringen Mengen an ACE binden. Ich denke, das ist die Theorie.

    Aber soweit ich das anhand von Forschungsergebnissen beurteilen kann, spiegelt sich das nicht in der Praxis wider. Der einzige Vorteil von ARB gegenüber ACE-Hemmern sind die geringeren Nebenwirkungen. Vielleicht versucht man also, die Therapietreue zu erhöhen. Aber warum dann nicht für alle?

    WANN DIE BEHANDLUNG INTENSIERT WERDEN SOLLTE

    Zusätzliche Therapie erforderlich, wenn Blutdruck > Zielwert (klinische Beurteilung und Patiententoleranz berücksichtigen).

    Bei bestätigter Hypertonie-Diagnose sollte die Medikation auf Grundlage der in der Klinik gemessenen Werte angepasst werden. Eine Verzögerung durch wiederholte Blutdruckmessungen oder das Abwarten von Blutdruckwerten zu Hause ist nur bei starker Anamnese eines Weißkitteleffekts möglich.

    Hinweis: Pflegekräfte/Krankenpflegepersonal – Bitte befolgen Sie das Blutdruckmessprotokoll und die Anweisung, wann ein erhöhter Wert dem Hausarzt gemeldet werden muss.

    ZIELE
    • <130/80 wenn der Patient an einer anderen chronischen Erkrankung leidet (CVD/DM/CKD/TIA/CVA/PVD)
    • <140/90 wenn nur Bluthochdruck
    • <150/90 bei über 80 Jahren für alle Bedingungen
    WAS BEI EINEM TERMIN ZUR ÜBERPRÜFUNG IHRER BP-KRANKENVERSORGUNG ZU TUN IST
    • • Monatliche Überprüfung MIT Therapieanpassung bis der Blutdruck unter dem Zielwert liegt, danach jährliche Blutdrucküberprüfung, Blut- und Medikamentenüberprüfung gemäß CDM-Überprüfungstabelle
    • Lipid Rx: Gemäß Lipidmodifikationsprotokoll
    • • Erwägen Sie die ambulante/häusliche Blutdruckmessung (ABPM/HBPM) als Ergänzung zu den Blutdruckmessungen in der Klinik, um das Ansprechen auf eine antihypertensive Therapie mit Lebensstiländerungen oder Medikamenten zu überwachen, insbesondere wenn eine Dosiserhöhung schlecht vertragen wird. So vermeiden Sie Polypharmazie, den Weißkitteleffekt und die Widerstandsfähigkeit des Patienten.
    • Bluthochdruck bei Frauen im gebärfähigen Alter/Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Siehe die entsprechende NICE-Leitlinie 107
    Nachverfolgung und Überwachung
    • • Monatliche Überprüfungen bis zum Erreichen des Zielblutdrucks
    • • Danach alle 3-6 Monate, wenn stabil
    • • Jährliche Mindestuntersuchung (Blutdruck, Herz-Kreislauf-Risiko, Lebensstil)
    • • Urin- und Elektrolytwerte 2 Wochen nach Beginn/Umstellung der ACE-Hemmer-/ARB-Therapie überprüfen
    • • Blutdruckmessung zu Hause empfohlen
    Regeln für Krankheitstage – Hinweise zu akutem Nierenversagen

    Weisen Sie Patienten auf Folgendes hin, um akute Nierenschäden/Nierenverletzungen bei Krankheit vorzubeugen.

    Sollten Sie an einer Erkältung, Grippe oder anderen Erkrankungen wie Erbrechen oder Durchfall erkranken (sofern diese nicht nur leicht sind)…

    Die Grundlagen:

    • • Ausruhen
    • • Trinken Sie reichlich zuckerfreie Flüssigkeiten.
    • • Vermeiden Sie zu viel Koffein, da dies zu Dehydrierung führen kann.
    • • Nehmen Sie Schmerzmittel in der empfohlenen Dosierung nach Bedarf ein.
    • • Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, um zu klären, ob eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist.
    • • Bei unkontrollierbarem Erbrechen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder den Notdienst (111 oder A&E in Großbritannien).

    Setzen Sie die Einnahme der unten aufgeführten Medikamente ab (Merkregel: DAAMN):

    • DIURETIKA – Furosemid, Spironolacton, Indapamid, Bendroflumethazid
    • ACE-Inhibitoren – Lisinopril, Perindopril, Ramipril
    • ARBs – Losartan, Candesartan, Valsartan
    • METFORMIN
    • NSAIDs – Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen

    Nehmen Sie das Medikament wieder ein, wenn Sie sich wohl fühlen.

    Normalerweise 24-48 Stunden normale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme

    6. Herzinsuffizienz auf einen Blick

    💓 Umfassendes Herzinsuffizienzmanagement
    SYMPTOME
    • • Atemnot bei Belastung und in Ruhe + verminderte Belastbarkeit
    • • Orthopnoe, PND (Paroxysmale nächtliche Dyspnoe)
    • • Nykturie
    • • Geschwollene Knöchel, geschwollener Bauch (Patienten berichten von Blähungen und Gewichtszunahme)
    • • Zunehmende Müdigkeit (+/- Schwindel/Synkope)
    UNTERSUCHUNGSANZEICHEN
    • • Tachypnoe (SOB)
    • • Tachykardie >100 Schläge/min
    • • Bluthochdruck
    • Auskultation der Lunge: Feine basale Knistergeräusche +/- Pleuraerguss
    • Auskultation des Herzens: Seitlich verlagerter Herzspitzenstoß und Herzgeräusch, Galopprhythmus an der Herzspitze (3./4. Herzton)
    • Flüssigkeitsretention: Knöchel-, Bauch- und Sakralödem
    RISIKOFAKTOREN
    • • Alter >65
    • • IHK, Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzklappenerkrankung, Kardiomyopathie, Myokarditis
    • • Nierenversagen
    • • Anämie
    • • Thyreotoxikose
    Vergiss nicht…
    • • Familiäre Vorbelastung mit Herzinsuffizienz und plötzlichem Herztod vor dem 40. Lebensjahr
    Medikamente, die Herzinsuffizienz verursachen/verschlimmern können

    Medikamente, die Herzinsuffizienz verursachen können:

    • • Alkohol
    • • Kokain

    Medikamente, die die Symptome von Herzinsuffizienz verschlimmern können (Merkregel: NET CCC):

    • NSAIDs wie Ibuprofen, Naproxen
    • EBrausepräparate, z. B. Solpadol (hoher Natriumgehalt)
    • Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin
    • CKanalblocker wie Diltiazem
    • COrtikosteroide wie Prednisolon
    • COX-II-Inhibitoren wie Celecoxib
    UNTERSUCHUNGEN
    • Bluttests: Blutbild, Elektrolyte, TSH, Leberwerte, HbA1c, Lipidprofil, BNP
    • Urintest für Blut und Protein
    • EKG
    • CXR
    • Spirometrie/Peak-Flow (um Lungenursachen der Atemnot auszuschließen)
    • ECHO – siehe Abschnitt Diagnose

    Wenn eine linksventrikuläre systolische Dysfunktion bereits durch eine vorherige Echokardiographie bestätigt wurde, werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um Kontraindikationen für Medikamente auszuschließen.

    Vorheriger MI

    Dringende Überweisung zur Herzinsuffizienz-Klinik und Echokardiographie innerhalb von 2/52

    Symptomatische Herzinsuffizienz ohne vorherige Myokardinfarkt-Anamnese:

    NT-proBNP messen (NICE & ASSIST)

    >2000 pg/ml (236 pmol/l)

    DRINGENDE ÜBERWEISUNG zur fachärztlichen Untersuchung + ECHO in 2 Wochen

    400 – 2000 pg/ml

    Überweisung zur fachärztlichen Untersuchung + Echokardiographie in 6 Wochen

    <400 pg/ml

    Herzinsuffizienz-Diagnose weniger wahrscheinlich – Bei weiterhin bestehenden Symptomen Rücksprache mit einem Spezialisten erwägen

    Sonderfälle
    • Schwangere Frauen (oder Frauen 6 Monate nach der Geburt) mit Verdacht auf Herzinsuffizienz: Notfallaufnahme/Überweisung an Facharzt
    • Herzinsuffizienz mit Herzklappenerkrankung: Überweisung zur fachärztlichen Begutachtung
    VORSICHT: Weitere Ursachen für einen erhöhten BNP-Wert
    • • Alter >70
    • • Weitere kardiale Probleme – LVH, Ischämie, Tachykardie, RV-Überlastung
    • • Hypoxämische Zustände – z. B. COPD, Lungenembolie
    • • Nierenerkrankung: wenn die GFR <60
    • • Diabetes
    • • Leberzirrhose
    • • Blutvergiftung
    VORSICHT: Der BNP-Spiegel wird reduziert durch

    Behandlung von Herzinsuffizienz – wie z. B. ACE-Hemmer, Diuretika und Betablocker

    NYHA-KLASSIFIZIERUNG

    Klasse I: Keine Einschränkung

    Grad II: Einige Einschränkungen der normalen Aktivitäten (15 % Sterblichkeit nach 12 Monaten).

    Grad III: Schwere Einschränkung der normalen Aktivität (30 % Mortalität nach 12 Monaten)

    Grad IV: Atemnot in Ruhe (60 % Mortalität nach 12 Monaten)

    Die Klassifizierung ist wichtig, da sie die Prognose und die optimale Behandlung bestimmt – sie muss in allen Fällen unter Verwendung des angegebenen Read-Codes erfasst werden.

    Managementschritte
    1. Schleifendiuretikum
    2. ACE-Hemmer oder Betablocker – jeweils nur einer. ACE-Hemmer bei Diabetes mellitus oder Flüssigkeitsüberladung. Betablocker bei Angina pectoris. Betablocker können eine Flüssigkeitsüberladung verschlimmern.
    3. ACE-Hemmer & Beta-Blocker
    4. Für alle – LIFESTYLE – Mit dem Rauchen aufhören, Alkoholkonsum reduzieren, salzarme Ernährung, auch Salzersatzprodukte vermeiden, bei Übergewicht abnehmen, angeleitetes, schrittweises Training.
    5. Einmalige Pneumokokkenimpfung und jährliche Grippeimpfung
    Einige wichtige Regeln
    • • Überprüfen Sie Medikamente, die die Symptome verschlimmern können – NSAR, Kalziumkanalblocker
    • Fügen Sie jeweils nur ein Medikament hinzu. – nach klinischer Beurteilung
    • • Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion – Behandlung von Begleiterkrankungen (Hypertonie/KHK/Diabetes mellitus) gemäß den NICE-Leitlinien
    • • Herzinsuffizienz aufgrund einer systolischen Dysfunktion des linken Ventrikels – Erstlinientherapie: ACE-Hemmer (oder Angiotensin-Rezeptorblocker) + Betablocker
    WANN ÜBERWEISEN?
    • • Alle neu diagnostizierten Fälle
    • • Trotz oben genannter Behandlung weiterhin symptomatisch
    • • Management schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV), Herzinsuffizienz, die nicht auf die Behandlung anspricht
    • • Herzinsuffizienz aufgrund von Herzklappenerkrankungen
    • • Herzinsuffizienz, die nicht mehr zu Hause behandelt werden kann
    • • Schwanger oder vor der Empfängnis
    BNP <100 pg/ml

    Herzversagen unwahrscheinlich

    Ziehen Sie andere Ursachen für die Symptome in Betracht.

    BNP 100-2000 pg/ml

    Echo innerhalb von 6 Wochen

    Routinemäßige Überweisung zum Kardiologen

    BNP >2000 pg/ml

    Echo innerhalb von 2 Wochen

    Dringende Überweisung zum Kardiologen

    NT-proBNP-Äquivalente

    Höhere Schwellenwerte verwenden: <300 pg/ml (unwahrscheinlich), 300-6000 pg/ml (Routine), >6000 pg/ml (dringend)

    Diuretika – werden hauptsächlich zur Symptomkontrolle eingesetzt

    Sobald die Lungenstauung und das Lungenödem unter Kontrolle sind und die Herzinsuffizienzbehandlung an Bord etabliert ist, können die Diuretika abgesetzt werden.

    Tägliches Wiegen kann ein hilfreicher Hinweis darauf sein, ob sich Flüssigkeit im Körper ansammelt und ob Diuretika benötigt werden. Patienten sollten ihren Hausarzt kontaktieren, wenn sie innerhalb von zwei Tagen mehr als 1.5–2 kg zunehmen.

    • • Dosis je nach Symptomen erhöhen oder verringern
    • • Vor Beginn der medikamentösen Therapie und 1-2 Wochen nach Therapiebeginn die Nierenfunktion und den Blutdruck messen (NICE)
    • • Frühere Überwachung nach 5-7 Tagen bei Patienten mit bestehender chronischer Nierenerkrankung im Stadium 3 oder höher und bei Patienten über 60 Jahren (NICE)
    Empfohlenes Schleifendiuretikum (NICE)
    Medikamente Dosis für ältere Menschen Übliche Dosis
    Furosemid 20 - 40 mg 20-120 mg
    Bumetanide 0.5 - 1 mg 1 - 5 mg
    Torasemid 5 - 10 mg 10 - 20 mg

    Für Patienten mit bestätigter Herzinsuffizienz und erhaltener Ejektionsfraktion: MAXIMALE DOSIS FUROSEMID 80 mg (NICE)

    Patient Education
    • • Patienten anweisen, die Dosis gewichtsabhängig anzupassen – bei einer Gewichtszunahme von 1.5–2 kg pro 2 Tage mit dem Hausarzt besprechen.
    • • Vermeiden Sie übermäßige Flüssigkeitszufuhr – 1.5 Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag (BITTEN SIE SIE, ein Flüssigkeitstagebuch zu führen)
    IF entwickelt D&V:
    • • Flüssigkeitszufuhr aufrechterhalten
    • • Setzen Sie die Einnahme von Diuretika für 1-2 Tage ab, bis Sie sich erholt haben.
    • • Bei anhaltenden Beschwerden (länger als 2 Tage) kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt. Blutuntersuchungen (Nierenwerte) und Blutdruckmessung sowie gegebenenfalls eine Überweisung an einen Facharzt sind erforderlich.
    • • Wiederaufnahme der Diuretikatherapie – mit einer niedrigeren Dosis beginnen.
    Sobald sich die Rx-Werte stabilisiert haben

    Den Energieverbrauch (U&Es) mindestens einmal alle 6 Monate messen (NICE).

    Weitere Möglichkeiten zur Linderung der Symptome von Atemnot
    • • Oramorph/Lorazepam
    • • Handventilator
    • • Das Palliativteam ist eine wertvolle Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung hinsichtlich der Symptomkontrolle.
    KONTRAINDIZIERT
    • • wenn Cr >150, K+ >5.5 und/oder Nierenarterienstenose
    • • Angioödem
    • • Signifikante Aortenstenose oder Klappenerkrankung
    • • In all diesen Situationen konsultieren Sie

    VORSICHT bei Frauen im gebärfähigen Alter und kontraindiziert bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft

    Wenn die U&Es-Vorbehandlung Cr 150 mmol/l ergibt, dann:
    • • 2.5 mg Ramipril täglich (1.25 mg bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika) für eine Woche mit regelmäßiger Kontrolle der Elektrolyte.
    • • Anschließend die Dosis für weitere drei Wochen auf 5.0 mg Ramipril erhöhen.
    • • Überprüfen Sie die Urin- und Elektrolytwerte 1-2 Wochen nach jeder Dosiserhöhung erneut und versuchen Sie, alle Patienten auf die 10-mg-Dosis hochzutitrieren.
    • • Anschließend werden die U&Es jährlich wiederholt.
    Wenn sich die eGFR um mehr als 25 % ändert oder der Kreatininwert um mehr als 30 % ansteigt:
    • • Abklärung anderer Ursachen, z. B. gleichzeitige Einnahme von NSAR oder Flüssigkeitsmangel
    • • Falls keine andere Ursache gefunden wird, entweder die ACE-Hemmer-Therapie beenden oder die Dosis auf die zuvor verträgliche Dosis reduzieren.
    Patienten mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit
    • • Sie können einen Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) wie z. B. Candesartan ausprobieren.
    • • ARB kann zusätzlich zu ACE auch bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA 3 und 4) eingesetzt werden, die weiterhin symptomatisch sind.
    • • Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Candesartan Vorteile gegenüber anderen für Herzinsuffizienz zugelassenen ARB (derzeit Losartan) haben könnte.
    Bei Unverträglichkeit gegenüber ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern

    Überweisung an einen Facharzt oder Erwägung von Hydralazin und Nitrat

    Wenn K+ > 6

    ACEI/ARB ABSETZEN

    WARN-Patienten Besserung der Symptome über Wochen bis Monate

    BISOPROLOL

    Zusätzlich zur Standardtherapie sollte bei Patienten der NYHA-Klassen I, II und III ein Therapieversuch mit einem Betablocker, z. B. Bisoprolol, unternommen werden.

    Dies sollte auch Patienten mit COPD, PVD, Diabetes und ED umfassen.

    Dies sollte eine langsame Aufdosierung mit regelmäßiger Überprüfung sein – gegebenenfalls sollte eine Überweisung an die Fachkrankenschwester für Herzinsuffizienz erwogen werden.

    Bisoprolol (mg) UPTITRATION
    Woche Dosis (mg)
    WOCHE EINS1.25
    ZWEITE WOCHE2.5
    WOCHE DREI3.75
    WOCHE FÜNF5
    ACHTE WOCHE7.5
    WOCHE ZWÖLF10
    Erwägen Sie eine Rücktitration der Dosis, wenn der Patient folgende Symptome entwickelt:
    • • Symptomatische Hypotonie
    • • Asymptomatischer systolischer Blutdruck <90 mmHg
    • • Bradykardie <50 Schläge/min
    • • Atemwegssymptome
    Zweitlinienbehandlungen
    • Aldosteron-Antagonisten z. B. Spironolacton (K+ muss unter 6 liegen)
    • ARB in Verbindung mit ACEi
    • Hydralazinnitrat (insbesondere wenn es sich um Menschen afrikanischer/karibischer Herkunft handelt und solche, die ACE-Hemmer/ARB nicht vertragen)
    Drittlinienbehandlungen
    • • Kardiale Resynchronisation
    • • ICD – implantierbarer Herzdefibrillator
    • • CABG, LVAD, Herztransplantation
    • • Digoxin
    • • Ivabradin
    • • Entresto (Sacubitril/Valsartan)
    SPIRONOLACTON
    • • Vermeiden Sie die Anwendung bei Niereninsuffizienz und/oder diabetischer Nephropathie
    • • Überwachung des Energieverbrauchs und -verbrauchs alle 6 Monate
    • • Halbieren Sie die Dosis, wenn der K+-Wert zwischen 5 und 5.9 ansteigt.
    • • STOPPEN, wenn K+ >6 oder Cr >220
    IVABRADIN
    • • NICHT BEI ARHYTHMIEN VERWENDET
    • • SA-Knoten-Inhibitor
    • • Der Puls muss mindestens 75 Schläge pro Minute betragen, Sinusrhythmus.
    • • Erst nach einer 4-wöchigen Stabilisierungsphase mit Standardtherapie eingeleitet.
    DIGOXIN

    Die routinemäßige Bestimmung des Digoxinspiegels ist nur bei Verdacht auf eine Vergiftung erforderlich. In diesem Fall sollte der Spiegel 8–12 Stunden nach der Einnahme gemessen werden. Achtung: Auch bei normalen Digoxinspiegeln kann es zu einer Vergiftung kommen.

    Zu den Vergiftungssymptomen gehören:

    • • Herzrhythmusstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
    • • Verwirrtheit, Gelbsehen, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit
    HERZRESYNCHRONISATION

    Stimuliert beide Herzkammern und den rechten Vorhof, um die Kontraktion zu verbessern

    EPLERENON
    • • Patienten mit akutem Myokardinfarkt und linksventrikulärer Dysfunktion profitieren nach dem Myokardinfarkt von Eplerenon (einem Aldosteronantagonisten), daher werden einige Patienten möglicherweise mit diesem Medikament entlassen.
    • • Kann auch verabreicht werden, wenn Patienten unter Spironolacton eine Gynäkomastie entwickeln.
    ENTRESTO (Sacubitril/Valsartan)
    • • Neue Wirkstoffklasse – ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor)
    • • Die Neprilysin-Hemmung beeinträchtigt die Fähigkeit natriuretischer Peptide, eine Gefäßerweiterung zu bewirken, hemmt außerdem das Renin-Angiotensin-System und hat einen anti-hypertrophischen Effekt.
    • • Nicht in Kombination mit ACE-Hemmern/AT1-Rezeptorantagonisten verwenden
    HERZVERSAGENS-ÜBERPRÜFUNG (ÜBERWACHUNG)
    • • Puls, Blutdruck und BMI
    • • EKG
    • • Aktualisierung der NYHA-Klassifizierung
    • • Medikamentenüberprüfung, Zuordnung der Diagnose zur Wiederholungsvorlage
    • • Raucherstatus/Beratung zur Raucherentwöhnung
    • • Alkoholkonsum und Beratung
    • • Lipidmodifikation
    • • Jährliche Grippeschutzimpfung und Pneumokokken-Impfung
    • • Blutwerte gemäß CDM-Überprüfungstabelle innerhalb der letzten 12 Monate (CDM = Chronic Disease Management)
    • • Rückruf hinzufügen
    PALLIATIVPFLEGE
    • • Palliativ- und Sterbebegleitung sollte gegebenenfalls in Betracht gezogen werden, in der Regel bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz und anhaltenden Symptomen trotz optimaler Therapie.
    • • Bei Patienten mit Dyspnoe sollten niedrig dosierte Opioide, titriert nach Wirkung, erwogen werden.
    REGELN FÜR KRANKHEITSTAG

    Weisen Sie die Patienten auf Folgendes hin:

    Magen-Darm-Infekte mit Erbrechen und/oder Durchfall können leicht zu Dehydrierung führen. Auch grippeähnliche Symptome sowie Husten und Schnupfen mit Fieber können durch vermehrtes Schwitzen Dehydrierung verursachen.

    Bei Dehydrierung können bestimmte Medikamente gegen Herzinsuffizienz schädlich sein.

    Um nachfolgende Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten diese Medikamente vorübergehend abgesetzt werden.

    Sie können diese Medikamente wieder einnehmen, sobald Sie sich besser fühlen.

    Zu beendende Medikamente:

    ACE-Hemmer/AT1-Rezeptorblocker/Diuretika/andere Antihypertensiva/NSAR

    Wenn die Symptome länger als 2 Tage anhalten, rufen Sie Ihren Arzt an, um die Situation erneut beurteilen zu lassen.

    Ebenfalls…

    • • Vermeiden Sie zu viel Koffein, da dies zu Dehydrierung führen kann.
    • • Wiegen Sie sich täglich, damit Ihr Herzspezialist Ihre Medikamente bei Dehydrierung anpassen kann.
    • • Es kann ausreichend sein, Ihre Flüssigkeitszufuhr während der Dehydrationsphase vorübergehend und leicht zu erhöhen. Sobald sich Ihr Dehydrationszustand jedoch gebessert hat, sollten Sie wieder zu Ihrer üblichen Tagesmenge zurückkehren und die Anweisungen Ihres Herzspezialisten befolgen.
    • • Rezeptfreie entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac (z. B. Voltaren Emulgel®) oder Naproxen sollten zur Behandlung von Fieber oder Schmerzen vermieden werden. Paracetamol ist in solchen Fällen weiterhin das Mittel der Wahl.

    WARNUNG: Wichtige Mitteilung Einige rezeptfreie Erkältungs- und Grippemittel enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe. Fragen Sie vor der Anwendung solcher Produkte immer Ihren Apotheker.

    Was der Arzt tun sollte:
    • • Hydratationsstatus beurteilen – Zunge, Hautturgor usw. – und Blutdruck messen
    • • Medikamente absetzen: ACE-Hemmer/ARB/Diuretika/andere Antihypertensiva/NSAR für 1-2 Tage; Einnahme wieder aufnehmen, wenn die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme normal ist (NICE).
    Wenn die Symptome länger als 2 Tage anhalten
    • • Medikamente weiterhin vorenthalten
    • • Führen Sie einige Beobachtungen durch – Temperatur, Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung
    • • +/- Überweisung an die Fachabteilung
    Anzeichen von Dehydration

    LEICHTE Dehydratation

    • • Trockener Mund
    • • Benommenheit
    • • Kopfschmerzen

    SCHWERE Dehydrierung

    Umfasst außerdem die oben genannten Symptome sowie…

    • • Starker Durst
    • • Niedrigerer Blutdruck als üblich
    • • Verminderte Urinmenge und dunklerer Urin
    Wiegen Sie sich zu Hause
    • • Immer zur gleichen Zeit pro Tag
    • • Bei einer Gewichtszunahme von mehr als 2 kg innerhalb von 3 Tagen – Diuretikadosis erhöhen und Flüssigkeitszufuhr verringern.
    Salzkonsum
    • • Die Tagesdosis von 6 Gramm darf nicht überschritten werden.
    • • Patienten direkt an die British Heart Foundation und die British Dietetic Society verweisen.
    Flüssigkeitshaushalt

    Bei schweren Symptomen die Flüssigkeitszufuhr auf 1.5 bis 2 Liter pro Tag beschränken.

    Raucherentwöhnung

    Raucherentwöhnung fördern und unterstützen

    Alkohol

    Halten Sie sich an die empfohlenen Werte.

    Wahrnehmung

    Regelmäßige körperliche Aktivität mit geringer Intensität bei stabiler Herzinsuffizienz

    ENDSTUDIE HF (Entnommen aus NICE & ASSIST 2023)
    Symptome

    Hauptsymptome:

    • • Atemnot, anhaltender Husten, Herzschmerzen aufgrund von Ischämie, starke Erschöpfung
    • • Starke Einschränkung der körperlichen Aktivität und Ödeme

    Andere Symptome:

    • • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung
    • • Depressionen und Angstzustände, Schlaflosigkeit
    Verwaltung
    • • Zusammenarbeit mit Kardiologie und Palliativmedizin
    • • Besprechen Sie frühzeitig die Vorausplanung der medizinischen Versorgung und die DNACPR-Anordnung.
    Vorhersage des Behandlungsverlaufs

    Schwer vorherzusagen, aber basierend auf:

    • • Häufige Krankenhausaufenthalte: 3 oder mehr Aufenthalte in den letzten 12 Monaten
    • • Schlechtes Ansprechen auf die Behandlung, Atemnot (NYHA IV)
    • • Vorliegen einer kardialen Kachexie, ↓ Serumalbumin
    • • Progressive eGFR-Abnahme + Hypotonie
    • • Geringe Lebensqualität + Abhängigkeit von anderen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens
    • • Auf O2-Heimnetzwerk
    NÜTZLICHE MEDIKAMENTE IN DER PALLIATION:

    Atemlosigkeit:

    • • Niedrig dosiertes Oromorph/Lorazepam/Diazepam
    • • GTN-Spray kann angewendet werden, ist aber bei schwerer Aortenstenose kontraindiziert.

    Schmerzen bei Herzischämie:

    • • Morphin + Nitrate

    7. Schlaganfall/TIA auf einen Blick

    🧠 Schlaganfall- und TIA-Erkennung & -Management
    DIAGNOSE EINES SCHLAGANFALLS

    Pflegekräfte können das FAST-Tool zur Beurteilung der Symptome verwenden:

    FAST-Bewertung
    • FGesichtsschwäche – können sie lächeln, hängt das Gesicht herab?
    • AMuskelschwäche – Kann die Person beide Arme heben?
    • SSprachprobleme – Können sie deutlich sprechen und verstehen, was Sie sagen?
    • TZeit, 999 anzurufen
    Differentiale (MESH-D)
    • MIgrain
    • EPilepsie
    • SEpsis
    • HHypoglykämie
    • • Andere Ursachen von DElirium (Alkohol, Drogen, Dehydratation, Demenz, Harnwegsinfektionen, Infektionen der unteren Atemwege, Medikamente und fortgeschrittener Krebs)
    Wenn Sie einen Schlaganfall vermuten
    • Einweisung ins Krankenhaus – Notruf 999
    • Geben Sie kein Aspirin. Scan ausstehend und mögliche Thrombolyse
    TIA – WIE SIE SICH VON EINEM SCHLAGANFALL UNTERSCHEIDET

    Eine TIA (transitorische ischämische Attacke) ist eine kurzzeitige Unterbrechung der Blutversorgung eines Teils des Gehirns, des Rückenmarks oder der Netzhaut (der dünnen Gewebeschicht im hinteren Teil des Auges). Diese Unterbrechung kann vorübergehende, schlaganfallähnliche Symptome hervorrufen.

    Eine TIA schädigt jedoch keine Gehirnzellen und verursacht keine dauerhafte Behinderung. So unterscheidet es sich von einem normalen Schlaganfall.

    BEURTEILUNG UND BEHANDLUNG VON TIA IN DER PRIMÄRVERSORGUNG

    Beurteilung des Schlaganfallrisikos nach einer TIA anhand des ABCD2-Scores

    ABCD2-Punktetabelle
    Komponente Eigenschaften Punkte
    A (Alter) ≥60 1 PUNKT
    <60 0 PUNKT
    B (BP) > 140/90 1 PUNKT
    C (Klinische Merkmale) Einseitige Schwäche 2-PUNKTE
    Dysphasie 1 PUNKT
    Andere Symptome 0-PUNKTE
    D (Dauer der Symptome) ≥ 60 Minuten 2-PUNKTE
    10-59 Minuten 1 PUNKT
    <10 Minuten 0 PUNKT
    D2 (Diabetes) Ja 1 PUNKT
    Nein 0 PUNKT
    NICE empfiehlt, ALLE Verdachtsfälle von TIA ohne Risikostratifizierung (ABCD2-Score) zu überweisen.

    Bradford verwendet jedoch weiterhin das ABCD2-System.

    In Bradford hängt das weitere Vorgehen vom ABCD2-Score und der Häufigkeit von TIA ab.

    Verdacht auf TIA UND ABCD2-Score ≥ 4 ODER ≥ 2 TIAs pro Woche

    Bitte überweisen Sie den Patienten mithilfe des aktualisierten Formulars (auf ASSIST) und per Fax so schnell wie möglich an die TIA-Klinik, da eine Untersuchung innerhalb von 24 Stunden erforderlich ist. Möglicherweise ist eine Telefonnummer angegeben, unter der Sie den diensthabenden Facharzt erreichen können.

    Verdacht auf TIA UND ABCD2-Score <4

    Bitte wenden Sie sich mit dem aktualisierten Formular an die TIA-Klinik – ein Termin sollte innerhalb einer Woche erfolgen.

    Verdacht auf TIA nach 1 Woche

    Überweisung an die TIA-Klinik – Termin innerhalb einer Woche nach Überweisung.

    Weitere wichtige Managementaspekte
    • • Sollten die Symptome während der gesamten klinischen Untersuchung anhalten, schicken Sie den Patienten in die Notaufnahme (es könnte sich um einen Schlaganfall handeln!).
    • • Allen Patienten mit Verdacht auf eine TIA sollte Folgendes verabreicht werden 300 mg Aspirin sofort und dann mit 75 mg täglich fortgesetzt, bis sie in der TIA-Ambulanz untersucht werden. Kann auch anbieten Clopidogrel 75 mg statt Aspirin – die bevorzugte Wahl in Bradford
    • • TIA-Patienten sollten Einen Monat lang nicht fahren. – oder bis Sie in der TIA-Klinik untersucht werden und Ihnen etwas anderes mitgeteilt wird – dokumentieren Sie diesen Ratschlag
    • • Alle Zeugen des Vorfalls sollten den Patienten in die Klinik begleiten.
    • • Sollte es vor der Vorstellung in der TIA-Ambulanz zu einem weiteren Ereignis kommen, begeben Sie sich bitte in die Notaufnahme.
    Ausschlusskriterien für die TIA-Klinik
    • • Alter <45 Jahre – Überweisung an die Neurologie
    • • Bewusstseinsverlust
    • • Stürze
    • • Schwindel
    • • Verwechslung
    • • Inkontinenz
    • • Amnesie
    • • Isolierter Schwindel/Doppeltsehen/Dysarthrie
    • • Sensorische Symptome, die auf einen Teil einer Extremität oder des Gesichts beschränkt sind
    Eine Erinnerung an Präventionsarten

    Primärprävention: Ziel ist es, Krankheiten vorzubeugen, bevor sie überhaupt auftreten. Beispiele: Impfungen, Statine bei Patienten mit hohem QRISK-Wert, aber ohne bekannte koronare Herzkrankheit (KHK) in der Vorgeschichte.

    Sekundärprävention: Ziel ist es, die Auswirkungen einer bereits aufgetretenen Erkrankung zu verringern. Beispiele: Clopidogrel für Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben; niedrig dosiertes Aspirin für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben.

    Tertiärprävention: Ziel ist es, die Auswirkungen einer chronischen Erkrankung mit dauerhaften Folgen abzumildern. Beispiele: Rehabilitationsprogramme für Herz- oder Schlaganfallpatienten, Programme zum Management chronischer Erkrankungen

    Primärprävention von Schlaganfällen
    • • Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks
    • • Bei einem QRISK-Wert >10 % sollte Atorvastatin 20 mg (NICE) oder 40 mg (BHH) erwogen werden.
    • • Bei bekannter koronarer Herzkrankheit (KHK) senkt eine Lipidsenkung das Schlaganfallrisiko (Atorvastatin 80 mg).
    • • Bei allen Patienten mit Herzklappenerkrankungen und Vorhofflimmern sollte eine Therapie mit Warfarin/NOAK erwogen werden. Der CHA₂DS₂-VASc-Score dient ausschließlich der Bestimmung der Antikoagulationstherapie bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern.
    • • Beratung zu einem gesunden Lebensstil – Ernährung, Alkoholkonsum, Bewegung und Raucherentwöhnung sowie Behandlung
    Sekundärprävention von Schlaganfällen

    d. h. zu verhindern, dass die Hochrisikogruppen sich anstecken.

    • AF sollte beurteilt und mit Warfarin/NOAK behandelt werden.
    • BP Der Blutdruck sollte unter 130/80 mmHg (BHH) liegen (außer bei beidseitiger Koronararterienstenose < 150/90 mmHg). Eine blutdrucksenkende Therapie ist gegebenenfalls erforderlich.
    • • Alle Patienten mit einer Vorgeschichte von ischämischer Schlaganfall sollte eingeschaltet sein Die Behandlung mit Clopidogrel im Vergleich zu niedrig dosiertem Aspirin, da dies die kardiovaskuläre Mortalität und das Risiko eines erneuten Schlaganfalls verringert.
    • • Patienten mit postischämischem Schlaganfall sollten erhalten Aspirin und Dipyridamol wenn Clopidogrel nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist
    • Statine – Allen Patienten mit einer Vorgeschichte von TIA/ischämischem Schlaganfall sollte unabhängig von Alter, Geschlecht oder Cholesterinspiegel eine Behandlung verabreicht werden. Atorvastatin 80 mg
    • Raucherentwöhnung und Ratschläge für einen gesunden Lebensstil
    • • Alle Patienten mit einem nicht behindernden Schlaganfall oder einer TIA sollten dringend fachärztlich untersucht werden – Patienten mit einer hochgradigen ipsilateralen Stenose profitieren von Karotisendarteriektomie
    Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern – CHA2DS2-VASc
    Code Anforderungen Punkte
    C Kongestive Herzinsuffizienz (oder linksventrikuläre systolische Dysfunktion) 1 PUNKT
    H Hypertonie: Blutdruck dauerhaft über 140/90 mmHg (oder medikamentös behandelte Hypertonie) 1 PUNKT
    A2 Alter ≥ 75 Jahre 2-PUNKTE
    D Diabetes Mellitus 1 PUNKT
    S2 Vorheriger Schlaganfall, TIA oder Thromboembolie 2-PUNKTE
    V Gefäßerkrankungen (z. B. periphere arterielle Verschlusskrankheit, Herzinfarkt, Aortenplaques) 1 PUNKT
    A Alter 65–74 Jahre 1 PUNKT
    Sc Geschlechtskategorie (d. h. weibliches Geschlecht) 1 PUNKT

    Der maximale CHA2DS2-VASc-Score beträgt 9 (nicht 10, wie man vielleicht erwarten würde, wenn man einfach die Spalten addiert, da die maximale Punktzahl für das Alter 2 Punkte beträgt = 0 bei <65, 1 bei 65-74, 2 bei ≥75).

    CHA2DS2-VASc-Score und jährliches Schlaganfallrisiko
    Score Geschätztes jährliches Schlaganfallrisiko Risikostufe
    00.2%NIEDRIGES RISIKO
    10.5-1 %GERINGES RISIKO FÜR FRAUEN, GERINGES BIS MITTLERES RISIKO FÜR MÄNNER
    22-3 %Niedriges mittleres Risiko für Frauen, mittleres hohes Risiko für Männer
    33-4 %Mäßig hohes Risiko für alle
    45-6 %
    57-10 %
    610-13 %
    7 oder 811-15 %
    912-18 %
    Wichtige Hinweise
    • • Verschiedene Schlaganfallstudien liefern unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich des jährlichen Schlaganfallrisikos basierend auf dem CHA2DS2-VASc-Score. Die Tabelle zeigt einen Durchschnittswert, die Konfidenzintervalle können jedoch breit sein.
    • • Die Schlaganfallraten variieren je nach Studienumfeld (Krankenhaus vs. Allgemeinbevölkerung), Population (Studie vs. Allgemeinbevölkerung), ethnischer Zugehörigkeit usw.
    • • Die Aussagekraft von Risikoscores für ischämischen Schlaganfall bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist fraglich.
    • Die Antikoagulation reduziert das Risiko im Grunde um etwa 50 %.Jemand mit einem prognostizierten jährlichen Schlaganfallrisiko von 4 %, der Antikoagulanzien einnimmt, hat also ein prognostiziertes jährliches Schlaganfallrisiko von 2 %.
    • • Bitte beachten Sie, dass eine Antikoagulationstherapie das jährliche Schlaganfallrisiko nicht beseitigt, sondern lediglich reduziert.
    • • Vergessen Sie nicht, dass bei der Einnahme von Antikoagulanzien ein Blutungsrisiko von etwa 2–3 % pro Jahr besteht. Einige dieser Blutungen können tödlich verlaufen – siehe HASBLED-Score.
    • • All diese Dinge sollten dem Patienten erklärt werden, damit er die für ihn persönlich passende Entscheidung treffen kann.
    HAS-BLED-Score zur Beurteilung des Risikos schwerer Blutungen
    Code Anforderungen Punkte
    H Hypertonie: (unkontrolliert, >160 mmHg systolisch) 1 PUNKT
    A Abnorme Nierenfunktion: Dialyse, Transplantation, Kreatinin >2.26 mg/dl oder >200 µmol/l 1 PUNKT
    Abnorme Leberfunktion: Zirrhose oder Bilirubin >2x normal oder AST/ALT/AP >3x normal 1 PUNKT
    S Schlaganfall: Schlaganfall in der Vorgeschichte 1 PUNKT
    B Blutung: vorausgegangene schwere Blutung oder Veranlagung zu Blutungen 1 PUNKT
    L Labiler INR-Wert: instabiler oder hoher INR-Wert oder Zeit im therapeutischen Bereich <60 % 1 PUNKT
    E Ältere Menschen: Alter >65 Jahre 1 PUNKT
    D Arzneimittel – wie z. B. Thrombozytenaggregationshemmer, SSRIs, NSAIDs (d. h. sie erhöhen das Blutungsrisiko) 1 PUNKT
    Alkohol (≥ 8 Getränke/Woche) 1 PUNKT

    Der berechnete HAS-BLED-Score liegt zwischen 0 und 9.

    HAS-BLED-Score & Blutungsrisiko
    Score Blutungen pro 100 Patientenjahre
    01 Blutung pro 100 Patientenjahre
    11 Blutung pro 100 Patientenjahre
    22 Blutungen pro 100 Patientenjahre
    34 Blutungen pro 100 Patientenjahre
    49 Blutungen pro 100 Patientenjahre
    510 Blutungen pro 100 Patientenjahre
    6, 7, 8, 9Zu selten, um das genaue Risiko zu bestimmen. Höchstwahrscheinlich werden über 10 Prozent bluten.

    Der HAS-BLED-Score schätzt das Risiko schwerer Blutungen bei Patienten unter Antikoagulation ein, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis in der Vorhofflimmerbehandlung zu beurteilen.

    Ein Wert von ≥3 deutet auf ein "hohes Risiko" hin.Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass kein Antikoagulans verabreicht werden kann, da einige Risikofaktoren beeinflusst werden können. Alternativen zur Antikoagulation sollten in Betracht gezogen werden: Der Patient hat ein hohes Risiko für schwere Blutungen.

    Nach hämorrhagischem Schlaganfall
    • • Thrombozytenaggregationshemmer werden nicht empfohlen, es sei denn, es besteht ein sehr hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
    • • Statine werden nicht routinemäßig empfohlen
    • • Fachberatung wird empfohlen
    • • Nicht-akute Blutdrucksenkung, wie sie beispielsweise bei einem ischämischen Schlaganfall auftritt.
    VERGISS DAS PROGRAMMIEREN NICHT
    • • Lesen Sie den Code STROKE/TIA für QoF
    • • Zu Problem- und Zusammenfassungslisten hinzufügen
    • • Verwenden Sie die entsprechende S1-Vorlage/ARDENS
    • • Rückrufe für die jährliche CDM-Überprüfung hinzufügen
    • • Zuordnung von Diagnosen zu wiederholten Medikamentenvorlagen
    DER JÄHRLICHE SCHLAGANFALLÜBERSICHT

    Mach Folgendes:

    • Blut: U+Es, HbA1C plus (ALT nur nach 3 Monaten bei neuer Statintherapie oder Dosisänderung)
    • BP: Befolgen Sie das Hypertonie-Protokoll
    • BMI
    • Medikation: Erkundigen Sie sich nach der Medikamenteneinnahme und den Nebenwirkungen, verschieben Sie die Kontrolltermine, dokumentieren Sie die durchgeführte Medikamentenüberprüfung.
    • Depressionsscreening
    • Lifestyle-Themen: Raucherstatus & Beratung zur Raucherentwöhnung, Alkoholberatung
    • Angaben zur Pflegekraft – falls weitere Hilfe benötigt wird – fragen Sie die Pflegekraft, wie es ihr geht

    Vergiss nicht…

    • • Füllen Sie dazu einfach die S1-Vorlage (ARDENS) aus.
    • • Siehe CDM-Übersichtstabelle
    • • Krankenschwestern befolgen das Protokoll der von Krankenschwestern geleiteten Klinik
    • • Medikamentenprüfung hinzufügen und Diagnose den entsprechenden Wiederholungsmedikamenten zuordnen
    • • Rückruf verschieben

    8. Lipide und Statine im Überblick

    💊 Umfassendes Lipidmanagement & Statintherapie
    VORSICHT, WENN DER LDL-Cholesterinspiegel SEHR HOCH IST

    Wenn der LDL-Wert eines Patienten sehr hoch ist, leidet er dann an einer familiären Hypercholesterinämie mit variabler Penetranz?

    In diesem Fall befinden wir uns im Grunde in einer Diskussion über Sekundärprävention.

    Die Klassifizierung ist wichtig, da sie die Prognose und die optimale Behandlung bestimmt – sie muss in allen Fällen unter Verwendung des angegebenen Read-Codes erfasst werden.

    Statine und ihre Vorteile außerhalb des Herz-Kreislauf-Bereichs

    Statine könnten noch viele andere positive Wirkungen haben:

    Gefäßhemmende entzündungshemmende Wirkung

    Sie wirken gefäßhemmend und können beispielsweise Ihr Risiko einer Aufnahme auf die Intensivstation verringern, wenn Sie an Covid-19 erkrankt sind (bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ohne Statine erhöhte sich das Risiko, aber es war keine Rückkehr zum Mittelwert, sie waren von Vorteil).

    Anti-Krebs-Eigenschaften

    Die krebshemmenden Eigenschaften von Statinen wurden bei verschiedenen Krebsarten nachgewiesen. In einer großen dänischen Kohortenstudie wiesen Patienten, die Statine einnahmen, im Vergleich zu Patienten, die nie Statine eingenommen hatten, eine signifikant reduzierte krebsbedingte Sterblichkeit bei 13 verschiedenen Krebsarten auf, darunter auch Brustkrebs.

    Ein aktueller Fortschritt besteht darin, Statine als Verstärker von Antitumor-Immunreaktionen bei Krebs nachzuweisen.

    Fazit

    Die Mehrheit der Menschen in Großbritannien stirbt entweder an Krebs oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – da reicht es doch sicher, das Risiko für eine dieser Krankheiten zu senken! (PS: Sie reduzieren auch das Risiko einer Metastasierung.)

    WAS IST MIT MUSKELSCHMERZEN BEI DER EINNAHME VON STATINN?

    Muskelschmerzen sind etwas komplexer. Atorvastatin und Simvastatin sind lipophiler als Rosuvastatin und Pravastatin (benutzt heutzutage überhaupt noch jemand Pravastatin???), aber das scheint keine einfache Lösung für Muskelschmerzen zu sein … Rosuvastatin reicht völlig aus.

    In Wirklichkeit sollten Sie:

    1. Beginnen Sie immer mit Atorvastatin.

    • • 40 mg Primärprävention
    • • 80 mg Sekundärprävention

    2. Bei Muskelschmerzen CPK-Wert prüfen und stoppen.

    Wir sollten unbedingt den CPK-Wert überprüfen, denn bei einem erhöhten Wert sollte man die Statintherapie nicht wieder aufnehmen. Bei erhöhten Werten ist eine erneute Kontrolle nach 4–6 Wochen wichtig, da es Fälle gibt, in denen die erhöhten Werte nicht auf Statine zurückzuführen sind.

    3. Wenn der CPK-Wert akzeptabel ist, warten Sie 6-8 Wochen und beobachten Sie, ob die Schmerzen nachlassen.

    (Meistens macht es keinen Unterschied, da es ja von vornherein nie das Statin war.)

    Falls nicht, haben wir zwei Möglichkeiten:

    • Option A: Geben Sie das gleiche Statin wieder, aber steigern Sie die Dosis über einige Wochen bis zur vorherigen Dosis. Über 70 % der Patienten werden das vorherige Statin problemlos einnehmen können. Allerdings stößt dieser Vorschlag bei unseren Patienten aus Yorkshire meist auf wenig Gegenliebe, die dann oft auf ihre angelsächsischen Sprachkenntnisse zurückgreifen!
    • Option B: Geben Sie ihnen ein Statin aus der anderen Wirkstoffgruppe. Die meisten von uns in Großbritannien verwenden nur Atorvastatin und Rosuvastatin – das macht die Sache einfacher; wenn sie bereits Atorvastatin eingenommen haben, geben Sie ihnen Rosuvastatin und umgekehrt.
    Was ist mit Patienten, die aufgrund der Medienberichterstattung Statine ablehnen und stattdessen Pflanzensterine wie in Margarine ausprobieren möchten?

    Was aber, wenn der Patient aufgrund der übertriebenen negativen Berichterstattung in den Medien kein Statin einnehmen möchte? Oder was ist mit Patienten, die es zunächst selbst oder mit natürlicheren Mitteln wie Pflanzensterinen versuchen wollen?

    Primärpräventionseinrichtung

    Wenn jemand im Rahmen der Primärprävention seine Ernährung umstellen möchte, steht ihm das frei. Statine sind in der Primärprävention wissenschaftlich belegt, alles andere ist reine Augenwischerei – und im Falle von Pflanzensterinen, wie sie beispielsweise in Margarine und Joghurt vorkommen, sogar eine sehr teure!

    Die Lebensmittelindustrie hat aus dem Wunsch nach Cholesterinsenkung einen Millionenmarkt geschaffen. Studien haben gezeigt, dass Margarinen wie Benecol und Flora pro.activ den Anteil schädlicher Fette im Blut reduzieren können. Sie sind jedoch auch bis zu viermal so teuer wie herkömmliche Margarinen.

    Oft wird von einer 14-15%igen Reduzierung bereits nach vier Wochen gesprochen – aber nur, wenn die Patienten täglich so viel Brotaufstrich verwenden, dass es für vier Brotscheiben reicht!!!!

    Besserer Ansatz

    Wenn Menschen ihre Blutfettwerte im Rahmen der Primärprävention wirklich angehen wollen, tun sie gut daran, ihren Alkoholkonsum und den Konsum von raffinierten Kohlenhydraten die meiste Zeit einzuschränken.

    Sekundärprävention bei Patienten, die Statine noch nicht akzeptieren.

    Sekundärprävention ist schwieriger.

    • • Jeder vierte Mensch stirbt unmittelbar nach einem Herzinfarkt, und diese Situation verschlimmert sich wieder.
    • • Von denjenigen, die das akute Ereignis überleben, sterben fast alle an Gefäßereignissen.
    Die Realität

    Ihr gesamtes Gesundheitsrisiko liegt noch vor ihnen (sie sind ja noch nicht tot), und wenn Sie das Risiko verringern möchten, nehmen Sie die Tabletten und verbessern Sie Ihren Lebensstil. Ja, eine Lebensstiländerung reduziert das Risiko, aber das geschieht zusätzlich zur medikamentösen Behandlung.

    Wenn ein Patient sich gegen die Einnahme von Medikamenten entscheidet, ist das seine freie Entscheidung. Es ist jedoch wichtig, dass er versteht, dass sich sein Risiko für weitere Ereignisse dadurch erhöht hat. So einfach ist das.

    Die Analogie zur Splitterschutzweste

    Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt oder ein anderes kardiovaskuläres Ereignis erlitten haben, befinden Sie sich im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob Sie es wollen oder nicht, Sie sind mittendrin.

    Zu den Glücklichen zu gehören, die beispielsweise einen Herzinfarkt überlebt haben, ist ein bisschen so, als ob einen eine Kugel in den Arm getroffen hätte. Statine einzunehmen ist vergleichbar mit dem Tragen einer kugelsicheren Weste.

    Willst du es wirklich abnehmen, wohl wissend, dass weitere Kugeln auf dich zufliegen?

    PS: Eine Splitterschutzweste ist eine ärmellose Jacke aus schwerem, mit Metall oder Kevlar verstärktem Stoff, die zum Schutz vor Kugeln und Splittern getragen wird.

    9. Ramadan & Fastenhinweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    🌙 Kultursensible Herz-Kreislauf-Versorgung während des Ramadan
    RAMADAN UND FASTEN-TIPPS BEI HERZ-KREISLAUF-ERKRANKUNGEN

    Das Fasten ist für mündige, gesunde, erwachsene Muslime Pflicht, auch wenn es Ausnahmen gibt. Viele, die von der Fastenpflicht befreit werden könnten, möchten dennoch fasten. Dies sollte unbedingt respektiert werden. Es empfiehlt sich jedoch, 6–8 Wochen vor Ramadan mit der Planung zu beginnen, um unerwünschte Folgen wie z. B. eigenmächtige Anpassungen der Medikamenteneinnahme zu vermeiden.

    Über das Ramadan-Fasten

    Das Fasten im Ramadan dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und hat einen Zeitraum von 29 oder 30 Tagen. Es richtet sich nach dem Mondkalender und wird daher jedes Jahr um etwa 10 Tage vorverlegt.

    Fastende Menschen nehmen in der Regel zwei Mahlzeiten am Tag zu sich: oft eine kleinere Mahlzeit vor Sonnenaufgang (Suhoor) und eine größere nach Sonnenuntergang (Iftar). Tagsüber werden weder Flüssigkeiten noch Speisen aufgenommen. Dies schließt Wasser und die meisten Medikamente ein.

    Wer ist vom Fasten befreit?
    • • Akute oder chronische Erkrankung
    • • Reisende
    • • Schwanger/Stillend*
    • • Menstruationsblutung/Wochenbettblutung
    • • Kinder
    • • Psychisch krank/nicht geschäftsfähig

    *Übereinstimmung unter islamischen Gelehrten, dass es erlaubt ist, nicht zu fasten, wenn die Gefahr einer Schädigung der Mutter/des Kindes besteht.

    Zulässige Eingriffe/Medikamente
    • • Bluttests
    • • Impfungen
    • • Asthma-Inhalatoren*
    • • Ohrentropfen*
    • • Augentropfen
    • • Transdermale Pflaster

    Es gibt unterschiedliche Meinungen. Patienten sollten sich an ihren örtlichen Imam oder an BIMA wenden, um Rat einzuholen.

    Soll ich meinem Patienten raten, nicht zu fasten?

    BIMA verfügt über ein interaktives Ampelsystem, das dabei hilft, Patienten in die Kategorien niedriges/mittleres Risiko, hohes Risiko und sehr hohes Risiko einzuteilen. www.britishima.org/Ramadan-compendium in Kapitel 6.

    Patienten der beiden höheren Risikostufen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie „nicht fasten dürfen“ bzw. „nicht fasten sollten“. Erwägen Sie, diesen Patienten zu empfehlen, in den kürzeren Wintermonaten zu fasten. Sollten sie dennoch fasten wollen, überwachen Sie sie regelmäßig und weisen Sie sie darauf hin, dass sie im Falle von Nebenwirkungen bereit sein sollten, das Fasten zu brechen.

    SEHR HOHES RISIKO – DARF NICHT FASTEN
    • • Fortgeschrittene Herzinsuffizienz EF <35%
    • • Schwere pulmonale Hypertonie
    HOHES RISIKO – NICHT FASTEN
    • • Schlecht eingestellter Bluthochdruck
    • • Aktuelles ACS <6 Wochen
    • • HOCM
    • • Schwere Herzklappenerkrankung
    • • Schlecht kontrollierte Herzrhythmusstörungen
    • • Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
    GERINGES RISIKO – Individuelle Entscheidung
    • • Stabile Hypertonie
    • • Stabile Angina pectoris
    • • Leichte Herzinsuffizienz
    • • PPM (Permanenter Herzschrittmacher)
    • • SVT/AF

    Du schaffst das! 💪

    Merke: Man muss kein Kardiologe sein, um eine hervorragende Herz-Kreislauf-Versorgung zu leisten. Man muss lediglich wissen, wann Anlass zur Sorge besteht, wann eine Behandlung notwendig ist und wann eine Überweisung angebracht ist.

    Vertrauen Sie Ihren klinischen Fähigkeiten, nutzen Sie die verfügbaren Instrumente (QRISK3, BNP, EKG) und zögern Sie nicht, bei Bedarf Rat einzuholen. Jeder Patientenkontakt bietet die Chance, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen – und das ist ungemein wirkungsvoll.

    Gönn dir jetzt den wohlverdienten Kaffee ☕

    Letzte Aktualisierung: November 2025 | Basierend auf den neuesten Leitlinien von NICE, ESC und SIGN

    Von Hausarzt-Weiterbildungsteilnehmern für Hausarzt-Ausbilder – Kardiologie verständlich und praxisnah gestalten

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