Pädiatrischer Leitfaden für die klinische Praxis – Bradford VTS
⚠️
Aktualisierte Richtlinien 2026:
Die NICE-Leitlinie NG143 zu Fieber wurde mit einem überarbeiteten Ampelsystem aktualisiert. Die Erkennung der Kawasaki-Krankheit wurde verbessert (NG143, Änderung 2019). Die Sauerstoffsättigungsschwellenwerte bei Bronchiolitis wurden aktualisiert (NG9, August 2021). Neue gemeinsame Asthma-Leitlinien von BTS/NICE/SIGN (NG245, November 2024) mit früheren Empfehlungen zur MART-Therapie.
????

Klinischer Leitfaden für die Pädiatrie

Umfassendes klinisches Wissen für angehende Allgemeinmediziner – Bradford VTS-Stil

🍵

Teefreundliches Lernen

Leicht verdauliche Stücke, perfekt für Ihre Kaffeepause

Für angehende Allgemeinmediziner mit wenig Zeit

Kurzanleitungen und grundlegendes Wissen

🚩

Fokus auf rote Flaggen

Kritische Anzeichen und wann man sich Sorgen machen sollte, hervorgehoben

Datum der Aktualisierung: März 2026 | Richtlinien: NICE NG143 (2026), BTS/NICE/SIGN NG245 (November 2024)

📋 Zusammenfassung

🎯 Lernpunkte

  • Systematischer Beurteilungsansatz ABC + RED BURT
  • NICE Ampelsystem für Fieber bei Kindern unter 5 Jahren
  • Notfallmedikamentendosierungen und -protokolle
  • Warnzeichen für eine schwere Erkrankung
  • Sicherheitsnetze und wann man sie verweisen sollte
  • Beurteilung der normalen kindlichen Entwicklung und des Wachstums
  • Neugeborenenscreening und NIPE-Untersuchung
  • Impfpläne für Kinder

📊 Kurzinfo

  • Kinder = 20 % der britischen Bevölkerung
  • 30 % sind regelmäßige Besucher (≥ 4 Besuche/Jahr).
  • Ein durchschnittlicher Hausarzt behandelt 400 bis 600 Kinder pro Halbjahr.
  • Die meisten schweren Erkrankungen treten innerhalb von 5 Jahren auf.
  • Der Instinkt der Eltern ist meistens richtig – hört zu!
  • 90 % der Meningokokken-Erkrankungen treten innerhalb von 5 Jahren auf.
  • Fieberkrämpfe betreffen 3 % der Kinder

📥 Ressourcen & Downloads

Wichtige Ressourcen und Kurzanleitungen

Pfad: PÄDIATRIE

🧠 Kluge Häppchen: Essentielles Wissen für Kinder

Die Weisheiten, die Sie zu einem Kinderprofi machen werden

✅ Goldene Regeln

  • Hören Sie auf die Eltern: Sie kennen ihr Kind am besten – ihr Instinkt trügt sie in der Regel nicht.
  • Kinder können eintauchen und sich erholen: Das ist normal. Nicht normal ist es hingegen, wenn der Kurs einbricht und sich nicht wieder erholt.
  • Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Fragen Sie nach nassen Windeln – Warnsignal, wenn seit über 12 Stunden keine nassen Windeln da sind.
  • Widerstandsfähig gegen Untersuchungen? Aufmerksame, aktive Kinder wehren sich gegen die Untersuchung – andernfalls ein Warnsignal
  • Kommunikation: Sprechen Sie sowohl mit dem Kind als auch mit den Eltern – altersgerechte Kommunikation schafft Vertrauen.
  • ⚠️ Kinder verändern sich schnell! Kritischer Punkt: Die Pädiatrie ist gefährlich, weil es Kindern im einen Moment gut gehen kann und sich ihr Zustand im nächsten Moment rapide verschlechtern kann (und umgekehrt).

    Immer daran denken:
    • Geben Sie klare und eindeutige Hinweise zu Sicherheitsnetzen.
    • Schreiben Sie die Anweisungen auf, wenn die Informationen komplex sind.
    • Vertrauen Sie Ihrem Instinkt
    • Holen Sie sich im Zweifelsfall eine zweite Meinung ein.
    • Berücksichtigen Sie die Erwartungen und Bedenken der Eltern.

🧩 Gedächtnisstützen

ABC + RED BURT (Sick Child Assessment):

ABC: Wachheit, Atmung, Farbe | RED BURT: Reaktionsfähigkeit, Blickkontakt, Trinken, Atmung, Urinieren, Hautausschlag, Temperatur

SOCRATES (Schmerzbeurteilung):

Lokalisation, Beginn, Charakteristik, Ausstrahlung, Zusammenhänge, Zeitlicher Verlauf, Verschlimmernde Faktoren, Schweregrad

4 T's (Zyanotische Herzkrankheit):

Fallot-Tetralogie, Transposition, Trikuspidalatresie, Truncus arteriosus

NIPE-Prüfung:

Augen, Herz, Hüften, Hoden (männlich) – Körperliche Untersuchung von Neugeborenen und Säuglingen

🎯 Rahmenwerk für klinische Entscheidungsfindung

Rot-, Gelb- und Grün-Ansatz für klinische Entscheidungen in der Pädiatrie

Wichtige Erkenntnis von Dr. Edward Snelson (Facharzt für Kinderheilkunde): Die meisten Kinderkrankheiten sind zu dynamisch, als dass eine Momentaufnahme vollständig aussagekräftig wäre. Es geht nicht nur um den aktuellen Krankheitsverlauf, sondern darum, wie sich die Symptome verändern und wie man diese Information nutzt.

GGRÜNE Patienten

Einfache Handhabung – Klare Entscheidungsfindung

  • • Einfache virale Infektion der oberen Atemwege
  • • Wachsames Abwarten
  • • Angemessene Sicherheitsvorkehrungen
  • • Beruhigung der Eltern

RRED-Patienten

Einfach zu handhaben – Klare Handlungsanforderungen

  • • Merkmale der Meningitis
  • • Benzylpenicillin verabreichen
  • • Krankenwagen (Notrufnummer 999)
  • • Sofortige Aufnahme

AAMBER-Patienten

Komplexe Entscheidungen – erfordern sorgfältiges Nachdenken

  • • Nicht ganz grün, nicht ganz rot
  • • Krankheitsverlauf berücksichtigen
  • • Mehrere Managementoptionen
  • • Wo die Komplexität liegt

Wichtige Entscheidungsfaktoren:

  • Elterliches Vertrauen: Können sie eine angemessene Neubewertung beantragen?
  • Bedenken hinsichtlich des Kindeswohls: Gibt es Probleme im Zusammenhang mit dem Kinderschutz?
  • Physiologische Parameter: Muss eine Verbesserung dokumentiert werden (insbesondere der Herzfrequenz)?
  • zweite Meinung: Würde die Beurteilung durch einen anderen Arzt einen Mehrwert bieten?
  • Sicherheitsnetz: Eltern sollen befähigt werden, dynamische und kontinuierliche Beurteilungen vorzunehmen.

Denken Sie daran: Kinder verändern sich schnell! Die Pädiatrie birgt Risiken, da sich der Zustand von Kindern im einen Moment noch gut und im nächsten Moment rapide verschlechtern kann (und umgekehrt). Geben Sie daher stets klare und verständliche Sicherheitshinweise. Schreiben Sie diese auf, wenn sie komplex sind.

🍼 Richtlinien zur Säuglingsernährung

Essenzielle Fütterungsmuster und -mengen für eine gesunde Säuglingsentwicklung

Grundprinzip: Mit zunehmendem Alter gewöhnen sich Babys an vorhersehbarere Fütterungszeiten und schlafen nachts länger ohne Nahrung.

AlterVolumen pro FütterungFrequenzNotizen
Die ersten paar Tage1.5-3 oz (45-90 ml)Alle 2-3 StundenKleine, häufige Fütterungen
Über 2 Monate4-5 oz (120-150 ml)Alle 3-4 StundenEtablierung einer Routine
Über 4 Monate4-6 oz (120-180 ml)Bei jeder FütterungVorhersagbareres Muster
Über 6 Monate6-8 oz (180-230 ml)4-5-Zeiten pro TagDie Entwöhnung kann beginnen

✅ Anzeichen für ausreichende Fütterung:

  • • Regelmäßig nasse Windeln (mindestens 6 pro Tag ab dem 5. Tag)
  • • Stetige Gewichtszunahme
  • • Inhalte zwischen Feeds
  • • Wach und aktiv im Wachzustand
  • • Gute Hautfarbe und -farbe

🚩 Warnsignale – Fütterungsprobleme:

  • • Keine nasse Windel für mehr als 12 Stunden
  • • Schlechte Nahrungsaufnahme oder Nahrungsverweigerung
  • • Übermäßiger Gewichtsverlust (>10 % des Geburtsgewichts)
  • • Lethargisch oder schwer zu wecken
  • • Anhaltendes Erbrechen
  • • Anzeichen von Dehydrierung

Wichtige Geschichtsfragen:

  • • „Wie läuft die Fütterung?“ – Offene Frage zuerst
  • • „Wie viel nehmen sie?“ – Konkrete Mengen
  • • „Wie oft füttern sie?“ – Häufigkeitsmuster
  • • „Wann hatten sie zuletzt eine nasse Windel?“ – Hydratationsstatus
  • • „Gab es Erbrechen oder Aufstoßen von Nahrung?“ – Nahrungsretention
  • • „Wie geht es ihnen zwischen den Fütterungen?“ – Zufriedenheit
„Man muss kein Kinderarzt sein, um eine hervorragende pädiatrische Versorgung zu gewährleisten. Man muss lediglich wissen, wann Anlass zur Sorge besteht, wann eine Behandlung notwendig ist und wann eine Überweisung angebracht ist. Den meisten Kindern geht es mit der Zeit, liebevoller Zuwendung und angemessenen Sicherheitsvorkehrungen wieder besser. Vertrauen Sie Ihrem klinischen Urteilsvermögen, hören Sie den Eltern zu und scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf Rat einzuholen.“
— Bradford VTS Klinischer Leitfaden

👶 Das normale Kind

Referenz zu Entwicklung, Immunisierung und klinischen Verfahren

👶 Das normale Kind

Normale Entwicklung, Wachstum und Verhalten verstehen

Grundprinzip:

Die normale Entwicklung verläuft nicht immer gleichmäßig. Konzentrieren Sie sich auf das Gesamtbild und den Verlauf, nicht auf einzelne Verzögerungen. Die Besorgnis der Eltern ist stets groß.

🧠 Beurteilung der kindlichen Entwicklung und des Wachstums

Normale Entwicklung, Wachstumsüberwachung und wann Anlass zur Sorge besteht

Entwicklungsmeilensteine
AlterGrobmotorikFeinmotorik und SehvermögenSprechen & HörenSoziales & Persönliches
6 WochenHält den Kopf im Liegen kurzzeitig hoch.Folgt Gesicht/hellem ObjektGurren und GlucksenSoziales Lächeln
3 MonateGute Kopfkontrolle beim HaltenHält die Rassel kurz fest, wenn sie in die Hand gelegt wird.Plappert, lachtLacht und quietscht vor Vergnügen
6 MonateSitzt mit Unterstützung, rolltÜbergibt Gegenstände von einer Hand an die andereDoppelsilben (Mama, Dada – ohne Bedeutung)Fremdenbewusstsein beginnt
9 MonateSitzt ohne Unterstützung, kriechtEntwicklung des ZangengriffsSagt Mama/Dada mit BedeutungWinkt zum Abschied, spielt Verstecken
12 MonateSpaziergänge mit Unterstützung (Kreuzfahrten)Sauberer ZangengriffErste Wörter (2-3 Wörter)Gemeinsame Interessensgebiete
18 MonateGeht selbstständig, läuftTurm aus 3 Blöcken, Kritzeleien10-20 Wörter, versteht einfache BefehleSymbolisches Spiel (füttert die Puppe)
2 JahreLäuft gut, schießt den Ball, springt.Turm aus 6 Blöcken, kreisförmiges GekritzelMehr als 50 Wörter, 2-Wort-SätzeParallelspiel, Wutanfälle
3 JahreDreirad mit Pedalen, steht auf einem FußKopiert einen Kreis, benutzt eine SchereSätze, stellt FragenGruppenspiele, stubenrein
🚩 Warnzeichen für Entwicklungsverzögerungen:

Motorentwicklung:

  • • Nicht sitzend innerhalb von 12 Monaten
  • • Kann mit 18 Monaten noch nicht laufen
  • • Verlust zuvor erworbener Fähigkeiten
  • • Anhaltende primitive Reflexe
  • • Deutliche Asymmetrie

Sprache & Sprechen:

  • • Kein Gebrabbel mit 12 Monaten
  • • Bis zum 18. Monat keine Worte.
  • • Keine Zwei-Wort-Sätze mehr bis zum Alter von 2 Jahren
  • • Sprache, die von Fremden im Alter von 3 Jahren nicht verstanden wird
  • • Rückschritt bei den Sprachkenntnissen
📈 Wachstumsbeurteilung:

Normale Wachstumsmuster:

  • Geburtsgewicht: Innerhalb von 10-14 Tagen wiedererlangt
  • 0-3 Monate: 150-200 g/Woche
  • 3-6 Monate: 100-150 g/Woche
  • 6-12 Monate: 70-90 g/Woche
  • 1-2 Jahre: 2-3 kg/Jahr
  • 2. Pubertät: 2 kg/Jahr

Stagnierendes Wachstum:

Definition: Anhaltender Abfall um 2 Perzentilplätze über 2 Gewichtsintervalle auf der WHO-Wachstumskurve

🔍 Neugeborenen-Screening

Neugeborenenblutfleck (Guthrie):
  • • Tag 5-8 des Lebens
  • • PKU (Phenylketonurie)
  • • Angeborene Hypothyreose
  • • Mukoviszidose
  • • Sichelzellenanämie
  • • MCADD (Stoffwechselstörung)
Hörscreening:
  • • Innerhalb der ersten Wochen
  • • Automatisierte otoakustische Emissionen (AOAE)
  • • Automatisierte auditorische Hirnstammreaktion (AABR)
  • • Weiterleiten, falls die Antwort nicht eindeutig ist
NIPE-Prüfung:
  • • Innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt
  • • Augen (Katarakte, roter Reflex)
  • • Herz (Herzgeräusche, Puls)
  • • Hüften (Entwicklungsdysplasie)
  • • Hoden (nicht abgestiegen)

🧠 Emotionale und psychologische Entwicklung

AlterNormales VerhaltenGemeinsame BedenkenWann man sich Sorgen machen sollte
0-6 MonateDas Schreien erreicht seinen Höhepunkt in der 6. Woche und lässt nach 3-4 Monaten nach.Koliken, SchlafstörungenKein soziales Lächeln nach 8 Wochen
6-12 MonateFremdenangst, TrennungsangstSchlafregression, FütterungsproblemeKein Gebrabbel mit 12 Monaten
1-2 JahreWutanfälle, Negativismus, ParallelspielToilettentraining, VerhaltenBis zum 18. Monat keine Worte.
2-5 JahreFantasiespiel, Fragen, ÄngsteVerhaltens- und SchlafproblemeKein Rollenspiel ab 3 Jahren

💉 Impfkalender für Großbritannien 2026

Aktuelles britisches Kinderimpfprogramm

Primärer Zeitplan:

AlterImpfstoffeKrankheiten, vor denen geschützt wird
8 Wochen6-in-1 (DTaP/IPV/Hib/HepB)
Pneumokokken (PCV13)
Rotavirus
MenB
Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib, Hepatitis B, Pneumokokken-Erkrankung, Rotavirus, Meningokokken-B-Infektion
12 Wochen6-in-1 (2. Dosis)
Rotavirus (2. Dosis)
Wie oben
16 Wochen6-in-1 (3. Dosis)
Pneumokokken (2. Dosis)
MenB (2. Dosis)
Wie oben
1 JahrHib/MenC
MMR
Pneumokokken (3. Dosis)
MenB (3. Dosis)
Hib, Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken, Meningokokken B
2-10 JahreGrippe (jährlich)Saisonale Grippe
3 Jahren 4 Monaten4-in-1 (DTaP/IPV)
MMR (2. Dosis)
Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln
12-13 Jahre (Mädchen)HPV (2 Dosen)Humanes Papillomavirus
14 Jahre3-in-1 (Td/IPV)
MenACWY
Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Meningokokken ACWY

Verwaltung und Sicherheit

Administration:
  • • Identität und Einwilligung prüfen
  • • Anterolateraler Oberschenkel (<1 Jahr)
  • • Deltamuskel (>1 Jahr)
  • • Unterschiedliche Standorte für mehrere Impfstoffe
  • • Chargennummern aufzeichnen
  • • 15 Minuten lang beobachten.
Gegenanzeigen:
  • • Schwere Immunschwäche
  • • Vorherige schwere Reaktion
  • • Akute fieberhafte Erkrankung
  • • Schwangerschaft (Lebendimpfstoffe)
  • • Aktuelle Immunglobulin-Impfung (MMR)
Unerwünschte Ereignisse:
  • • Lokale Reaktionen sind häufig
  • • Fieber, Reizbarkeit
  • • Anaphylaxie selten (1:1,000,000)
  • • Melden Sie schwerwiegende Ereignisse der MHRA.
  • • Halten Sie die Reanimationsausrüstung bereit.

🩺 Pädiatrische Eingriffe

Gängige Verfahren und Messungen bei Kindern

Wachstumsmessungen:

  • • Gewicht: elektronische Waage, wenn möglich nackt
  • • Dauer: <2 Jahre im Liegen, >2 Jahre im Stehen
  • • Kopfumfang: größter okzipitofrontaler
  • • In geeigneten Wachstumskurven eintragen
  • • Bei Frühgeburt das korrigierte Alter berücksichtigen
  • • Achten Sie auf sich kreuzende Perzentilen.

Venenpunktion bei Kindern:

  • • Lokalanästhetikum verwenden (EMLA, Ametop)
  • • Ablenkungstechniken
  • • Angemessene Fixierung/Positionierung
  • • Schmetterlingsnadeln in Betracht ziehen
  • • Ellenbeuge, Handrücken
  • • Belohnung nach dem Eingriff

Urinsammlung:

  • • Sauberer Fang (bevorzugt)
  • • Urinauffangkissen
  • • Katheterprobe (falls dringend)
  • • Suprapubische Aspiration (Spezialist)
  • • Vermeiden Sie Beutelproben für die Kultur
  • • Bearbeitung innerhalb von 4 Stunden

🩺 Klinische Angelegenheiten

Das nötige klinische Fachwissen

Die 10-Sekunden-Türöffnungsbewertung

Bevor Sie das Kind berühren, beachten Sie bitte schnell vier Dinge:

1

Interaktion mit der Umwelt

Fragen Sie sich:

• Ist das Kind aufmerksam und schaut es sich um?

• Verfolgen sie Bewegungen oder erkennen sie die Eltern?

• Spielen sie oder unterhalten sie sich?

⚠️ Warnsignale: ausdrucksloses Starren, fehlende Interaktion, schwer zu wecken

2

Aktivität und Tonfall

Normales Kind:

• Aufrechtes Sitzen, Bewegung der Gliedmaßen

• Nach Spielzeug greifen

• Guter Muskeltonus

⚠️ Warnsignale: schlaff, regungslos liegend, schlaff beim Hochheben, bewegt sich kaum

3

Atemarbeit

Suchen:

• Tachypnoe

• Subkostale/interkostale Rezession

• Nasenflügeln, Grunzen

• Kopfnicken (bei Säuglingen)

⚠️ Jedes dieser Symptome → potenzielle Atemnot

4

Farbe und Zirkulation

Ansehen:

• Hautfarbe

• Lippen

• Hände und Füße

⚠️ Warnzeichen: blasse, gefleckte, zyanotische, aschfahlfarbene Haut

💡 Wichtig: Diese vier Beobachtungen können innerhalb von Sekunden aus der Ferne durchgeführt werden und geben Ihnen sofortigen Einblick in den Zustand des Kindes, noch bevor eine körperliche Untersuchung erfolgt.

Strukturierter Ansatz: ABC + RED BURT

Ein einfacher, zweistufiger, strukturierter Ansatz zur Erkennung kranker Kinder in der Primärversorgung:

1

ABC-Türprüfung (5 Sekunden)

Bevor Sie das Kind untersuchen, beobachten Sie kurz Folgendes:

A
Wachheit

Bewusstseinszustand und Tonfall

⚠️ Schläfrig, schlaff, schwer zu wecken

B
Atmen

Atemarbeit

⚠️ Zurückweichen der Nasenflügel, Nasenflügeln, Grunzen, Tachypnoe

C
Farboptionen

Hautdurchblutung und Sauerstoffversorgung

⚠️ Blass, gefleckt, cyanosiert

2

RED BURT Check

Strukturierte Beurteilung der wichtigsten klinischen Bereiche:

R
Reaktionsfähigkeit/Verhalten

Verspielt oder unglücklich? Interessiert an Spielzeug, Umgebung, Stethoskop? Schlaffe oder desinteressierte Kinder geben Anlass zur Sorge.

E
Eye Contact

Engagierter vs. leerer Blick. Guter Augenkontakt wirkt beruhigend.

D
Alkohol

Trinken Sie normal? Wenn man etwa 8-12 Stunden lang nichts trinkt, ist das besorgniserregend (besonders bei Säuglingen).

B
Atmen

Anzeichen von Atemnot wie Einziehungen oder Nasenflügeln.

U
Urinausstoß

Nasse Windeln/Urinausscheidung? Trockene Windeln für ca. 12 Stunden oder eine deutlich reduzierte Urinausscheidung sind besorgniserregend.

R
Ausschlag

Insbesondere bei nicht wegdrückbarem Ausschlag - mit dem Glastest prüfen.

T
Temperatur

Fieber oder Unterkühlung – beides kann besorgniserregend sein.

💎 Klinische Tipps & Wichtige Regeln

Regel der fiebrigen Drittel

Zur Vorhersage zukünftiger Fieberkrämpfe bei einem Kind, das bereits einen hatte:

  • 1/3 Werde bei zukünftigen fieberhaften Erkrankungen keine weiteren mehr haben.
  • 1/3 Wird noch einen Fieberkrampf erleiden
  • 1/3 Wird in Zukunft wiederholt an Krankheiten leiden
Verfügbarkeitsbias vermeiden

Definition: Die Tendenz, sich bei Entscheidungen auf Informationen zu stützen, die einem spontan einfallen.

In der Pädiatrie: Ja, die meisten Kinder mit Husten haben Virusinfektionen und erholen sich gut. Lassen Sie sich davon aber nicht in Ihrer Beurteilung trüben – Ihre Aufgabe ist es, den Zustand des Kindes zu beurteilen.

Kinder verändern sich schnell!

Kritischer Punkt: Die Pädiatrie ist gefährlich, weil es Kindern im einen Moment gut gehen kann und sich ihr Zustand im nächsten Moment rapide verschlechtern kann (und umgekehrt).

Denken Sie immer daran: Geben Sie klare und eindeutige Hinweise zu Sicherheitsvorkehrungen. Schreiben Sie die Anweisungen auf, wenn die Informationen komplex sind.

Arbeitsbelastungsstatistik für Hausärzte
  • • Kinder machen etwa 20 % der britischen Bevölkerung aus.
  • • Die klinische Arbeitsbelastung stieg in weniger als 5 Jahren um 9 % (2007–2014).
  • • Etwa 25 % der Patienten unter 18 Jahren suchen jährlich einen Hausarzt auf.
  • • Ein durchschnittlicher Hausarzt behandelt 400-600 Kinder pro Halbjahr.
  • • 30 % der Kinder kommen regelmäßig (≥ 4 Besuche/Jahr).

📋 Geschichte & Untersuchung

Schlüsselprinzipien:

  • • Eine gute Beziehung sowohl zum Kind als auch zu den Eltern aufbauen
  • • Altersgerechte Kommunikation
  • • Vor dem Berühren beobachten
  • • Ablenkungstechniken anwenden
  • • Die Bedenken der Eltern anhören

Tipps zur Geschichtsforschung:

Eröffnungsfragen:
  • • "Was bereitet Ihnen Sorgen?"
  • • „Wie geht es [Name des Kindes]?“
  • • "Erzählen Sie mir von dem Problem"
Fragen zu Warnsignalen:
  • • "Haben Sie Atembeschwerden?"
  • • „Gibt es Ausschlag, der nicht abklingt?“
  • • „Gibt es irgendwelche Anfälle oder komische Wendungen?“
  • • "Essen und trinken Sie normal?"

🚦 NICE Ampelsystem

Bei Fieber bei Kindern unter 5 Jahren (NICE NG143 - Aktualisiert 2026)

GGRÜN – Geringes Risiko

  • • Normale Farbe von Haut, Lippen und Zunge
  • • Reagiert normal auf soziale Signale
  • • Zufriedenheit/Lächeln
  • • Bleibt wach oder wacht schnell auf
  • • Starkes normales Schreien/kein Schreien
  • • Normale Haut und Augen
  • • Feuchte Schleimhäute

Management: Häusliche Pflege mit Sicherheitsnetz

AAMBER – Mittleres Risiko

  • • Blässe der Haut, der Lippen oder der Zunge
  • • Nicht normal auf soziale Signale reagieren
  • • Wacht nur bei längerer Stimulation auf
  • • Verminderte Aktivität
  • • Nasenflügeln
  • • Tachypnoe (>50 Atemzüge/min im Alter von 6-12 Monaten, >40 Atemzüge/min im Alter von >12 Monaten)
  • • Sauerstoffsättigung ≤95% in Luft
  • • Knistergeräusche in der Brust
  • • Tachykardie (>160 Schläge/min im Alter von 6-12 Monaten, >150 Schläge/min im Alter von 12-24 Monaten, >140 Schläge/min im Alter von 2-5 Jahren)
  • • CRT ≥3 Sekunden
  • • Trockene Schleimhäute
  • • Mangelernährung bei Säuglingen
  • • Verminderte Urinausscheidung
  • • Strapazen
  • • Alter 3-6 Monate, Temperatur ≥39°C
  • • Fieber seit ≥5 Tagen
  • • Schwellung einer Gliedmaße oder eines Gelenks
  • • Nicht belastende/nicht benutzte Extremität
  • • Ein neuer Knoten >2 cm

Management: Sicherheitsnetz bereitstellen oder zur pädiatrischen Beurteilung überweisen

RROT – Hohes Risiko

  • • Blasse/fleckige/aschgraue/blaue Haut, Lippen oder Zunge
  • • Keine Reaktion auf soziale Signale
  • • Macht gegenüber einem Arzt oder einer Ärztin einen kranken Eindruck.
  • • Wacht nicht auf oder bleibt, falls geweckt, nicht wach.
  • • Schwacher, hoher oder anhaltender Schrei
  • • Grunzen
  • • Tachypnoe (>60 Atemzüge/min)
  • • Mäßige bis schwere Einziehungen der Brustwand
  • • Verminderter Hautturgor
  • • Alter <3 Monate, Temperatur ≥38°C
  • • Nicht wegdrückbarer Hautausschlag
  • • Vorgewölbte Fontanelle
  • • Nackensteifigkeit
  • • Status epilepticus
  • • Fokale neurologische Anzeichen
  • • Fokale Anfälle
  • • Gallenhaltiges Erbrechen

Vorgehen: Dringende Überweisung an einen Kinderfacharzt

🚨 Pädiatrische Notfälle

Klinische Merkmale:

  • • Nicht wegdrückbarer Ausschlag (spätes Anzeichen)
  • • Fieber und Schüttelfrost
  • • Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit
  • • Nackensteifigkeit (kann bei Säuglingen fehlen)
  • • verändertes Bewusstsein
  • • Erbrechen
  • • Reizbarkeit, schrilles Schreien
  • • Vorwölbung der Fontanelle (bei Säuglingen)
  • • Kalte Hände und Füße
  • • Schnelle Atmung

Notfallmanagement:

  1. 1. Benzylpenicillin i.m./i.v. sofort (Verzögern Sie keine Ermittlungen)
  2. 2. Rufen Sie den Notruf 999 (Krankenwagen).
  3. 3. Das aufnehmende Krankenhaus informieren.
  4. 4. Atemwege, Atmung und Kreislauf unterstützen.
  5. 5. Zeitpunkt der Antibiotikagabe dokumentieren.

Benzylpenicillin-Dosierungen:

AlterdosierenRoute
<1 Monat300mgIM/IV
1-11 Monate600mgIM/IV
1-9 Jahre1.2 gIM/IV
≥10 Jahre1.2 gIM/IV

Anerkennung:

  • • Plötzliches Auftreten von Symptomen
  • • Atemwege: Schwellung von Rachen und Zunge
  • • Atmung: Keuchen, Stridor, Zyanose
  • • Kreislauf: Tachykardie, Hypotonie, Kollaps
  • • Behinderung: Verwirrtheit, Unruhe
  • • Exposition: Urtikaria, Angioödem

Notfallmanagement:

  1. 1. Auslöser nach Möglichkeit entfernen
  2. 2. Rufen Sie die Notrufnummer (999) an.
  3. 3. Adrenalin i.m. (anterolateraler Oberschenkel)
  4. 4. Hochdurchfluss-Sauerstoff
  5. 5. Intravenöse Flüssigkeitsgabe bei Hypotonie
  6. 6. Eine zweite Adrenalindosis sollte nach 5 Minuten erwogen werden.

Adrenalindosen (1:1000):

AlterdosierenBand (1:1000)
<6 Monate150-Mikrogramm0.15 ml
6 Monate-6 Jahre150-Mikrogramm0.15 ml
6-12 Jahre300-Mikrogramm0.3 ml
> 12 Jahre500-Mikrogramm0.5 ml

Definition des Status epilepticus:

Anfall mit einer Dauer von mehr als 5 Minuten ODER wiederkehrende Anfälle ohne vollständige Erholung zwischen den Episoden

Notfallmanagement:

  1. 1. Sicherheit gewährleisten, Atemwege schützen
  2. 2. Hochdurchfluss-Sauerstoff
  3. 3. Blutzucker messen
  4. 4. Bei einem Anfall von mehr als 5 Minuten: Midazolam bukkal oder Diazepam rektal
  5. 5. Wählen Sie 999, wenn es sich um den ersten Anfall handelt, dieser länger anhält oder keine Besserung eintritt.
  6. 6. Intravenösen Zugang und weitere Antikonvulsiva in Betracht ziehen.

Antikonvulsiva-Dosen:

MedikamentAlter/GewichtdosierenRoute
Midazolam1-5 Jahre5mgBukkal
5-10 Jahre7.5mgBukkal
10-18 Jahre10mgBukkal
Jedes Alter0.5 mg/kg (max. 20 mg)IV
Diazepam1 Monat bis 2 Jahre5mgRektal
2-12 Jahre5-10mgRektal
12-18 Jahre10-20mgRektal

Merkmale von schwerem Asthma:

  • • Kann keine vollständigen Sätze
  • • Puls >125/min (>5 Jahre) oder >140/min (2-5 Jahre)
  • • Atemfrequenz >30/min (>5 Jahre) oder >40/min (2-5 Jahre)
  • • Einsatz der Hilfsmuskulatur
  • • Maximaler Durchfluss 33-50 % des besten oder vorhergesagten Wertes

Lebensbedrohliches Asthma:

  • • Stille Atemgeräusche, Zyanose, schwache Atemarbeit
  • • Niedriger Blutdruck, Erschöpfung, Verwirrtheit
  • • Spitzenfluss <33 % des besten oder vorhergesagten Wertes
  • • SpO2 <92%

Notfallbehandlung:

  1. 1. Hochdurchfluss-Sauerstoff
  2. 2. Salbutamol-Vernebler 2.5–5 mg
  3. 3. Prednisolon 1–2 mg/kg (max. 40 mg) oral
  4. 4. Bei schweren Fällen: 250 Mikrogramm Ipratropium als Inhalation.
  5. 5. Erwägen Sie die intravenöse Gabe von Salbutamol oder Aminophyllin.
  6. 6. Rufen Sie frühzeitig die Hilfe älterer Menschen an.

🦠 Kinderinfektionen

Häufige virale Exantheme

AnforderungenIncubationBeschreibung des AusschlagsAndere EigenschaftenKomplikationen
Masern10-14 TageMakulopapulös, beginnt hinter den Ohren und breitet sich nach unten ausKoplikflecken, Husten, Bindehautentzündung, FieberLungenentzündung, Enzephalitis
Röteln14-21 TageFeine rosafarbene makulopapulöse Pusteln, vom Gesicht bis zum KörperLymphadenopathie, leichtes FieberAngeborenes Röteln-Syndrom
Windpocken10-21 TageVesikulär, Getreide, verschiedene StadienFieber, Unwohlsein, JuckreizSekundäre bakterielle Infektion
Fünfte Krankheit4-20 TageOhrfeige, netzartiger Ausschlag an den GliedmaßenLeichtes Fieber, KopfschmerzenAplastische Krise bei Sichelzellanämie
Rosola5-15 TageRosafarbene makulopapulöse Läsion nach Abklingen des FiebersHohes Fieber 3-4 Tage, dann HautausschlagFieberkrämpfe
Hand-, Fuß- und Mundkrankheit3-7 TageBläschen an Handflächen, Fußsohlen, MundFieber, Halsschmerzen, UnwohlseinDehydratation, virale Meningitis

Spezifische Infektionen

Kawasaki-Krankheit:

Kriterien (≥5 Tage Fieber plus ≥4 der folgenden Kriterien):

  • • Beidseitige Bindehautinjektion
  • • Veränderungen der Mundschleimhaut
  • • Veränderungen der peripheren Extremitäten
  • • Polymorpher Hautausschlag
  • • Zervikale Lymphadenopathie

⚠️ Risiko von Koronararterienaneurysmen

Henoch-Schönlein-Purpura:
  • • Tastbarer purpurfarbener Ausschlag (Gesäß, Beine)
  • • Arthritis (Knie, Sprunggelenke)
  • • Bauchschmerzen, Magen-Darm-Blutungen
  • • Nephritis (Hämaturie, Proteinurie)

Blutdruck und Urin über 6 Monate überwachen

🩸 Nierenbeteiligung:

  • • Etwa 30-50 % Bei den meisten Kindern mit HSP kommt es zu einer Nierenbeteiligung unterschiedlichen Ausmaßes.
  • • Mikroskopische Hämaturie ± Proteinurie ist die häufigste Manifestation
  • • Die Mehrzahl (>95 %) heilt ohne Langzeitfolgen aus.
  • • Allerdings kann es bei etwa 1 % der Patienten zu einer schweren Nephritis kommen, die zu einer chronischen Nierenerkrankung fortschreitet.

🩺 Warum sollte man den Blutdruck messen?

  • • Eine Nierenbeteiligung bei HSP kann verursachen Hypertonie als Anzeichen einer Nephritis oder eines nephrotischen Syndroms
  • • Bluthochdruck deutet auf eine erhebliche Nierenentzündung hin, die eine dringende Untersuchung erfordert.
  • • Erhöhter Blutdruck kann das erste Anzeichen dafür sein, dass eine Nierenerkrankung schwerwiegender ist als zunächst angenommen.
  • • Bei der Vorstellung im Urin und anschließend alle 2-4 Wochen über einen Zeitraum von 6 Monaten sollte ein Urinteststreifen auf Blut und Eiweiß durchgeführt werden.
Scharlach:
  • • Sandpapierartiger Ausschlag
  • • Erdbeerzunge
  • • Fieber, Halsschmerzen
  • • Ringblässe

Behandlung: Penicillin V 10 Tage

🫁 Häufige akute Erkrankungen

Diagnose (BTS/NICE/SIGN NG245 2024):

  • • Wiederkehrendes Keuchen, Husten, Atemnot
  • • Symptome verschlimmern sich nachts/frühmorgens
  • • Ausgelöst durch körperliche Anstrengung, Allergene, Virusinfektionen
  • • Familiäre Vorbelastung mit Asthma/Atopie
  • • Ansprechen auf Bronchodilatatoren

Management (Aktualisiert 2024):

  1. 1. Schritt 1: SABA nach Bedarf
  2. 2. Schritt 2: Niedrig dosierte ICS oder MART (Erhaltungs- und Bedarfstherapie)
  3. 3. Schritt 3: MART oder ICS + LABA
  4. 4. Schritt 4: Mitteldosierte ICS + LABA ± LTRA
  5. 5. Schritt 5: Hochdosierte ICS + zusätzliche Therapien

Neu ab 2024: Frühere Einführung der MART-Therapie

Präsentation:

  • • Polyurie, Polydipsie, Polyphagie
  • • Gewichtsverlust, Müdigkeit
  • • Wiederkehrende Infektionen
  • • DKA: Erbrechen, Dehydratation, Kussmaul-Atmung

Diagnose:

  • • Blutzuckerwert >11.1 mmol/L + Symptome
  • • Nüchternblutzucker >7.0 mmol/L
  • • HbA1c >48 mmol/mol (6.5 %)
  • • Ketone im Blut/Urin

Notfallmanagement bei diabetischer Ketoazidose:

  1. 1. Intravenöse Flüssigkeitszufuhr (0.9%ige Kochsalzlösung)
  2. 2. Insulininfusion (0.1 Einheiten/kg/Stunde)
  3. 3. Kaliumersatz
  4. 4. Glukose, Ketone und pH-Wert überwachen
  5. 5. Dringende pädiatrische Überweisung

Vergleichstabelle:

FunktionBronchiolitisKruppe
Alter<2 Jahre (Spitzenwert 2-6 Monate)6 Monate - 6 Jahre (Spitzenwert 1-2 Jahre)
VerursachenRSV (am häufigsten), ParainfluenzaParainfluenza, RSV, Rhinovirus
SiteKleine Atemwege (Bronchiolen)Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien
HustenAnhaltend, trockenBellend, robbenartig
StridorAbwesendInspiratorischer Stridor
KeuchenFeines exspiratorisches KeuchenNormalerweise nicht vorhanden
StimmeNormalHeiser
FieberGeringfügig oder nicht vorhandenLeichtes Fieber
Nachts schlimmerKein bestimmtes MusterJa, die Symptome verschlimmern sich nachts.

Bronchiolitis-Management (NICE NG9 - Aktualisiert 2021):

  • • Unterstützende Pflege (am wichtigsten)
  • • Für ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • • Sauerstoffgabe bei SpO2 <92% (aktualisierter Schwellenwert)
  • • Antibiotika nur bei sekundärer bakterieller Infektion
  • • Keine routinemäßige Anwendung von Bronchodilatatoren oder Steroiden

Kruppmanagement:

  • • Mild: unterstützende Pflege, Dampfinhalation
  • • Mittelgradig/Schwer: orales Dexamethason 0.15 mg/kg
  • • Schwerwiegend: Vernebelung von Adrenalin + Dexamethason
  • • Krankenhausaufenthalt bei Stridor in Ruhe, schwere Atemnot

Key Facts:

  • • Alter 6 Monate - 5 Jahre, Temperatur >38°C
  • • Üblicherweise generalisiert, <15 Minuten
  • • Einfach vs. komplex
  • • Rückfallrisiko 30 %
  • • Elternbildung wichtig

Einfach vs. Komplex:

FunktionEinfacherComplex
Dauer<15 Minuten> 15 Minuten
TypVerallgemeinertFokale oder multiple
Häufigkeit (24h)EinzelfolgeWiederholt sich innerhalb von 24 Stunden
Postiktales DefizitNeinKann vorhanden sein

Regel der fiebrigen Drittel:

  • 1/3 Ich werde keine Fieberkrämpfe mehr haben.
  • 1/3 Wird noch einen Fieberkrampf erleiden
  • 1/3 Wird in Zukunft wiederholt an fieberhaften Erkrankungen leiden

Management & Beratung:

  • • Eltern beruhigen – in der Regel selbstlimitierend
  • • Erster Fieberkrampf → Einweisung zur Abklärung einer Meningitis
  • • Komplexer Fieberkrampf → immer überweisen
  • • Paracetamol/Ibuprofen zur Linderung von Fieber, nicht erwiesen zur Verhinderung eines erneuten Auftretens.
  • • Eltern aufklären: Stabile Seitenlage, nicht fixieren, Anfallsdauer messen, bei >5 Minuten den Notruf (999) wählen.
  • • Das langfristige Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist leicht erhöht (ca. 2-5 % gegenüber 1 % im Hintergrund).

🤱 Bauchschmerzen bei Kindern

🚨 Warnsignale – Dringende Überweisung erforderlich:

  • • Gallenhaltiges Erbrechen
  • • Anzeichen einer Darmobstruktion
  • • Schwere Dehydration
  • • Anzeichen einer Peritonitis
  • • Tastbare Masse
  • • Hodenschmerzen/Hodenschwellung
  • • Nicht wegdrückbarer Hautausschlag

Altersspezifische Ursachen

Kleinkinder (0-2 Jahre):
  • • Kolik
  • • Invagination
  • • Pylorusstenose
  • • Eingeklemmter Leistenbruch
  • • Hodentorsion
  • • Harnwegsinfektion
Vorschule (2-5 Jahre):
  • • Virale Gastroenteritis
  • • Verstopfung
  • • Harnwegsinfektion
  • • Blinddarmentzündung (selten <3 Jahre)
  • • Invagination
  • • Lungenentzündung
Schulalter (5+ Jahre):
  • • Blinddarmentzündung
  • • Gastroenteritis
  • • Verstopfung
  • • Harnwegsinfektion
  • • Funktionelle Bauchschmerzen
  • • Mesenteriale Lymphadenitis

Intussusception

Klinische Merkmale:
  • • Höchstalter 6-18 Monate
  • • Starke, kolikartige Bauchschmerzen
  • • Das Kind zieht die Knie an die Brust
  • • Erbrechen (kann gallenfarben sein)
  • • Stuhlgang mit Johannisbeergelee (spätes Anzeichen)
  • • Tastbare, wurstförmige Masse (RUQ)
  • • Lethargie zwischen den Episoden

⚠️ Notfall – dringende Überweisung zum Chirurgen erforderlich

🏥 Chronische Erkrankungen

Langfristige Erkrankungen, die ein fortlaufendes Management erfordern

Mukoviszidose:

  • • Wiederkehrende Atemwegsinfektionen
  • • Gedeihstörung
  • • Steatorrhö
  • • Nasenpolypen
  • • Familiengeschichte

Diagnose: Schweißtest, Gentest

Zerebralparese:

  • • Motorische Beeinträchtigung
  • • Abnormer Muskeltonus/abnorme Körperhaltung
  • • Entwicklungsverzögerung
  • • Fütterungsschwierigkeiten
  • • Krampfanfälle (30 %)

Management: MDT-Ansatz

Juvenile idiopathische Arthritis:

  • • Gelenkschwellung >6 Wochen
  • • Morgensteifigkeit
  • • Systemische Merkmale
  • • Wachstumsprobleme
  • • Augenkomplikationen

Dringende Überweisung zum Rheumatologen

🧬 Angeborene und genetische Erkrankungen

Angeborene oder genetisch bedingte Erkrankungen

Down-Syndrom:

  • • Charakteristische Gesichtsmerkmale
  • • Geistige Behinderung
  • • Herzfehler (40 %)
  • • Magen-Darm-Anomalien
  • • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • • Schilddrüsenprobleme

Angeborenen Herzfehler:

  • • Zyanose (zentral vs. peripher)
  • • Herzgeräusch
  • • Fütterungsschwierigkeiten
  • • Schlechte Gewichtszunahme
  • • Atemnot
  • • Clubbesuche

Neuralrohrdefekte:

  • • Spina bifida
  • • Anenzephalie
  • • Enzephalozele
  • • Steht im Zusammenhang mit Folsäuremangel
  • • Prävention: Folsäure-Supplementierung

👶 Neonatologie

Pflege von Neugeborenen in den ersten 28 Lebenstagen

Normales Neugeborenes:

  • • Geburtsgewicht 2.5-4.5 kg
  • • Länge 48-52 cm
  • • Kopfumfang 33-37 cm
  • • Herzfrequenz 120-160/min
  • • Atemfrequenz 30-60/min
  • • Temperatur 36.5-37.5 °C

Neugeborenengelbsucht:

  • • Physiologisch: Tag 2-14
  • • Pathologisch: <24 Stunden oder >14 Tage
  • • Ursachen: Hämolyse, Infektion, Stoffwechselstörungen
  • • Behandlung: Phototherapie, Austauschtransfusion
  • • Bilirubinwerte überwachen

🩺 Hausärztliches Vorgehen: Gelbsucht >14 Tage (Verlängerte Gelbsucht)

Anhaltende Gelbsucht = >14 Tage bei reifgeborenen Säuglingen, >21 Tage bei Frühgeborenen. Erfordert immer eine Untersuchung.

  • Ermittlungen erster Ebene: Split-Bilirubin (gesamt + konjugiert), Schilddrüsenfunktionswerte, Blutbild + Blutausstrich, Leberfunktionswerte, G6PD-Screening (bei Risikopatienten), Urinkultur (Mittelstrahlurin oder Mittelstrahlurin)
  • ⚠️ Warnsignal – blasser/kreidefarbener Stuhl + dunkler Urin: Verdacht auf Gallengangsatresie → dringende pädiatrische Überweisung am selben Tag. Chirurgischer Notfall, wenn nicht vor dem 60. Lebenstag behandelt.
  • Konjugierte Hyperbilirubinämie (Konjugiertes Bilirubin >20 % des Gesamtbilirubins oder >25 µmol/l): Immer pathologisch → dringende pädiatrische Überweisung
  • Unkonjugierte Hyperbilirubinämie: Wahrscheinlich handelt es sich um physiologischen oder durch Muttermilch bedingten Ikterus, jedoch sind weitere Untersuchungen erforderlich, um eine Schilddrüsenunterfunktion und Hämolyse auszuschließen.
  • Muttermilchgelbsucht: Empfehlen Sie das Abstillen NICHT, es sei denn, ein Spezialist rät Ihnen dazu.
  • Angeborene Hypothyreose: Hätte bei der Blutentnahme bei Neugeborenen nachgewiesen werden müssen – bitte erneut prüfen, falls dies nicht geschehen ist oder kein Ergebnis vorliegt.
  • Überprüfen Sie auch: Gewichtszunahme ausreichend? Nahrungsaufnahme gut? Urin- und Stuhlfarbe (Eltern bitten, Windeln zu fotografieren)

Neonatale Sepsis:

  • • Schlechte Nahrungsaufnahme, Lethargie
  • • Temperaturinstabilität
  • • Atemnot
  • • Apnoe, Bradykardie
  • • Hypoglykämie
  • • Dringende Antibiotikabehandlung

🫘 Magen-Darm-Erkrankungen

Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern

Magengrippe:

  • • Durchfall ± Erbrechen
  • • Dehydration beurteilen
  • • Orale Rehydratationstherapie
  • • Normale Fütterung fortsetzen
  • • Vermeiden Sie Mittel gegen Durchfall
  • • Probiotika können helfen

Verstopfung:

  • • <3 Stuhlgänge pro Woche
  • • Harter, schmerzhafter Stuhlgang
  • • Ernährungsberatung
  • • Abführmittel: Movicol, Lactulose
  • • Probleme beim Toilettentraining
  • • Organische Ursachen ausschließen

💊 Abführmitteldosierungen

Movicol Pädiatrie Plain (Macrogol 3350):

  • Nicht empfohlen für Kinder unter 2 Jahren
  • Entlastung:
    • – 2–5 Jahre: bis zu 4 Beutel/Tag, Steigerung um 2 Beutel/Tag alle 2 Tage (maximal 4), über maximal 7 Tage
    • – 5–12 Jahre: bis zu 8 Beutel/Tag (maximal), über maximal 7 Tage
    • – Ab 12 Jahren: Movicol-Beutel für Erwachsene, bis zu 8 Stück pro Tag über maximal 3 Tage
  • Wartung:
    • – 2–5 Jahre: ½ bis 1 Beutel täglich, angepasst an 1–2 weiche Stuhlgänge pro Tag
    • – 5–12 Jahre: 1–2 Beutel täglich, angepasst
    • – Ab 12 Jahren: 2–4 Beutel Movicol für Erwachsene täglich.

Lactulose:

  • Unter 1 Jahr: 2.5 ml zweimal täglich
  • 1–5 Jahre: 2.5–10 ml zweimal täglich
  • 5–10 Jahre: 10 ml zweimal täglich
  • 10+ Jahre: 15 ml zweimal täglich
  • • Die Dosis so anpassen, dass 1–2 weiche Stuhlgänge pro Tag erfolgen.
  • • Wirkt erst nach 2–3 Tagen; Eltern sollten vor anfänglichen Blähungen gewarnt werden.

🦴 Erkrankungen des Bewegungsapparates

Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen

Entwicklungsbedingte Hüftdysplasie (DDH):

  • • Risikofaktoren: Beckenendlage, familiäre Vorbelastung
  • • Barlow- und Ortolani-Tests
  • • Asymmetrische Hautfalten
  • • Eingeschränkte Hüftabduktion
  • • Frühzeitige Behandlung entscheidend
  • • Ultraschalluntersuchung

Morbus Perthes (Legg-Calvé-Perthes):

  • • Avaskuläre Nekrose des Femurkopfes
  • • Alter 4–10 Jahre; Jungen >> Mädchen (4:1)
  • • Schleichender Beginn von Hüftschmerzen, Leistenschmerzen oder ausstrahlenden Knieschmerzen
  • • Schmerzloses Hinken, eingeschränkte Innenrotation und Abduktion der Hüfte
  • • Röntgen: Abflachung, Sklerose oder Fragmentierung des Femurkopfes (kann im Frühstadium normal sein – MRT ist sensitiver)
  • • Überweisung an einen Orthopäden; die Behandlung reicht je nach Alter und Schweregrad von Physiotherapie bis hin zu Operationen.
  • • Die Prognose ist bei jüngeren Kindern (<6 Jahre) besser.

Morbus Osgood-Schlatter:

  • • Traktionsapophysitis des Tuberositas tibiae
  • • Alter 10–15 Jahre; aktive Jugendliche, insbesondere während Wachstumsschüben
  • • Jungen sind häufiger betroffen
  • • Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schwellung direkt über dem Schienbeinhöcker (unmittelbar unterhalb des Knies)
  • • Verschlimmerung bei körperlicher Aktivität (Laufen, Springen, Knien), Linderung durch Ruhe
  • • Eine Röntgenaufnahme kann eine Fragmentierung des Tuberositas tibiae zeigen (nicht immer erforderlich).
  • • Behandlung: relative Ruhe, Schmerzmittel (NSAR), Physiotherapie, Eis
  • • Normalerweise selbstlimitierend; löst sich auf, wenn sich die Wachstumsfugen schließen
  • • Benötigt selten eine Überweisung zum Chirurgen

SUFE (Gleitepitheliale des oberen Oberschenkelknochens):

  • • Verlagerung des Femurkopfes durch die Wachstumsfuge (phasische Epiphyse)
  • • Alter 10–16 Jahre; übergewichtige Jungen sind häufiger betroffen
  • • Präsentiert sich mit Hüft-, Leisten- oder ausstrahlende Knieschmerzen — Untersuchen Sie bei Kindern mit Knieschmerzen immer auch die Hüfte.
  • • Hinken; Hüfte in Außenrotation gehalten
  • • Eingeschränkte und schmerzhafte Innenrotation der Hüfte
  • • Röntgenaufnahme: AP-Aufnahme + Froschbein-Lateralaufnahme zeigt posteriore/mediale Verlagerung der Epiphyse („Eiscreme fällt vom Hörnchen“)
  • ⚠️ Nicht belasten — Risiko einer avaskulären Nekrose
  • Dringende orthopädische Überweisung — chirurgische Fixierung (In-situ-Fixierung) erforderlich
  • • Untersuchung der kontralateralen Hüfte (beidseitig in ca. 25 %)

🧠 Neurologische Erkrankungen

Neurologische Störungen bei Kindern

Kopfschmerzen bei Kindern:

  • • Primär: Spannungskopfschmerzen, Migräne
  • • Sekundär: erhöhter Hirndruck, Infektion
  • • Warnzeichen: Erbrechen am frühen Morgen
  • • Neurologische Anzeichen
  • • Persönlichkeitsveränderung
  • • Bei Bedenken eine Bildgebung in Betracht ziehen

🚩 Warnzeichen bei Kopfschmerzen (dringend einen Arzt aufsuchen):

  • • Kopfschmerzen beim Aufwachen oder frühmorgendliche Kopfschmerzen (erhöhter Hirndruck)
  • • Zunehmende Verschlechterung über Wochen
  • • Begleitendes Erbrechen (insbesondere ohne Übelkeit)
  • • Kopfschmerzen, die sich durch Husten, Niesen und Bücken verschlimmern
  • • Neue neurologische Symptome oder Anzeichen (Doppeltsehen, Ataxie, Papillenödem)
  • • Persönlichkeits- oder Verhaltensänderung
  • • Sehr junges Kind oder <3 Jahre (primäre Kopfschmerzen sind in diesem Alter selten)
  • • Donnerschlag (plötzlicher, heftiger Beginn) → Subarachnoidalblutung, bis das Gegenteil bewiesen ist

Migräne bei Kindern:

  • • Häufig beidseitig (nicht immer einseitig wie bei Erwachsenen)
  • • Pulsierender Charakter, mittlere bis schwere Ausprägung
  • • Begleitende Übelkeit/Erbrechen, Photophobie, Phonophobie
  • • Dauer oft kürzer als bei Erwachsenen (2–48 Stunden)
  • • Akutbehandlung: Ibuprofen oder Paracetamol, Ruhe in einem dunklen, ruhigen Raum
  • • Triptane sind ab 12 Jahren zugelassen (nasales Sumatriptan ab 12 Jahren)
  • • Überweisung bei häufigen (>4/Monat), therapieresistenten oder atypischen Symptomen

Epilepsie bei Kindern:

  • • Wiederkehrende unprovozierte Krampfanfälle
  • • Typen: fokale, generalisierte, Absencen, tonisch-klonische Anfälle
  • • EEG und MRT des Gehirns als Teil der Diagnostik
  • • Überweisung an die pädiatrische Neurologie
  • • Häufige Syndrome: Epilepsie bei Kindern ohne Absencen, juvenile myoklonische Epilepsie, Rolandische Epilepsie
  • • SUDEP-Beratung für Familien
  • • Auswirkungen auf Schule und Lebensstil (Schwimmen, Radfahren usw.).

Atemanhalteattacken:

  • • Alter 6 Monate – 6 Jahre
  • • Ausgelöst durch Schmerz, Frustration, Angst
  • • Zyanotischer Typ: Das Kind weint, hält dann den Atem an, läuft blau an und kann kurzzeitig das Bewusstsein verlieren.
  • • Blasser Typ: Das Kind wird nach einer leichten Kopfverletzung blass und verliert an Muskeltonus.
  • • Selbstlimitierend, schnelle Genesung, nicht epileptisch
  • • Eltern beruhigen; Eisenmangel überprüfen (Eisenbehandlung reduziert Zyanoseanfälle)
  • • Keine spezielle Behandlung erforderlich; heilt von selbst aus

🧴 Pädiatrische Dermatologie

Häufige Hauterkrankungen bei Kindern

Ekzem (atopische Dermatitis):

  • • Trockene, juckende, entzündete Haut
  • • Biegeverteilung
  • • Steht im Zusammenhang mit Asthma und Allergien
  • • Weichmacher (Grundlage)
  • • Topische Steroide bei Krankheitsschüben
  • • Vermeiden Sie Auslöser

Impetigo:

  • • Oberflächliche bakterielle Infektion
  • • Goldbraune, verkrustete Läsionen
  • • Hoch ansteckend
  • • Topische Fusidinsäure
  • • Orale Antibiotika bei ausgedehnter
  • • Schulausschluss bis zur Behandlung

Molluscum contagiosum:

  • • Kleine, perlmuttartige Papeln
  • • Zentrale Nabelschnur
  • • Virusinfektion (Pockenvirus)
  • • Selbstlimitierend (6-18 Monate)
  • • In der Regel ist keine Behandlung erforderlich
  • • Vermeiden Sie Kratzer

Dermatomyositis:

  • • Seltene, autoimmune Entzündungskrankheit, die Haut und Muskeln betrifft
  • • Häufigkeitsgipfel im Alter von 5–10 Jahren; Mädchen etwas stärker betroffen
  • Hautmerkmale:
    • – Heliotropes Exanthem: violette Verfärbung der Oberlider ± periorbitales Ödem
    • – Gottron-Papeln: erhabene, gerötete Papeln an Knöcheln, Ellbogen und Knien
    • – V-Zeichen (Brust) und Schalzeichen (oberer Rücken/Schultern)
    • – Veränderungen der Nagelfalzkapillaren (erweiterte, unregelmäßige Kapillaren)
  • Muskelmerkmale: proximale Muskelschwäche (Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Aufstehen vom Stuhl, Haare kämmen), Muskelempfindlichkeit
  • Andere Eigenschaften: Kalzinose (Kalziumablagerungen in Haut und Muskulatur – häufig bei der juvenilen Form), Dysphagie, Dysphonie
  • Untersuchungen: Erhöhte CK-, LDH- und Aldolasewerte; ANA häufig positiv; MRT der Muskulatur; EMG; Muskelbiopsie; Nagelfalzkapillaroskopie
  • ⚠️ Rote Flagge: Im Gegensatz zur Dermatomyositis bei Erwachsenen ist die juvenile Form NICHT mit einer malignen Erkrankung verbunden.
  • Management: Dringende Überweisung an die pädiatrische Rheumatologie; hochdosierte Kortikosteroide ± Methotrexat/IVIG; Sonnenschutz; Physiotherapie

🧠 Lernbehinderungen

Diagnostik und Unterstützung bei Lernschwierigkeiten

ADHS:

  • • Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität
  • • Symptome in verschiedenen Umgebungen
  • • Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit
  • • Verhaltensinterventionen zuerst
  • • Medikamente bei schweren
  • • Unterstützung durch die Schule wichtig

Autismus-Spektrum-Störung:

  • • Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation
  • • Eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensweisen
  • • Sensorische Empfindlichkeiten
  • • Frühzeitiges Eingreifen entscheidend
  • • Multidisziplinäre Beurteilung
  • • Unterstützung durch die Familie

Dyslexie:

  • • Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben
  • • Normale Intelligenz
  • • Phonologische Verarbeitungsprobleme
  • • Bildungsbewertung
  • • Spezielle Lehrmethoden
  • • Früherkennung wichtig

😴 Schlafen im Kindesalter

Schlafmuster und Schlafstörungen bei Kindern

Normaler Schlafbedarf:

AlterGesamtschlaf (Stunden)NachtschlafMittagsschlaf
Neugeborene (0-3 Monate)14-17 Stunden8-9 StundenMehrere kurze Nickerchen
Kleinkind (4-11 Monate)12-15 Stunden10-12 Stunden2-3 Nickerchen
Kleinkind (1-2 Jahre)11-14 Stunden10-12 Stunden1-2 Nickerchen
Vorschule (3-5 Jahre)10-13 Stunden10-13 Stunden0-1 Tage
Schulalter (6-13 Jahre)9-11 Stunden9-11 StundenKeine Präsentation

Häufige Schlafprobleme

Schlafregression:
  • • Häufig im Alter von 4, 8-10 und 18 Monaten
  • • Entwicklungsmeilensteine
  • • In der Regel vorübergehend (2-6 Wochen)
  • • Halten Sie eine regelmäßige Routine ein.
  • • Vermeiden Sie die Bildung neuer Schlafassoziationen.
Nächtlicher Terror:
  • • Alter 3-8 Jahre typischerweise
  • • Treten im Tiefschlaf auf (erstes Drittel der Nacht)
  • • Das Kind wirkt wach, ist aber verwirrt
  • • Keine Erinnerung an das Ereignis
  • • Normalerweise herausgewachsen
  • • Für Sicherheit sorgen, Kind nicht wecken
Schlafapnoe:
  • • Schnarchen, Atemaussetzer
  • • Unruhiger Schlaf
  • • Tagesschläfrigkeit
  • • Verhaltensprobleme
  • • Häufig bedingt durch vergrößerte Mandeln/Polypen
  • • Möglicherweise ist eine Überweisung zum HNO-Arzt erforderlich.

Tipps zur Schlafhygiene

  • • Regelmäßige Schlafenszeitroutine
  • • Regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten
  • • Angenehme Schlafumgebung (kühl, dunkel, ruhig)
  • • Vermeiden Sie Bildschirme 1 Stunde vor dem Schlafengehen.
  • • Kein Koffein für Kinder
  • • Regelmäßige körperliche Aktivität (aber nicht kurz vor dem Schlafengehen)
  • • Vermeiden Sie große Mahlzeiten vor dem Schlafengehen.
  • • Das Schlafzimmer nur zum Schlafen benutzen

💊 Pharmakologische Ansätze zur Schlafverbesserung

🌙 Melatonin – Wann verschreiben?

Indikationen:

  • • Schlaflosigkeit bei Autismus, ADHS, neurologischen Entwicklungsstörungen
  • • Verzögerung des zirkadianen Rhythmus
  • • Manchmal tritt nach dem Versagen von Verhaltensstrategien eine kurzfristige, schwere Schlaflosigkeit auf.

Alter: In der Regel >2–3 Jahre

Dosen:

AlterAnfangsdosisMax
2–5 Jahre1 mg Nacht3 mg
6–12 Jahre1–2 mg abends5 mg
≥12 Jahre2–3 mg abends10 mg
  • Slenyto (Melatonin mit verlängerter Wirkstofffreisetzung): Zugelassen für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren mit Autismus-Spektrum-Störung oder Smith-Magenis-Syndrom
  • circadin (modifizierte Freisetzung): Für Erwachsene zugelassen; Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation bei Kindern
  • Typischer Beginn: Durch Spezialisten (Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinderneurologie) oder im Rahmen einer gemeinsamen Betreuungsvereinbarung
  • • Geringes Nebenwirkungsprofil; kann bei höheren Dosen morgendliche Schläfrigkeit verursachen
  • Nicht empfehlenswert als Erstlinienbehandlung für typische kindliche Schlaflosigkeit ohne zugrunde liegende neurologische Entwicklungsstörung
⚠️ Promethazin (Phenergan) — Mit Vorsicht anwenden:

Wird häufig kurzfristig bei gelegentlichen Schlafstörungen angewendet.

Alter: Nur für Kinder ab 2 Jahren (MHRA-Warnung für Kinder unter 2 Jahren)

Dosen:

Alterdosieren
2–5 Jahre5–15 mg abends
6–12 Jahre10–20 mg abends
>12 Jahre20–25 mg abends

Hinweis:

  • • Antihistaminikum mit beruhigender Wirkung
  • • Nur Kurzkurse (wenige Nächte)
  • Kontraindiziert bei Kindern unter 2 Jahren — Risiko einer Atemdepression und eines plötzlichen Herztodes (Warnung der MHRA)
  • • Nicht als Hypnotikum für Kinder zugelassen
  • Risiko einer paradoxen Erregung (insbesondere bei kleinen Kindern) – kann den Schlaf verschlimmern
  • • Nicht anwenden bei Kindern mit Epilepsie, Lebererkrankungen oder bei Einnahme anderer zentraldämpfender Mittel
🌿 Piriton (Chlorphenamin) — Wird gelegentlich verwendet:

Wird gelegentlich verwendet, wirkt aber weniger sedierend als Promethazin.

Dosen:

Alterdosieren
1–5 Jahre1 mg Nacht
6–12 Jahre2 mg Nacht
>12 Jahre4 mg Nacht

Max: Üblicherweise eine Einzeldosis pro Nacht

Hinweis:

  • • Die Beweislage für Schlaf ist schwach
  • • Hauptsächlich Antihistaminikum
  • Nicht geeignet für isolierte Schlafprobleme — Sedierung ist eine Nebenwirkung, keine zugelassene Indikation.
  • Bestimmungsgemäße Verwendung: Wenn der Schlaf durch Allergien, Nesselsucht oder Ekzeme gestört wird, Juckreiz
  • • Nicht empfohlen für Kinder unter 1 Jahr
  • Paradoxe Erregung kann insbesondere bei kleinen Kindern vorkommen
  • • Verbessert die Schlafarchitektur nicht; es entwickelt sich schnell eine Toleranz gegenüber der Sedierung.
💜 Hydroxyzin – Spezialanwendung:

Dosis:

  • • 0.5 mg/kg nocte

Hinweis:

  • • Wird gelegentlich in pädiatrischen Neuroentwicklungskliniken eingesetzt
  • • Antihistaminikum mit angstlösenden und beruhigenden Eigenschaften
  • • Kann bei Kindern mit angstbedingten Schlafstörungen und gleichzeitig bestehenden neurologischen Entwicklungsstörungen hilfreich sein.
  • • Keine Erstlinienbehandlung – wird in der Regel von einem Spezialisten eingeleitet.
  • Vorsicht: Risiko einer QT-Verlängerung; Anwendung bei Kindern mit Herzerkrankungen oder bei Einnahme anderer QT-verlängernder Arzneimittel vermeiden

💧 Urin — Harnwegsinfekte & Bettnässen

👧 Harnwegsinfekte bei Mädchen:
  • Viel häufiger als bei Jungen aufgrund der kürzeren Harnröhre und der Nähe zur perianalen Flora
  • • Aufsteigende Infektion mit Darmflora – E. coli ist für ca. 80 % verantwortlich
  • • Risikofaktoren: Verstopfung, Blasenentleerungsstörungen, Schaumbäder, Wischtechnik
  • • Ältere Mädchen: Dysurie, häufiger Harndrang, imperativer Harndrang, Schmerzen im Unterbauch
  • • Unter 3 Jahren: können unspezifische Symptome aufweisen (Fieber, Erbrechen, Trinkschwäche, Reizbarkeit)
  • Einzelne Harnwegsinfektion bei einem Mädchen über 3 Jahren mit normalem Ultraschallbefund: Behandeln und beobachten; weitere Untersuchungen nur bei wiederkehrendem Auftreten
  • Jede Harnwegsinfektion bei einem Mädchen unter 3 Jahren: Überweisung zur Ultraschalluntersuchung von Nieren und Blase
👦 Harnwegsinfekte bei Jungen:
  • • Weniger häufig als bei Mädchen (insbesondere nach dem Säuglingsalter), deutet eher auf eine zugrunde liegende strukturelle Anomalie hin
  • Jede Harnwegsinfektion bei einem Jungen erfordert eine Untersuchung.
  • • Zu berücksichtigen sind: vesikoureteraler Reflux (VUR), hintere Harnröhrenklappen, Doppelniere, Phimose
  • • Unter 3 Monaten: Dringende Aufnahme am selben Tag unabhängig vom klinischen Zustand
  • • Unter 1 Jahr: Überweisung zur Nierensonographie ± Miktionszystourethrographie
  • • Häufige Organismen: E. coli; ungewöhnliche oder wiederkehrende Organismen deuten auf strukturelle Anomalien hin
  • • Die Beschneidung reduziert das Risiko von Harnwegsinfektionen bei Jungen deutlich.

Urinsammlung (vor Beginn der Antibiotikatherapie):

  • Mittelstrahlurin (bevorzugt) — am zuverlässigsten für Kultur
  • • Urinauffangkissen – akzeptabel, wenn eine saubere Urinsammlung nicht möglich ist; umgehend verarbeiten
  • Vermeiden Sie Beutelproben für die Kultur — sehr hohe Rate falsch positiver Ergebnisse aufgrund von Kontamination
  • • Katheterprobe: falls dringend und das Kind nicht in der Lage ist, eine saubere Urinprobe abzugeben
  • • Zur Mikroskopie, Kultur und Resistenztestung (MC&S) einsenden
  • • Teststreifen: Nitrit + Leukozyten = wahrscheinlich Harnwegsinfektion; Nitrit allein oder Leukozyten allein = unklares Ergebnis

Antibiotische Behandlung (örtliche Richtlinien beachten):

  • Orale Erstlinienoptionen: Trimethoprim oder Nitrofurantoin (lokale Empfindlichkeitsmuster und Kontraindikationen beachten)
  • • Nitrofurantoin: Vermeiden bei niedriger eGFR oder Verdacht auf systemische Infektion (nicht wirksam bei Pyelonephritis)
  • Untere Harnwegsinfektion / Blasenentzündung: 3–7 Tage orale Antibiotika
  • Obere Harnwegsinfektion / Pyelonephritis (Fieber, Flankenschmerzen, allgemeines Unwohlsein): 7–10 Tage; orales Co-Amoxiclav oder Cefalexin, oder intravenöse Gabe bei Unwohlsein
  • • Unter 3 Monaten: Intravenöse Antibiotika + Aufnahme am selben Tag
  • • Überprüfen Sie das Ergebnis der MC&S-Prüfung und passen Sie es gegebenenfalls an.

NICE-Leitlinie zur Bildgebung nach der ersten Harnwegsinfektion:

KindUSS Nieren/BlaseDMSA-ScanMCUG
Unter 6 MonatenJa (innerhalb von 6 Wochen)4–6 Monate nach der Harnwegsinfektion, falls der Ultraschallbefund auffällig istBei abnormalen USS- oder DMSA-Werten
6 Monate – 3 Jahre, reagiert gutKeine Routine USSNeinNein
6 Monate – 3 Jahre, atypisch oder rezidivierendJa (während einer akuten Erkrankung)JaGeht davon
Reagiert seit über 3 Jahren gutKeine Routine USSNeinNein
Über 3 Jahre, atypisch oder wiederkehrendJa (innerhalb von 6 Wochen)Ja (falls wiederkehrend)Nein (es sei denn, es liegt eine Anomalie gemäß USS/DMSA vor).

Atypische Harnwegsinfektion: ungewöhnlicher Erreger, unzureichendes Ansprechen innerhalb von 48 Stunden, Sepsis, erhöhter Kreatininwert, Raumforderung im Abdomen oder in der Harnblase

Definition von rezidivierenden Harnwegsinfektionen:

  • • ≥2 Episoden einer oberen Harnwegsinfektion (Pyelonephritis)
  • • ≥3 Episoden einer unteren Harnwegsinfektion (Zystitis)
  • • 1 oberer Harnwegsinfekt + ≥1 unterer Harnwegsinfekt

Ermittlung:

  • Renale Ultraschalluntersuchung: Beurteilung der Nierengröße, Narbenbildung, struktureller Anomalien und des Restharnvolumens
  • DMSA-Scan (Dimercaptosuccinsäure): Goldstandard zur Erkennung von Nierennarben; Durchführung 4–6 Monate nach akuter Harnwegsinfektion
  • MCUG (Miktionszystourethrogramm): Erkennt vesikoureteralen Reflux (VUR) und Blasen-/Harnröhrenanomalien – bei auffälligem Ultraschall oder DMSA-Befund ist eine entsprechende Untersuchung erforderlich.
  • • MAG3-Renogramm: Beurteilung der differenziellen Nierenfunktion und des Abflusses bei Verdacht auf Obstruktion
  • • Blutdruck, Eiweiß im Urin und Nierenfunktion (eGFR/Kreatinin) überprüfen

Management von wiederkehrenden Harnwegsinfektionen:

  • • Behandeln Sie die akute Episode wie oben beschrieben
  • Antibiotikaprophylaxe: Bei Kindern mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen, insbesondere bei Vorliegen eines vesikoureteralen Refluxes, sollte die Gabe von Trimethoprim 2 mg/kg einmal täglich abends (oder Nitrofurantoin) erwogen werden.
  • • Veränderbare Risikofaktoren angehen: Verstopfung, Blasenfunktionsstörungen, Flüssigkeitszufuhr, Hygiene
  • • Blasentraining bei Blasenentleerungsstörungen
  • Überweisung an die pädiatrische Nephrologie oder Urologie bei: struktureller Anomalie, signifikanter Nierennarbenbildung, unzureichendem Ansprechen auf die Behandlung, hochgradigem vesikoureteralen Reflux
  • • Langzeitnachsorge: Blutdruck und Nierenfunktion bei Kindern mit Nierennarben jährlich überwachen

Hintergrund & Verbreitung:

  • Primäre nächtliche Enuresis: Das Kind hat noch nie eine dauerhafte nächtliche Trockenheit erreicht.
  • Sekundäre (beginnende) Enuresis: Das Kind war über 6 Monate trocken, dann trat ein Rückfall auf – Stress, Harnwegsinfekt, Diabetes mellitus/inisipidus, Verstopfung und Kinderschutz sollten in Betracht gezogen werden.
  • • Prävalenz: ca. 15 % im Alter von 5 Jahren, ca. 5 % im Alter von 10 Jahren, ca. 1 % im Alter von 15 Jahren; spontane Ausheilung häufig
  • • Es ist normal, dass nächtliche Trockenheit erst ab dem 5. Lebensjahr dauerhaft eintritt – Untersuchungen oder Behandlungen sollten vor diesem Alter nicht durchgeführt werden.
  • • Starke genetische Komponente: Wenn beide Eltern an Enuresis litten, besteht für das Kind eine 77%ige Wahrscheinlichkeit.

Beurteilung — Sekundäre Ursachen ausschließen:

  • Urinteststreifen: Ausschluss von Harnwegsinfektionen und Glykosurie (Diabetes mellitus)
  • Verstopfung: Sehr häufiger Faktor – ein voller Darm drückt die Blase zusammen
  • • Fragen Sie nach Symptomen am Tag (Häufigkeit des Wasserlassens, Harndrang, Einnässen am Tag – deutet auf eine überaktive Blase hin)
  • • Flüssigkeitsaufnahmemuster und Art der Getränke
  • • Schlafqualität (Schnarchen, Schlafapnoe)
  • • Familiengeschichte; emotionale Belastungen; Schul-/Heimsituation
  • • Blasentagebuch über 2–4 Wochen (nützlich zur Beurteilung von Volumen und Häufigkeit)

Management – ​​Stufenweises Vorgehen:

  1. Schritt 1 — Allgemeine Maßnahmen (alle Kinder):
    • • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr tagsüber (1–1.4 l/Tag für Kinder im Schulalter); kohlensäurehaltige Getränke und Koffein vermeiden
    • • Regelmäßiges Wasserlassen tagsüber alle 2–3 Stunden; vor dem Schlafengehen Wasser lassen.
    • • Behandeln Sie gegebenenfalls eine bestehende Verstopfung.
    • • Kein Tragen des Kindes zur Toilette nachts als langfristige Strategie – hilft dem Kind nicht, das Aufwachen zu lernen
    • • Positive Belohnungssysteme (Sternentafeln für vereinbarte Verhaltensweisen, NICHT für trockene Nächte)
    • • Reduzierung der Ängste von Eltern und Kindern – Versicherung, dass dies häufig vorkommt und sich in der Regel von selbst löst
  2. Schritt 2 – Enuresis-Alarm (aktive Erstlinienbehandlung, >5 Jahre):
    • • Wirksamste Langzeitbehandlung – erzielt bei ca. 60–70 % der Patienten Trockenheit mit anhaltendem Ansprechen
    • • Erfordert ein motiviertes Kind und eine motivierte Familie
    • • Sollte mindestens 3 Monate lang oder bis zu 14 aufeinanderfolgenden trockenen Nächten angewendet werden.
    • • Verfügbar über Inkontinenzdienste
  3. Schritt 3 — Desmopressin (kurzfristig oder wenn ein Alarm nicht angebracht ist):
    • • Synthetisches ADH – reduziert die Urinproduktion in der Nacht
    • Orale Tablette: 0.2 mg vor dem Schlafengehen; die Dosis kann bei unvollständigem Ansprechen auf 0.4 mg erhöht werden.
    • Sublinguale Schmelztablette (DDAVP Schmelztablette): 120–240 Mikrogramm vor dem Schlafengehen
    • • Besonders nützlich für Übernachtungen, Ferienlager, Kurzzeitaufenthalte
    • Flüssigkeitsbeschränkung erforderlich: Flüssigkeitszufuhr 1 Stunde vor bis 8 Stunden nach der Dosis einschränken – bei Nichtbeachtung besteht das Risiko einer Hyponatriämie.
    • • Bei Erbrechen/Durchfall abbrechen (Hyponatriämie-Risiko)
    • • Überprüfung nach 3 Monaten; gegebenenfalls Absetzen der Behandlung erwägen
  4. Schritt 4 — Kombinations- oder Facharztüberweisung:
    • • Alarm + Desmopressin bei therapieresistenten Fällen
    • • Überweisung an den Kontinenzdienst, die Enuresis-Ambulanz für Kinder oder den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) bei: sekundärer Enuresis, Symptomen tagsüber, psychischen Auswirkungen oder Versagen der oben genannten Maßnahmen
    • • Oxybutynin kann hinzugefügt werden, wenn eine überaktive Blase festgestellt wird

🚩 Wann sollte man weitere Ermittlungen einleiten?

  • • Sekundäre Enuresis ohne klare Ursache
  • • Einnässen tagsüber in Verbindung mit nächtlichem Einnässen
  • • Positiver Urinteststreifen (Harnwegsinfekt, Glukosurie)
  • • Verdacht auf Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus
  • • Neurologische Symptome oder Anzeichen
  • • Bedenken hinsichtlich des Kindeswohls
  • • Ausbleiben einer Reaktion auf zwei adäquate Behandlungszyklen

🚨 Überweisungen am selben Tag

Wann sind dringende Überweisungen an Kinderärzte erforderlich?

Sofortiger Notruf (999) – Krankenwagen:

  • • Beeinträchtigte Atemwege, Atmung, Kreislauf
  • • Reduziertes Bewusstseinsniveau
  • • Status epilepticus
  • • Verdacht auf Meningitis/Sepsis
  • • Anaphylaxie
  • • Schwere Dehydration/Schock
  • • Schweres Trauma

Überweisung ins Krankenhaus am selben Tag

Atemwege:
  • • Schweres Asthma/Keuchen
  • • Stridor in Ruhe
  • • Deutliche Atemnot
  • • Sauerstoffsättigung <92%
  • • Verdacht auf Lungenentzündung mit Komplikationen
Magen-Darm:
  • • Gallenhaltiges Erbrechen
  • • Anzeichen einer Darmobstruktion
  • • Verdacht auf Invagination
  • • Schwere Dehydration
  • • Akutes Abdomen
Neurologisch:
  • • Erster Anfall
  • • Verlängerte postiktale Phase
  • • Anzeichen für erhöhten Hirndruck
  • • Akutes neurologisches Defizit
  • • Verdacht auf nicht unfallbedingte Verletzung
Sonstiges:
  • • Verdacht auf diabetische Ketoazidose
  • • Hodentorsion
  • • Akute Gelenkschwellung
  • • Verdacht auf Malignität
  • • Bedenken hinsichtlich des Kindeswohls

Verweisinformationen

Wichtige Informationen, die enthalten sein sollten:
  • • Name des Kindes, Geburtsdatum, Adresse, NHS-Nummer
  • • Kontaktdaten der Eltern/Erziehungsberechtigten
  • • Hauptbeschwerde und Dauer
  • • Relevante Anamnese und Untersuchungsbefunde
  • • Vitalzeichen und Beobachtungen
  • • Jede Behandlung
  • • Grund für die Überweisung und Dringlichkeit
  • • Ihre Kontaktdaten

🛡️ Schutzmaßnahmen

Missbrauch erkennen, Verfahren verstehen und gefährdete Kinder schützen

Bitte beachten Sie: Es gibt eine eigene Webseite des Bradford VTS zum Thema Kinderschutz. Dieser Abschnitt bietet eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte zum schnellen Nachschlagen.

🚩 Warnsignale für körperliche Misshandlung:

  • • Verzögerung bei der Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe
  • • Die Geschichte steht im Widerspruch zu den Verletzungen
  • • Wiederholte Besuche aufgrund von Verletzungen
  • • Ungewöhnliches Verletzungsmuster
  • • Verletzungen bei nicht mobilen Kindern
  • • Blutergüsse in geschützten Bereichen
  • • Griffspuren, Bissspuren
  • • Verbrennungen mit klarer Abgrenzung
  • • Knochenbrüche bei nicht mobilen Kindern

⚠️ Risikofaktoren:

Elterliche Faktoren:

  • • Substanzmissbrauch
  • • Psychische Gesundheitsprobleme
  • • Häusliche Gewalt
  • • Soziale Isolation
  • • Junge Eltern
  • • Missbrauchsgeschichte

Kindliche Faktoren:

  • • Behinderung
  • • Chronische Krankheit
  • • Frühgeburt
  • • Schwieriges Temperament

📝 Handlungsbedarf:

Falls Sie Bedenken haben:

  1. 1. Rücksprache mit der Kinderschutzbeauftragten halten.
  2. 2. Kontaktieren Sie den Kinder- und Jugendhilfedienst.
  3. 3. Dokumentiere alles
  4. 4. Befolgen Sie die örtlichen Verfahren.
  5. 5. Die unmittelbare Sicherheit berücksichtigen.

Dokumentationsanforderungen:

  • • Datum, Uhrzeit, Ort
  • • Wer war anwesend?
  • • Objektive Beschreibung der Verletzungen
  • • Genaue Zitate (Kind und Elternteil)
  • • Ihre Beobachtungen und Bedenken
  • • Ergriffene Maßnahmen

Emotionale/Verhaltensindikatoren

Kindliches Verhalten:
  • • Gefrorene Wachsamkeit
  • • Übermäßige Nachgiebigkeit oder Aggression
  • • Entwicklungsrückschritt
  • • Selbstverletzendes Verhalten
  • • Sexualisiertes Verhalten (altersunangemessen)
  • • Angst vor der Heimkehr
Eltern-Kind-Interaktion:
  • • Unangemessene Interaktion zwischen Kind und Eltern
  • • Elternteil mehr mit sich selbst beschäftigt
  • • Mangelndes Einfühlungsvermögen für die Notlage des Kindes
  • • Dem Kind die Schuld geben
  • • Unrealistische Erwartungen

Denken Sie daran: Ihre Aufgabe ist es, Verdachtsfälle zu erkennen und diese gegebenenfalls weiterzuleiten. Sie sind nicht dazu verpflichtet, Missbrauch zu untersuchen oder nachzuweisen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderschutzbeauftragte oder das Jugendamt. Die Sicherheit des Kindes hat oberste Priorität.

🎯 Denk dran: Du schaffst das!

Pädiatrie kann einen manchmal überfordern, aber mit systematischer Diagnostik (ABC + Red-Burt-Schema), einem guten Sicherheitsnetz und dem Vertrauen in den eigenen Elterninstinkt treffen Sie die richtigen Entscheidungen. Im Zweifelsfall holen Sie sich Rat – dafür ist das pädiatrische Team da!

☕ Gönn dir jetzt deinen wohlverdienten Kaffee!
Nach oben scrollen