🎭 Die verschiedenen Trainertypen – und wie die Auszubildenden die einzelnen Trainer erleben
Studien und Erfahrungsberichte von Auszubildenden beschreiben übereinstimmend unterschiedliche Trainerstile. Keiner ist per se richtig oder falsch – doch das Verständnis des eigenen bevorzugten Stils hilft dabei, sich an jeden einzelnen Auszubildenden anzupassen.
| Trainertyp | So sieht das aus | Was Auszubildende sagen | Achten Sie auf |
|---|---|---|---|
| Der Traditionalist | Strukturiert den gesamten Lernprozess; legt die Agenda fest; wählt Fälle und Komplexität sorgfältig aus | „Klare Struktur, ich wusste immer, was wir taten“ – funktioniert gut für ST1s und strukturierte Lerner | Kann als kontrollierend empfunden werden; die individuellen Lernbedürfnisse des Auszubildenden könnten übersehen werden. |
| Die Humanistische | Übergibt die Kontrolle an den Auszubildenden; macht Vorschläge; gibt selten Anweisungen. | „Ich liebte die Freiheit“ (ST3s) oder „Ich war mir nicht sicher, was von mir erwartet wurde“ (ST1s). | Neuere Auszubildende benötigen mehr Unterstützung – dieser Stil kann sie überfordern. |
| Der reflektierende Coach | Stellt mehr Fragen als er beantwortet; fördert selbstständiges Lernen; nutzt Nachbesprechungen gekonnt. | „Sie haben mir geholfen, es selbst herauszufinden – das Gelernte ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben.“ | Eine gewisse Struktur ist dennoch notwendig; reine sokratische Fragetechniken ohne jegliche Unterstützung verursachen Angstzustände. |
| Der Mentor | Investiert tief in den Menschen, nicht nur in die Kompetenzen; berät in Karriere- und Lebensfragen. | „Sie haben mich zu dem Hausarzt gemacht, der ich werden wollte.“ | Grenzen – die Mentorrolle sollte die pädagogische Aufsicht ergänzen, nicht ersetzen. |
⏱️ Terminvereinbarungen – ein häufiger Streitpunkt zwischen Ausbildern und Auszubildenden
Eines der am häufigsten diskutierten Konfliktfelder in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner ist die Dauer der Arzttermine – und wann diese verkürzt werden sollte. Dies ist für die angehenden Ärzte von enormer Bedeutung, und die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, vermittelt ein starkes Signal darüber, ob der Ausbilder die Interessen der angehenden Ärzte vertritt.
📚 Tutorials – was sich die Teilnehmer tatsächlich davon wünschen (und was sich wie Zeitverschwendung anfühlt)
Tutorien sind der regelmäßigste formale Kontakt zwischen Ausbilder und Teilnehmer. Sie können transformativ sein – oder sich wie eine obligatorische Stunde wenig zielführender Unterhaltung anfühlen. Der Unterschied liegt oft in einigen wenigen Details.
✅ Tutorials, die gut ankommen
- Beginnen wir mit dem Terminkalender des Auszubildenden – was empfand er diese Woche als schwierig?
- Verwenden Sie reale Fälle aus ihren eigenen Operationen – Konkretes schlägt Abstraktes jedes Mal.
- Integrieren Sie Aktivitäten – Rollenspiele, Videoanalysen, Problemlösungen – und nicht nur Gespräche.
- Nehmen Sie sich eine klare Handlung vor – etwas, das Sie bis nächste Woche ausprobieren möchten.
- Fühlen Sie sich vorbereitet – selbst 10 Minuten Vorbereitung durch den Trainer sind spürbar.
⚠️ Tutorials, die scheitern
- Er richtete sich ausschließlich nach den Vorgaben des Ausbilders, unabhängig von den Bedürfnissen des Auszubildenden.
- Das Thema wurde gewählt, weil der Trainer es liebt – nicht weil der Teilnehmer es braucht.
- Eine Stunde allgemeine Diskussion ohne klares Lernergebnis
- Immer zur gleichen Zeit, im gleichen Format, mit dem gleichen Gefühl – Vorhersehbarkeit dämpft das Engagement
- Am Ende ging es hektisch zu, weil die Sprechstunde überzogen hatte – die Tutorials brauchen geschützte Zeit.