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CEPS – Klinische Untersuchung und praktische Fertigkeiten | Bradford VTS
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Die klinische Untersuchung des Hausarztes und CEPS

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Zuletzt aktualisiert: April 2026
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Atemwegsuntersuchung

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Wann sollte man untersuchen?

Atemlosigkeit Husten >3 Wochen Keuchen Hämoptyse COPD-/Asthma-Überprüfung Verdacht auf Lungenentzündung Pleuritische Brustschmerzen

💡 Hausarzt-Ansatz zuerst

Dokumentieren Sie stets Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung – diese gehören zur Untersuchung, nicht als Zusatzleistung. Bei akuter Atemnot steht die Beurteilung des Schweregrades an erster Stelle, die Diagnose an zweiter.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Bevor du anfängst: Atemfrequenz (30 Sekunden lang beobachten), Sauerstoffsättigung (SpO2) – diese Messungen sollten vor der Berührung des Patienten durchgeführt werden.Normale Atemfrequenz 12–20/min. Sauerstoffsättigung (SpO2) ≥ 95 % unter Raumluft bei den meisten Erwachsenen. Der Ausgangswert bei COPD kann niedriger sein – kennen Sie den üblichen Wert des Patienten.
  2. Allgemeine Inspektion (Bettende): Atemnot? Einsatz der Atemhilfsmuskulatur? Zentrale Zyanose? Kachexie? Lippenbremse (COPD)? Sauerstoffgabe?Sich zurückzuziehen und zu beobachten kostet nichts und verrät viel. Ein Patient, der aufrecht sitzt, sich nach vorne beugt und verzweifelt wirkt, ist keine Routineuntersuchung.
  3. Zeiger: Trommelschlägelfinger (Lungenkrebs, Bronchiektasen, Lungenfibrose), periphere Zyanose, CO₂-Retentionslappen (Asterixis – nur beurteilen, wenn eine Enzephalopathie befürchtet wird).Beim Hausarzt bedeutet Trommelschlägelfinger in Verbindung mit Atemwegssymptomen eine dringende Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und wahrscheinlich eine Überweisung zur zweiwöchigen Wartezeit. Nicht nur zur Kenntnis nehmen – handeln Sie entsprechend.
  4. Gesicht und Hals: Zentrale Zyanose (Zunge und Schleimhäute betrachten, nicht die Lippen), Trachealdeviation (die Incisura jugularis vorsichtig palpieren – Abweichung in Richtung Kollaps, weg von Erguss/Spannungspneumothorax).Jugularvenendruck im Hals: Bei erhöhter Jugularvenenpulsation in Verbindung mit Atemnot sollte an Cor pulmonale (COPD) oder eine kardiale Ursache gedacht werden.
  5. Untersuchung des Brustkorbs: Fassbrust (COPD-bedingte Hyperinflation), Kyphoskoliose (restriktives Muster), Narben (Thorakotomie, VATS-Ports), Interkostalrezession, abdominales Atemmuster.Die Form des Brustkorbs verrät viel. Ein fassförmiger Brustkorb und Lippenbremse deuten auf COPD hin, noch bevor man den Patienten untersucht hat.
  6. Erweiterung: Die Hände flach auf den unteren Brustkorb legen, hinten (oder vorne), die Daumen von der Haut abheben und in der Mittellinie zusammenführen. Den Patienten bitten, tief einzuatmen. Eine verminderte Ausdehnung auf einer Seite deutet auf einen Kollaps, einen Erguss oder eine Konsolidierung auf dieser Seite hin.Sie beurteilen die Symmetrie, nicht das Ausmaß der Ausdehnung. Beide Seiten sollten sich gleichmäßig bewegen.
  7. Schlagzeug: Vergleichen Sie die einzelnen Zonen von Seite zu Seite – Apex, obere, mittlere und untere Zone, jeweils anterior und posterior. Resonant = normal. Gedämpft = Konsolidierung (solide) oder Erguss. Steinig gedämpft = Erguss. Hyperresonant = Emphysem oder Pneumothorax.Vergleiche immer symmetrisch – gehe nicht erst ganz nach unten auf der einen Seite und dann ganz nach oben auf der anderen.
  8. Auskultation: Membran des Stethoskops. In denselben Bereichen wie bei der Perkussion abhören. Vesikuläres Geräusch = normal. Bronchiales Geräusch = Konsolidierung. Giemen = Atemwegsobstruktion (exspiratorisch = obstruktiv; inspiratorisch = fixierte Obstruktion). Rasselgeräusche: fein = Fibrose/frühes Lungenödem; grob = Sekretionen, Infektion. Pleurareiben = Pleuritis.Vergessen Sie nicht die Achselhöhlen – Pathologien des Unterlappens sind oft am besten von der Seite zu hören.
  9. Falls relevant: Maximaler Atemfluss (Asthma/COPD – Vergleich mit Sollwert und persönlichem Bestwert des Patienten). Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz die Lungenbasen abhören. Bei Verdacht auf Tuberkulose oder Malignität die zervikalen Lymphknoten abhören.
📝 Beispieltexte
Normale Untersuchung:
Atemfrequenz 16/min. Sauerstoffsättigung 97 % unter Raumluft. Keine Atemnot oder Einsatz der Atemhilfsmuskulatur. Keine Trommelschlägelfinger oder Zyanose. Trachea zentriert. Thoraxform normal. Brustkorbausdehnung symmetrisch. Klopfschall beidseits resonant. Atemgeräusche vesikulär, beidseits gleichmäßig. Keine Rasselgeräusche oder Nebengeräusche. Maximaler Atemfluss 430 l/min (Sollwert 480 l/min).
Verschlimmerung der COPD:
Atemfrequenz 24/min. Sauerstoffsättigung (SpO₂) 88 % unter Raumluft (Ausgangswert ~92 %). Lippenbremse. Keine zentrale Zyanose. Trachea zentral. Fassförmiger Thorax mit beidseitigen Einziehungen der Interkostalräume. Beidseitig symmetrische, reduzierte Thoraxexkursion. Hyperresonanz im Klopfschall. Atemgeräusche global abgeschwächt mit verlängerter Exspirationsphase. Beidseitig exspiratorisches Giemen. Keine Rasselgeräusche. Peak-Flow-Messung aufgrund von Atemnot nicht durchgeführt.
Konsolidierung des rechten Unterlappens:
Atemfrequenz 22/min. Sauerstoffsättigung 92 % unter Raumluft. Leichte Atemnot. Keine Trommelschlägelfinger. Trachea zentral. Thoraxexkursion rechts basal eingeschränkt. Klopfschall gedämpft rechts basal posterior. Atemgeräusche: Bronchialatmung im rechten Unterlappen. Grobe Rasselgeräusche rechts basal. Linke Lunge: Resonanz, vesikulär. Kein Giemen.
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Herz-Kreislauf-Untersuchung

Vom Puls bis zum peripheren Ödem – wissen, worauf man achten muss, bevor man zuhört

Brustschmerzen Herzflattern Atemlosigkeit Verdacht auf Herzinsuffizienz Murmur-Rezension Synkope / Präsynkope Hypertonie-Übersicht

💡 Hausarzt-Ansatz zuerst

In der Allgemeinmedizin umfasst die kardiovaskuläre Untersuchung häufig die Beurteilung von Herzgeräuschen, die Überprüfung auf Herzinsuffizienz oder die Abklärung von Herzrhythmusstörungen. Informieren Sie sich vor Beginn der Untersuchung über die geplante Untersuchung und positionieren Sie den Patienten entsprechend (45°-Winkel für die Jugularvenenpulsation, linke Seitenlage für die Auskultation einer Mitralklappenstenose).

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Bevor Sie beginnen – Position im 45°-Winkel einnehmen. Die Jugularvenenpulsation (JVP) ist nur bei einem Winkel von 45° messbar. Beginnt man in aufrechter Sitzposition, wird man sie nicht erfassen können.Zur Auskultation eines möglichen Mitralklappenstenosegeräusches ist später die linke Seitenlage erforderlich. Bei einem Aortenklappeninsuffizienzgeräusch muss man sich nach vorn beugen.
  2. Allgemeine Inspektion: Beschwerden? Wangenrötung (Mitralklappenstenose – selten, aber typisch)? Cushing-ähnliches Erscheinungsbild? Kachexie? Atemnot in Ruhe?
  3. Zeiger: Trommelschlägelfinger (Endokarditis, zyanotische Herzkrankheit), Splitterblutungen (Endokarditis – multiple lineare Blutungen unter den Nägeln), periphere Zyanose, Kapillarfüllungszeit (<2 Sekunden normal), Xanthome (Hyperlipidämie).Splitterblutungen: Einzelne Blutungen sind meist traumatisch bedingt; mehrere Splitterblutungen bei einem fiebernden Patienten mit Herzgeräusch = Endokarditis, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  4. Impuls: Radial – Frequenz (4-mal 15 Sekunden zählen), Rhythmus (regelmäßig/regelmäßig unregelmäßig/unregelmäßig unregelmäßig). Charakter: Karotisarterienbeurteilung, falls relevant – kollabierend (Aorteninsuffizienz), langsam ansteigend (Aortenstenose), pulsierend (CO₂-Retention, Sepsis), geringes Volumen (Schock, Aortenstenose). Verzögerung zwischen Radio- und Radialarterienbeurteilung bei Verdacht auf Aortendissektion.Unregelmäßig unregelmäßig = Vorhofflimmern, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dokumentieren Sie immer den Rhythmus, nicht nur die Frequenz.
  5. Blutdruck: Bei Neubefunden, Bedenken hinsichtlich der Dissektion oder Aortenisthmusstenose sind beide Arme zu untersuchen. Dokumentieren Sie, welcher Arm betroffen ist und in welcher Position er sich befindet.Eine Blutdruckdifferenz von mehr als 15 mmHg zwischen den Armen erfordert eine ärztliche Untersuchung. Bei routinemäßigen Blutdruckkontrollen sollte stets der Arm mit dem höheren Messwert verwendet werden.
  6. Face: Xanthelasma (periorbitale Fettablagerungen – Hyperlipidämie), Arcus corneae (Hyperlipidämie bei <50 Jahren), zentrale Zyanose.
  7. JVP: Bei 45°-Lagerung des Patienten die Pulsation der Vena jugularis interna (medial des Musculus sternocleidomastoideus – pulsierend, nicht tastbar, durch leichten Druck nicht mehr tastbar) identifizieren. Den vertikalen Abstand vom Angulus sterni messen. Ein Abstand von >3–4 cm deutet auf einen erhöhten Jugularvenendruck hin.Erhöhter Jugularvenendruck bei Herzinsuffizienz, Herzbeuteltamponade, Vena-cava-superior-Obstruktion und Trikuspidalklappeninsuffizienz. Üben Sie die Erkennung dieses Zeichens – es ist eines der am häufigsten unterschätzten klinischen Zeichen in der Allgemeinmedizin.
  8. Präkordiumuntersuchung: Narben (mediane Sternotomie = CABG/Herzklappenoperation, links lateral = Thorakotomie), sichtbare Pulsationen, Schrittmachertasche (links oder rechts infraclaviculär).
  9. Apex-Schlag: Mit den Fingerspitzen lokalisieren – normalerweise im 5. Interkostalraum (ICR) auf Höhe der Medioklavikularlinie. Eine Verlagerung (außerhalb der Medioklavikularlinie oder unterhalb des 5. ICR) deutet auf eine Kardiomegalie hin. Charakteristik: Heben/Heben = Drucküberlastung (Aortenstenose, Hypertonie); Stoßen/Hyperdynamik = Volumenüberlastung (Aorteninsuffizienz, Mitralinsuffizienz, Ventrikelseptumdefekt).Wenn Sie den Scheitelpunkt nicht finden können, versuchen Sie es mit der linken lateralen Position – dadurch wird der Scheitelpunkt nach vorne verlagert.
  10. Aufregung und Nervenkitzel: Links parasternaler Hebetonus (Handfläche flach, 3.–5. ICR links sternal) = Rechtsherzhypertrophie. Schwirren = tastbares Herzgeräusch (≥ Grad 4).
  11. Auskultation — 4 Bereiche:
    • Mitralklappe: 5. Interkostalraum, MCL – Membran (und Glocke für MS-Rumpelgeräusche)
    • Trikuspidalklappe: 4./5. Interkostalraum, linker Sternalrand
    • Pulmonal: 2. ICR, linker Sternalrand
    • Aorta: 2. Interkostalraum, rechter Sternalrand
    Herztöne: S1 = Mitral-/Trikuspidalklappenschluss (Systolenbeginn). S2 = Aorten-/Pulmonalklappenschluss (Systolenende). S3 (nach S2) = Herzinsuffizienz oder bei jungen Erwachsenen normal. S4 (vor S1) = steifer, nicht nachgiebiger Ventrikel (Hypertonie, Aortenstenose).
  12. Wenn ein Murmeln zu hören ist: Bewerten Sie den Schmerz (Levine-Skala 1–6), bestimmen Sie den Zeitpunkt (systolisch/diastolisch), die Qualität (rau/weich/blasend) und die Ausstrahlung (axillär bei Mitralklappeninsuffizienz; Karotiden bei Aortenstenose). Setzen Sie sich bei Aorteninsuffizienz nach vorn, bei Mitralklappenstenose in die linke Seitenlage.
  13. Peripheres Ödem: Ödeme an Knöchel und Kreuzbein (bei bettlägerigen Patienten das Kreuzbein prüfen). Schweregrad: leicht (nur Knöchel), mittelgradig (bis zur Wadenmitte), schwer (bis zum Knie/darüber).
  14. Lungenbasen: Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz auskultieren – beidseitig basal feine Rasselgeräusche.

📊 Murmelbewertung – Levine-Skala (Kurzübersicht)

  • 1/6 — Sehr ruhig, nur bei Konzentration unter idealen Bedingungen
  • 2/6 — Leise, aber bei der Auskultation sofort hörbar.
  • 3/6 — Mäßig laut, kein Nervenkitzel
  • 4/6 — Lauter, spürbarer Nervenkitzel
  • 5/6 — Sehr laut, selbst mit dem Stethoskop, das nur teilweise auf der Brust aufgesetzt wurde, hörbar.
  • 6/6 — ohne Stethoskop gehört
📝 Beispieltexte
Normale Untersuchung:
Keine peripheren Anzeichen einer kardialen oder endovaskulären Erkrankung. Puls 68 Schläge/min, regelmäßig, gutes Volumen. Blutdruck 126/78 mmHg (rechter Arm, sitzend). Jugularvenendruck nicht erhöht. Keine Narben. Herzspitzenstoß im 5. Interkostalraum, Medioklavikularlinie – nicht verlagert, kein Heben. Kein Heben links parasternal. Kein tastbares Schwirren. Herztöne I + II, normal. Keine Herzgeräusche. Keine peripheren Ödeme.
Vorhofflimmern mit Herzinsuffizienz:
Puls 92 Schläge/min, unregelmäßig. Blutdruck 138/86 mmHg. Jugularvenendruck 5 cm über dem Angulus sterni erhöht. Herzspitzenstoß im 6. Interkostalraum, vordere Axillarlinie, stoßend. Kein Schwirren tastbar. Herztöne I + II + leiser 3. Herzton. Kein Herzgeräusch. Beidseitige Knöchelödeme bis zur Schienbeinmitte. Feine basale Rasselgeräusche bei der Auskultation der Lungenbasen.
Geräusch bei Aortenstenose:
Puls 76 Schläge/min, regelmäßig, langsam ansteigend. Blutdruck 110/88 mmHg. Jugularvenendruck nicht erhöht. Herzspitzenstoß im 5. ICR, medialer Zirkumferenzspalt – hebend, nicht verlagert. Kein Schwirren. Herztöne I + II (A2 leise). Schweres, systolisches Auswurfgeräusch Grad 3/6, am lautesten im Bereich der Aorta (2. ICR rechts), beidseitig in die Karotiden ausstrahlend. Keine peripheren Ödeme. Überweisung zur Röntgen-Thorax-Untersuchung und Echokardiographie indiziert.
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Gastrointestinale / Abdominale Untersuchung

Vor dem Abtasten untersuchen – und immer vom Schmerz weg beginnen.

Bauchschmerzen Veränderung der Stuhlgewohnheiten PR-Blutung Gewichtsverlust Gelbsucht Blähungen Übelkeit / Erbrechen

💡 Hausarzt-Ansatz zuerst

Bei der Abdomenuntersuchung in der Hausarztpraxis geht es häufig genauso sehr darum, was man NICHT findet (z. B. um eine Diagnose von Reizdarmsyndrom oder funktionellen Schmerzen zu bestätigen), wie darum, was man findet. Dokumentieren Sie deutlich, wenn die Untersuchung unauffällig ist – dies ist Teil der Sicherheitsdokumentation. Erwähnen Sie immer, ob eine pulmonale Rektumuntersuchung durchgeführt oder angeboten wurde.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Bevor Sie beginnen – lagern Sie den Patienten flach. Ein Kissen ist erlaubt. Beine nicht überkreuzen. Bauch vom Xiphoid bis zur Symphysis pubica freilegen. Der Patient muss entspannt sein – bei einem angespannten Patienten ist die Palpation sinnlos.Bitten Sie den Patienten, Ihnen mitzuteilen, ob Sie irgendwo drücken, wo es schmerzt – und achten Sie während der Palpation auf sein Gesicht, nicht auf Ihre Hand.
  2. Allgemeine Inspektion (vom Fußende des Bettes aus): Gelbsucht? Kachexie? Aufgeblähter Bauch? Ist die Aufblähung zentral (Aszites/Darmverschluss/Adipositas) oder lokalisiert? Sind von hier aus Narben sichtbar?Die 5 Fs der Distension: Fett, Flüssigkeit (Aszites), Flatus (Darmgas), Stuhl, Fötus.
  3. Periphere Anzeichen einer Lebererkrankung: Hände – Leukonychie (Hypoalbuminämie), Koilonychie (Eisenmangel), Dupuytren-Kontraktur, Palmarerythem, Asterixis (Lappenplastik – hepatische Enzephalopathie). Gesicht/Rumpf – Sklerenikterus, Spider-Naevi (mehr als 5 am Rumpf sind signifikant), Gynäkomastie (Männer).Spinnennävi: zentrale Arteriole mit strahlenförmigen Gefäßen an Rumpf, Gesicht und Oberarmen. >5 + Handflächenerythem = signifikante Lebererkrankung, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  4. Untersuchung des Abdomens – systematisch vorgehen: Narben (Appendektomie [RIF], Cholezystektomie [RUQ/laparoskopische Ports], mediane Laparotomie), Stomata (Lage = Hinweis auf den Typ), sichtbare Peristaltik (Darmverschluss bei dünnen Patienten), Distensionsmuster, erweiterte Venen (Caput medusae = portale Hypertension), Hernien (Patient bitten zu husten/Kopf vom Kissen anzuheben – alle Hernienstellen beobachten).
  5. Palpation – zuerst leichte, dann tiefe Palpation. Beginnen Sie immer im Quadranten, der am weitesten vom Schmerz entfernt ist. Verwenden Sie die Fingerkuppen, nicht die Fingerspitzen. Untersuchen Sie alle neun Regionen bzw. vier Quadranten. Achten Sie auf: Abwehrspannung (willkürlich oder unwillkürlich), Steifheit, Druckschmerz (verwenden Sie hierfür jedoch eine sanfte Perkussion – diese ist weniger belastend), Druckempfindlichkeit und Raumforderungen.Beobachten Sie während der Palpation die Mimik des Patienten. Wenn er zusammenzuckt oder den Atem anhält, sobald Sie die schmerzhafte Stelle erreichen, spüren Sie die Muskelverspannung, selbst wenn er nichts sagt.
  6. Organomegalie – Leber: Beginnen Sie in der rechten Fossa iliaca (eine stark vergrößerte Leber könnte übersehen werden, wenn Sie im rechten Oberbauch beginnen). Legen Sie die rechte Hand flach hin, die Finger zeigen nach oben. Bitten Sie den Patienten, tief einzuatmen – bewegen Sie die Finger beim Ausatmen nach kranial. Eine normale Leber ist nicht tastbar. Falls tastbar: Messen Sie den Abstand unterhalb des Rippenbogens (cm), beschreiben Sie die Oberfläche (glatt/unregelmäßig), die Kante (scharf/stumpf), die Konsistenz und die Druckempfindlichkeit.
  7. Organomegalie — Milz: Beginnen Sie in der rechten Fossa iliaca (aus demselben Grund wie bei der Leber). Bewegen Sie sich bei jeder Inspiration diagonal in Richtung des linken oberen Quadranten. Nur tastbar bei einer Vergrößerung von mehr als dem 2- bis 3-Fachen des Normalwerts. Bei Vergrößerung: Messen Sie vom Rippenbogen aus; oberhalb des Rippenbogens kann die Tastbarkeit nicht erreicht werden (anders als bei der linken Niere); der Klopfschall ist gedämpft; eine mediale Einkerbung ist vorhanden.Wenn Sie im linken Oberbauch eine Verhärtung ertasten und Ihre Hand nicht darüber heben können, handelt es sich wahrscheinlich um die Milz (oder den Magen). Können Sie Ihre Hand darüber heben, ist es vermutlich die Niere.
  8. Organomegalie – Nieren (Ballottement): Legen Sie eine Hand hinten in die Flanke, die andere vorne. Testen Sie die Niere: Drücken Sie nach hinten und fangen Sie die federnde Bewegung auf. Vergrößerte Nieren sind nur tastbar. Die rechte Seite ist leichter zu ertasten (sie liegt tiefer). Zur Unterscheidung von der Milz: Sie können oberhalb der Niere tasten, die Niere klingt resonant (der Darm liegt vorne) und bewegt sich weniger mit der Atmung.
  9. Schlagzeug: Leberränder (Dämpfung über der Leber). Aszites: Perkussion vom Nabel nach außen – gedämpft in den Flanken, resonant in der Mitte. Bei Dämpfung in den Flanken: Prüfung auf Verlagerung der Dämpfung (Rand markieren, Patient drehen, erneut perkutieren – der Rand verlagert sich mit der Schwerkraft bei Vorliegen von Aszites).
  10. Auskultation: Darmgeräusche über einer beliebigen Stelle für 30 Sekunden. Normal = gelegentliches Gurgeln. Fehlend = Ileus (insbesondere nach Operationen, Peritonitis). Klingelnd/hochfrequent = Darmverschluss. Strömungsgeräusche (über Aorta, Nierenarterien) falls klinisch indiziert.
  11. Leistenbrüche: Bitten Sie den Patienten zu husten und untersuchen/palpieren Sie die Leistenregion. Hustenimpuls = Hernie. Reponierbar: Zurückdrücken, Patienten bitten aufzustehen, erneut husten. Falls relevant: Unterscheiden Sie zwischen direkter (gerade nach außen durch das Hesselbach-Dreieck verlaufender) und indirekter Hernie (verläuft entlang des Leistenkanals – seitlich der epigastrischen Gefäße).
  12. Erwähnen Sie immer: „Normalerweise würde ich diese Untersuchung mit einer PR-Untersuchung abschließen.“ – und wäre bereit, eine solche durchzuführen, falls erforderlich.
📝 Beispieltexte
Normale Untersuchung:
Keine peripheren Anzeichen einer Lebererkrankung. Abdomen weich, nicht druckempfindlich, keine Abwehrspannung oder Rigor. Keine Organvergrößerung. Keine tastbaren Raumforderungen. Kein Loslassschmerz. Perkussion allseitig resonant. Darmgeräusche vorhanden und normal. Keine Hernie an den Leistenöffnungen tastbar. Rektumuntersuchung durchgeführt – normaler Tonus, keine Raumforderungen, Stuhlprobe auf dem Handschuh negativ.
Chronische Lebererkrankung mit Aszites:
Gelbsucht. Beidseitiger Leukonychie. Handflächenerythem. Multiple Spider-Naevi am Rumpf (ca. 7). Gynäkomastie. Geblähter Bauch – Flankenwölbung. Caput medusae um den Nabel sichtbar. Leber 6 cm unterhalb des rechten Rippenbogens tastbar – fest, glatt, abgerundeter Rand, nicht druckempfindlich. Splenomegalie – Splenomegaliespitze 3 cm unterhalb des linken Rippenbogens bei Inspiration tastbar. Perkussion: gedämpft in den Flanken. Verlagerungsdämpfung bestätigt. Darmgeräusche vorhanden und normal. Befunde vereinbar mit chronischer Lebererkrankung mit portaler Hypertension und Aszites.
Rechtsseitige Raumforderung im Abdomen (besorgniserregend):
Kachektische Erscheinung. Kein Ikterus. Abdomen: Operationsnarbe im rechten Unterbauch. Leichte Druckempfindlichkeit im rechten Unterbauch bei tiefer Palpation. 4 × 3 cm große, feste, unregelmäßige, wenig verschiebliche Raumforderung in der rechten Fossa iliaca. Druckunempfindlich. Keine Organvergrößerung. Kein Aszites. Darmgeräusche unauffällig. Die Untersuchung lässt den Verdacht auf eine rechtsseitige Kolonpathologie aufkommen – dringende Abklärung/Überweisung zur 2-Wochen-Regel indiziert.
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Untersuchung des Bewegungsapparates

GALS-Screening zuerst – dann gezielte Diagnostik. Mit besonderem Fokus auf die Erkennung entzündlicher Gelenkerkrankungen.

Gelenkschmerzen oder Schwellung Morgensteifigkeit Neue Arthritis Bekannte Arthritis-Übersicht Weichteilverletzung Rückenschmerzen Eingeschränkte Bewegung

💡 Hausarzt-Ansatz zuerst — GALS vor gezielter Behandlung

In der Allgemeinmedizin sollten Sie immer mit einem kurzen GALS-Screening (Gang, Arme, Beine, Wirbelsäule) beginnen – es dauert nur 3 Minuten und gibt Ihnen einen Überblick über das gesamte System, bevor Sie sich auf die spezifische Beschwerde konzentrieren. Führen Sie anschließend eine gezielte Gelenkuntersuchung durch, basierend auf den Ergebnissen der Anamnese und des GALS-Screenings.

📋 GALS Screen – Der 3-Minuten-Überblick

Beginnen Sie mit drei Screening-Fragen:

  1. Haben Sie Schmerzen oder Steifheit in Ihren Muskeln, Gelenken oder im Rücken?
  2. Können Sie sich ohne Schwierigkeiten vollständig selbst anziehen?
  3. „Können Sie Treppen ohne Schwierigkeiten hinauf- und hinuntergehen?“

Dann beobachten Sie Folgendes:

Gangart Beobachten Sie den Patienten, wie er 5 Meter geht, sich umdreht und zurückgeht. Achten Sie auf: Symmetrie, Schrittlänge, Fersen-Zehen-Absatzmuster, Armschwung (fehlt bei Parkinson), Schonhinken (verkürzte Standphase auf der schmerzenden Seite).
Verlängerungsarme Hände hinter den Kopf (Schulterabduktion + Außenrotation). Hände vor dem Körper, Handflächen nach unten, dann nach oben (Handgelenkstreckung/Pronation). Faust ballen. Präzisionsgriff (einen kleinen Gegenstand aufheben). Die MCP-Gelenke zusammendrücken (siehe Abschnitt „Entzündungen“ weiter unten).
Beine Hinlegen. Passive Hüftbeugung (Knie zur Brust) und Innenrotation (Fuß nach außen = Hüftinnenrotation). Knie: Volle passive Streckung, Patellarschlag (Erguss). Fuß: Druck auf die Metatarsophalangealgelenke ausüben.
Rücken Seitliche Nackenbeugung (Ohr zur Schulter – beidseitig). Vorwärtsbeugung der Lendenwirbelsäule (modifizierter Schober-Test: 10 cm Markierung oberhalb von S1, 5 cm darunter – sollte sich bei Beugung auf insgesamt ≥20 cm erhöhen = ≥5 cm Zunahme).

📌 Aufnahme-Mädels

Dokumentieren als: Gangbild: normal / abnormal. Arme: normal / abnormal. Beine: normal / abnormal. Wirbelsäule: normal / abnormal. Beschreiben Sie anschließend alle festgestellten Auffälligkeiten. Dies ist ein Schnellscreening – keine vollständige Untersuchung an sich.

🔬 Gezielte Gelenkuntersuchung – Sehen, Fühlen, Bewegen

Verwenden Sie für jedes spezifische Gelenk die SEHEN – FÜHLEN – BEWEGUNG Rahmen:

👁️ SCHAU MAL

  • Schwellung (Synovial- vs. Knochen- vs. Weichteilschwellung – siehe unten)
  • Erythem oder Hautveränderung
  • Deformität (fixiert vs. korrigierbar)
  • Muskelschwund (Quadrizeps bei Knieerkrankungen)
  • Narben (von früheren Operationen)
  • Tophi (Gicht – Ohren, Ellbogen, Sehnen)

🖐️ FÜHLEN

  • Temperatur – Handrücken im Vergleich beider Seiten
  • Druckempfindlichkeit – Gelenklinie lokalisieren, dann systematisch abtasten
  • Schwellungscharakteristik: weich/schwammig = Synovitis; hart/unregelmäßig = knöchern; fluktuierend = Erguss
  • Krepitation (fühlen und hören)
  • Patellar-Tapping-Test / Fluktuationstest (Kniegelenkerguss)

↕️ BEWEGUNG

Zunächst immer aktive Bewegung (Patient bewegt das Gelenk) – dies zeigt den schmerzfreien Bewegungsumfang und die Richtung der Bewegungseinschränkung an. Anschließend passive Bewegung (Sie bewegen das Gelenk, Patient entspannt) – dies zeigt den vollen Bewegungsumfang und das Endgefühl (hart knöchern = Arthrose, weich federnd = Gelenkentzündung/Gelenkerguss). Danach spezielle, gelenkspezifische Tests.

🩸 Erkennen entzündlicher Gelenkerkrankungen – Synovialitis in den MCP-Gelenken

💡 Warum das in der Allgemeinmedizin wichtig ist

Frühe entzündliche Arthritis wird in der Primärversorgung häufig übersehen. Das Zeitfenster für eine wirksame Behandlung mit DMARDs bei RA ist klein – eine frühzeitige Diagnose und Überweisung sind entscheidend. Hausärzte, die eine Synovitis bei der Untersuchung sicher erkennen können, sind deutlich besser darin, diese Patienten zu erreichen, bevor es zu Gelenkschäden kommt.

🔴 Schritt 1 — Schau dir die Hände an

Was Sie suchen:

Merkmale, die auf eine entzündliche Arthritis (RA, PsA) hindeuten:

  • Weich, bauschig, dorsal Schwellung an den MCP-Gelenken (2.–5.)
  • Symmetrische Beteiligung (MCP- und/oder PIP-Gelenke)
  • Schwellung des Handgelenks – weiche Schwellung auf der Handrückenseite zwischen Speiche und Handwurzelknochen
  • Ulnardrift bei MCPs (etablierte RA)
  • Schwanenhalsdeformität: PIP-Hyperextension + DIP-Flexion
  • Knopflochdeformität: PIP-Flexion + DIP-Hyperextension
  • Z-förmige Deformität des Daumens (MCP-Flexion + IP-Hyperextension)
  • Palmare Subluxation der MCPs (späte RA)

Merkmale, die auf Osteoarthritis hindeuten:

  • Harte, knöcherne, unregelmäßige Schwellung bei DIP-Gelenke = Heberden-Knoten
  • Harte, knöcherne Schwellung bei PIP-Gelenke = Bouchard-Knoten
  • CMC-Gelenk des Daumens (Abflachung an der Daumenbasis)
  • MCP-Gelenke in der Regel verschont
  • Knochenknirschen bei Bewegung
  • Oft asymmetrisch

📌 Der wichtigste anatomische Unterschied

RA = MCPs und PIPs. OA = DIPs und PIPs. Bei Schwellungen an den DIP-Gelenken sollte man zunächst an Arthrose denken. Schwellungen an den MCP-Gelenken deuten auf eine Entzündung hin. Sind sowohl MCP- als auch PIP-Gelenke symmetrisch betroffen, ist rheumatoide Arthritis wahrscheinlich. Treten bei den DIP-Gelenken Nagelveränderungen auf, ist Psoriasis-Arthritis denkbar.

🖐️ Schritt 2 – Abtasten auf Synovitis

So ertasten Sie eine Synovialitis an den MCPs:

  1. Benutzen Sie Ihre Zeigefinger auf dem Rücken und Daumen auf der palmaren Seite jedes MCP-Gelenks.Du drückst das Gelenk sanft zwischen zwei Fingern zusammen.
  2. Wie fühlt sich eine Synovitis an? Weich, teigig, „schwammig“ – wie ein Wasserballon, den man zusammendrückt. Es gibt unter Druck leicht nach und springt zurück. Es ist oft warm. Es ist NICHT dasselbe wie ein Weichteilödem (das eher diffus ist und Dellen bildet).Vergleichen Sie: Arthrose-Knoten sind hart und knöchern – sie geben nicht nach. Synovitis ist weich und gibt nach. Hat man es einmal gespürt, vergisst man den Unterschied nie wieder.
  3. Temperatur prüfen: Verwenden Sie den Handrücken. Vergleichen Sie die MCP-Regionen beidseitig. Wärme über einem Gelenk deutet auf eine aktive Entzündung hin.
  4. Tasten Sie jeden MCP einzeln ab. (2. bis 5.), dann beide Handgelenke auf der Dorsalseite.

🤏 Schritt 3 – Der MCP-Quetschtest

Dies ist einer der nützlichsten klinischen Tests zur Früherkennung von entzündlicher Arthritis bei Hausärzten.

  1. Fassen Sie die Hand des Patienten Sanft um die Metakarpalköpfchen 2–5 herum, gleichzeitig von der lateralen (Daumenseite) und medialen (Kleinfingerseite).
  2. Sanft, aber fest drücken. — eine mäßige seitliche Kompression aller vier MCPs gleichzeitig.
  3. Positives Ergebnis = Schmerzen oder Druckempfindlichkeit beim Zusammendrücken. Der Patient zuckt möglicherweise zusammen, zieht die Hand zurück oder berichtet von Druckempfindlichkeit.Positiver Kompressionstest + Morgensteifigkeit > 30 Minuten + symmetrische Schwellung der MCP- und PIP-Gelenke = dringende Überweisung an die Rheumatologie. Warten Sie nicht auf die Blutwerte, bevor Sie überweisen.
  4. Negatives Ergebnis = keine Beschwerden. Bei Arthrose ist dieser Test typischerweise negativ (da Arthrose die distalen Interphalangealgelenke (DIPs) und nicht die medialen Cephalgelenke (MCPs) betrifft).

🤔 Klinische Perle – „Dieser Druck fühlt sich gut an“: Ist das immer noch positiv?

Gelegentlich sagt ein Patient, dass sich der Druck wie folgt anfühlt entlastend — wie eine Massage, ein wohltuender Druck, „guter Schmerz“. Das ist kein positives Testergebnis.

Ein echtes positives Ergebnis erfordert unangenehmer Schmerz Der Patient zuckt zusammen, weicht zurück oder sagt „Aua“. Diese Reaktion spiegelt eine ausgelöste Gelenkentzündung wider. Entzündete Gelenke signalisieren fass mich nicht anSignale von straffem oder steifem Weichgewebe Mehr Druck, das hilft..

✅ Positiv — Entzündungsfördernd Stechender, unangenehmer Schmerz
Der Patient zieht sich zurück oder zuckt zusammen.
Verschlimmerung nach dem Ausdrücken
→ Denken Sie an Synovitis/RA
❌ Negativ — Nicht entzündlich Der Druck fühlt sich erleichternd an.
Der Patient lehnt sich darauf ein.
Besser nach dem Ausdrücken
→ Mechanische / Weichteilgewebe

Eine Frage, die das Problem sofort löst: „Ist das ein starker Schmerz – oder fühlt es sich wie Erleichterung an?“

⚠️ Das sollten Sie in der Klinik nicht verpassen!

Ein positiver MCP-Squeeze-Test bei einem Patienten mit Gelenkschmerzen und Morgensteifigkeit sollte eine dringende Überweisung an einen Rheumatologen nach sich ziehen – nicht nur eine Blutuntersuchung. Eine frühzeitige DMARD-Therapie bei RA (idealerweise innerhalb von 3–6 Monaten nach Symptombeginn) reduziert die langfristige Gelenkzerstörung signifikant. Dies ist eine Diagnose und eine Überweisungsentscheidung des Hausarztes.

🔎 Schritt 4 — Extraartikuläre Merkmale

Rheumatoide Arthritis
  • Rheumaknoten (Streckarm am Ellbogen)
  • Vaskulitische Nagelveränderungen
  • Episkleritis / Skleritis (Augen — fragen)
  • Sekundäres Sjögren-Syndrom (trockene Augen/trockener Mund)
Psoriasis-Arthritis
  • Psoriasis-Plaques (Streckflächen, Kopfhaut, Gesäßfalte, Nabel)
  • Nagelgrübchen (kleine Grübchen in der Nageloberfläche)
  • Onycholyse (Ablösung des Nagels vom Nagelbett)
  • Öltropfenzeichen (braune Verfärbung unter dem Nagel)
  • Beteiligung des DIP-Gelenks (klassisch)
  • Daktylitis („Wurstfinger“)
Gicht
  • Tophi (Ohren, Achillessehnen, Metakarpophalangealgelenke, Ellbogen)
  • Rötung über dem betroffenen Gelenk
  • Oft monoartikulär, akut heiß
  • Klassisches 1. MTP-Gelenk (Podagra)
  • Nierenerkrankung (Uratnephropathie)
Beispielbeschreibung – frühe entzündliche Arthritis (RA-Muster):
GALS-Screening: Gangbild unauffällig. Arme: Beidseitig reduzierte Griffkraft und eingeschränkte Handgelenksextension. Beine: unauffällig. Wirbelsäule: unauffällig. Handuntersuchung: Beidseitig weiche, teigige Schwellung an den MCP-Gelenken II und III tastbar. Überwärmung beider Handgelenke. MCP-Drucktest beidseits positiv – Patient berichtet über deutliche Druckempfindlichkeit. Beidseitig: dorsale Synovialschwellung, Extension beidseits auf 40° eingeschränkt (normal 70°). Keine fixierten Deformitäten. Keine Schwanenhals- oder Knopflochdeformitäten. Keine DIP-Schwellung. Keine Rheumaknoten. Keine Haut- oder Nagelveränderungen. Befund: Beidseitige MCP- und Handgelenkssynovitis. Dringende Überweisung an die Rheumatologie.
Beispielbeschreibung – Arthrose der Hände:
Handuntersuchung: Heberden-Knoten an den DIP-Gelenken von Zeige- und Mittelfinger beidseits – fest, knöchern, nicht druckempfindlich. Bouchard-Knoten am rechten PIP-Gelenk des Zeigefingers. Keine MCP-Schwellung. MCP-Kompressionstest beidseits negativ. Knöchernes Krepitieren im CMC-Gelenk des rechten Daumens. Abflachung der CMC-Gelenkbasis des rechten Daumens. Handgelenksbeweglichkeit: beidseits vollständig. Griffkraft rechts stärker reduziert als links.
🦴 Erkennen entzündlicher Gelenkerkrankungen – Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen

💡 Warum das in der Allgemeinmedizin wichtig ist

Entzündliche Rückenschmerzen werden in erster Linie vom Hausarzt diagnostiziert. Die axiale Spondyloarthritis (axSpA) – einschließlich Morbus Bechterew – betrifft 0.3–0.5 % der Bevölkerung, vorwiegend junge Erwachsene, und die durchschnittliche Diagnoseverzögerung beträgt 8–10 Jahre. Hausärzte, die die typischen Symptome erkennen, können diese Verzögerung deutlich verkürzen.

Wichtigste klinische Merkmale – Entzündliche vs. mechanische Rückenschmerzen

🚩 Entzündliche Rückenschmerzen – Merkmale

  • Beginn vor dem 45. Lebensjahr — Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen beginnen selten nach dem 45. Lebensjahr.
  • Schleichender Beginn — nicht durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst
  • Dauer >3 Monate — nicht akut
  • Morgensteifigkeit >30 Minuten — oft 1–2 Stunden; Patienten beschreiben, dass sie sich bis zum späten Vormittag nur schwer bewegen können
  • Verbessert sich durch Bewegung, verschlechtert sich durch Ruhe — das Gegenteil von mechanischem Schmerz
  • Erwacht aus dem Schlaf — wacht typischerweise in der zweiten Nachthälfte (3–5 Uhr) mit Steifheit auf; steht auf und bewegt sich, um diese zu lindern.
  • Wechselnde Gesäßschmerzen — Die Sakroiliitis verursacht Schmerzen, die abwechselnd auf beiden Seiten auftreten; sie unterscheidet sich von der einseitigen Ischiasbeschwerden.
  • Reagiert auf NSAIDs — Eine deutliche Reaktion innerhalb von 24–48 Stunden ist diagnostisch nützlich

✅ Mechanische Rückenschmerzen — Kontrast

  • Jedes Alter — erreicht seinen Höhepunkt im Alter von 30–50 Jahren, kann aber in jedem Alter auftreten
  • Oft ausgelöst — Heben, Drehen, langes Verharren in einer bestimmten Körperhaltung
  • Morgensteifigkeit <30 Minuten
  • Verschlimmert sich bei körperlicher Aktivität, bessert sich bei Ruhe.
  • Wacht normalerweise nicht aus dem Schlaf auf
  • Keine abwechselnden Gesäßschmerzen
  • Variable NSAID-Reaktion

Wirbelsäulenuntersuchung – Worauf Sie achten sollten

Look

  • Körperhaltung: Verlust der Lendenlordose (früh), thorakale Kyphose (spät)
  • Skoliose (funktionell vs. strukturell)
  • Muskelkrampf – sichtbare oder tastbare Schwellung im Bereich der Wirbelsäule
  • Haut: Psoriasis-Plaques (Psoriasis-Arthritis), Enthesitis an der Achillessehne

Feel

  • Druckempfindlichkeit des Iliosakralgelenks: Drücken Sie fest auf jedes Iliosakralgelenk (Bereich der Spina iliaca posterior superior).
  • Druckempfindlichkeit der paraspinalen Muskulatur
  • Enthesitis-Punkte: Achillessehnenansatz, Plantarfaszie, Darmbeinkamm
  • Brustkorberweiterung eingeschränkt (<2.5 cm im 4. Interkostalraum = signifikant)

Bewegung

  • Modifizierter Schober-Test (siehe unten) — Lendenbeugung
  • Seitliche Flexion der Lendenwirbelsäule (normal ≥10 cm auf jeder Seite)
  • Halswirbelsäulenrotation (normalerweise 70° pro Seite) – im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung reduziert
  • Hinterkopf-Wand-Test: Der Patient steht mit dem Rücken zur Wand und versucht, die Wand mit dem Hinterkopf zu berühren (die Wand sollte berührt werden; eine Lücke deutet auf eine thorakale Kyphose hin).

📏 Modifizierter Schober-Test – So führen Sie ihn durch

  1. Der Patient steht aufrecht. Markieren Sie mit einem Stift den Mittelpunkt der Spinae iliacae posteriores superiores (Venusgrübchen).
  2. Markieren Sie einen Punkt bei 10 cm. oben und 5cm unten Mittelpunkt – Gesamtspannweite = 15 cm.
  3. Bitten Sie den Patienten, sich maximal nach vorne zu beugen (Knie gestreckt halten). Messen Sie erneut den Abstand zwischen den beiden Markierungen.
  4. Positiv (eingeschränkt): Der Abstand vergrößert sich um weniger als 5 cm (d. h. insgesamt um weniger als 20 cm). Normal: Der Abstand vergrößert sich um mindestens 5 cm.

Sensitivität für axiale Spondyloarthritis (axSpA): ca. 55–70 %. Spezifität: ca. 85–90 %. Allein nicht aussagekräftig – Anamnese und Bildgebung sind erforderlich. Als Screening-Test, nicht zum Ausschluss einer axSpA verwenden.

Zugehörige extraspinale Merkmale (Fragen und Nachsehen)

Periphere Funktionen
  • Periphere Arthritis (große Gelenke – Knie, Sprunggelenke, Hüften)
  • Enthesitis (Schmerzen am Sehnen-/Bänderansatz – Achillessehne, Plantarfaszie)
  • Daktylitis – „Wurstfinger“ (Zehe oder Finger)
  • Uveitis (anterior) – rotes, schmerzhaftes Auge; Lichtscheu
Haut und andere Merkmale
  • Psoriasis – Kopfhaut, Ellbogen, Bauchnabel und Gesäßfalte untersuchen.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung – fragen Sie nach Durchfall und blutigem Stuhl.
  • Urethritis / Infektion des Urogenitaltrakts (reaktive Arthritis)
  • Familiäre Vorbelastung mit Spondyloarthritis, Psoriasis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Uveitis

🚨 Wann ist eine Überweisung erforderlich? — NICE NG65 (Spondyloarthritis) Leitlinie

Bei Vorliegen der Kriterien für entzündliche Rückenschmerzen (Beginn <45, Dauer >3 Monate, Morgensteifigkeit >30 Minuten, Besserung durch Bewegung) ist eine Überweisung an einen Rheumatologen erforderlich. erfahren eines der folgenden:

  • Erhöhte CRP- oder BSG-Werte ohne andere Erklärung
  • HLA-B27-positiv
  • MRT-Aufnahme zeigt Sakroiliitis
  • Röntgenbild mit Nachweis einer Sakroiliitis (im Frühstadium oft unauffällig)
  • Gutes Ansprechen auf NSAIDs
  • Familiengeschichte von SpaA
  • Uveitis, Psoriasis oder IBD
  • Periphere Arthritis oder Enthesitis

Warten Sie nicht auf Veränderungen im Röntgenbild – frühe axiale Spondyloarthritis (axSpA) ist oft röntgennegativ. Die MRT ist die bevorzugte Bildgebungsmethode zur Früherkennung einer Sakroiliitis.

🔵 Halsuntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Körperhaltung: Vorwärtsneigung des Kopfes, Verlust der Halslordose
  • Schiefhals (Torticollis)
  • Muskelschwund oder Muskelkrämpfe (sichtbare Schwellung der paravertebralen Muskulatur)
  • Narben von früheren Operationen
  • Haut: Psoriasis, Ekzem (können auf eine entzündliche Ursache hinweisen)

Feel

  • Dornfortsätze in der Mittellinie: Druckschmerzhaftigkeit im Bereich C5/6 ist häufig bei zervikaler Spondylose.
  • Paraspinale Muskulatur: Verspannungen oder Triggerpunkte
  • Dornfortsatz des 7. Halswirbels: am deutlichsten ausgeprägt; nützliche Orientierungshilfe
  • Lymphknoten (hintere Halslymphknotenkette)
  • Trapezmuskel: Triggerpunkte, die häufig bei spannungsbedingten Nackenschmerzen auftreten

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Beugung: Kinn zur Brust (normalerweise ~45°)
  • Erweiterung: Blick zur Decke (~45°)
  • Drehung: Kinn bis Schulter – 70–80° auf jeder Seite
  • Seitliche Flexion: Ohr zu Schulter – 45° auf jeder Seite
  • Bitten Sie den Patienten zunächst, aktiv mitzuarbeiten, und beurteilen Sie anschließend passiv, ob Einschränkungen vorliegen.
  • Hinweis: Schmerzen am Ende des Bewegungsbereichs vs. im gesamten Bewegungsbereich, eingeschränkter Bewegungsbogen, schmerzhafte vs. schmerzfreie Einschränkung

Spezialuntersuchungen (Hausarzt mit Interesse am Bewegungsapparat)

Spurling-Test (Zervikale Radikulopathie)

Wie: Patient sitzt. Kopf überstrecken und zur symptomatischen Seite drehen, dann sanften axialen Druck nach unten durch den Scheitel ausüben.

Positiv: Reproduktion radikulärer Armschmerzen (nicht nur Nackenschmerzen). Weist auf eine Forameneinengung/Nervenwurzelkompression hin.

Zuverlässigkeit: Die Sensitivität liegt bei etwa 30–50 % (schlecht zum Ausschluss einer Radikulopathie), die Spezifität bei etwa 90–95 % (gut zum Nachweis einer Radikulopathie). Ein positives Ergebnis ist aussagekräftig; ein negatives schließt eine Radikulopathie nicht aus. Am besten kombiniert man die Untersuchung mit einer Anamnese von dermatomenspezifischen Armschmerzen und Reflexveränderungen.

Lhermitte-Zeichen (Zervikale Myelopathie)

Wie: Passive Nackenbeugung – bitten Sie den Patienten, das Kinn zur Brust zu beugen.

Positiv: Ein elektrisierendes Gefühl, das entlang der Wirbelsäule oder in die Gliedmaßen ausstrahlt. Dies deutet auf eine Reizung der Hinterstränge hin – Kompression, Demyelinisierung (Multiple Sklerose) oder Rückenmarksschädigung.

Zuverlässigkeit: Die Sensitivität liegt bei etwa 25 % für MS; die Spezifität bei etwa 87 %. Die niedrige Sensitivität bedeutet, dass der Test selbst bei Myelopathie selten positiv ausfällt, aber wenn er positiv ist, ist er hochspezifisch. Bei positivem Lhermitte-Test ist eine dringende neurologische/orthopädische Untersuchung erforderlich.

💡 Top-Tipp – Die Rotationsregel

In der Allgemeinmedizin ist die Halswirbelsäulenrotation die wichtigste Bewegungsart zur schnellen Beurteilung. Patienten mit einer Rotation von weniger als 50 % auf beiden Seiten weisen eine klinisch relevante Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule auf. Ist die Rotation vollständig und schmerzfrei, ist eine schwerwiegende Erkrankung der Halswirbelsäule unwahrscheinlich. Bei eingeschränkter Rotation und gleichzeitigen Armsymptomen ist eine umgehende Bildgebung zur Abklärung einer Rückenmarkskompression erforderlich.

🚨 Warnsignale bei Nackenschmerzen – die Sie nicht übersehen sollten

  • Beidseitige Armschwäche oder Handungeschicklichkeit – Rückenmarkskompression
  • Gangstörungen oder Gleichgewichtsprobleme – Myelopathie
  • Blasen- oder Darmfunktionsstörung mit Nackenschmerzen – Notfall
  • Schmerzen nach einem Trauma – Fraktur, bis das Gegenteil bewiesen ist
  • Nächtliche Schmerzen, die sich durch die Körperlage nicht lindern lassen – bösartige Erkrankung/Infektion
  • Fieber mit Nackensteifigkeit — Meningismus (Kernig, Brudzinski)
✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
🔵 Rückenuntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Gangart – antalgisch (schmerzvermeidend), festlich, ataktisch
  • Wirbelsäulenausrichtung: Skoliose (Patient bitten, sich nach vorne zu beugen – Rippenbuckel = strukturell bedingt), Kyphose, Verlust der Lordose
  • Muskelkrampf: sichtbare Schwellung oder Asymmetrie im Bereich der Wirbelsäule.
  • Haut über der Wirbelsäule: behaarter Fleck, Grübchen, Lipom (Spinaldysraphie)
  • Körperhaltung im Stehen – ist der Patient zur Seite gekippt?

Feel

  • Dornfortsätze in der Mittellinie: Stufenförmige Deformität (Spondylolisthesis), Klopfschmerz (Infektion, Fraktur)
  • Paraspinale Muskulatur: Druckempfindlichkeit, Krämpfe
  • PSIS / SIJ: Druckempfindlichkeit des Iliosakralgelenks
  • Femoralnerv: Position für den Femoralnerv-Dehnungstest
  • Ischiasnerv: Druckempfindlichkeit im Bereich der Ischiaskerbe

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Beugung: Modifizierter Schober-Test (Zunahme ≥5 cm — siehe unten)
  • Erweiterung: 20–30 °
  • Seitliche Flexion: 30° auf jeder Seite (Fingerspitze bis Wadenbeinkopf)
  • Drehung: 45° auf jeder Seite (fixiertes Becken)
  • Beachten Sie, ob und in welcher Richtung der Schmerz durch Bewegung reproduziert wird.

Spezielle Tests

Gerades Beinheben (SLR) – Bandscheibenvorfall/Nervenwurzel im Lendenbereich

Wie: Patient liegt in Rückenlage. Das Bein wird langsam passiv angehoben, das Knie dabei gestreckt. Der Winkel, bei dem Schmerzen auftreten, wird notiert.

Positiv: Reproduktion radikulärer Beinschmerzen (Ischias – ausstrahlende Schmerzen unterhalb des Knies) zwischen 30° und 70°. Ipsilateraler SLR am sensitivsten; kontralateraler (gekreuzter) SLR am spezifischsten.

Zuverlässigkeit: Ipsilateraler SLR: Sensitivität 80–90 %, Spezifität 30–40 % (gutes Screening, ungeeigneter Ausschluss). Gekreuzter SLR: Sensitivität 25 %, Spezifität 90 % (geringe Sensitivität, aber bei positivem Ergebnis = hohe Wahrscheinlichkeit für einen Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelkompression).

Femoralnerven-Dehnungstest — Obere Lendenwirbelsäule (L2–L4)

Wie: Patient in Bauchlage. Knie passiv auf 90° beugen, dann Hüfte strecken.

Positiv: Reproduktion von Schmerzen im vorderen Oberschenkelbereich. Deutet auf eine Reizung der Nervenwurzeln L2, L3 oder L4 hin – Bandscheibenvorfall im oberen Lendenbereich oder Kompression des Femoralnervs.

Zuverlässigkeit: Die Sensitivität liegt bei etwa 85 % für einen Bandscheibenvorfall im oberen Lendenbereich; die Spezifität ist moderat (ca. 60 %). Die Untersuchung ist indiziert bei Schmerzen im vorderen Oberschenkel, fehlendem Patellarsehnenreflex oder schwacher Hüftbeugung.

💡 Top-Tipp – Die 30–70°-Regel für Spiegelreflexkameras

Schmerzen unterhalb von 30° sind fast immer nicht bandscheibenbedingt (Piriformis-Syndrom, Hüftpathologie, Simulation). Schmerzen oberhalb von 70° deuten in der Regel auf verkürzte Hamstrings und nicht auf eine Nervenwurzelverkürzung hin. Echte Ischiasbeschwerden aufgrund einer Bandscheibenkompression treten fast immer zwischen 30° und 70° auf. Die zusätzliche Dorsalflexion des Sprunggelenks (Bragard-Manöver) an der Schmerzstelle erhöht die Spezifität – verschlimmert sich der Schmerz dadurch, bestätigt dies eine Nervenspannung und nicht eine Verkürzung der Hamstrings.

✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
🔵 Schulteruntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Muskelschwund: Supraspinatus (oberhalb der Schulterblattgräte), Deltamuskel, Infraspinatus
  • Asymmetrie, Schwellung, Blutergüsse
  • Prominente AC-Gelenk (Stufendeformität = AC-Gelenkstörung)
  • Scapula alata (Schwäche des Musculus serratus anterior – Nervus thoracicus longus)
  • Armposition in Ruhe

Feel

  • AC-Gelenk: Druckempfindlichkeit = AC-Gelenk-Arthritis oder -Verletzung
  • Subakromialer Raum: Druckschmerz = Rotatorenmanschette/Impingement
  • Sulcus intertubercularis (anterior, bei 10° Innenrotation des Arms): Druckschmerz = Bizepssehnenentzündung
  • Tuberculum majus: Ansatz des Musculus supraspinatus
  • Glenohumerale Gelenklinie (posterior)

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Entführung: 0–180° (Bogenprüfung auf Aufprall)
  • Vorwärtsbeugung: 0–180 °
  • Außenrotation: 60–70° (Ellbogen an der Seite)
  • Innenrotation: Hand bis zur Brustwirbelsäulenhöhe hochheben
  • Adduktion über den Körper hinweg: beurteilt ACJ
  • Schulterblatt beobachten: normaler Rhythmus – das Schultergelenk bewegt sich zuerst um 60°, dann rotiert das Schulterblatt.

Spezielle Tests

Hawkins-Kennedy-Test (Subakromiales Impingement)

Wie: Beugen Sie Schulter und Ellbogen im 90°-Winkel. Rotieren Sie die Schulter nach innen (drücken Sie das Handgelenk nach unten, während Sie den Ellbogen stützen).

Positiv: Schmerzen in der Schulter = subakromiales Impingement (Supraspinatussehne unter dem Coracoacromialbogen eingeklemmt).

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 79 %, Spezifität ca. 59 %. Gute Sensitivität, aber geringere Spezifität – geeignet als Screening-Test; ein positives Ergebnis allein reicht für die Diagnose nicht aus. Für eine stärkere Aussagekraft sollte der Test mit dem schmerzhaften Bogen und dem Neer-Test kombiniert werden.

Neer-Zeichen (Einklemmung)

Wie: Schulterblatt stabilisieren, Schulter passiv nach vorne beugen, Arm dabei nach innen rotieren und Daumen nach unten zeigen lassen.

Positiv: Schmerzen in der vorderen Schulter bei maximaler Bewegungsamplitude. Sensitivität ~72 %, Spezifität ~60 %.

Leerer Dosentest / Jobe-Test (Supraspinatusriss)

Wie: Heben Sie beide Arme im 90°-Winkel in der Skapularebene an (30° anterior zur Frontalebene), Daumen nach unten (wie bei einer leeren Dose). Üben Sie Gegendruck aus, während der Patient Widerstand leistet.

Positiv: Schwäche oder Schmerzen = Supraspinatussehnenriss oder ausgeprägte Tendinopathie.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 69–79 %, Spezifität ca. 50–66 % bei vollständigen Rissen. Besser geeignet zum Nachweis von Rissen als die alleinige Beurteilung einer Einklemmung.

Zeichen der Außenrotationsverzögerung (Infraspinatus-/Teres-Minor-Riss)

Wie: Die Schulter passiv vollständig nach außen rotieren, dabei den Ellbogen im 90°-Winkel halten. Loslassen – den Patienten bitten, die Position zu halten.

Positiv: Der Arm fällt in Richtung Innenrotation ab = hinterer Rotatorenmanschettenriss (Musculus infraspinatus).

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 56–70 %, Spezifität ca. 98 % bei großen Rissen. Hohe Spezifität bei positivem Ergebnis.

💡 Top-Tipp – Der schmerzhafte Bogen in der Praxis

Schmerzen bei 60–120° Abduktion = subakromiales Impingement (Supraspinatussehne unter dem Akromion eingeklemmt). Schmerzen im Endbereich (>120°) = ACJ-Pathologie. Schmerzen von Anfang an = glenohumerale Pathologie (OA, Schultersteife, Gelenkerguss).

Bei einer beginnenden Schultersteife ist die Außenrotation als erstes eingeschränkt und die am stärksten eingeschränkte Bewegung – stärker als die Abduktion. Wenn Sie eine gleichmäßige Einschränkung in alle Richtungen mit einem steifen Endgefühl feststellen, denken Sie eher an eine Kapsulitis als an ein Impingement-Syndrom.

✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
🔵 Ellenbogenuntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Tragewinkel (Cubitus valgus/Varus) – normalerweise ~5–15° Valgus
  • Schwellung: Bursitis olecrani posterior (golfballförmige Schwellung), lateraler Epikondylus
  • Muskelschwund: Bizeps, Trizeps, Unterarmstrecker/Unterarmbeuger
  • Haut: Psoriasis-Plaques an der Streckseite, Rheumaknoten am Olecranon
  • Scars

Feel

  • Laterale Epicondylus: Druckschmerzhaftigkeit = laterale Epicondylitis (Tennisarm)
  • Epicondylus medialis: druckempfindlich = Epicondylitis medialis (Golferellenbogen)
  • Bursa olecrani: fluktuierend (septische vs. traumatische Bursitis)
  • Radiusköpfchen: anterior palpieren, Pronation/Supination zur Beurteilung der Rotation
  • Ulnarisnerv: Druckempfindlichkeit oder Kribbeln in der medialen Epicondylusrinne = Ulnarisneuritis

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Beugung: 0–140 °
  • Erweiterung: 0° (Überstreckung bis −5° Normalstellung bei Hypermobilität)
  • Pronation: 80–90 °
  • Supination: 80–90 °
  • Der Verlust der vollen Streckfähigkeit ist das früheste Anzeichen eines Gelenkergusses im Ellbogengelenk.

Spezielle Tests

Cozen-Test (Laterale Epicondylitis / Tennisarm)

Wie: Stabilisieren Sie den Ellbogen. Bitten Sie den Patienten, das Handgelenk gegen Widerstand zu strecken, wobei der Ellbogen leicht gebeugt und der Unterarm proniert ist.

Positiv: Schmerzen über dem lateralen Epikondylus = laterale Epikondylitis.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 84 %, Spezifität ca. 81 %. Einer der besseren Einzeltests für die Diagnose einer lateralen Epicondylitis. Der Mill-Test (passive Handgelenksbeugung bei gestrecktem Ellbogen) erhöht in Kombination mit anderen Tests die Spezifität.

Golferellenbogen-Test (mediale Epicondylitis)

Wie: Bitten Sie den Patienten, das Handgelenk gegen Widerstand zu beugen, während der Ellbogen gestreckt ist.

Positiv: Schmerzen über dem medialen Epikondylus = mediale Epikondylitis.

Zuverlässigkeit: Weniger gut untersucht; Sensitivität und Spezifität liegen in den meisten Studien bei etwa 70–75 %. Die Diagnose erfolgt hauptsächlich klinisch anhand der charakteristischen Lokalisation, der Berufsanamnese und der Druckempfindlichkeit.

💡 Top-Tipp – Ellenbogenstreckung als Anzeichen für einen Erguss

Der Verlust der vollen Streckfähigkeit des Ellbogens ist das erste und sensitivste Anzeichen eines Gelenkergusses. Gesunde Ellbogen lassen sich bis 0° (oder nur leicht überstrecken) vollständig strecken. Kann der Patient den Ellbogen nicht vollständig strecken, ist von einer Gelenkerkrankung auszugehen, bis das Gegenteil bewiesen ist – dies schließt auch Frakturen nach einem Trauma ein. Bei Verdacht auf eine Ellbogenverletzung ist eine Knochenverletzung unwahrscheinlich, wenn die Streckfähigkeit vollständig und schmerzfrei ist.

✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
🔵 Untersuchung von Hand und Handgelenk

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Rücken und Handfläche – Schwellungen, Deformitäten, Hautveränderungen
  • Muskelschwund: Thenar (Nervus medianus – Karpaltunnelsyndrom), Hypothenar, Interossei (Nervus ulnaris – RA)
  • Deformationen: Schwanenhals, Boutonnière, Dupuytren, Hammerfinger, Z-Daumen
  • Gelenke: MCP (RA), PIP (RA/PsA), DIP (OA/PsA), CMC des Daumens (OA)
  • Nägel: Grübchenbildung, Onycholyse, Rillenbildung (Psoriasis-Arthritis)
  • Haut: Handflächenerythem, Kalzinose, Sklerodaktylie

Feel

  • Temperatur: Vergleichen Sie die Handgelenke auf der Rückseite.
  • MCP-Quetschtest (siehe entsprechendes Akkordeon)
  • Synovitis einzelner Gelenke: weich/schwammig = Synovialverdickung; hart/unregelmäßig = Osteophyten
  • Handgelenk: dorsale Synovialschwellung, radiale/ulnare Druckempfindlichkeit
  • Anatomische Tabatière: Kahnbeinfraktur (radiale Handgelenkschmerzen nach Sturz)
  • Karpaltunnelsyndrom: Tinel-Zeichen über dem Retinaculum flexorum

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Handgelenksbeugung: 80° | Erweiterung: 70 °C.
  • Radiale Abweichung: 20° | Ulnardeviation: 30 °C.
  • Griffstärke: Funktionsgriff, Pinzettengriff
  • Fingerstreckung: alle Finger gleichzeitig auf 0° drehen
  • Daumenopposition: berührt jede Fingerspitze
  • Frage: „Machen Sie eine Faust – jetzt vollständig öffnen“ (Schnellabfrage zur globalen Einschränkung)

Spezielle Tests

Phalen-Test (Karpaltunnelsyndrom)

Wie: Bitten Sie den Patienten, beide Handgelenke 60 Sekunden lang in maximaler Beugung zu halten (Handrücken aneinanderdrücken).

Positiv: Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet des Nervus medianus (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, radiale Hälfte des Ringfingers). Innerhalb von 60 Sekunden = hoher Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 68–80 %, Spezifität ca. 73–91 %. Einer der besseren klinischen Tests für das Karpaltunnelsyndrom. Der umgekehrte Phalen-Test (Handgelenke in Streckstellung) erhöht die Sensitivität in Kombination.

Tinel Sign (CTS)

Wie: Klopfen Sie mit dem Finger oder einem Sehnenhammer auf den Karpaltunnel (Mittellinie in der Handgelenksfalte).

Positiv: Kribbeln im Versorgungsgebiet des Nervus medianus = Karpaltunnelsyndrom.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 50–60 %, Spezifität ca. 65–75 %. Weniger sensitiv als Phalen, aber unkompliziert in der Anwendung. Beide Tests verwenden.

Finkelstein-Test (De-Quervain-Tenosynovitis)

Wie: Der Patient ballt die Faust, wobei der Daumen zwischen den Fingern liegt. Das Handgelenk wird passiv nach ulnar abgewinkelt.

Positiv: Stechender Schmerz über dem Processus styloideus radii und dem ersten dorsalen Kompartiment = De-Quervain-Tenosynovitis (APL- und EPB-Sehnen).

Zuverlässigkeit: Die Sensitivität liegt bei etwa 81 %, die Spezifität je nach Population bei etwa 50–89 %. Aufgrund der hohen Sensitivität eignet sich der Test gut als Screening-Methode. Er tritt häufig bei jungen Müttern auf (wiederholtes Hochheben des Babys).

💡 Top-Tipp – Die anatomische Schnupftabakdose

Bei jedem Patienten mit radialen Handgelenkschmerzen nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand sollte die Tabatière (zwischen den Sehnen des Musculus extensor pollicis longus und des Musculus abductor pollicis longus/Musculus extensor pollicis brevis, an der Daumenbasis) untersucht werden. Druckschmerzhaftigkeit in diesem Bereich deutet bis zum Beweis des Gegenteils auf eine Kahnbeinfraktur hin, selbst wenn das Röntgenbild unauffällig ist. Die Sensitivität des konventionellen Röntgens für den akuten Nachweis einer Kahnbeinfraktur liegt lediglich bei 70–80 %. Bei unauffälligem Röntgenbefund und hohem klinischem Verdacht auf eine Kahnbeinfraktur sollten eine Untersuchung durchgeführt, ein Kahnbeingips angelegt und eine MRT oder Knochenszintigrafie veranlasst werden.

✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
🔵 Hüftuntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Gangbild: Trendelenburg (Becken fällt zur Gegenseite ab = schwache Abduktoren), Schonhinken, verkürztes Bein
  • Trendelenburg-Zeichen: 30 Sekunden auf einem Bein stehen – kontralaterales Becken senkt sich ab = positiv
  • Beinlänge: scheinbar (vom Bauchnabel bis zum Innenknöchel) und tatsächlich (von der Spina iliaca anterior superior bis zum Innenknöchel)
  • Muskelschwund: Gesäßmuskeln, Oberschenkelmuskeln
  • Körperhaltung: fixierte Beugekontraktur (Patient kompensiert dies durch eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule)

Feel

  • Trochanter major: Druckempfindlichkeit = Trochanter-major-Schmerzsyndrom (Trochanterbursitis/Glutealsehnenentzündung)
  • Leistenregion: Druckschmerz vor dem Femoralispuls = Hüftgelenk
  • ASIS: Enthesitis bei SpA
  • Ischiaskerbe: Druckempfindlichkeit des Ischiasnervs (Ausstrahlung in die hintere Oberschenkelregion)

Bewegung (Rückenlage — Normalbereich)

  • Beugung: Knie zur Brust — 120°
  • Innenrotation: Fuß nach außen — 45°
  • Außenrotation: Fuß nach innen — 45°
  • Entführung: 45° | Adduktion: 30 °C.
  • Der Verlust der Innenrotation ist die erste und empfindlichste Bewegungseinschränkung bei Hüftarthrose.

Spezielle Tests

Thomas-Test (Fixierte Beugekontraktur)

Wie: Patient in Rückenlage. Die nicht betroffene Hüfte vollständig beugen, um die Lendenlordose abzuflachen (manuell unter der Lendenwirbelsäule überprüfen). Das kontralaterale (betroffene) Bein beobachten – hebt es sich von der Liege ab, liegt eine fixierte Beugekontraktur vor.

Positiv: Winkel zwischen Bein und Tisch = Grad der fixierten Beugung. Jede Anhebung deutet auf eine Hüftbeugekontraktur hin (Hüftarthrose, Psoas-Kontraktur).

Zuverlässigkeit: Hochsensitiv für die Erkennung einer fixierten Beugekontraktur (Sensitivität >90 % bei erfahrenen Anwendern). Wichtig präoperativ und zur Überwachung des Fortschreitens einer Hüftarthrose.

FABER-Test (Flexion, Abduktion, Außenrotation – Hüfte und Iliosakralgelenk)

Wie: In Rückenlage. Legen Sie den Fuß des betroffenen Beins auf das gegenüberliegende Knie (Viererposition). Drücken Sie das angewinkelte Knie sanft nach unten in Richtung Tisch.

Positiv: Leistenschmerzen deuten auf eine Erkrankung des Hüftgelenks hin. Schmerzen im hinteren Bereich über dem Iliosakralgelenk deuten auf eine Erkrankung des Iliosakralgelenks hin.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 60–70 %, Spezifität ca. 70–75 % für Hüftarthrose. Für das Iliosakralgelenk: Sensitivität ca. 77 %, Spezifität ca. 87 %. Geeignet als kombiniertes Screening-Verfahren für Hüfte und Iliosakralgelenk.

💡 Top-Tipp – Zuerst Innenrotation

Bei Hüftarthrose ist der Verlust der Innenrotation die früheste und sensitivste Bewegungsstörung. Wenn ein Patient über Leisten- oder Oberschenkelschmerzen klagt und die Innenrotation im Vergleich zur Gegenseite eingeschränkt ist, ist Hüftarthrose die wahrscheinlichste Diagnose – selbst wenn er „Rückenschmerzen“ angibt. Hüftschmerzen strahlen häufig ins Knie oder in den Oberschenkel aus und werden oft fälschlicherweise als Erkrankung der Lendenwirbelsäule diagnostiziert.

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🔵 Knieuntersuchung

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Beinachse: Valgus (X-Bein), Varus (O-Bein), Genu recurvatum
  • Schwellung: suprapatellar, medial/lateral, posterior (Baker-Zyste)
  • Quadrizepsatrophie (beidseitig 10 cm oberhalb der Kniescheibe messen)
  • Haut: Erythem, Psoriasis, Blutergüsse, Operationsnarben
  • Patellarposition: alta oder baja

Feel

  • Temperatur: Handrücken – beidseitig vergleichen
  • Erguss: Patellapunktion (großer Erguss), Vorwölbungs-/Milchtest (kleiner Erguss)
  • Gelenkspaltempfindlichkeit: medial (medialer Meniskus, MCL) vs. lateral (lateraler Meniskus, LCL)
  • Kniescheibe: Kompressionstest der Kniescheibe, Apprehensionstest
  • Quadrizepssehne, Patellarsehne, Tuberositas tibiae (Osgood-Schlatter)

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Erweiterung: volle (0°) bis leichte Überstreckung.
  • Beugung: 130–135 °
  • Verlust der vollen Streckung = Gelenkerguss oder blockiertes Knie (Henkelriss)
  • Knirschen bei Bewegung: Notieren Sie, ob es schmerzhaft oder zufällig ist.
  • Gangbild vor und nach der Untersuchung beurteilen

Spezielle Tests

McMurray-Test (Meniskusriss)

Wie: In Rückenlage. Knie vollständig beugen. Schienbein nach außen drehen und Knie langsam strecken (Test des Innenmeniskus). Anschließend nach innen drehen und strecken (Außenmeniskus).

Positiv: Knacken oder Schmerzen im Gelenkspalt während der Bewegung. Schmerzen ohne Knacken sind weniger aussagekräftig.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 53–70 %, Spezifität ca. 71–79 %. Optimal ist die Kombination mit Gelenkspalt-Druckschmerzhaftigkeit und dem Verletzungsmechanismus (Verdrehung bei stehendem Fuß). Eine MRT-Untersuchung ist zur Bestätigung erforderlich, wenn eine Operation in Betracht gezogen wird.

Vorderer Schubladentest / Lachman-Test (Integrität des vorderen Kreuzbandes)

Lachman (bevorzugt): Knie in 20–30° Beugung. Femur mit einer Hand stabilisieren, Tibia mit der anderen nach vorne ziehen. Positiv: >5 mm Translation nach vorne mit weichem Endgefühl = Kreuzbandriss.

Vordere Schublade: Knie um 90° gebeugt. Auf dem Fuß des Patienten sitzen. Schienbein nach vorne ziehen. Positiv: anteriore Verschiebung >5 mm.

Zuverlässigkeit: Lachman-Test: Sensitivität ca. 85 %, Spezifität ca. 94 % – überlegen gegenüber dem vorderen Schubladentest (Sensitivität ca. 54 %, Spezifität ca. 91 %). Der Lachman-Test ist der bevorzugte Test zur Beurteilung der Integrität des vorderen Kreuzbandes bei Allgemeinmedizinern.

Valgus-/Varus-Stresstests (Seitenbänder)

Wie: Knie in 0° und 30° Position. Valgusstress (seitliche Kraft auf das Knie) für das MCL anwenden; Varusstress für das LCL.

Positiv: Schmerzen oder Instabilität mit Gelenkspaltverbreiterung. Instabilität bei 0° = schwere Verletzung (auch hinteres Kreuzband/Kreuzband); Instabilität nur bei 30° = isolierte Seitenbandverletzung. Sensitivität ca. 92 %, Spezifität ca. 88 % für Seitenbandrisse.

💡 Top-Tipp – Ergusserkennung: Groß vs. Klein

Für einen großer ErgussPatellapunktion. Flüssigkeit von beiden Seiten in den Recessus suprapatellaris einbringen, dann die Patella kräftig nach unten drücken – ein Klicken oder Zurückfedern bedeutet eine instabile Patella und somit einen signifikanten Gelenkerguss. kleiner ErgussVorwölbungstest (Milchflüssigkeit auf eine Seite geben, Druck ausüben, auf eine sichtbare Wellenbildung auf der gegenüberliegenden Seite achten). Beide Tests sind erforderlich – die Patellapunktion erfasst kleine Ergüsse nicht, der Vorwölbungstest größere.

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🔵 Untersuchung von Knöchel und Fuß

Sehen — Fühlen — Bewegen

Look

  • Fußgewölbe: Pes planus (Plattfuß), Pes cavus (Hohlfuß)
  • Rückfußstellung: Valgus (am häufigsten, verbunden mit Plattfüßen) oder Varus
  • Schwellung: diffus (Knöchelerguss), lokalisiert (Bänder, Sehnen)
  • Haut: Schwielen (Druckstellen), Geschwüre (neuropathisch/ischämisch), Nagelveränderungen
  • Zehen: Hallux valgus, Krallenzehen, Hammerzehen, Schwellung des Metatarsophalangealgelenks
  • Achillessehne: Verdickung (Tendinopathie), Xanthom (Hypercholesterinämie)

Feel

  • Innenknöchel: Druckschmerzhaftigkeit = Wadenbein-/Sprunggelenksfraktur (Ottawa-Kriterien)
  • Außenknöchel: Ligamentum talofibulare anterius (3 cm anterior/inferior des Außenknöchels) = häufigste Knöchelverstauchung
  • Basis des 5. Mittelfußknochens: Druckschmerz = Jones-Fraktur/Styloidfraktur nach Inversion
  • Kahnbein: Druckschmerz = Stressfraktur (Ottawa-Kriterien)
  • Ansatz und mittlerer Abschnitt der Achillessehne: Druckschmerz und Krepitation = Tendinopathie
  • Plantarfaszie: Druckschmerz am Fersenansatz = Plantarfasziitis
  • Druckschmerzhaftigkeit des Metatarsophalangealgelenks: entzündliche Arthritis (rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Gicht)

Bewegung (Normale Reichweite)

  • Dorsalflexion: 20° (bei gestrecktem Knie); mehr bei gebeugtem Knie
  • Plantarflexion: 50 °C.
  • Umkehrung: 35° | Eversion: 15 °C.
  • Subtalargelenk: Ferseninversion/Eversion (Rückfuß)
  • 1. MTP: Dorsalflexion 70° (reduziert bei Gicht, Hallux rigidus)
  • Ganganalyse – Abstoßphase, Fersenauftritt, Standphase

Spezielle Tests

Ottawa-Regeln für Sprunggelenksverletzungen (Fraktur vs. Weichteilverletzung)

Bildgebende Verfahren erforderlich, wenn: Druckempfindlichkeit am hinteren Rand oder an der Spitze des medialen oder lateralen Malleolus (distal 6 cm) ODER Unfähigkeit, unmittelbar nach der Verletzung und in der Notaufnahme/Klinik 4 Schritte lang Gewicht zu tragen.

Fußregeln: Auch bei knöcherner Druckempfindlichkeit am Kahnbein oder an der Basis des 5. Mittelfußknochens ist eine Bildgebung erforderlich.

Zuverlässigkeit: Die Sensitivität liegt bei nahezu 100 %, die Spezifität bei ca. 40 %. Die Ottawa-Regel dient dem Ausschluss einer Fraktur – ein negatives Ergebnis bedeutet, dass eine Fraktur sehr unwahrscheinlich ist (negativer prädiktiver Wert ca. 99 %). Bei negativem Ottawa-Ergebnis ist keine Bildgebung erforderlich, es sei denn, es bestehen weiterhin klinische Bedenken.

Thompson-Test (Achillessehnenruptur)

Wie: Patient in Bauchlage, Füße hängen über die Kante. Wade fest zusammendrücken.

Positiv: Keine Plantarflexion bei Wadenkompression = vollständiger Achillessehnenriss.

Zuverlässigkeit: Sensitivität ca. 96 %, Spezifität ca. 93 %. Ein ausgezeichneter klinischer Test: Bewegt sich der Fuß bei Druck auf die Wade, ist die Achillessehne intakt. Bewegt er sich nicht, ist eine umgehende Überweisung an einen Orthopäden erforderlich (operative Versorgung oder Gipsbehandlung innerhalb weniger Tage).

💡 Top-Tipp – Gicht und die MTP-Squeeze

Klassischerweise betrifft Gicht das Großzehengrundgelenk (Podagra) – ein rotes, heißes, extrem druckempfindliches und geschwollenes Gelenk, das sich kaum berühren lässt. Der MTP-Drucktest am Vorfuß deutet auf eine entzündliche Arthritis (RA, Psoriasis-Arthritis) hin. Eine alleinige, stark entzündete Großzehengrundgelenk nach übermäßiger Nahrungsaufnahme oder Einnahme von Diuretika gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Gicht. Der Serumharnsäurespiegel ist während eines akuten Anfalls nicht zuverlässig erhöht – ein normaler Harnsäurespiegel schließt eine akute Gicht nicht aus.

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Untersuchung der männlichen Genitalien

Einwilligung, Begleitperson, erst stehend, dann liegend – und immer eine Schwellung durchleuchten.

Schwellung oder Knoten im Hodensack Hodenschmerzen Urologische Untersuchung CEPS-Dokumentation STI-Screening Hernienbeurteilung

🚨 Warnsignal – Schmerzloser Hodenknoten

Jede neu aufgetretene, schmerzlose, harte Schwellung am Hoden gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Hodenkrebs. Unabhängig vom Alter des Patienten ist eine Überweisung innerhalb von zwei Wochen erforderlich. Beruhigen Sie den Patienten nicht, warten Sie nicht auf die Blutwerte und sagen Sie ihm nicht, dass es wahrscheinlich harmlos ist. Überweisen Sie den Patienten noch am selben Tag der Untersuchung.

📋 Bevor es losgeht – Einverständnis & Begleitperson

✅ Was Sie dem Patienten sagen sollten

„Ich muss Ihre Genitalien und Hoden untersuchen, um [Grund]. Sie müssen sich dazu von der Hüfte abwärts entkleiden. Eine Begleitperson [Name] wird die ganze Zeit anwesend sein – ist das in Ordnung? Ich werde Ihnen jeden Schritt erklären, und wenn Ihnen etwas unangenehm ist oder Sie möchten, dass ich aufhöre, sagen Sie einfach Bescheid.“

📋 Dokumentieren Sie alles, bevor Sie es untersuchen

  • Einwilligung: mündlich und schriftlich dokumentiert
  • Begleitperson: Name und Funktion dokumentiert
  • Indikation zur Untersuchung
  • Wer war im Raum?
📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Position — stehend an erster Stelle. Bitten Sie den Patienten, aufzustehen. Viele Hodensackanomalien (Varikozele, Leistenbruch) sind im Stehen besser sichtbar und verschwinden im Liegen. Anschließend bitten Sie ihn, sich für eine detaillierte Palpation hinzulegen.Die Untersuchung sollte immer im Stehen erfolgen. Eine Varikozele, die nur im Stehen auftritt, wird vollständig übersehen, wenn die Untersuchung mit dem Patienten in Rückenlage beginnt.
  2. Inspektion (stehend):
    • Penis: Hautzustand, Phimose (Vorhautverengung), Lage der Harnröhrenöffnung (Hypospadie/Epispadie), jegliche Läsionen, Geschwüre oder Ausfluss
    • Hodensack: Haut (Rötung = Nebenhoden- und Hodenentzündung; Verdickung/Braunfärbung = chronische Entzündung), Größe und Symmetrie (der linke Hoden hängt normalerweise tiefer als der rechte – dies ist normal), sichtbare Wucherungen
    • Bitten Sie den Patienten zu husten: Schwellung in der Leiste beim Husten = Hernie (Hinweis: Bei einer indirekten Hernie kann die Schwellung auch im Hodensack auftreten).
  3. Abtasten jedes Hodens (im Stehen, dann im Liegen bestätigen): Verwenden Sie Daumen und Zeigefinger in einer sanften beidhändigen Technik. Beurteilen Sie jeden Hoden wie folgt:
    • Größe Ein normaler erwachsener Hoden hat eine Längsachse von etwa 4 cm.
    • Konsistenz: Fest, aber leicht gummiartig (wie ein hartgekochtes Ei ohne Schale)
    • Oberfläche: Glatt und gleichmäßig – jede Unregelmäßigkeit ist besorgniserregend.
    • Zärtlichkeit: Normale Hoden sind bei festem Druck leicht druckempfindlich.
    Tasten Sie immer beide Hoden ab. Eine Asymmetrie in der Konsistenz ist der wichtigste Befund – ein fester, glatter Hoden und ein anderer mit einer unregelmäßigen, harten Stelle = dringende Überweisung.
  4. Nebenhoden (jede Seite): Der Nebenhoden liegt posterolateral zum Hoden und ist eine feste, längliche, strangartige Struktur. Ein normaler Nebenhoden ist glatt und leicht druckempfindlich. Druckempfindlichkeit und Wärme deuten auf eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) hin. Eine glatte, feste, kugelförmige Struktur, die vom Hoden getrennt ist, kann eine Nebenhodenzyste (häufig, gutartig) sein.Der Nebenhoden liegt HINTER dem Hoden. Wenn Sie einen Knoten ertasten und nicht sicher sind, ob es sich um einen Nebenhoden oder einen Hoden handelt, ist wahrscheinlich eine Bildgebung erforderlich. Wenn Sie einen Knoten klar vom Hoden abgrenzen können, handelt es sich wahrscheinlich um einen Nebenhodenknoten. Ist er nicht vom Hoden abgrenzbar, besteht bis zum Beweis des Gegenteils die Möglichkeit eines Hodenkrebses.
  5. Samenstrang: Verlauf des Samenstrangs von jedem Hoden nach oben durch den Leistenkanal. Normal: glatter, fester Samenstrang. „Wurmartiges Gefühl“ im Samenstrang (verstärkt im Stehen, besser im Liegen, verstärkt sich beim Valsalva-Manöver) = Varikozele. Hinweis: Eine linksseitige Varikozele ist häufig (die linke Hodenvene mündet rechtwinklig in die linke Nierenvene); neu aufgetretene rechtsseitige Varikozele = abklärungsbedürftig (kann auf eine Obstruktion der Vena cava inferior oder der rechten Nierenvene hinweisen).
  6. Durchleuchtung – bei jeglicher Schwellung des Hodensacks: Platzieren Sie in einem abgedunkelten Raum eine Taschenlampe (Stift- oder Handytaschenlampe) hinter der Schwellung.
    • Durchscheinend (leuchtet rot/rosa) = flüssigkeitsgefüllt: Hydrozele, Spermatozele
    • Leuchtet nicht durch = fester Inhalt: Tumor, Hämatom, Epididymo-Orchitis
    Bei einer Hydrozele ist der Hoden von einer Flüssigkeitsansammlung umgeben und oft nicht tastbar. Die Durchleuchtung ist einfach und dauert nur 30 Sekunden. Bei einer Hodenschwellung gibt es keinen Grund, sie nicht durchzuführen.
  7. Leistengegend: Palpation auf Lymphadenopathie (Drainage der Hoden über paraaortale Lymphknoten, nicht inguinal – Pathologien des Penis/Hodensacks drainieren jedoch in die inguinalen Lymphknoten). Gegebenenfalls Untersuchung auf Leistenhernie.

📊 Häufige Hodensackbeschwerden – Kurze Differenzialdiagnose

PräsentationHauptfunktionenDurchscheinend?Action
HodentumorSchmerzloser, harter, unregelmäßiger Knoten am Hoden, nicht druckempfindlichNein🚨 Überweisung am selben Tag (2WW)
Epididymale ZysteGlatte, weiche Beule, die vom Hoden getrennt ist, oft am hinteren Pol.JaBeruhigen Sie sich, bei kleineren Beträgen wird nichts unternommen.
HydrozeleUmgibt den Hoden (nicht tastbar), ist durchscheinend und nicht druckempfindlich.JaÜberweisung bei großen/symptomatischen
Varikozele„Sack voller Würmer“ im Rückenmark, schlimmer im Stehen, links > rechtsNeinBei Symptomen/Unfruchtbarkeit überweisen
Epididymo-OrchitisDruckempfindlicher, warmer, geschwollener Hoden und Nebenhoden, systemische SymptomeNeinBehandlung + STI-Screening
TorsionAkute, starke Schmerzen, hochliegender/querliegender HodenNein🚨 Notfallmäßige Überweisung zum OP
📝 Beispieltexte
Normale Untersuchung:
Begleitperson: [Name, Funktion] anwesend. Einwilligung liegt vor. Patient wurde im Stehen und anschließend im Liegen untersucht. Äußere Genitalien: Penis unauffällig, keine Läsionen. Hodensack: unauffällige Haut. Linker Hoden: normale Größe, glatt, fest, nicht druckempfindlich. Nebenhoden und Samenstrang unauffällig. Rechter Hoden: normale Größe, glatt, fest, nicht druckempfindlich. Nebenhoden und Samenstrang unauffällig. Keine Hernien beim Husten. Keine inguinale Lymphadenopathie.
Nebenhodenzyste (rechts):
Begleitperson: [Name] anwesend. Einwilligung liegt vor. Rechter Hoden: normale Größe, glatt, nicht druckempfindlich. Am oberen Pol des rechten Hodens: 1.5 cm große, glatte, weiche, nicht druckempfindliche, gut abgrenzbare Schwellung, die sich deutlich vom Hoden abgrenzt. Durchleuchtbar. Bestätigend für eine Nebenhodenzyste. Linker Hoden: unauffällig. Keine Hernien. Keine Lymphadenopathie. Patient beruhigt – keine Intervention erforderlich, solange keine Symptome auftreten.
Dringende Überweisung – Hodentumor:
Begleitperson: [Name] anwesend. Einwilligung liegt vor. Linker Hoden: 3 cm große, unregelmäßige, harte, nicht druckempfindliche Raumforderung an der Vorderseite des linken Hodens – fest mit dem Hoden verbunden. Nicht durchleuchtbar. Rechter Hoden: unauffällig. Keine Varikozele. Keine tastbare Lymphadenopathie. Hodentumor bis zum Beweis des Gegenteils. Patient informiert. Dringende Überweisung zur urologischen Nachuntersuchung (2-Wochen-Woche) erfolgte heute. Ultraschalluntersuchung der Hoden veranlasst.
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Für Auszubildende – bitte abhaken, sobald Sie fertig sind.
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Untersuchung der weiblichen Genitalien / des Beckens

Spekulum vor bimanuellem Sex – und immer die Druckempfindlichkeit der Halswirbelsäule bei Bewegung beurteilen.

Gebärmutterhalsabstrich PV-Entladung Schmerzen im Beckenbereich PV-Blutung Verhütungsüberprüfung CEPS-Dokumentation

🚨 Druckempfindlichkeit bei zervikaler Bewegung (CMT) – Darf nicht ignoriert werden

Schmerzen bei Bewegung des Gebärmutterhalses (CMT) bei einer Frau mit Unterleibsschmerzen deuten bis zum Beweis des Gegenteils auf eine Adnexitis oder eine Eileiterschwangerschaft hin. In Kombination mit Druckschmerzhaftigkeit der Adnexe und einem positiven Schwangerschaftstest spricht dies für eine Eileiterschwangerschaft – eine sofortige Überweisung ist erforderlich. Dieser Befund muss gezielt erhoben und explizit dokumentiert werden.

📋 Bevor es losgeht – Einverständniserklärung, Begleitperson & Vorbereitung

✅ Was Sie dem Patienten sagen sollten

„Ich muss Sie innerlich untersuchen, um [Grund – z. B. einen Abstrich zu nehmen / eine Infektion auszuschließen / die Ursache der Schmerzen abzuklären]. Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen: Zuerst schaue ich mir den Muttermund mit einem Spekulum an, dann taste ich Gebärmutter und Eierstöcke ab. Eine Begleitperson [Name] wird uns die ganze Zeit begleiten. Ich werde Ihnen alles erklären – bitte sagen Sie mir sofort Bescheid, wenn Ihnen etwas unangenehm ist.“

📋 Ausrüstung, die vor dem Entkleiden des Patienten vorbereitet werden muss

  • Cusco-Spekulum – passende Größe (meist mittel)
  • Warmes Wasser (zum Erwärmen des Spekulums – kein Gleitmittel, falls Proben entnommen werden)
  • Tupfer / Abstrichmaterial, falls erforderlich
  • Unsterile Handschuhe + Gleitmittel (wasserbasiert, für beidhändige Bedienung)
  • Gute Lichtquelle – auf den Scheideneingang gerichtet
  • Taschentücher für den Patienten im Anschluss

💡 Wichtige Regel zu Gleitmittel vs. warmem Wasser

Bei Entnahme von Zervixproben (Abstrich, Endozervikalabstrich): Erwärmen Sie das Spekulum ausschließlich in warmem Wasser – verwenden Sie KEIN Gleitmittel. Gleitmittel beeinträchtigen die Probenqualität und können zu falschen Ergebnissen führen. Nur zur bimanuellen Untersuchung (ohne Proben): Für die Verwendung mit dem Spekulum und bei der bimanuellen Untersuchung ist ein Gleitmittel auf Wasserbasis geeignet.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Position: Rückenlage – Patient halb liegend (nicht vollständig flach), Füße zusammen, Knie leicht auseinander. Alternativ linke Seitenlage (Sims-Lagerung) für schwierige Untersuchungen. Ausreichend abdecken – nur das Notwendige freilegen.Eine gute Lichtquelle ist unerlässlich. Richten Sie sie direkt auf den Scheideneingang. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist eine ordnungsgemäße Untersuchung nicht möglich.
  2. Äußere Inspektion: Untersuchen Sie die Vulva – Hautzustand (Atrophie, Lichen sclerosus-Plaques, Ulzera, Kondylome), Labienanomalien, Bartholin-Drüsen-Bereich (Schwellung bei 4 und 8 Uhr = Bartholin-Zyste/Abszess), Harnröhrenmündung (Prolaps, Karunkel, Ausfluss).Die äußere Untersuchung sollte nicht überhastet erfolgen. Lichen sclerosus, vulväre intraepitheliale Neoplasie und Genitalwarzen sind in diesem Stadium alle sichtbar.
  3. Spekulumuntersuchung:
    • Halten Sie das Cusco-Spekulum mit senkrechten Klingen (Griff nach unten), führen Sie es zunächst in einem Winkel von 45° (nach hinten gerichtet) ein und drehen Sie es dann beim Vorschieben in die horizontale Position.
    • Sobald das Instrument vollständig eingeführt ist, öffnen Sie die Klingen und suchen Sie den Muttermund.
    • Wenn der Muttermund schwer zu sehen ist: Bitten Sie die Patientin, die geballten Fäuste unter ihr Gesäß zu legen – dadurch kippt das Becken und der Muttermund wird sichtbar.
    • Zervix untersuchen: Farbe (rosa = normal; blau/violett = Schwangerschaft), Muttermund (offen/geschlossen), Ektropium (rötliche Verfärbung um den Muttermund – Zylinderepithel, häufig, in der Regel gutartig), Erosionen, Polypen, Kontaktblutung (bei Berührung)
    • Ausfluss: Beschreiben Sie Farbe, Konsistenz und Geruch. Schleimig-eitriger Ausfluss deutet auf eine Infektion (Chlamydien, Gonorrhö) hin. Quarkartiger Ausfluss deutet auf eine Candida-Infektion hin. Übelriechender, fischiger Geruch deutet auf eine bakterielle Vaginose hin.
    • Nehmen Sie gegebenenfalls Proben (Abstrich, HVS, Endozervikalabstrich) vor dem Entfernen.
    • Beim Zurückziehen: Öffnen Sie die Klingen langsam leicht und untersuchen Sie dabei die Vaginalwände (auf Anzeichen von Prolaps, Läsionen).
  4. Bimanuelle Beckenuntersuchung:
    • Ziehen Sie Handschuhe an und tragen Sie ein Gleitmittel auf Wasserbasis auf.
    • Führe Zeige- und Mittelfinger der dominanten Hand mit der Handfläche nach oben in die Vagina ein.
    • Die äußere Hand (nicht-dominante Hand) wird auf den Unterbauch gelegt und drückt sanft nach innen.
    • Die inneren Finger heben die Gebärmutter zur äußeren Hand hin an.
  5. Bimanuell – zuerst den Gebärmutterhals beurteilen: Tasten Sie den Muttermund mit den inneren Fingern ab – Lage (vorn/hinten), Konsistenz (fest = normal; weich = Schwangerschaft, Myome). Bewegen Sie den Muttermund anschließend vorsichtig hin und her – dies ist der Test auf Druckschmerzhaftigkeit des Muttermundes. Schmerzen bei dieser Bewegung bedeuten einen positiven Druckschmerz und sind ein signifikanter Befund.Das CMT-Zeichen wird auch als „Kronleuchterzeichen“ bezeichnet – Patienten mit schwerer PID können bei diesem Test vom Tisch springen. Führen Sie den Test vorsichtig durch und dokumentieren Sie ihn genau.
  6. Bimanuell – Beurteilung des Uterus: Mit den inneren Fingern unterhalb des Muttermunds und der äußeren Hand nach unten drückend, bringen Sie die Gebärmutter zwischen die beiden Hände. Beurteilen Sie: Größe (normal = 7–8 cm, Vergleich mit einer Birnenform), Form (regelmäßig oder unregelmäßig = Myome), Konsistenz, Beweglichkeit (frei beweglich vs. fixiert = Endometriose/Verwachsungen im Adnexbereich), Druckempfindlichkeit.Uterus nach vorne geneigt (am häufigsten): leicht tastbar. Uterus nach hinten geneigt (20 % normal): liegt zum Kreuzbein hin und ist von vorne möglicherweise schwerer zu ertasten – versuchen Sie, ihn von hinten mit den inneren Fingern zu ertasten. Nicht pathologisch.
  7. Bimanual — Adnexe: Schieben Sie die inneren Finger seitlich in jedes Scheidengewölbe. Drücken Sie mit der äußeren Hand in die entsprechende Fossa iliaca. Untersuchen Sie beide Seiten: Eierstöcke und Eileiter sind normalerweise nicht tastbar. Jede tastbare Adnexmasse oder Druckempfindlichkeit ist pathologisch. Beidseitige Adnexdruckempfindlichkeit in Verbindung mit CMT (Chronisch-melanozytärer Schmerz) deutet auf eine Adnexitis hin, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  8. Komplett: Ziehen Sie die Finger vorsichtig zurück. Reichen Sie dem Patienten Taschentücher. Erklären Sie die Befunde in verständlicher Sprache. Dokumentieren Sie umgehend.
📝 Beispieltexte
Normale gynäkologische Untersuchung (Gebärmutterhalsabstrich):
Begleitperson: [Name, Funktion] anwesend. Einwilligung liegt vor. Dorsallage. Äußere Genitalien: Unauffälliges Vulvabild, keine Hautveränderungen. Spekulumuntersuchung: Zervix dargestellt – normal rosafarbene Zervix, Muttermund geschlossen, kein Ektropium, kein Ausfluss. Zervixabstrich entnommen (LBC). Bimanuelle Untersuchung: Uterus nach antevertiert, normal groß, regelmäßig, frei beweglich, nicht druckempfindlich. Keine Adnextumoren. Beidseitig keine Druckempfindlichkeit der Adnexe. Keine Druckempfindlichkeit der Zervix bei Bewegung.
Entzündliche Erkrankungen des Beckens:
Begleitperson: [Name] anwesend. Einwilligung liegt vor. Äußere Genitalien unauffällig. Spekulumuntersuchung: Zervix – mukopurulenter Ausfluss aus dem Muttermund. Endozervikalabstrich und vaginale Untersuchung entnommen. Bimanuelle Untersuchung: Uterus antevertiert, normal groß, druckempfindlich. Beidseitige Adnexdruckempfindlichkeit. Druckschmerzhaftigkeit der Zervix bei Bewegung positiv. Schwangerschaftstest negativ. Verdacht auf Adnexitis. Empirische Therapie gemäß BNF/lokalem Protokoll eingeleitet. Überweisung an die Geschlechtskrankheitenambulanz veranlasst. Spirale/LARC (Langzeitverhütungsmethode) im Hinblick auf eine mögliche Entfernung besprochen.
Rechtsseitige Adnexmasse:
Begleitperson: [Name] anwesend. Einwilligung liegt vor. Äußere Genitalien unauffällig. Spekulumuntersuchung: Zervix unauffällig, Muttermund geschlossen, kein Ausfluss. Bimanuelle Untersuchung: Uterus nach antevertiert, normal groß, nicht druckempfindlich, verschieblich. Rechte Adnexe: 5 × 4 cm große, glatte, nicht druckempfindliche, verschiebliche Raumforderung im rechten Fornix tastbar – wahrscheinlich ovariellen Ursprungs. Linke Adnexe: unauffällig. Kein CMT. Urin-β-HCG: negativ. Ultraschalluntersuchung des Beckens umgehend veranlasst. Patientin informiert.
✅ Selbstcheckliste für Auszubildende
Für Auszubildende – bitte abhaken, sobald Sie fertig sind.
🎓 Checkliste für Trainer – Was ist zu beurteilen?
Für Ausbilder und Prüfer
🩷

Brustuntersuchung

Drei Inspektionspositionen – dann systematische Palpation jedes Quadranten

Knoten in der Brust Brustschmerzen Mamillensekretion Hautveränderung Achselklumpen CEPS-Dokumentation

🚨 Leistungen, die eine dringende Überweisung mit 2-wöchiger Wartezeit erfordern

  • Neu aufgetretener, abgegrenzter Knoten – hart, unregelmäßig, unscharf begrenzt, nicht druckempfindlich, mit tieferliegendem Gewebe verwachsen.
  • Hautdellen, Hautfalten oder Orangenhaut (Hautödem)
  • Neu aufgetretene Brustwarzenretraktion (im Gegensatz zu einer langjährigen Retraktion)
  • Blutiger oder blutbefleckter Ausfluss aus der Brustwarze
  • Nicht schmerzhafte axilläre Lymphadenopathie ohne andere Erklärung
  • Geschwürbildung an Brust oder Brustwarze (Paget-Krankheit der Brustwarze)
📋 Bevor Sie beginnen – Einwilligung & Vorbereitung

✅ Was Sie dem Patienten sagen sollten

„Ich muss beide Brüste untersuchen. Zuerst bitte ich Sie, sich aufzusetzen, damit ich hinsehen kann, dann bitte ich Sie, sich hinzulegen, damit ich richtig tasten kann. Eine Begleitperson [Name] wird uns die ganze Zeit begleiten. Ich werde Ihnen jeden Schritt erklären – bitte sagen Sie mir Bescheid, wenn Ihnen etwas unangenehm ist.“

📋 Bevor Sie beginnen

  • Gute Lichtquelle vorhanden
  • Privatsphäre und angemessene Abdeckung
  • Untersuchen Sie beide Brüste – immer beidseitig.
  • Dokument: Einverständniserklärung, Name der Begleitperson und Angabe
📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Inspektion — Position 1: Aufrechte Sitzhaltung, Arme an den Seiten. Achten Sie auf: Symmetrie (eine leichte Asymmetrie ist normal; eine deutliche Abweichung vom Üblichen ist es nicht), Größenveränderung, Formveränderung, Hautveränderungen (Erythem, Orangenhaut, Grübchenbildung, Ulzeration), Brustwarzenveränderungen (Einziehung – notieren Sie, ob sie schon lange besteht oder neu auftritt, Ekzem/Paget-Syndrom, Ausfluss).Peau d'orange (Haut, die einer Orangenschale ähnelt) = Lymphödem der Haut aufgrund blockierter Lymphgefäße = zugrunde liegendes Karzinom, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  2. Inspektion — Position 2: Hände fest auf die Hüften gestützt. Dies führt zu einer Kontraktion des großen Brustmuskels und verstärkt so jegliche Verklebungen oder Einziehungen der darüberliegenden Haut durch einen tief liegenden Tumor. Achten Sie auf asymmetrische Einziehungen oder Falten, die im Ruhezustand nicht sichtbar sind.
  3. Inspektion — Position 3: Arme über den Kopf erhoben. Erneut wird nach Verwachsungen der Haut oder der Brustwarze gesucht, die bei Dehnung der Haut sichtbar werden. Auch Pathologien im unteren Polbereich können sichtbar werden.
  4. Palpation – Positionierung des Patienten: Bitten Sie die Patientin, sich in einem 45°-Winkel zurückzulehnen und den gleichseitigen Arm hinter dem Kopf anzuheben. Dadurch wird die Brust flach an die Brustwand gedrückt, was die Palpation deutlich erleichtert.Untersuchen Sie niemals eine sitzende Patientin – die Brust hängt vom Brustkorb ab, und Knoten können leicht übersehen werden. Der Arm muss hinter dem Kopf liegen, damit die Untersuchung aussagekräftig ist.
  5. Palpation — Technik: Verwenden Sie die flachen Fingerkuppen (nicht die Fingerspitzen) mit sanften, aber festen kreisenden Bewegungen. Halten Sie die Finger flach an der Brustwand. Bearbeiten Sie systematisch alle Bereiche.
    • Oberer äußerer Quadrant (häufigste Lokalisation für Brustkrebs) + Achselhöhlenausläufer
    • Oberer innerer Quadrant
    • Unterer innerer Quadrant
    • Unterer äußerer Quadrant
    • Subareolarbereich (unterhalb der Brustwarze)
    Der axilläre Ausläufer (Spence-Ausläufer) erstreckt sich in die Achselhöhle. Vergessen Sie ihn nicht – er enthält Brustgewebe und ist ein Ort für Knoten.
  6. Falls ein Knoten gefunden wird, beschreiben Sie ihn bitte vollständig:
    • Webseite: Welcher Quadrant, Abstand von der Brustwarze, Uhrzeitposition
    • Größe Schätzen Sie in cm mit den Fingern/einem Lineal
    • Form: Rund, oval, unregelmäßig
    • Konsistenz: Weich, fest, hart
    • Oberfläche: Glatt, unregelmäßig, knotig
    • Grenzen: Gut definiert vs. schlecht definiert / undeutlich
    • Mobilität: Beweglich vs. fixiert an der Hautoberfläche oder an tieferliegenden Gewebeschichten
    • Hautverankerung: Bitten Sie den Patienten, den Arm zu heben – bildet sich über der Beule eine Delle in der Haut?
    • Zärtlichkeit: Hinweis: Gutartige Knoten können druckempfindlich sein, bösartige hingegen oft nicht.
  7. Brustwarzenuntersuchung: Auf Einziehungen (bei neu aufgetretenen Veränderungen nachfragen), Ekzeme, Ulzerationen und Morbus Paget (ekzemartige Veränderungen der Brustwarze = Überweisung) untersuchen. Vorsichtig ausdrücken: Jeweils zwei Finger beider Hände beidseitig des Warzenhofs anlegen und in Richtung Brustwarze drücken. Farbe des Ausflusses dokumentieren (klar, milchig, grün/braun = unbedenklich; blutig = Überweisung).
  8. Achsellymphknoten: Bitten Sie den Patienten, seinen Arm auf Ihrem Unterarm abzulegen (entspannt die Achselhöhle). Legen Sie Ihre Hand in den höchsten Punkt der Achselhöhle und tasten Sie alle vier Achselgruppen ab:
    • Apikal (tief in der Achselhöhle — oben)
    • Anterior / pectoral (entlang der vorderen Achselfalte)
    • Posterior / subscapular (entlang der hinteren Falte)
    • Lateral / humeral (entlang des oberen Oberarmknochens)
  9. Fossa supraclavicularis: Palpieren Sie im Stehen oder Sitzen hinter der Patientin beide Fossa supraclavicularis. Ein verhärteter Lymphknoten in diesem Bereich in Verbindung mit einem ipsilateralen Brustknoten deutet auf eine Metastasierung hin.
  10. Wiederholen Sie den Vorgang für die andere Brust. Eine beidseitige Untersuchung ist stets erforderlich.

📊 Kurzanleitung – Merkmale von Knoten in der Brust

FunktionWahrscheinlich gutartigWahrscheinlich bösartig – siehe
KonsistenzWeich oder fest, gummiartighart
BordersGut definiert, glattSchlecht definiert, unregelmäßig
MobilitätMobil in alle RichtungenAn der Haut oder im tieferen Gewebe fixiert.
HautKeine VerbindungGrübchen bilden, anbinden, Peau d'Orange
ZärtlichkeitKann druckempfindlich sein (z. B. Zyste)Oft nicht zahlungskräftig (aber nicht zuverlässig)
Alter + ZyklusVeränderungen im Zusammenhang mit dem MenstruationszyklusKeine Veränderung, neuer Knoten nach den Wechseljahren

⚠️ Hinweis: Kein einzelnes klinisches Merkmal schließt eine Malignität zuverlässig aus. Alle neu aufgetretenen, abgegrenzten Knoten bei Erwachsenen erfordern eine Bildgebung. Auch ein „weicher, verschieblicher, glatter“ Knoten, der keinem eindeutigen gutartigen Muster entspricht, sollte bildgebend untersucht und gegebenenfalls an einen Spezialisten überwiesen werden.

📝 Beispieltexte
Normaler beidseitiger Befund:
Begleitperson: [Name, Funktion] anwesend. Einwilligung liegt vor. Untersuchung in drei Positionen: keine Asymmetrie, keine Hautveränderungen, keine Auffälligkeiten an den Brustwarzen beidseits. Linke Brust: keine tastbaren Knoten in allen Quadranten. Achsellymphknoten unauffällig. Brustwarze: kein Ausfluss beim Ausdrücken. Rechte Brust: keine tastbaren Knoten. Brustwarze: kein Ausfluss. Achsellymphknoten beidseits: nicht tastbar. Fossa supraclavicularis: beidseits unauffällig.
Gutartiges Fibroadenom (wahrscheinlich):
Begleitperson: [Name] anwesend. Untersuchung unauffällig. Rechte Brust: 2 × 2 cm großer, glatter, fester, gut abgrenzbarer und stark verschieblicher Knoten im oberen äußeren Quadranten bei 10 Uhr, 4 cm von der Brustwarze entfernt. Nicht druckempfindlich. Keine Hautverspannung bei Armhebung. Keine Brustwarzenretraktion. Kein Ausfluss. Linke Brust: unauffällig. Axilläre Lymphknoten: beidseits nicht tastbar. Ultraschalluntersuchung der Brust. Klinischer Verdacht auf Fibroadenom – Bildgebung zur Bestätigung erforderlich.
Verdächtiger Knoten – Überweisung zur 2-Wochen-Abklärung:
Begleitperson: [Name] anwesend. Untersuchung: Einziehungen der Haut im linken oberen äußeren Quadranten bei Anheben des Arms – in Ruhe nicht sichtbar. Linke Brust: 3 cm großer, harter, unregelmäßiger, unscharf begrenzter Knoten bei 2 Uhr, 5 cm von der Brustwarze entfernt. Mit tieferem Gewebe verwachsen. Hautverklebung bei Anheben des Arms bestätigt. Nicht druckempfindlich. Kein Ausfluss aus der Brustwarze. Rechte Brust: unauffällig. Linke Achselhöhle: 2 × 1.5 cm große, feste, nicht druckempfindliche Lymphknoten tastbar. Fossa supraclavicularis unauffällig. Verdacht: Verdacht auf Malignität. Überweisung zur Brustklinik mit einer Wartezeit von 2 Wochen wurde heute veranlasst. Patientin wurde einfühlsam aufgeklärt.
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Neurologische Untersuchung – Fokussierte Hausarztversion

Auf die vorliegende Beschwerde zugeschnitten – selten umfassend, immer zielgerichtet

Kopfschmerzen / Schwindel Schwäche oder Taubheit der Gliedmaßen Verdacht auf TIA/Schlaganfall Stürze / Gangprobleme Gedächtnis-/kognitive Probleme Nachsorge nach Anfällen

💡 Die neurologische Denkweise des Hausarztes

Ein Hausarzt führt niemals standardmäßig eine umfassende neurologische Untersuchung durch. Sie beantworten eine konkrete Frage: Liegt ein fokales neurologisches Defizit vor? und wenn "Handelt es sich um ein oberes oder unteres Motoneuron?" Die Anamnese bestimmt die Untersuchungsmethode. Bei einem Patienten mit rechtsseitiger Schwäche nach Kopfschmerzen erfolgt eine gezielte Untersuchung der oberen Extremität und des Gesichts. Bei einem Patienten mit Fußheberschwäche werden die untere Extremität und die peripheren Nerven untersucht. Immer zielgerichtet – niemals eine routinemäßige Visite.

📋 UMN vs LMN — Kenne das Muster, bevor du untersuchst

Oberes Motoneuron (UMN)

Läsion im Gehirn oder Rückenmark – z. B. Schlaganfall (MCA-Territorium), MS-Plaque, Schädel-Hirn-Trauma, zervikale Myelopathie, Motoneuronerkrankung (Komponente des oberen Motoneurons)

  • Ton: Erhöhte Spastik
  • Stromversorgung: Reduzierte (pyramidale Verteilung)
  • Reflexe: Lebhaft / hyperreflexiv
  • Anlage: Extensor (Babinski aufwärts)
  • Verschwendung: Fehlend oder minimal
  • Faszikulationen: Abwesend
  • Beispiele: Schlaganfall, Multiple Sklerose, zervikale Myelopathie

Unteres Motoneuron (LMN)

Läsion im Vorderhorn, der Nervenwurzel oder einem peripheren Nerv – z. B. Bandscheibenvorfall im Lendenbereich (L4/L5/S1-Wurzeln), Peroneusparese (Fallfuß), diabetische periphere Neuropathie, Ulnarisnervenläsion im Kubitaltunnel, Medianusnervenläsion im Karpaltunnel

  • Ton: Erschlafft (schlaff)
  • Stromversorgung: Reduziert
  • Reflexe: Reduziert oder fehlend
  • Anlage: Beuger (oder fehlend)
  • Verschwendung: Gegenwart
  • Faszikulationen: Kann vorhanden sein
  • Beispiele: Periphere Neuropathie, Nervenwurzelkompression, Motoneuronerkrankung
📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung – Untersuchung der Extremitäten
  1. Inspektion: Muskelschwund (LMN), Faszikulationen (LMN, insbesondere MND), abnorme Körperhaltung, Ruhetremor (Parkinson) vs. Intentionstremor (zerebellär).
  2. Ton: Obere Extremitäten – Rotation an Handgelenk und Ellbogen. Untere Extremitäten – passive Rotation von Knie und Hüfte. Erhöhte (spastische/rigide) vs. verminderte (schlaffe) Beweglichkeit. Zahnradphänomen (Parkinson-Syndrom) – fühlt sich bei passiver Bewegung wie ein Ratschenmechanismus an.
  3. Stromversorgung: Test gegen Widerstand, Bewertung nach der MRC-Skala (0–5). Obere Extremitäten: Schulterabduktion, Ellenbogenflexion/-extension, Handgelenksextension, Fingerextension, Fingerabduktion. Untere Extremitäten: Hüftflexion, Knieflexion/-extension, Dorsalflexion des Sprunggelenks, Plantarflexion.Pyramidenförmiges Schwächemuster (UMN): Schulterabduktoren, Ellenbogenstrecker, Handgelenkstrecker in den Armen; Hüftbeuger, Kniebeuger, Fußheber in den Beinen.
  4. Reflexe: Bizeps (C5/6), Trizeps (C7), Supinator (C5/6), Knie (L3/4), Sprunggelenk (S1). Plantarreflex (Bestreichen der Fußsohle von lateral nach medial – normal = Zehenbeuger; Strecker = oberes Motoneuron). Fehlende Reflexe = unteres Motoneuron oder schweres oberes Motoneuron in der akuten Phase.
  5. Koordinierung: Finger-Nase-Test (zerebellär = Intentionstremor, Vorbeizeigen). Fersen-Knie-Test. Dysdiadochokinese (schnell alternierende Bewegungen).
  6. Empfindung (falls relevant): Berührungsempfindung, Schmerzempfindung (Nadelstich), Vibrationssinn (Stimmgabel an Knochenvorsprung), Propriozeption. Das Ausfallmuster leitet die Diagnose: Handschuh- und sockenförmig = periphere Neuropathie; dermatomal = Nervenwurzel; halbkörperlich = zentral.
  7. Gang: Beobachten Sie den Gang des Patienten. Hemiplegischer Gang (Zirkumduktion, Arm gebeugt – oberes Nervensystem). Fußheberschwäche/Steppgang (unteres Nervensystem, Nervus peroneus communis). Breitbasiger ataktischer Gang (zerebellär). Festinanter Gang (Parkinson-Syndrom). Schonhinken (muskuloskelettales System).

📌 Hirnnerven – Wann sollte man sie untersuchen?

Eine vollständige Untersuchung der Hirnnerven ist in der Allgemeinmedizin selten erforderlich. Eine gezielte Untersuchung der Hirnnerven ist angezeigt bei: Gesichtslähmung (VII – Schlaganfall vs. Fazialisparese), Sehstörungen (II, III, VI), Dysphagie/Dysarthrie (IX, X, XII) und Kopfschmerzen mit Verdacht auf Papillenödem (II – Funduskopie). Führen Sie niemals routinemäßig eine Untersuchung aller 12 Hirnnerven durch.

📝 Beispieltexte
Normale gezielte Untersuchung (Verdacht auf TIA – Schwäche des rechten Arms, jetzt abgeklungen):
Neurologische Untersuchung: Gangbild unauffällig. Obere Extremitäten: Muskeltonus normal, Kraft beidseits 5/5, Reflexe symmetrisch und lebhaft. Finger-Nase-Versuch beidseits unauffällig. Keine Abweichung der Arme in Streckstellung. Plantarreflexe beidseits flexorisch. VII. Hirnnerv: Symmetrische Gesichtsbewegungen. Keine fokalen neurologischen Ausfälle. NIHSS 0. Dringende Überweisung in die TIA-Ambulanz erfolgt.
Rechter Fuß fällt:
Neurologische Untersuchung: Steppergang rechts. Untere Extremitäten: Dorsalflexion des rechten Sprunggelenks – Kraft 2/5 (MRC). Eversion des rechten Fußes – Kraft 2/5. Plantarflexion beidseits 5/5. Patellarsehnenreflex rechts vorhanden, Achillessehnenreflex rechts nicht auslösbar. Sensibilitätsminderung am Fußrücken und Unterschenkel rechts. Befund vereinbar mit einer Peroneusparese rechts. Linke untere Extremität unauffällig. Dringende Durchführung einer Nervenleitstudie veranlasst.
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Augenuntersuchung – einschließlich Ophthalmoskopie

Wie man ein Ophthalmoskop richtig benutzt – in einfacher Sprache

Augenuntersuchung bei Diabetes Hypertensive Retinopathie Anfrage zu starken Kopfschmerzen Visuelle Symptome Papillenödem-Problem Beurteilung roter Augen
📋 Grundlegende Augenuntersuchung – Vor dem Ophthalmoskop
  1. Sehschärfe: Sehtest nach Snellen in 6 Metern Entfernung (oder mit Nahsehtafel). Jedes Auge einzeln, ggf. mit Brille/Kontaktlinsen. Ergebnis notieren: 6/6, 6/9, 6/18 usw. (6/6 = normal). Falls keine Sehtafel verfügbar ist: Finger zählen, Handbewegungen erkennen, Licht wahrnehmen.
  2. Schüler: Größe, Symmetrie, Reaktion auf Licht (direkt und konsensuell). Schwenktest mit der Taschenlampe auf RAPD (relativer afferenter Pupillendefekt – die Pupille erweitert sich, wenn man die Taschenlampe darauf richtet = Sehnervenläsion auf dieser Seite).
  3. Augenbewegungen: „Folgen Sie meinem Finger.“ Überprüfen Sie alle Blickrichtungen – horizontal und vertikal. Achten Sie auf: Doppeltsehen, Nystagmus (rhythmisches Augenzucken), Ausfall der konjugierten Blickbewegungen (Hirnnervenlähmung – III, IV, VI).
  4. Visuelle Felder (Konfrontation): Setzen Sie sich dem Patienten gegenüber, in Armlänge Abstand. Vergleichen Sie Ihr eigenes Gesichtsfeld. Bewegen Sie einen wackelnden Finger von außerhalb des Gesichtsfelds nach innen – der Patient soll sagen, wann er etwas sieht. Testen Sie vier Quadranten pro Auge. Nur grobes Screening – erkennt größere Gesichtsfelddefekte.
  5. Äußeres Auge: Bindehaut (rot, blass), Sklera (Gelbsucht, Episkleritis/Skleritis), Hornhaut (Geschwüre, Arcus), Augenlider (Entropium, Ektropium, Ptosis, Lidschwellung).
🔦 Wie man ein Ophthalmoskop benutzt – Schritt für Schritt in einfacher Sprache

💡 Der allerwichtigste Tipp

Die meisten angehenden Ophthalmoskopiker können mit dem Ophthalmoskop nichts erkennen, weil sie zu weit entfernt stehen, zu viel Licht verwenden und die Pupille nicht erweitern. Gehen Sie nah heran, dimmen Sie das Licht und haben Sie Geduld. Üben Sie an so vielen Patienten wie möglich – diese Fertigkeit erwirbt man nur durch Übung.

  1. Bereiten Sie den Raum vor: Dimmen Sie das Licht – nicht völlig dunkel, nur etwas dunkler als gewöhnlich. Dadurch weitet sich die Pupille leicht und Sie haben ein größeres Untersuchungsfeld. Eine nicht geweitete Pupille lässt sich bei hellem Licht nicht ausreichend untersuchen.In der Allgemeinmedizin werden für die Augenuntersuchung von Diabetikern spezielle Augentropfen zur Pupillenerweiterung (Tropicamid) verwendet. Für die allgemeine Untersuchung ist in der Regel eine Abdunkelung des Raumes ausreichend.
  2. Das Ophthalmoskop vorbereiten: Schalten Sie das Gerät ein. Stellen Sie den Drehknopf auf Null (0) – dies fokussiert für normalsichtige Augen. Bei starker Kurzsichtigkeit (Myopie) drehen Sie den Drehknopf in den Minusbereich (rote Zahlen). Bei starker Weitsichtigkeit (Hyperopie) in den Plusbereich (grüne/schwarze Zahlen). Beginnen Sie bei Null und passen Sie die Einstellung nach Bedarf an.Mit dem Einstellrad wird die Schärfe angepasst – die Helligkeit ändert sich dadurch NICHT. Verwenden Sie es, um die Netzhaut bei jedem Patienten scharfzustellen.
  3. Welches Auge man benutzt – immer passend: Um das rechte Auge des Patienten zu untersuchen, benutzen Sie Ihr rechtes Auge und halten Sie das Ophthalmoskop in Ihrer rechten Hand. Um das linke Auge zu untersuchen, benutzen Sie Ihr linkes Auge und Ihre linke Hand. So können Sie nah herankommen, ohne mit den Köpfen zusammenzustoßen.Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, wenn man Rechtshänder ist. Üben Sie auf beiden Seiten.
  4. Ausgangsposition und -winkel: Halten Sie etwa 30 cm Abstand zum Patienten. Nähern Sie sich ihm seitlich (nicht frontal, ca. 15°). Leuchten Sie mit der Lampe auf die Pupille – Sie sollten ein helles orangefarbenes Leuchten durch die Pupille sehen. Dies ist die Roter ReflexFehlender roter Reflex = dichter Katarakt, Glaskörperblutung oder Retinoblastom (bei einem Kind – dringende Überweisung).
  5. Nähern Sie sich langsam und folgen Sie den Schiffen: Sobald Sie den roten Reflex sehen, nähern Sie sich langsam, während Sie die Pupille anleuchten. Ab wenigen Zentimetern werden Sie Details der Netzhaut erkennen. Folgen Sie einem Blutgefäß in Richtung Sehnervenkopf – die Gefäße laufen dort wie Speichen eines Rades zusammen. Der Sehnervenkopf liegt üblicherweise nasal (zur Nase hin).
  6. Untersuchen Sie zuerst den Sehnervenkopf: Die Scheibe ist ein blassrosa/cremefarbener Kreis. Beurteilung:
    • Farbe: Normal = rosa. Blass = Optikusatrophie (Multiple Sklerose, Glaukom, Kompression)
    • Ränder: Normal = scharf. Verschwommen/undeutlich = Papillenödem (erhöhter Hirndruck – dringender Notfall)
    • Verhältnis von Kugelpfanne zu Kugelscheibe: Normal = <0.5. Große Kavität = Glaukomverdacht.
  7. Folgen Sie den Schiffen: Verfolgen Sie Arterien und Venen bis in die einzelnen Quadranten. Arterien: enger, hellrot. Venen: weiter, dunkler. Achten Sie auf: AV-Knickung (Arterie drückt Vene an der Kreuzungsstelle = Hypertonie), Silberdrahtphänomen (Arterien erscheinen hell/reflektierend = Hypertonie), Blutungen, Exsudate.
  8. Achten Sie auf Blutungen und Exsudate:
    • Punkt-/fleckenförmige Blutungen: Klein rund = Diabetes (Mikroaneurysmen)
    • Flammenblutungen: Oberflächlich, sich ausbreitend = Hypertonie, CRVO
    • Harte Exsudate: Hellgelb, scharfe Ränder = Lipidablagerungen bei Diabetes/Bluthochdruck
    • Weiche Exsudate („baumwollartige Flecken“): Flauschig weiß = Nervenfaserschichtinfarkt (Diabetes, Bluthochdruck)
  9. Überprüfen Sie die Makula: Bitten Sie den Patienten, direkt ins Licht zu schauen. Die Makula liegt unmittelbar temporal (zum Ohr hin) vom Sehnervenkopf. Sie erscheint etwas dunkler. Makuladegeneration zeigt sich als Drusen (gelbe Ablagerungen) oder Pigmentveränderungen.

📊 Netzhautbefunde – Kurzanleitung zur Interpretation

ErkenntnisWie es aussiehtWas es bedeutetAction
Fehlender roter ReflexKein orangefarbener Schimmer in der PupilleDichter Katarakt, Glaskörperblutung, Retinoblastom (Kind)Dringende Überweisung
PapillenödemUnscharfe Scheibenränder, ScheibenerhebungErhöhter Hirndruck🚨 Notfall – CT/Neurologie am selben Tag
Blasse ScheibeWeißer/blasser SehnervenkopfOptikusatrophie (MS, Glaukom, Kompression)Überweisung zum Augenarzt
Punkt-/fleckenförmige BlutungenKleine dunkle Punkte zwischen den GefäßenDiabetische RetinopathieSiehe Augenuntersuchung für Diabetiker
Flammenblutungen + WatteRote Streifen, weiße flauschige FleckenHypertensive Retinopathie, CRVODringende Blutdruckkontrolle / Augenheilkunde
Harte ExsudateHellgelbe, wachsartige FleckenDiabetes / BluthochdruckOptimierung des Diabetes-/Bluthochdruckmanagements
AV-NickingVene verengt sich an der ArterienkreuzungHypertensive VeränderungBlutdruckkontrolle überprüfen
Großes Verhältnis von Schale zu ScheibeDer Becher nimmt mehr als 50 % der Disc ein.GlaukomverdachtÜberweisung zum Augenarzt
📝 Beispieltexte
Normaler Fundusbefund:
Funduskopie: Beidseitig rote Reflexe. Sehnervenpapillen: rosig, scharfe Ränder, normales Cup-to-Disc-Verhältnis. Gefäße: normaler Durchmesser, keine AV-Kerben, keine Silberdrahtbildung. Keine Blutungen, Exsudate oder Cotton-Wool-Herde. Makulae unauffällig.
Diabetische Retinopathie:
Funduskopie: Rote Reflexe vorhanden. Rechter Fundus: Multiple punktförmige und fleckenförmige Blutungen in allen Quadranten. Harte Exsudate temporal der rechten Makula. Keine neu aufgetretenen Gefäße. Linker Fundus: Zwei punktförmige Blutungen oberhalb der Papille. Keine harten Exsudate. Befund: Rechtes Auge – moderate nicht-proliferative diabetische Retinopathie. Dringende Überweisung zum Screening-Service für diabetische Retinopathie. HbA1c-Wert und Blutdruck wurden überprüft.
Papillenödem – Notfall:
Funduskopie: Rote Reflexe vorhanden. Beidseitig unscharfe Papillenränder mit Papillenhebung. Keine spontane Venenpulsation. Befunde vereinbar mit einem Papillenödem. Der Patient berichtete über seit zwei Wochen bestehende, starke und zunehmende Kopfschmerzen. Notfalltransport (Notruf 999) zur CT-Untersuchung des Gehirns und neurologischen Abklärung veranlasst.
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HNO-Untersuchung – Ohr, Nase & Hals

einschließlich der Anwendung eines Otoskops und der Interpretation von Trommelfellbefunden

Ohrenschmerzen / Ohrenausfluss Schwerhörigkeit Schwindel / Vertigo Nasensymptome Halsschmerzen / Mandelentzündung Tinnitus
🔦 Wie man ein Otoskop benutzt – Schritt für Schritt
  1. Wählen Sie die richtige Spekulumgröße: Ohren von Erwachsenen – verwenden Sie das größte Ohrtrichter, das bequem passt. Kleinere Ohrtrichter schränken die Sicht ein. Halten Sie mehrere Modelle bereit.
  2. Positionieren Sie den Patienten: Sie sitzen und neigen den Kopf leicht von Ihnen weg. Bei Kindern ist der Kopf zur Seite geneigt, die Eltern halten das Kind fest.Ein Spekulum sollte niemals mit Gewalt eingeführt werden. Ist der Kanal sehr eng oder geschwollen, achten Sie auf die Sichtgrenze und versuchen Sie nicht, trotz Schmerzen weiter vorzudringen.
  3. Begradigen Sie den Gehörgang – die Richtung ist wichtig:
    • Erwachsene: Ziehen Sie an der Ohrmuschel (äußeres Ohr). hin und zurück mit Ihrer nicht-dominanten Hand. Dadurch wird der S-förmige Bogengang des Erwachsenen begradigt.
    • Kinder unter 7 Jahren: Ziehen Sie an der Ohrmuschel gerade zurück oder etwas nach unten. Der kindliche Kanal verläuft anders.
    Dieser Schritt wird am häufigsten ausgelassen – und ist dabei der wichtigste. Ohne ihn sieht man die Gehörgangswand, nicht das Trommelfell.
  4. Vorsichtig einführen: Halten Sie das Otoskop wie einen Stift (es sei denn, Sie wurden beispielsweise in Leeds geschult, wo man es kopfüber hält, was die sicherere Technik ist). Stützen Sie Ihre Hand (oder bei der umgekehrten Technik Ihren kleinen Finger) am Kopf des Patienten ab, damit das Spekulum durch Bewegungen nicht tiefer eingeführt wird. Führen Sie es in einem leichten Winkel nach unten und vorne ein. Sie sollten den Gehörgang sehen – einen mit Haut ausgekleideten Tunnel. Schieben Sie ihn langsam vor, bis das Trommelfell sichtbar wird.
  5. Worauf man achten sollte, sobald man das Trommelfell (die Membrana tympani) sehen kann: Siehe die unten stehende Interpretationshilfe.

📊 Leitfaden zur Interpretation des Trommelfells

AussehenWie es aussiehtDiagnose
Normales TMPerlgrau, leicht durchscheinend, Lichtreflex bei 5 Uhr (rechtes Ohr), Lichtkegel sichtbarNormal
Rotes, vorgewölbtes TMRotes, entzündetes Trommelfell, nach außen gewölbt, kein Lichtreflex sichtbar, manchmal weißer Flüssigkeitsspiegel dahinterAkute Mittelohrentzündung (AOM)
Zurückgezogenes TMDas Trommelfell wurde nach innen gezogen – der kurze Fortsatz des Hammers trat deutlich hervor, der Hammergriff war horizontaler, der Lichtreflex war verlagert.Funktionsstörung der Eustachischen Röhre, chronische Mittelohrentzündung mit Erguss (OME)
Matt, grau, FlüssigkeitsstandUndurchsichtige Trommel, manchmal bernsteinfarben oder grau, Luft-Flüssigkeits-Stand oder Blasen sichtbarMittelohrentzündung mit Erguss („Paukenerguss“)
PerforationEin Loch im Trommelfell ist sichtbar – es kann zentral oder marginal sein. Strukturen des Mittelohrs können durch das Loch hindurch gesehen werden.Trommelfellperforation (akut/chronisch). Zentral = in der Regel sicher, marginal = Risiko eines Cholesteatoms
Weiße Masse hinter TMWeiße, unregelmäßige Masse durch die TrommelCholesteatom – siehe HNO-Arzt
TM kann nicht angezeigt werdenNur die Kanalwand sichtbar oder Wachs blockiert die SichtWachsverstopfung – Wachsentfernung veranlassen und erneut untersuchen

⚠️ Randperforation = Cholesteatom, bis das Gegenteil bewiesen ist

Eine zentrale Perforation (in der Mitte der Pars tensa) ist in der Regel unbedenklich – oft Folge einer früheren AOM oder Öse. Randperforation Veränderungen am Trommelfellrand, insbesondere im Bereich der Pars flaccida, sollten den Verdacht auf ein Cholesteatom begründen. Eine Überweisung an einen HNO-Arzt ist erforderlich. Ein Cholesteatom kann in die Gehörknöchelchen und in schweren Fällen in den Gesichtsnerv oder den Mastoid einwachsen.

📋 Nasenuntersuchung
  1. Äußere Inspektion: Schwellung, Asymmetrie, Hautveränderung über der Nase.
  2. Vordere Rhinoskopie (mittels Otoskop oder speziellem Spekulum): Neigen Sie den Kopf leicht nach hinten. Verwenden Sie ein großes Nasenspekulum. Heben Sie die Nasenspitze an, um in jedes Nasenloch zu sehen. Achten Sie auf: die Lage der Nasenscheidewand (verkrümmt?), die Nasenmuscheln (vergrößert/geschwollen – blass und ödematös bei allergischer Rhinitis, rot bei infektiöser Rhinitis), Polypen (blass, fleischig, traubenartig, die den Nasengang blockieren), Ausfluss (wässrig = Allergie, mukopurulent = Infektion, einseitig = Fremdkörper bei einem Kind oder Tumor).
  3. Durchgängigkeit prüfen: Bitten Sie den Patienten, den Mund zu schließen und abwechselnd durch jedes Nasenloch zu atmen – so lässt sich der Luftstrom beurteilen.
📋 Halsuntersuchung
  1. Position: Gutes Licht (Taschenlampe). Bitten Sie den Patienten, den Mund weit zu öffnen und „ahh“ zu sagen – dadurch senkt sich die Zunge und der Rachenraum öffnet sich.
  2. Mandeln und Rachen: Achten Sie auf: Mandelgröße (Grad I–IV), Erythem, Exsudat (weiße Flecken auf den Mandeln = bakterielle Mandelentzündung vs. virale Mandelentzündung), Eiter in den Mandelkrypten, Uvulaverlagerung (Peritonsillarabszess = Peritonsillarabszess, Uvula zur gegenüberliegenden Seite verlagert).
  3. Zunge und Mundboden: Achten Sie auf jegliche Ulzerationen (Aphthen – gutartig; persistierende schmerzlose Ulzera >3 Wochen = Überweisung zur 2WW), Beläge und Blässe.
  4. Centor-/FeverPAIN-Kriterien in der Praxis: Zur Unterstützung der Antibiotikagabe bei Halsschmerzen. FeverPAIN-Score ≥ 4: Antibiotika erwägen. Centor-Score ≥ 3: Streptokokkeninfektion wahrscheinlicher.

⚠️ Warnzeichen bei der Halsuntersuchung

  • Verlagertes Gaumenzäpfchen → Peritonsillarabszess (Angina) → HNO-ärztliche Überweisung am selben Tag
  • Stridor → Verlegung der oberen Atemwege → Notfall
  • Trismus (Mundsperre) → Angina oder tiefe Zahnfleischentzündung
  • Anhaltendes schmerzloses Mundgeschwür >3 Wochen → Überweisung nach 2 Wochen Wartezeit
📝 Beispieltexte
Akute Mittelohrentzündung:
HNO-ärztliche Untersuchung: Rechtes Ohr – Otoskopie: gerötetes, vorgewölbtes Trommelfell, kein Lichtreflex sichtbar. Keine Perforation. Linkes Ohr – normales, perlgraues Trommelfell, Lichtreflex vorhanden. Nasenschleimhaut leicht gerötet. Rachen – beidseitige Rötung, kein Exsudat, Uvula zentral. Diagnose: akute Otitis media rechts. Therapieempfehlungen werden besprochen.
Normaler HNO-Bereich:
HNO-ärztliche Untersuchung: Beide Ohren – Trommelfelle perlgrau, Lichtreflexe beidseits vorhanden, keine Trommelfellperforation, kein Flüssigkeitsspiegel. Nasenhöhle – Septum zentrifugal, Nasenmuscheln nicht geschwollen, keine Polypen, kein Ausfluss. Rachen – Tonsillen Grad I, keine Rötung, kein Exsudat, Uvula zentrifugal. Gebiss intakt. Keine zervikale Lymphadenopathie.
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Hautuntersuchung

Systematische Läsionsbeurteilung – das ABCDE der Hautveränderungen

Pigmentierte Läsion Ausschlag Hautveränderung Verdacht auf Melanom Überprüfung chronischer Hauterkrankungen

🚨 Die 2-Wochen-Wartekriterien für die Haut (NICE)

Überweisung gemäß dem 2WW-Protokoll bei: verdächtiger pigmentierter Läsion mit einem der folgenden dermatoskopischen Merkmale eines Melanoms: Veränderung von Größe, Form oder Farbe, Satellitenläsionen, Ulzeration, Blutung. Ebenfalls in Betracht zu ziehen bei: Plattenepithelkarzinom (SCC) – verhornende oder verkrustete, schnell wachsende Läsion. Merkelzellkarzinom – schmerzloser Knoten auf sonnenexponierter Haut. Im Zweifelsfall: Foto anfertigen, falls verfügbar, Dermatoskopie durchführen und umgehend ärztlichen Rat einholen.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung – Beurteilung von Hautläsionen
  1. Ausreichende Belichtung und Beleuchtung: Untersuchen Sie die Stelle bei gutem Licht. Betrachten Sie den gesamten Bereich – nicht nur die Läsion, auf die der Patient zeigt. Achten Sie auf Satellitenläsionen in der umliegenden Haut.
  2. Charakterisieren Sie die Läsion – verwenden Sie das ABCDE-Schema:
    A — Asymmetrie

    Unregelmäßige Form – eine Hälfte spiegelt die andere nicht wider

    B — Grenze

    Ausgefranste, gekerbte oder verschwommene Kanten

    C — Farbe

    Variation innerhalb der Läsion – gemischt braun, schwarz, rot, weiß

    D — Durchmesser

    >6 mm – Melanome können aber auch kleiner sein

    E — Evolution

    Veränderung im Laufe der Zeit – das wichtigste Merkmal in der Allgemeinmedizin

  3. Beurteilen Sie außerdem: Lokalisation (sonnenexponiert?), Größe (Angabe in mm), Oberfläche (glatt/rau/ulzeriert/blutend), Erhebung (flach/erhaben/knotig/gestielt), umgebende Haut (Erythem, Satellitenläsionen, Verhärtung).
  4. Beschreiben Sie den primären Läsionstyp: Makula (flach, nur Farbveränderung), Papel (<5 mm erhaben), Plaque (>5 mm erhaben, flach), Knötchen (tief erhaben), Vesikel (klein, flüssigkeitsgefüllt), Bulla (groß, flüssigkeitsgefüllt), Pustel (Eiter), Quaddel (Urtikaria), Ulkus (Hautverlust).
  5. Regionale Lymphknoten: Bei Verdacht auf Malignität sollten die relevanten drainierenden Lymphknoten abgetastet werden. Melanom des Rückens → axilläre Lymphknoten. Melanom des Beins → inguinale Lymphknoten.

📊 Häufige pigmentierte Läsionen – Kurzanleitung

LäsionTypisches ErscheinungsbildAction
MelanomAsymmetrischer, unregelmäßiger Rand, Farbvariationen, ≥6 mm, sich entwickelnd🚨 Dringende Überweisung nach 2 Wochen Wartezeit
Seborrhoische KeratoseAufgeklebtes Aussehen, warzig, einheitlich braun, gut abgegrenzt, häufig ab 40 JahrenBeruhigen – gutartig
Gutartiger melanozytärer NävusSymmetrischer, regelmäßiger Rand, einheitliche Farbe, jahrelang formstabilBeruhigen – überwachen
Basalzellkarzinom (BCC)Perlmuttartiger Knötchen, aufgeworfene Ränder, Teleangiektasien, zentrale UlzerationRoutine- oder dringende Überweisung
Plattenepithelkarzinom (SCC)Unregelmäßige, verhornende, verkrustete, schnell wachsende, sonnenexponierte Stelle2WW-Überweisung
DermatofibromFest, bei seitlichem Druck Dellen, bräunlich, UnterschenkelBeruhigen – gutartig
📝 Beispieltexte
Gutartig erscheinende pigmentierte Läsion:
Hautuntersuchung: Rechter oberer Rücken. 5 mm große pigmentierte Läsion – symmetrisch, scharf begrenzt, gleichmäßige, mittelbraune Farbe, flache Oberfläche. Keine Satellitenläsionen. Patient bestätigt keine Veränderung in den letzten 5 Jahren. Keine Auffälligkeiten. Patientin beruhigt und gebeten, sich bei Veränderungen erneut zu melden.
Verdächtige Läsion – Überweisung gemäß 2WW-Richtlinien:
Hautuntersuchung: Linker Unterarm. 9 mm große pigmentierte Läsion – asymmetrisch, unregelmäßig und unscharf begrenzt, gemischte braun-schwarz-rote Farbvariation. Im Zentrum leicht erhaben. Patientin berichtet, dass sich die Läsion in den letzten Monaten verändert habe – zuvor kleiner und gleichmäßig. Keine Satellitenläsionen. Rechte Achselhöhle: keine tastbare Lymphadenopathie. Verdacht auf Melanom – dringende Überweisung an einen Dermatologen (2-Wochen-Wochen-Intervall). Patientin aufgeklärt und fotografiert.
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Rektale Untersuchung

Einwilligung, Begleitperson, linke Seitenlage – eine Kernkompetenz eines Allgemeinmediziners

PR-Blutung Veränderung der Stuhlgewohnheiten anorektale Schmerzen LUTS / Harnwegssymptome (Prostata) Verstopfung Verdacht auf eine rektale Raumforderung

🚨 Verschieben Sie niemals eine PR-Prüfung, die Sie ablegen sollten!

Bei rektalen Blutungen und veränderten Stuhlgewohnheiten ist eine rektale Untersuchung vor der Überweisung erforderlich, nicht anstelle der Überweisung. Eine Überweisung nach zweiwöchiger Wartezeit mit dokumentierten rektalen Befunden ist für das Koloproktologenteam deutlich hilfreicher als eine ohne diese. Wenn Sie sich Sorgen um den Darm eines Patienten machen, untersuchen Sie ihn – überweisen Sie ihn nicht ohne vorherige Untersuchung.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Einwilligung und Begleitperson: Eindeutige mündliche Einwilligung. Name und Funktion der Begleitperson dokumentiert. Erklärung: „Ich werde eine rektale Untersuchung durchführen – ich werde vorsichtig einen Finger in Ihren After einführen. Ich werde so schnell wie möglich vorgehen und sofort aufhören, wenn Sie mich darum bitten.“
  2. Position: Linke Seitenlage (Patient liegt auf der linken Seite, Knie an die Brust gezogen – „wie ein Ball“). Dies ist die Standardposition für Allgemeinchirurgie. Alternativ kann die Steinschnittlage (Rückenlage) genutzt werden.Die linke Seitenlage ist für den Patienten meist angenehmer und ermöglicht dem Untersucher einen guten Zugang. Achten Sie auf eine angemessene Abdeckung des Patienten – legen Sie nur die notwendigen Bereiche frei.
  3. Zuerst eine externe Inspektion: Bevor Sie einen Finger einführen, betrachten Sie die Haut im Analbereich. Achten Sie auf: Hautanhängsel (Hämorrhoiden, Morbus Crohn), äußere Hämorrhoiden (blau/violett), Fissuren (schmerzhafter Riss in 6- oder 12-Uhr-Position – der Patient kann schon bei der bloßen Betrachtung zusammenzucken), Fistelöffnungen, Kondylome (Warzen), Erytheme, Ulzerationen.
  4. Großzügig einfetten: Tragen Sie Gleitgel auf Ihren behandschuhten Zeigefinger auf. Ausreichende Gleitfähigkeit ist sowohl angenehmer für den Patienten als auch aussagekräftiger für die Untersuchung – eine Untersuchung ohne Gleitgel erzeugt einen falschen Widerstand.
  5. Einfügung: Platzieren Sie die Spitze Ihres mit Gleitmittel benetzten Zeigefingers am Anusrand. Bitten Sie den Patienten, langsam auszuatmen. Während er ausatmet und sich entspannt, üben Sie sanften Druck aus, bis sich der Schließmuskel entspannt und Ihr Finger eindringt. Gehen Sie dabei nicht über den Widerstand hinaus.Verspannt sich der Patient, halten Sie inne, beruhigen Sie ihn und bitten Sie ihn, erneut auszuatmen. Erzwingen Sie niemals das Eindringen. Ist das Eindringen aufgrund von Schmerzen unmöglich, brechen Sie den Eingriff ab, dokumentieren Sie die Situation und ziehen Sie eine Analfissur oder Analstenose in Betracht.
  6. Beurteilung des Schließmuskeltonus: Normaler Muskeltonus = fester Widerstand um den Finger, aber nicht schmerzhaft. Verminderter Muskeltonus = erschlaffter Schließmuskel (neurologische Ursache, vorangegangene Operation, geburtshilfliche Verletzung). Erhöhter Muskeltonus = Hypertonie (Fissur, Angstzustände, Infektion).
  7. Systematisch rotieren: Drehen Sie Ihren Finger um 360°, um die Rektumschleimhaut in alle Richtungen zu untersuchen. Tasten Sie nach: Knoten (hart, unregelmäßig = Verdacht auf Karzinom), Druckempfindlichkeit (vorderer Bereich = Prostatitis oder Erkrankung des Beckens), Unregelmäßigkeiten der Schleimhaut.
  8. Prostatauntersuchung (männliche Patienten): Tastuntersuchung von vorne. Normale Prostata: glatt, gummiartig, zweilappig mit Mittelfurche, nicht druckempfindlich. Abnorme Befunde – siehe Tabelle unten.Eine zuverlässige Beurteilung der gesamten Prostata über den Mastdarm ist nicht möglich – lediglich der hinteren Oberfläche kann man nicht beurteilen. Ein normaler PR-Wert schließt Prostatakrebs nicht aus. Der PSA-Wert ist eine ergänzende Methode.
  9. Handschuh herausnehmen und prüfen: Hinweis: Stuhlfarbe (normal braun, schwarz = Meläna, hellrot = untere gastrointestinale Blutung), Blut (frisch rot = Hämorrhoiden/Fissur/Tumor), Schleim. Befunde der Handschuhuntersuchung genau dokumentieren.

📊 Prostatauntersuchung auf PR

ErkenntnisBeschreibungWahrscheinliche DiagnoseAction
Normale ProstataGlatt, fest/gummiartig, zweilappig, mit Mittelfurche, Größe ca. 4 cm, nicht druckempfindlichNormal oder BPH (kann allein durch Abtasten nicht unterschieden werden)Korrelieren mit PSA
Vergrößert, glattSymmetrisch vergrößert, glatt, gummiartig, normale KonsistenzGutartige Prostatahyperplasie (BPH)LUTS-Beurteilung, PSA-Test, urologische Untersuchung falls indiziert
Druckempfindliche ProstataAußergewöhnlich druckempfindlichAkute Prostatitis⚠️ Nicht massieren – mit Antibiotika behandeln. Bei systemischer Erkrankung stationär aufnehmen.
Hart, unregelmäßig, Verlust der FurcheSteinhart, knotig, asymmetrisch, Zentralfurche verloren gegangenProstatakrebs, bis das Gegenteil bewiesen ist🚨 Dringender PSA-Test + Überweisung zum Urologen (2-wöchige Wartezeit bei hohem Verdacht)
📝 Beispieltexte
Normaler PR-Wert bei Prostatauntersuchung:
PR-Untersuchung: Begleitperson [Name] anwesend. Einwilligung liegt vor. Linksseitenlage. Äußere Inspektion: Normale perianale Haut, keine Fissuren, keine äußeren Hämorrhoiden. Sphinktertonus: normal. Rektumschleimhaut: glatt, keine Raumforderungen. Prostata: glatt, zweilappig, Sulcus centralis tastbar, gummiartige Konsistenz, nicht druckempfindlich, annähernd normale Größe (Vergrößerung Grad 1). Stuhlgang: braun, kein Blut, kein Schleim.
Verdächtige Prostata + Blut am Handschuh:
PR-Untersuchung: Begleitperson [Name] anwesend. Linksseitenlage. Äußere Inspektion: unauffällig. Muskeltonus: normal. Rektumschleimhaut: glatt, keine tastbaren Raumforderungen. Prostata: unregelmäßig, rechter Lappen hart, Sulcus centralis nicht tastbar, nicht druckempfindlich. Handschuh: dunkler Stuhl, kein frisches Blut, Spuren von Schleim. Befund: auffällige Prostata – verdächtig. PSA-Test heute veranlasst. Dringende Überweisung zur urologischen Untersuchung (2-Wochen-Woche) veranlasst. Patient einfühlsam aufgeklärt.
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Lymphknoten- und Schilddrüsenuntersuchung

Systematisch, zielgerichtet, mit Bezug zur klinischen Fragestellung

Nackenklumpen Lymphadenopathie Schilddrüsensymptome Verdacht auf Lymphom Gewichtsverlust + Müdigkeit
📋 Lymphknotenuntersuchung – Schritt für Schritt
  1. Zervikale Lymphknoten (werden am häufigsten vom Hausarzt untersucht): Stellen Sie sich hinter den Patienten. Verwenden Sie beide Hände gleichzeitig – vergleichen Sie die Seiten. Tasten Sie systematisch nach folgenden Lymphknoten: submental (unter dem Kinn), submandibulär, anterior cervical (vorderes Halsdreieck), posterior cervical (hinteres Halsdreieck), präaurikulär, postaurikulär, occipital, supraclavikulär.Fossa supraclavicularis: Palpation bei leicht zu Ihnen geneigtem Kopf des Patienten – dies entspannt den Musculus sternocleidomastoideus. Ein harter Knoten in der linken Fossa supraclavicularis (Virchow-Knoten/Troisier-Zeichen) deutet bis zum Beweis des Gegenteils auf eine maligne Erkrankung des Magens oder des Abdomens hin.
  2. Achsellymphknoten: Legen Sie den Arm des Patienten auf Ihren. Formen Sie Ihre Hand zu einer Mulde und platzieren Sie sie im oberen Bereich der Achselhöhle. Fahren Sie mit den Fingern an der medialen Achselwand entlang nach unten. Palpieren Sie alle Muskelgruppen: apikal (im Bereich des Schulterdachs), anterior (Pektoralis), posterior (Subscapularis), lateral (entlang des Oberarmknochens) und zentral.
  3. Leistenlymphknoten: Horizontale Lymphgefäßkette (entlang des Leistenbandes – drainiert Unterschenkel, Analregion und äußere Geschlechtsorgane). Vertikale Lymphgefäßkette (entlang der Vena saphena magna). Bitte beachten Sie, ob die Lymphgefäße oberflächlich oder tief verlaufen.
  4. Charakterisieren Sie jeden tastbaren Knoten:
    • Größe in cm
    • Konsistenz: weich und druckempfindlich (reaktiv/infiziert) vs. fest (Lymphom) vs. hart und fixiert (metastasiertes Karzinom)
    • Mobilität: Mobil vs. kabelgebunden/matte
    • Zärtlichkeit: Druckempfindlich = reaktiv/infiziert; nicht druckempfindlich = Lymphom oder maligne Erkrankung
    • Anzahl und Verteilung: Einzelne Region = lokale Ursache; mehrere Regionen = systemische Ursache

🚨 Warnzeichen für Lymphadenopathie – 2WW-Kriterien

  • Harter, nicht nachgiebiger, fester oder fixierter Knoten – jeder Standort
  • Lymphknoten >2 cm, der nicht durch eine Infektion erklärt werden kann
  • Anhaltend oder zunehmend über mehr als 6 Wochen
  • Begleitsymptome der B-Kategorie (starkes nächtliches Schwitzen, unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber)
  • Supraklavikulärer Lymphknoten – immer überweisen, unabhängig von anderen Merkmalen
  • Alter >40 mit ungeklärter Lymphadenopathie
📋 Schilddrüsenuntersuchung – Schritt für Schritt
  1. Inspektion: Stellen Sie sich vor den Patienten. Bitten Sie ihn zu schlucken (geben Sie ihm ein Glas Wasser). Die normale Schilddrüse ist nicht sichtbar. Ein Kropf bewegt sich beim Schlucken – dies unterscheidet die Schilddrüse von anderen Schwellungen am Hals.
  2. Palpation: Stellen Sie sich hinter den Patienten. Legen Sie beide Hände um den Hals, die Fingerspitzen berühren sich in der Mittellinie. Ertasten Sie den Isthmus (direkt unterhalb des Schildknorpels). Tasten Sie die beiden Schilddrüsenlappen seitlich der Luftröhre ab. Bitten Sie den Patienten, erneut zu schlucken – spüren Sie, wie sich die Drüse unter Ihren Fingern bewegt.Eine Schilddrüsenschwellung, die sich beim Schlucken nicht verschiebt, ist wahrscheinlich nicht auf die Schilddrüse zurückzuführen – denken Sie an einen Lymphknoten, eine Dermoidzyste oder einen anderen Knoten im Halsbereich.
  3. Charakterisieren Sie die Drüse: Diffuse Vergrößerung (Kropf) vs. multinoduläre Vergrößerung vs. einzelner Knoten. Druckempfindlich (Thyreoiditis) vs. nicht druckempfindlich. Retrosternale Ausdehnung (nicht unterhalb der Drüse zugänglich).
  4. Tracheale Abweichung: Liegt die Luftröhre mittig? Eine sehr große Schilddrüse oder eine retrosternale Ausdehnung kann die Luftröhre verlagern.
  5. Auskultation: Bei diffusem Kropf – die Glocke des Stethoskops über die Drüse halten. Ein Strömungsgeräusch deutet auf eine erhöhte Durchblutung hin und kann auf Morbus Basedow (Hyperthyreose) hindeuten.
  6. Anzeichen einer Schilddrüsenfunktionsstörung:
    • Schilddrüsenüberfunktion: Feines Zittern (Hände), warme, feuchte Handflächen, Tachykardie, Lidretraktion, Exophthalmus (Graves-Krankheit)
    • Schilddrüsenunterfunktion: Trockene Haut, Bradykardie, periorbitale Ödeme, trockenes Haar, verlangsamte Entspannungsreflexe
📝 Beispieltexte
Zervikale Lymphadenopathie — reaktiv:
Lymphknotenuntersuchung: Rechte Submandibulardrüse – 1.5 cm großer, weicher, druckempfindlicher und verschieblicher Lymphknoten. Linke Submandibulardrüse – unauffällig. Keine weiteren zervikalen Lymphknotenschwellungen. Keine axillären oder inguinalen Lymphknotenschwellungen. Schilddrüse nicht vergrößert. Befund vereinbar mit einer reaktiven Lymphadenopathie im Rahmen einer rechtsseitigen Tonsillitis. Kontrolluntersuchung in 6 Wochen, falls keine Besserung eintritt.
Schilddrüse — Morbus Basedow:
Schilddrüsenuntersuchung: Diffuser, glatter Kropf – verschieblich beim Schlucken, beide Lappen symmetrisch vergrößert. Strömungsgeräusch über der Schilddrüse hörbar. Trachea zentral. Allgemeinzustand: Feiner Tremor beidseits, warme, feuchte Handflächen, Puls 104/min, regelmäßig, beidseitige Lidretraktion, kein Exophthalmus. Verdacht: Morbus Basedow. Schilddrüsenfunktionsdiagnostik und Bestimmung von TSH-Rezeptor-Antikörpern veranlasst. Dringende Überweisung an die Endokrinologie.
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Kinderuntersuchung — Alter 1–5 Jahre (Hausarzt-Screening)

Ausgerichtet auf die vorliegende Beschwerde – das kranke Kind benötigt eine effiziente, strukturierte Beurteilung

Fieberndes Kind Bronchiolitis / Giemen Hautausschlagbeurteilung Limp Entwicklungsbedenken Screening auf akute Erkrankungen

🚨 Das kranke Kind – Wann man sich sofort Sorgen machen sollte

Die wichtigste Fähigkeit bei der kinderärztlichen Untersuchung ist es, ein schwer krankes Kind schon beim Betreten des Zimmers zu erkennen, bevor man es berührt hat. Folgende Anzeichen sollten sofort Alarm auslösen: schrilles oder schwaches Schreien, stöhnende Atmung, starke Einziehungen der Rippen und Zwischenrippen, Blässe oder Marmorierung der Haut, nicht wegdrückbarer Hautausschlag, verminderte oder fehlende Reaktion auf Reize, verlängerte Kapillarfüllungszeit (zentrales Blut > 2 Sekunden), vorgewölbte Fontanelle (altersgemäß). Jedes dieser Anzeichen erfordert eine sofortige Notfallbehandlung.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Vor dem Berühren beobachten – den allgemeinen Eindruck: Allgemeines Verhalten (aufmerksam und interaktiv vs. teilnahmslos und desinteressiert), wie das Kind von den Eltern gehalten wird, Atemgeräusche aus der Ferne, Hautfarbe (rosa vs. blass vs. fleckig vs. zyanotisch), Hydratationszustand (eingefallene Augen, trockene Schleimhäute, Hautturgor), offensichtliche Beschwerden oder deren Fehlen.Ein Kind, das Sie beobachtet, nach Gegenständen greift und mit den Eltern interagiert, ist höchstwahrscheinlich nicht ernsthaft krank. Ein Kind, das apathisch starrt und nicht auf Reize reagiert, ist hingegen ein Warnsignal, noch bevor Sie irgendwelche Messungen vorgenommen haben.
  2. Vitalzeichen – immer: Temperatur, Puls, Atemfrequenz (30 Sekunden lang zählen – Referenzbereiche variieren stark je nach Alter), Sauerstoffsättigung (normal ≥95 % in Raumluft für jedes Alter), kapilläre Rückfüllzeit (5 Sekunden lang auf das Brustbein oder die Stirn drücken – normal <2 Sekunden).Die NICE-Leitlinie zu fieberhaften Erkrankungen (Ampelsystem) nutzt diese Beobachtungen systematisch. Beachten Sie die roten und gelben Merkmale für altersabhängige Tachykardie und Tachypnoe – sie unterscheiden sich von den Schwellenwerten bei Erwachsenen.
  3. Fontanelle (falls altersgerecht – unter ca. 18 Monaten): Bei aufrechtem und ruhigem Kind die vordere Fontanelle vorsichtig abtasten. Vorwölbung = erhöhter Hirndruck. Eingefallen = Dehydration. Normal = flach und weich.
  4. Ohren und Rachen: Bei Verdacht auf eine Infektion der oberen Atemwege – Otoskopie (beidseitige Ohren), Rachenuntersuchung (Mandelhaut, Belag, Rötung, Lage des Gaumenzäpfchens). Bei Kindern muss die Ohrmuschel zur Untersuchung gerade nach hinten gezogen werden, nicht nach oben und hinten.
  5. Brust: Die Atemfrequenz wird bei der Inspektion erfasst. Schweregrad der Einziehungen: subkostal, interkostal, sternal. Beidseitig auskultieren – Atemgeräusche (gleichmäßig oder vermindert), Giemen (exspiratorisch = Bronchiolitis/Asthma), Rasselgeräusche (Konsolidierung). Die Sauerstoffsättigung bestätigt den klinischen Eindruck.
  6. Abdomen: Bei Bauchschmerzen, Erbrechen oder gastrointestinalen Symptomen: Inspektion und leichte Palpation aller Quadranten. Achten Sie auf Abwehrspannung, Druckempfindlichkeit und Organvergrößerung. Beginnen Sie außerhalb des Schmerzbereichs.
  7. Beurteilung des Ausschlags: Bei Vorliegen eines Ausschlags – Morphologie, Verteilung und Aufhellung beschreiben. Glas-Test (fest auf den Ausschlag drücken): Aufhellung = meist harmlos (Virusexanthem, Urtikaria); keine Aufhellung = Meningokokken-Erkrankung, bis das Gegenteil bewiesen ist → sofort Notruf 999 wählen.Ein petechialer oder purpurischer Ausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, ist ein pädiatrischer Notfall. Warten Sie nicht auf weitere Symptome. Wählen Sie den Notruf (999) und verabreichen Sie, falls verfügbar und nicht kontraindiziert, Benzylpenicillin intramuskulär.
  8. Negative Warnsignale explizit dokumentieren: Bei einem gesunden Kind dokumentieren Sie das Fehlen wichtiger Warnzeichen: „Kein Stöhnen, keine ausgeprägte Einziehung der Muskulatur, kein nicht wegdrückbarer Ausschlag, wach und interaktiv, Kapillarfüllungszeit < 2 Sekunden, Sauerstoffsättigung 98 % unter Raumluft.“ Dies schützt das Kind und Sie.

📊 NICE-Ampelsystem für fieberhafte Erkrankungen – Wichtige rote Anzeichen (Sofortmaßnahmen erforderlich)

  • Farbe: blass, gefleckt, aschgrau oder blau
  • Aktivität: Reagiert nicht auf soziale Signale, wirkt krank, wacht nicht auf oder bleibt nicht wach
  • Atmung: Stöhnen, schwere Tachypnoe, mäßige/schwere Einziehung
  • Durchblutung: verminderter Hautturgor
  • Sonstige: nicht wegdrückbarer Hautausschlag, vorgewölbte Fontanelle, Nackensteifigkeit, fokale neurologische Ausfälle, fokale Krampfanfälle, Fieber bei Kindern unter 3 Monaten
📝 Beispieltexte
Gesundes Kind – unauffällige Untersuchung (fieberndes Kind, virale Infektion der oberen Atemwege):
Untersuchung des Kindes: [Name], 2 Jahre. Wach, interaktiv, entspannt im Arm der Eltern. Temperatur 38.4 °C, Herzfrequenz 118/min, Atemfrequenz 28/min, Sauerstoffsättigung 97 % unter Raumluft, Refluxzeit < 2 Sekunden. Fontanelle: flach und weich. HNO: Trommelfelle beidseits unauffällig. Rachen: leichte Rötung, kein Exsudat, Uvula zentral. Lunge: Atemgeräusche beidseits gleichmäßig, kein Giemen, keine Einziehungen. Abdomen: weich, nicht druckempfindlich. Kein Ausschlag. Keine fokalen neurologischen Ausfälle. Verdacht: virale Infektion der oberen Atemwege. Empfehlung: Wiedervorstellung bei Auftreten eines Ausschlags, anhaltend hohem Fieber, Lethargie oder deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Bronchiolitis — leicht/mittelschwer:
Kinduntersuchung: [Name], 8 Monate. Leicht unruhig, trinkt weniger als üblich. Temperatur 37.8 °C, Herzfrequenz 148/min, Atemfrequenz 52/min, Sauerstoffsättigung 93 % unter Raumluft. Subkostaler Einfall vorhanden. Nasenflügeln. Lunge: Beidseitig feine endinspiratorische Rasselgeräusche und exspiratorisches Giemen. Keine Apnoe-Episoden berichtet. Atemstillstandszeit < 2 Sekunden. Verdacht: Bronchiolitis, mittelschwer aufgrund der Sauerstoffsättigung von 93 %. Pädiatrische Untersuchung/Krankenhausbesuch veranlasst aufgrund der Sauerstoffsättigung unter 95 %.
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Untersuchung der peripheren Gefäße

Beine, Füße und Durchblutung – oft das Letzte, was untersucht wird, selten das Letzte, was zählt

Claudicatio Beingeschwür Kalte/schmerzende Füße Verdacht auf tiefe Venenthrombose Krampfadern Diabetikerfußuntersuchung

🚨 Akute Extremitätenischämie – Die 6 Ps

Schmerzen, Blässe, Pulslosigkeit, Parästhesien, Lähmung, tödliche Kälte. Jede Kombination dieser Symptome bei einer akut schmerzhaften, kalten Extremität bedeutet einen chirurgischen Notfall. Führen Sie keine Untersuchungen in der Hausarztpraxis durch – rufen Sie den Notruf (999) und veranlassen Sie eine sofortige Verlegung. Dies ist einer der wenigen Fälle, in denen in der hausärztlichen Versorgung jede Minute zählt, genauso wie bei einem STEMI.

📋 Schritt-für-Schritt-Anleitung
  1. Untersuchen Sie beide Beine, während der Patient flach liegt:
    • Farbe: Rosa = normal. Blass = verminderte arterielle Durchblutung. Dunkelbraun/zyanotisch = venöse Stauung oder kritische Ischämie. Rotbraune Pigmentierung = chronische Venenerkrankung (Hämosiderinablagerung).
    • Hautveränderungen: Haarausfall am Fußrücken und Unterschenkel = chronische arterielle Insuffizienz. Lipodermatosklerose (holzartige, verhärtete Haut oberhalb des Innenknöchels) = chronische Venenerkrankung
    • Geschwüre: Lokalisation, Größe, Grund, Rand, Tiefe. Arterielle Ulzera: ausgestanzt, schmerzhaft, blasser/nekrotischer Grund, an Druckstellen (Zehen, Fersen, Außenknöchel). Venöse Ulzera: unregelmäßiger Rand, flach, beschuppter/granulierender Grund, medialer Bereich des Unterschenkels (oberhalb des Innenknöchels). Neuropathische Ulzera: schmerzlos, an Druckstellen, assoziiert mit peripherer Neuropathie.
    • Krampfadern: Verteilung (Gebiet der Vena saphena magna vs. der Vena saphena parva), etwaige damit verbundene Hautveränderungen
    • Schwellung: Ödem – symmetrisch (kardial/venös/Hypoalbuminämie) vs. asymmetrisch (tiefe Venenthrombose, Zellulitis, Lymphödem)
  2. Temperatur beurteilen: Vergleichen Sie den Handrücken beider Hände von distal nach proximal. Kalte Füße mit einem deutlichen Temperaturgradienten auf einer bestimmten Höhe deuten auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit mit Verschluss in diesem Bereich hin.
  3. Kapillarfüllungszeit: Drücken Sie die Zehe oder den Finger 5 Sekunden lang. Normal: <2 Sekunden. Verlängerter Druck = verminderte periphere Durchblutung (Arterienerkrankung, Dehydration, Kälte).
  4. Periphere Pulse tasten – beide Seiten vergleichen:
    • Femoral: In der Leiste, mittig am Leistenbogen
    • Popliteal: Das Knie des Patienten ist leicht gebeugt, die Daumen liegen auf der Tuberositas tibiae, die Finger treffen sich hinten in der Kniekehle – schwierig bei übergewichtigen Patienten
    • Dorsalis pedis (DP): Fußrücken, seitlich der Sehne des Musculus extensor hallucis longus
    • Hintere Tibia (PT): Hinter und unterhalb des Innenknöchels
    Fehlende Pulse an Arteria dextra und Arteria pterygoidea sinistra (DP) und Arteria pterygoidea (PT) deuten auf eine signifikante periphere arterielle Verschlusskrankheit hin. Fehlende Pulse in Kombination mit Symptomen erfordern eine Überweisung zur Gefäßuntersuchung und Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI).
  5. Wadenuntersuchung (bei Verdacht auf tiefe Venenthrombose): Druckschmerzhaftigkeit der Wade, Wadenschwellung (beider Waden an einem festen Punkt messen – ein Unterschied von >3 cm ist signifikant), Rötung, Überwärmung. Der Wells-Score dient als Entscheidungshilfe für die Bildgebung. Verlassen Sie sich nicht auf ein einzelnes Zeichen – eine tiefe Venenthrombose kann auch ohne alle Symptome auftreten.
  6. Buerger-Test (bei Verdacht auf arterielle Erkrankung): Lagern Sie die Beine für 1–2 Minuten in einem Winkel von 45° hoch. Arterielle Insuffizienz: Die Beine werden blass (Blässe bei Hochlagerung). Senken Sie die Beine um 45° unterhalb der Horizontalen ab. Bei arterieller Erkrankung entwickelt sich eine reaktive Hyperämie (dunkelrote/violette Färbung – „Sonnenuntergangsfuß“), da sich das Blut unter dem Einfluss der Schwerkraft wieder auffüllt. Positiver Buerger-Test = signifikante arterielle Erkrankung.
  7. ABPI (Knöchel-Arm-Index): Wird nicht im Rahmen der routinemäßigen hausärztlichen Untersuchung durchgeführt, sollte aber bei jedem Patienten mit Claudicatio intermittens, nicht heilendem Beingeschwür oder Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) veranlasst werden. Normaler Knöchel-Arm-Index (ABI) ≥ 1.0. ABI 0.5–0.9 = leichte bis mittelschwere pAVK. ABI < 0.5 = schwere Ischämie. ABI > 1.3 = verkalkte Gefäße (häufig bei Diabetes – fälschlicherweise beruhigend).

📊 Beingeschwürtypen – Schnelle Unterscheidung

FunktionArteriell (ischämisch)VenösNeuropathisch
SiteZehen, Fersen, AußenknöchelMedialer GamaschenbereichDruckpunkte (Fußsohle, Mittelfußköpfchen)
SchmerzenSchmerzhaft (nachts am schlimmsten, Linderung durch Herunterhängen des Beins)Schmerzen, Besserung durch HochlagerungSchmerzlos (Neuropathie)
EdgesAusgestanzt, klar definiertUnregelmäßig, schrägGut definierter, verhornter Rand
BasisBlasse, nekrotische Sehnen/Knochen können sichtbar seinBelagig oder körnig, nassTief, kann Sehnen betreffen
ImpulseFehlend oder reduziertÜblicherweise vorhandenVorliegend (neurologische Ursache)
Umliegende HautHaarlos, kalt, dünn, glänzendHämosiderin, Lipodermatosklerose, KrampfadernHornhaut, trockene Haut, Deformität
📝 Beispieltexte
Normaler Befund bei der Untersuchung der peripheren Gefäße:
Periphere Gefäßuntersuchung: Haut: beidseits normale Farbe und Beschaffenheit. Keine Ulzerationen, kein Haarausfall, kein Ödem. Temperatur: beidseits warm und gleichmäßig. Refraktärzeit < 2 Sekunden. Pulse: Femoralis-, Popliteal-, Dorsalis-pedis- und Tibialis-posterior-Pulse – alle beidseits tastbar und gleichmäßig. Keine Druckempfindlichkeit oder asymmetrische Schwellung der Waden.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit mit Claudicatio intermittens:
Periphere Gefäßuntersuchung: Linkes Bein: ab der Wadenmitte distal kühler als rechts. Linker Unterschenkel und Fußrücken unbehaart. Keine Ulzeration. Refraktärzeit (CRT) 3 Sekunden an der linken Großzehe (rechts < 2 Sekunden). Pulse: Femoralispulse beidseits tastbar. Linke Kniekehlenarterie, linke Arteria profunda uteri (DP) und linke Arteria profunda uteri (PT) nicht tastbar. Rechte Kniekehlenarterie, DP und PT: tastbar. Buerger-Test: Blässe des linken Beins bei 45°-Anhebung, reaktive Hyperämie (Sunset Foot) in der Seitenlage. Befund: Signifikante periphere arterielle Verschlusskrankheit links. Knöchel-Arm-Index (ABI) veranlasst. Überweisung zur Gefäßambulanz. Optimierung des kardiovaskulären Risikos überprüft.
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🩺Gute und schlechte Gewohnheiten bei der klinischen Untersuchung

💡 Einfache interne Checkliste – Führen Sie diese Schritte durch, bevor Sie eine Prüfung vorschlagen

„Muss ich untersuchen? Welches Organsystem? Handelt es sich um einen Intimbereich? Benötige ich eine Begleitperson? Welche Auswirkungen haben die Befunde heute?“ – Wenn die Untersuchung Ihre unmittelbare Behandlung nicht beeinflusst, erklären Sie, warum Sie sie verschieben. Wenn sie jedoch Einfluss hat, begründen Sie dies klar und bitten Sie den Patienten/die Patientin zur Untersuchung.

✅ Dinge, die Sie tun sollten

  • Wählen Sie eine Prüfung, die verhältnismäßig und relevant — Kurze, gezielte neurologische Untersuchung bei einseitiger Taubheit, keine vollständige Abschlussprüfung
  • Erklären Sie, was Sie vorhaben, holen Sie die ausdrückliche Zustimmung ein und Würde bewahren — insbesondere bei intimen und potenziell peinlichen Untersuchungen
  • Wichtige Erkenntnisse mündlich zurückgeben in einfachen Worten: „Ihre Lunge klingt unauffällig – heute keine Anzeichen von Flüssigkeit oder Infektion.“
  • Verknüpfen Sie die Untersuchungsergebnisse direkt mit Ihrer Behandlungsentscheidung: „Weil ich einen unregelmäßigen Knoten ertasten kann, sollten wir uns meiner Meinung nach dringend überweisen lassen.“
  • Bei telefonischen Fällen: Geben Sie ausdrücklich an, wann Ihr Tarif eine Prüfung erfordert. „Ich würde Sie heute gerne persönlich sehen, damit ich X untersuchen kann; das wird uns helfen, Y zu entscheiden.“

🚫 Schluss mit diesen schlechten Gewohnheiten!

  • Sprichwort „Ich möchte Sie untersuchen.“ ohne weitere Details – geben Sie an, was: versuchen "Darf ich Ihre Brust untersuchen, um festzustellen, ob Sie eine Infektion haben?"
  • Übermäßiges Nachdenken — eine vollständige neurologische Untersuchung bei offensichtlichen Spannungskopfschmerzen, die perfekt zur Anamnese passt, deutet auf ein schlechtes klinisches Urteilsvermögen hin.
  • Bei Telefon-/Fernübertragungen: nicht berücksichtigt Begleitpersonen oder Zustimmung Wenn Sie intime Untersuchungen vorschlagen, geben Sie an, dass Sie den Patienten persönlich untersuchen würden, bieten Sie eine Begleitperson an und erläutern Sie die Untersuchung.
  • Nicht erkennen, wann eine Prüfung muss am selben Tag erfolgen — Hodenschmerzen, gerötetes Auge, Verdacht auf einen Knoten in der Brust in der Schwangerschaft, starke Bauchschmerzen
📋

Globale Checklisten – für alle Prüfungen

Die Grundsätze, die immer gelten, unabhängig davon, welche Untersuchung Sie durchführen

Dies sind die universellen Grundsätze der klinischen Untersuchung in der Allgemeinmedizin. Sie gelten für jede Untersuchung in diesem Leitfaden – unabhängig davon, ob Sie den Brustkorb untersuchen oder eine intime Untersuchung durchführen. Die Prüfer achten bei jeder CEPS-Untersuchung auf diese Verhaltensweisen.

🩺 Checkliste für globale Trainees

Gilt für jede von Ihnen durchgeführte Untersuchung

Bevor Sie untersuchen
Während der Prüfung
Nach der Prüfung
Die Fünf-Schritte-Sequenz – befolgen Sie diese immer
1. Erläutern Sie 2 Zustimmung 3. Begleitperson 4 Untersuchen 5. Zusammenfassen
🎓 Checkliste für globale Trainer

Worauf die Gutachter bei jeder CEPS-Begegnung achten

Technische Kompetenzen
Kommunikation und Professionalität
Klinisches Denken und Dokumentation

🎓 Die drei Kompetenzbereiche, die jeder CEPS nachweisen muss

Fehlt auch nur eines dieser Kriterien, so führt dies zu schwachen CEPS-Befunden – selbst wenn die Untersuchung an sich fachlich korrekt war.

  • Technische Fähigkeit — korrekte Technik, angemessener Umfang, Erkennen der Befunde
  • Kommunikationsfähigkeit — erklären, zustimmen, erzählen, laut zusammenfassen
  • Professionelles Verhalten — Begleitperson, Würde, Dokumentation, klinisches Denken
🗺️LASST UNS ÜBER CEPS REDEN
Kurzfassung – Wenn Sie nur eine Sache lesen

Die CEPS-Grundlagen im Überblick

  • CEPS = Klinische Untersuchungs- und Verfahrensfertigkeiten – eine der 13 RCGP-Berufskompetenzen, die Sie nachweisen müssen.
  • Sie müssen CEPS absolvieren. jedes Trainingsjahr — ST1, ST2 und ST3. Alle ST3 zu überlassen, ist nicht akzeptabel.
  • Es gibt 5 obligatorische intime Untersuchungen (GMC-vorgeschrieben): Brust, Rektum, Prostata, männliche Genitalien und weibliche Genitalien (einschließlich Spekulum + bimanuelle Untersuchung)
  • Es gibt 7 System-CEPS-Kategorien Behandlungsschwerpunkte: Atmungssystem, HNO, Abdomen, Herz-Kreislauf-System, Bewegungsapparat, Nervensystem und Kinder im Alter von 1–5 Jahren
  • Allein die 5 obligatorischen intimen Untersuchungen sind NICHT ausreichend — Sie brauchen einen echten Angebot auch von CEPS über verschiedene Systeme hinweg
  • CEPS kann nicht an Übungspuppen oder in Skills Labs durchgeführt werden – nur an echten Patienten.
  • Alle Gutachter müssen über ein FourteenFish-Konto verfügen und in der jeweiligen Fertigkeit entsprechend geschult sein.
  • Sobald Ihr Bildungsbeauftragter mit einem bestimmten CEPS zufrieden ist, tun Sie Folgendes: kein Frontalunterricht. muss es wiederholen
  • Fehlende CEPS-Prüfungen bei Ihrem ARCP können Ihre CCT verzögern – erledigen Sie diese nicht bis zur letzten Minute.
📋Was sind CEPS – und warum sind sie wichtig?

Die klinische Untersuchung ist ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit von Hausärzten. Anders als in der Krankenhausmedizin, wo Untersuchungsbefunde die Behandlung beeinflussen, geht es bei der hausärztlichen Untersuchung oft ebenso sehr um die Bestätigung, den Ausschluss und die Beruhigung des Patienten wie um die Diagnose selbst. Das macht sie genauso wichtig, erfordert genauso viel Fachwissen und ist genauso gut beurteilbar.

🩺 Was CEPS tatsächlich testet

  • Fachliche Kompetenz – können Sie die Prüfung korrekt durchführen?
  • Klinische Interpretation – können Sie abnorme Zeichen erkennen und interpretieren?
  • Kontextbezogene Beurteilung – wählen Sie die richtige Untersuchungsmethode für die jeweilige Situation?
  • Umgang mit Patienten – wird dabei stets die Würde, die Einwilligung und die Kommunikation gewahrt?
  • Effizienz der Hausarztpraxis – Kann eine relevante Untersuchung innerhalb der Dauer einer Hausarztkonsultation abgeschlossen werden?

📌 Wo CEPS in das MRCGP passt

CEPS ist Teil der WPBA-Komponente des MRCGP – der arbeitsplatzbasierten Beurteilung, die sich über Ihre gesamte dreijährige Allgemeinarztausbildung erstreckt.

Es liefert Beweise für die Klinische Untersuchung und praktische Fertigkeiten Kompetenz – eine von 13 beruflichen Kompetenzen, die in Ihrem FourteenFish ePortfolio bewertet werden.

Die aus CEPS gewonnenen Erkenntnisse, zusammen mit Lerntagebüchern, COTs, CbDs, CSR und anderen WPBA-Instrumenten, ergeben ein umfassendes Bild für die Überprüfung durch Ihren pädagogischen Betreuer (ESR) und Ihr ARCP-Gremium.

⚠️ Der wichtigste Unterschied – verpflichtend vs. freiwillig

Es gibt zwei Kategorien von CEPS: die 5 obligatorische intime Untersuchungen (vom GMC vorgeschrieben – keine Ausnahmen) und eine Reihe weiterer CEPS Beide decken die 7 Systemkategorien ab. Sie benötigen beide. Nur eines von beiden reicht für die CCT-Prüfung nicht aus.

📅Anforderungen pro Jahr

CEPS ist keine Aufgabe, die man kurz vor dem dritten Weiterbildungsjahr (ST3) erledigen sollte. Das RCGP verlangt den Nachweis von CEPS-Leistungen. in jedem AusbildungsjahrSo sieht das in Ihrem Training konkret aus.

ST1

Frühes Gebäude

  • Vervollständigen Sie die CEPS-Prüfungen, die für Ihre aktuelle Stelle im Krankenhaus oder als Hausarzt relevant sind.
  • Beginnen Sie, in FourteenFish Beweise zu sammeln – lassen Sie kein Jahr leer.
  • Nutzen Sie gemeinsame Operationen und Visiten auf den Krankenhausstationen, um zu beobachten und anschließend Untersuchungen durchzuführen.
  • Facharztstellen (Pädiatrie, Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe) bieten hervorragende Möglichkeiten
  • Besprechen Sie Ihren CEPS-Lernbedarf zu Beginn jedes Beitrags mit Ihrem klinischen Supervisor.
ST2

Aktiver Fortschritt

  • Fügen Sie in jeder Rotation weiterhin relevante CEPS hinzu.
  • Beginnen Sie mit den 5 obligatorischen intimen Untersuchungen, falls Sie damit noch nicht begonnen haben.
  • Breite über mehrere Systemkategorien hinweg aufbauen
  • Überprüfen Sie Ihre ESR – gibt es offensichtliche Lücken?
  • Nutzen Sie die gemeinsame Sprechstunde Ihres Hausarztes strategisch für intime CEPS-Sitzungen.
ST3

Vervollständigung & Konsolidierung

  • Alle 5 obligatorischen intimen Untersuchungen müssen vollständig durchgeführt werden.
  • Eine echte Bandbreite nicht obligatorischer CEPS über mehrere Systeme hinweg erforderlich
  • Die Nachweise müssen in Ihrem FourteenFish-ePortfolio übersichtlich organisiert sein.
  • Ihr ES muss die Kompetenz bei der abschließenden Überprüfung bestätigen können.
  • Ihr ARCP-Gremium wird insbesondere auf CEPS-Nachweise achten.

🚨 ARCP-Warnung – Nicht so spät noch weggehen

Ab 2023 wird die Vollständigkeit des CEPS-Programms aktiv im Rahmen des ARCP überprüft. Fehlende Nachweise kann Ihre CCT verzögernWenn Sie Ihre letzte ARCP-Prüfung ohne die Dokumentation der fünf obligatorischen Prüfungen ablegen, ist ein unbefriedigendes Ergebnis wahrscheinlich. Dies ist keine bloße Formalität, sondern gefährdet Ihren Abschlusstermin.

📋CEPS-KERNANFORDERUNGEN
🔬Die 7 CEPS-Systemkategorien

Das RCGP hat die nicht obligatorischen CEPS in 7 systembasierte Kategorien eingeteilt. Die Bearbeitung aller 7 Kategorien würde Folgendes gewährleisten: überzeugende Belege für KompetenzEs gibt jedoch keine festgelegte Zahl – Ihr Ausbildungsleiter trifft die Entscheidung auf Grundlage Ihres Ausbildungsbedarfs.

📌 Wichtige Regel auf dem Schießstand

Eine umfassende Darstellung der Fachkompetenz ist mit nur zwei CEPS-Bewertungen nicht möglich. Ebenso wenig reicht es aus, wenn alle CEPS-Bewertungen aus einer einzigen Kategorie stammen (z. B. nur drei HNO-ärztliche Befunde). Das RCGP erwartet eine breite Darstellung – verteilen Sie Ihre Nachweise auf verschiedene Systeme.

🫁

Atmungssystem

Inspektion, Perkussion, Auskultation, Beurteilung von Atemfrequenz und Atemarbeit. Beispiele: COPD-Diagnostik, Asthma-Diagnostik, Pneumonie-Diagnostik.

👂

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO)

Otoskopie, Untersuchung des Rachens und der Nasengänge. Beispiele: Mittelohrentzündung, Mandelentzündung, Nasenpolypen, Hörprüfung.

🫀

Herz-Kreislauf-System

Puls, Jugularvenendruck, Herzspitzenstoß, Herztöne, periphere Ödeme. Beispiele: Herzinsuffizienz-Überprüfung, Vorhofflimmer-Beurteilung, Herzgeräusch-Abklärung.

🦠

Abdominalsystem

Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation. Beispiele: Hepatomegalie, Splenomegalie, Aszites, Beurteilung der Darmgeräusche.

🦴

Bewegungsapparat

GALS-Screening und systemspezifische Untersuchung. Beispiele: Knie-, Hüft-, Schulter-, Hand-/Handgelenks- und Wirbelsäulenuntersuchung.

🧠

Neurologische Untersuchung

Untersuchung der Hirnnerven, der peripheren Motorik/Sensibilität, der Koordination und des Gangbildes. Dauer: Allgemeinmediziner-Dauer – gezielt, nicht erschöpfend.

????

Kind im Alter von 1–5 Jahren

Entwicklungsdiagnostik und Untersuchung des Kindes im Rahmen der hausärztlichen Versorgung. Beispiele: fieberhafte Erkrankungen, Wachstumsprüfung, Entwicklungsmeilensteine.

💡 Profi-Tipp – Versuche, alle 7 zu treffen

Als „fähig, selbstständig Aufgaben zu erledigen“ eingestuft zu werden alle 7 SystemkategorienZusammen mit den fünf obligatorischen Prüfungen liefert dies einen aussagekräftigen Kompetenznachweis und vereinfacht Ihre Abschlussprüfung. Setzen Sie sich dieses Ziel von Beginn Ihrer Ausbildung an.

💡 Vergiss die Verfahrenskenntnisse nicht!

CEPS deckt ab Klinische Verfahren Neben Untersuchungen gehören dazu auch Beispiele für Tätigkeiten, die für Allgemeinmediziner relevant sind: Ohrspülung oder Mikrosaugung, Gelenkinjektionen, EKG-Aufzeichnung, Peak-Flow-Messung, Venenpunktion, einfacher Wundverschluss und Notfallmaßnahmen wie die Vorbereitung eines Verneblers bei einem akuten Asthmaanfall. Diese können mithilfe von CEPS-Formularen oder Lernprotokollen dokumentiert werden.

📊 CEPS-Typen, Stellen & Möglichkeiten – Ihre Planungshilfe

Nutzen Sie diese Tabelle zu Beginn jeder neuen Stelle, um die für Sie verfügbaren CEPS-Punkte zu ermitteln. Besprechen Sie dies mit Ihrem klinischen Betreuer im Rahmen Ihres Praktikumsplanungsgesprächs und legen Sie ein realistisches Ziel für die Stelle fest.

CEPS-Typ Beste Beiträge / Kliniken Beispiel-Trigger in Ihrer Liste
Brustuntersuchung Hausarzt, Brustklinik, Gynäkologie, Schwangerschaftsvorsorge Neuer Knoten, Brustschmerzen, Ausfluss aus der Brustwarze, Mastitis
Rektale Untersuchung Allgemeinmedizin, Kolorektalchirurgie, Altenpflege PR-Blutung, Veränderung der Stuhlgewohnheiten, Verstopfung, Stuhldrang
Prostata-Untersuchung Hausarzt, Urologie LUTS, erhöhter PSA-Wert, Harnverhalt, Hämaturie
Untersuchung der männlichen Genitalien Hausarztpraxis, Klinik für sexuell übertragbare Infektionen, Urologie, Akutchirurgie Hodenknoten, Hodenschmerzen, Verdacht auf Hodentorsion, Epididymo-Orchitis
Untersuchung der weiblichen Genitalien Hausarzt, Gynäkologie, Kolposkopie, Verhütungsberatung/Abstrichuntersuchungen, Geschlechtskrankheiten-Ambulanz Vaginale Blutung, Ausfluss, Unterleibsschmerzen, Pap-Abstrich, Kontrolle der Spirale
Atmungssystem Allgemeinmedizin, Notfallmedizin/Notaufnahme, Atemwegserkrankungen Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Asthma/COPD-Bewertungen
Herz-Kreislauf-System Allgemeinmedizin, Kardiologie, Notfallmedizin/Notaufnahme Brustschmerzen, Herzklopfen, Ödeme, Blutdruckabklärung, Herzgeräusch
Bauchuntersuchung Hausarzt, Chirurgie, Gastroenterologie, Notfallmedizin/Notaufnahme Bauchschmerzen, Erbrechen, Gewichtsverlust, Verdacht auf Blinddarmentzündung/Gallenblasenentzündung
Neurologische Untersuchung Hausarztpraxis, Schlaganfall-/TIA-Ambulanz, Neurologie, Akutmedizin Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche, Empfindungsstörungen, Gesichtsasymmetrie
Untersuchung des Bewegungsapparates Allgemeinmedizin, Rheumatologie, Orthopädie Rückenschmerzen, Gelenkschwellungen, Schulter-/Knie-/Hüftprobleme, Morgensteifigkeit
Auge / Ophthalmoskopie Hausarzt-, Augenarzt- und Diabeteskliniken Rote Augen, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Diabetes-Überprüfung
HNO / Otoskopie Hausarzt, HNO-Arzt, Kinderarzt, Notfallambulanz für Minderjährige Ohrenschmerzen, Hörverlust, Mandelentzündung, Nasensymptome, Schwindel
Kind 1–5 Jahre Hausarzt, Kinderarzt, Notfallambulanz für Minderjährige Fieberndes Kind, Bronchiolitis, Hautausschlag, Hinken, Entwicklungsauffälligkeiten

✅ So verwenden Sie diese Tabelle

Gehen Sie zu Beginn jedes neuen Einsatzes diese Tabelle mit Ihrem klinischen Betreuer durch und markieren Sie, welche CEPS in diesem Einsatz realistisch sind. Vereinbaren Sie eine numerisches Ziel Beispiel: „Streben Sie in diesem 4-Monats-Block mindestens 2 persönliche und 3 systembezogene CEPS an.“ Tragen Sie dies in Ihren PDP ein. Überprüfen Sie es zur Halbzeit. Keine Überraschungen bei der ARCP.

🔒Die 5 obligatorischen intimen Untersuchungen

Diese fünf Prüfungen sind von der GMC vorgeschrieben. Jeder Auszubildende – unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Hintergrund – muss für alle fünf Prüfungen beobachtete und dokumentierte Nachweise vorweisen, bevor ihm der CCT verliehen wird.

🚨 Keine Ausnahmen

Das Versäumen auch nur einer der fünf obligatorischen intimen Untersuchungen bei Ihrer abschließenden ARCP führt zu einem unbefriedigenden Ergebnis. Hier gibt es keinen Ermessensspielraum. Beginnen Sie mit der Planung vom ersten Tag Ihrer Ausbildung an – warten Sie nicht bis zum dritten Ausbildungsjahr (ST3).

🔴 Brustuntersuchung

Untersuchung und Abtastung beider Brüste einschließlich der Beurteilung der Achsellymphknoten. Diese Untersuchung wird üblicherweise in Frauenarztpraxen, Brustzentren oder im Rahmen von Gemeinschaftssprechstunden durchgeführt. Bitte beachten Sie die Wichtigkeit von Begleitpersonen, korrekter Positionierung und klarer Kommunikation während der gesamten Untersuchung.

🔴 Rektale Untersuchung

Digitale rektale Untersuchung einschließlich Beurteilung des Schließmuskeltonus, des Perianalbereichs und der Rektumschleimhaut. Durchführbar in chirurgischen oder gastroenterologischen Ambulanzen, kolorektalen Kliniken oder Gemeinschaftspraxen von Allgemeinmedizinern.

🔴 Prostatauntersuchung

Die rektale Untersuchung erfolgt mit besonderem Augenmerk auf Größe, Konsistenz, Symmetrie und Knotenbildung der Prostata. Sie wird häufig mit einer rektalen Untersuchung kombiniert. Urologische oder chirurgische Kliniken eignen sich hierfür. Besprechen Sie mit Ihrem Endokrinologen, ob die rektale und die Prostatauntersuchung gemeinsam oder getrennt dokumentiert werden können.

🔴 Untersuchung der männlichen Genitalien

Untersuchung von Penis, Hodensack und Hoden – sowohl im Liegen als auch im Stehen. Beurteilung auf Hernien, Varikozelen, Hydrozelen und Hodentumoren. Kliniken für Geschlechtskrankheiten, urologische Kliniken und chirurgische Stationen bieten hierfür gute Möglichkeiten. Denken Sie daran, die Hoden stets sowohl im Liegen als auch im Stehen zu untersuchen.

🟠 Untersuchung der weiblichen Genitalien Beinhaltet 2 Komponenten

Dies muss Folgendes beinhalten beide eine Spekulumuntersuchung (mit Visualisierung des Gebärmutterhalses) und Eine bimanuelle Beckenuntersuchung. Der Nachweis nur einer Komponente ist nicht ausreichend – beide müssen beobachtet und dokumentiert werden.

Praktische Tipps: Das Spekulum in Wasser erwärmen (bei der Entnahme von Zervixproben auf Gleitmittel verzichten); die Patientin bitten, ihren Beckenboden zu entspannen; falls der Muttermund schwer darstellbar ist, die Patientin bitten, die Fäuste unter das Gesäß zu legen, um das Becken zu kippen. Kliniken für Geschlechtskrankheiten, Kolposkopie-Praxen, gynäkologische Ambulanzen und Frauengesundheitszentren bieten hierfür hervorragende Möglichkeiten.

📌 Zur Bedeutung von „intim“

Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für eine intime Untersuchung. Die fünf oben genannten Beispiele sind von der GMC (General Medical Council) vorgegeben, doch viele andere Untersuchungen können von einzelnen Patienten als intim empfunden werden – darunter auch die Funduskopie (die einen abgedunkelten Raum und Nähe erfordert). Was als „intim“ empfunden wird, ist letztlich eine individuelle Entscheidung des Patienten, basierend auf seinen Erfahrungen, Überzeugungen und seinem Hintergrund.

🎯Welcher Standard wird erwartet?

Der Standard für CEPS ist der eines unabhängiger, vollqualifizierter HausarztDas ist differenzierter, als es zunächst scheint.

✅ Was der Standard beinhaltet

  • Fachliche Kompetenz – die Prüfung korrekt durchführen
  • Fähigkeit, abnorme klinische Befunde zu erkennen und zu interpretieren
  • die Wahl der Recht Untersuchung im klinischen Kontext
  • Die Fertigstellung innerhalb der Zeit eines Hausarztbesuchs
  • Die Würde, der Komfort und die Einwilligung des Patienten werden während des gesamten Prozesses gewahrt.

💡 Die Denkweise bei der Hausarztuntersuchung

Ein kompetenter Hausarzt führt nicht routinemäßig umfassende Untersuchungen durch. Eine vollständige neurologische Untersuchung ist selten angebracht – eine gezielte, auf der Anamnese basierende Untersuchung hingegen unbedingt.

Der CEPS-Standard spiegelt die reale hausärztliche Praxis wider: effizient, zielgerichtet und kontextuell angemessen — keine Visite auf einer Krankenhausstation.

📌 Unterschiedliche Regeln für Krankenhaus- vs. Hausarztbeiträge

Außerhalb der Primärversorgung (Krankenhaus) bewerten die meisten WPBA-Beurteilungen Auszubildende anhand des für ihre Ausbildungsstufe erwarteten Standards. CEPS bildet die Ausnahme – der Standard ist immer die eines unabhängigen qualifizierten Hausarztes, unabhängig vom Beitrag.

👤Wer kann Ihre CEPS-Werte bewerten?

Der Gutachter muss in der jeweiligen Untersuchung oder dem jeweiligen Verfahren, das bewertet wird, entsprechend geschult und kompetent sein – und er benötigt eine FourteenFish-Konto (kostenlos) die Bewertung protokollieren.

Rahmen Wer kann beurteilen Notizen
GP-Praxis Hausarztausbilder, Hausarztpartner, angestellter Hausarzt, entsprechend ausgebildete Pflegekraft Am besten geeignet für das CEPS-System. Gelenkoperationen sind ideal.
Krankenhaus (Beliebige Fachrichtung) Fachärzte, Assistenzärzte ab ST4-Niveau oder vergleichbare Qualifikation, Oberärzte, entsprechend ausgebildete Fachkrankenpfleger/innen Fachkrankenpfleger/innen müssen ihre Rolle und Ausbildung zur Zufriedenheit Ihres ES bestätigen.
Klinik für Geschlechtskrankheiten / Klinik für sexuelle Gesundheit Facharzt für Geschlechtskrankheiten, erfahrene Krankenschwestern für Geschlechtskrankheiten, klinische Pflegespezialisten Hervorragend geeignet für die Untersuchung der weiblichen und männlichen Genitalien sowie des Rektums. Oft die praktischste Methode für männliche Auszubildende.
GPwSI-Klinik GPwSI, wenn er in dieser Prüfung qualifiziert ist Nützlich für gynäkologische, urologische oder muskuloskelettale Untersuchungen in spezialisierten Hausarztpraxen.
Mitpraktikant im Bereich Allgemeinmedizin ❌ NICHT ERLAUBT Bitten Sie keinen anderen angehenden Allgemeinmediziner, Ihre CEPS-Bewertung vorzunehmen. Dies ist nicht zulässig und wird als schwerwiegender Verstoß geahndet.

⚠️ Für intime Untersuchungen — Besondere Anforderung

Der Untersucher muss so geschult sein, dass er diese Untersuchung durchführen und dabei Auffälligkeiten erkennen kann. Handelt es sich um einen Arzt (keinen Allgemeinmediziner), muss dieser über folgende Qualifikationen verfügen: Mindestens ST4-Niveau oder vergleichbare SAS-Kenntnisse. Gesundheitsfachkräfte wie beispielsweise Fachkrankenpfleger/innen müssen ihre spezifische Rolle und Ausbildung zur Zufriedenheit Ihres ES bestätigen.

📚Die Regeln, die Fallen und die Erwartungen an die GMC

Diese Fakten müssen Sie auswendig lernen. Sie bilden die Grundlage für Ihre ARCP-Prüfung, Ihre CEPS-Planung und Ihre medizinisch-rechtliche Absicherung. Einige werden absichtlich missverstanden – sorgen Sie dafür, dass Sie nicht zu den Auszubildenden gehören, denen das passiert.

✅ Die Regeln, die du unbedingt kennen musst

  • Alle 5 von GMC vorgeschriebene intime CEPS muss von CCT gemäß dem Standard eines unabhängiger Hausarzt
  • Sie müssen außerdem vorweisen Angebot von nicht-intimen / systemischen CEPS – die 5 intimen allein reichen nie aus
  • Einige CEPS, die für jeden Beitrag relevant sind ist in jedem Ausbildungsjahr erforderlich: ST1, ST2 und ST3 – die Zusammenfassung aller Leistungen in ST3 ist nicht zulässig.
  • Alle 7 System-CEPS vorhanden erfahren Alle 5 CEPS-Mitarbeiter wurden als „kompetent zur selbstständigen Durchführung“ eingestuft, was einen starken ARCP-Beweis liefert.
  • CEPS-Nachweise können stammen aus: spezielle CEPS-Formulare, COT, Mini-CEX, CbD/CCR (sofern die Prüfung klar beschrieben wurde), Lernprotokolle, MSF- und CSR-Kommentare
  • Der Standard ist eine fokussierte, geschichtsorientierte Untersuchung – kein Outfit im „Finalstil“ von Kopf bis Fuß

⚠️ Fallen – Diese sind absichtlich falsch

  • „Es gibt eine festgelegte Mindestanzahl an CEPS pro Jahr.“ — FALSCH. Es gibt keine feste Zahl, aber es werden jedes Jahr mindestens einige CEPS erwartet, die für die jeweilige Stelle relevant sind.
  • „Sobald eine intime CEPS-Untersuchung in ST1 abgeschlossen ist, muss sie jährlich wiederholt werden.“ — FALSCH. Sobald Ihre ES-Anforderungen erfüllt sind, muss die Prüfung nicht wiederholt werden. Sie benötigen jedoch in späteren Jahren weiterhin weitere CEPS-Nachweise.
  • „Man kann Simulationspatienten oder Mannequins verwenden, die als CEPS zählen.“ — FALSCH. CEPS-Untersuchungen müssen stets an echten Patienten mit deren Einwilligung durchgeführt werden, da Kommunikation, Würde und Professionalität beurteilt werden, nicht nur die fachlichen Fertigkeiten.
  • „Nur Ihr benannter Hausarzt-Ausbilder kann CEPS-Formulare ausfüllen.“ — FALSCH. Jede entsprechend ausgebildete medizinische Fachkraft, die Sie direkt beobachtet hat, kann ein CEPS-Formular ausfüllen – Fachärzte, spezialisierte Pflegekräfte (sofern entsprechend ausgebildet), Oberärzte ab dem 4. Weiterbildungsjahr (ST4+).

📌 Einwilligung & Begleitperson – Was der GMC erwartet

  • Bei jeder intimen Untersuchung (Brust-, Genital-, Rektaluntersuchung und jede andere Untersuchung, die ein Patient vernünftigerweise als intim empfinden könnte) sollte stets eine Begleitperson hinzugezogen werden.
  • Der Patient kann eine Begleitperson ablehnen – wenn Sie sich jedoch ohne Begleitung unsicher fühlen, können Sie die Untersuchung ablehnen und einen alternativen Termin vereinbaren.
  • Dokument: Angabe, Erläuterung, Einholung der Einwilligung nach Aufklärung, Angebot und Annahme/Ablehnung einer Begleitperson sowie Name und Funktion der Begleitperson (falls vorhanden)
  • Das Versäumnis, das Angebot einer Begleitperson bei intimen Untersuchungen zu dokumentieren, ist ein häufige Kritik in Beschwerden und GMC-Fällen
📝Wie man CEPS-Nachweise aufzeichnet

CEPS-Evidenz kann auf verschiedenen Wegen gewonnen werden. Die Kenntnis aller Optionen hilft Ihnen, jede klinische Gelegenheit optimal zu nutzen.

Beweismethode Am besten verwendet für Wichtige Punkte
CEPS-Nachweisformular
Unter „Beweismittel“ in FourteenFish
Die 5 obligatorischen intimen Untersuchungen (dringend empfohlen) Die transparenteste und am besten nachvollziehbare Methode. Erleichtert das Auffinden von Nachweisen bei ESR und ARCP. Ihr Gutachter benötigt ein FourteenFish-Konto.
Lerntagebucheintrag
Verwenden Sie den CEPS-Filter.
Nicht obligatorische CEPS-Systeme und -Verfahren Erstellen Sie ein detailliertes Protokoll der Untersuchungsergebnisse. Bitten Sie Ihren Ausbilder, dieses anhand der CEPS-Kriterien zu validieren. Beschreiben Sie darin Ihre Befunde und die daraus resultierenden Maßnahmen.
COT
Instrument zur Beobachtung von Konsultationen
CEPS wurde im Rahmen einer beobachteten Konsultation durchgeführt. COT und CEPS können gleichzeitig in derselben Konsultation durchgeführt werden. Das FourteenFish-System weist Supervisoren aktiv darauf hin, dies zu berücksichtigen. Bewahren Sie alle Videoaufzeichnungen auf, auch wenn die Untersuchung nicht im Bild stattfindet.
Mini-CEX Kurze, fokussierte CEPS-Begegnungen Gut geeignet, um eine bestimmte Untersuchungsfertigkeit isoliert zu demonstrieren. Nützlich für Nachuntersuchungen im Krankenhaus.
MSF
Feedback aus mehreren Quellen
Ergänzende Triangulation technischer Fähigkeiten Bitten Sie Kollegen, die Ihre Prüfungen beobachtet haben, dies ausdrücklich zu erwähnen. Dies trägt zum Gesamtbild bei, sollte aber nicht der alleinige Nachweis für die verpflichtende CEPS-Prüfung sein.
CSR
Bericht des klinischen Supervisors
Ergänzende Evidenz in praktischen Beiträgen Enthält einen speziellen Abschnitt zu Prüfungskompetenzen. Nützliche Belege. Kein vollständiger Ersatz für ein CEPS-Nachweisformular.

💡 Guter vs. schlechter Logbucheintrag

Schwach: „Habe heute im Rahmen einer Untersuchung der Atemwege den Brustkorb von Herrn X untersucht.“

Gut: „Atemwegsuntersuchung – Herr X, 68 Jahre, COPD-Kontrolluntersuchung. Fassförmiger Thorax, leichte Atemhilfsmuskelaktivität. Atemfrequenz 22/min. Sauerstoffsättigung 92 % unter Raumluft. Klopfschall: beidseits hypersonor. Auskultation: verminderte Atemgeräusche beidseits, beidseits exspiratorisches Giemen, Rasselgeräusche rechts basal. Befund vereinbar mit einer COPD-Exazerbation – Beginn der Therapie mit Prednisolon und Doxycyclin.“

Ein guter Eintrag zeigt, dass Sie etwas gefunden, es interpretiert und entsprechend gehandelt haben. So beweist man Kompetenz.

📂So finden Sie Ihre CEPS ganz einfach in FourteenFish

Bei Ihren ESR- und ARCP-Prüfungen müssen Ihr ES und das Gremium Ihre obligatorischen CEPS-Nachweise schnell finden und bestätigen können. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten gelingt dies mühelos.

📋 Für die 5 obligatorischen Intimuntersuchungen

  • Verwenden Sie die CEPS-Nachweisformular unter „Beweise“ in FourteenFish für jeden einzelnen
  • Jeder Eintrag sollte eindeutig gekennzeichnet werden – z. B. „Brustuntersuchung – Dr. X, Weiterbildungsassistent für Allgemeinmedizin, Januar 2024“
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Gutachter das Formular ausfüllt und unterschreibt – eine mündliche Bestätigung ist nicht ausreichend.
  • Sobald Sie mit Ihrem ES zufrieden sind, müssen Sie es nicht wiederholen.
  • Halten Sie persönlich fest, wann und wo jede obligatorische CEPS-Prüfung abgeschlossen wurde.

📋 Für nicht obligatorische CEPS-Systeme

  • Verwenden Sie die CEPS-Filter beim Schreiben von Lerntagebucheinträgen
  • Bitten Sie Ihren Ausbilder, das Protokoll anhand der CEPS-Funktionalität zu validieren.
  • Stellen Sie sicher, dass die Logbucheinträge die tatsächlichen Befunde beschreiben – nicht nur, dass Sie den Patienten untersucht haben.
  • Überprüfen Sie die Abdeckung an jedem ESR und identifizieren Sie Lücken in Ihrem ES.
  • Das COT-System fordert Vorgesetzte auf, CEPS-Nachweise gleichzeitig hinzuzufügen – nutzen Sie dies.
Behinderung & CEPS

Alle angehenden Allgemeinmediziner müssen die CEPS-Anforderungen erfüllen. Das RCGP erkennt jedoch an, dass manche Behinderungen die persönliche Durchführung bestimmter Untersuchungen verhindern können.

Was zu tun ist, wenn eine Behinderung Ihre Fähigkeit zur Durchführung einer CEPS beeinträchtigt?

Wenn Sie der Ansicht sind, dass eine Behinderung Ihre Fähigkeit beeinträchtigen könnte, eine bestimmte Untersuchung selbst durchzuführen, gilt folgender Rahmen:

  • Erkenne wenn eine Behinderung die Durchführung einer Prüfung verhindert
  • Verstehen die erforderliche Untersuchung und warum sie notwendig ist
  • Erleichtern die Untersuchung durch rechtzeitige Überweisung des Patienten an einen Kollegen
  • Zeigen dass Sie wissen, was Sie mit den Ergebnissen anfangen sollen – die Interpretation ist entscheidend.

In der Praxis: Der Auszubildende weist einen Kollegen an, den Patienten sachgemäß zu untersuchen, und interpretiert die Befunde anschließend nach Rücksprache mit dem untersuchenden Kollegen. Der Beobachter dokumentiert auf dem Beurteilungsbogen den von ihm beobachteten Teil des CEPS und erläutert die gewählte Vorgehensweise.

Erster Schritt: Besprechen Sie dies so bald wie möglich mit Ihrem pädagogischen Betreuer oder TPD.

🚀CEPS IN DER PRAXIS
🎯Opportunistische CEPS – Warten Sie nicht auf den perfekten Fall

Eines der beständigsten Muster bei angehenden Allgemeinmedizinern, die ihr CEPS-Programm reibungslos absolvieren, ist, dass sie nicht auf ideale Gelegenheiten warten – sie erstelle sieNahezu jede ärztliche Konsultation birgt das Potenzial, zu einer CEPS-Begegnung zu werden, wenn man den Auslöser erkennt.

⚠️ Der häufigste Grund für Schwierigkeiten von Auszubildenden

Es mangelt nicht an klinischen Fähigkeiten. Es ist Mangelnde Exposition + VermeidungViele Assistenzärzte verzögern intime Untersuchungen, verlassen sich auf passive Krankenhauserfahrung (Beobachten anderer) und verpassen Gelegenheiten in der Allgemeinmedizin. Die Folge: ein vernachlässigtes CEPS-Portfolio – nicht weil der Assistenzarzt inkompetent ist, sondern weil er die vorhandenen Möglichkeiten nicht genutzt hat.

🔎 Klinische Auslöser – Markieren Sie diese in Ihrer Liste

  • PR-Blutung, Veränderung der Stuhlgewohnheiten, Verstopfung → Führen Sie die PR-Prüfung selbst durch, anstatt sie zu verschieben.
  • LUTS, Harnverhalt, Hämaturie → Prostatauntersuchung
  • Knoten in der Brust, Ausfluss aus der Brustwarze, Brustveränderung → Prüfen – nicht einfach nur verweisen, ohne vorher zu prüfen
  • Hodenschmerzen oder Schwellung → Untersuchung der männlichen Genitalien
  • Verhütungsberatung, vaginaler Ausfluss, Unterleibsschmerzen → Bieten Sie Spekulum und/oder bimanuelle Untersuchung an, wenn dies klinisch angebracht ist.
  • COPD-/Asthma-/Atemnot-Überprüfung → Vollständige Untersuchung der Atemwege und Messung des Peak-Flows
  • Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit, geschwollene Gelenke → Untersuchung des Bewegungsapparates mit MCP-Squeeze-Test
  • Herzklopfen, neues Herzgeräusch, Brustschmerzen → Vollständige kardiovaskuläre Untersuchung
  • Ohrenschmerzen, Hörverlust, Ausfluss → Otoskopie
  • Ausschlag, Hautläsion, pigmentierte Läsion → Formale Hautuntersuchung mit Dokumentation

💡 Scannen Sie im Voraus – bevor die Klinik öffnet

Leistungsstarke Assistenzärzte gehen ihre Klinikliste 10 Minuten vor Beginn durch. Sie identifizieren Patienten, die wahrscheinlich untersucht werden müssen, und bereiten sich mental vor – sie wissen, wonach sie suchen, wie sie es erklären werden und wer sie begleiten wird.

Diese kleine Gewohnheit wandelt CEPS von reaktivem Hektikbetrieb in proaktive Planung um. Sie können auch Ihren klinischen Vorgesetzten oder eine begleitende Pflegekraft vor der Ankunft des Patienten informieren.

🌟 Die psychologische Barriere

Mehrere Auszubildende berichten, dass sich die ersten intimen Untersuchungen unangenehm und ungewohnt anfühlen – nicht nur für die Patientin, sondern auch für sie selbst. Nach 5–10 Untersuchungen lässt das Unbehagen nach und die Fertigkeit wird zur Gewohnheit. Die Hürde ist psychologisch, nicht klinischDie erste Prüfung ist die schwierigste. Vermeidung macht es nur schlimmer, nicht besser.

📌 Beobachtete Kompetenz ≠ Vermutete Kompetenz

Viele Assistenzärzte glauben, ihre Erfahrungen im zweiten Jahr ihrer Facharztausbildung oder im Krankenhaus würden sie für intime Untersuchungen qualifizieren. Das ist ein Irrtum. Das Royal College of General Practitioners (RCGP) verlangt: beobachtete, dokumentierte, nach Hausarztstandards übliche Kompetenz Die Kompetenz wird nicht allein durch Beobachtung oder Assistenz in der Vergangenheit vorausgesetzt. Die Beobachtung eines Beraters bei einer PR-Untersuchung reicht nicht aus. Die selbstständige Durchführung einer solchen Untersuchung unter Aufsicht mit dokumentierten Ergebnissen hingegen schon.

💡Haben Sie Schwierigkeiten, Ihre gynäkologischen Untersuchungen durchführen zu lassen?

Dies ist eine der häufigsten Schwierigkeiten in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner – insbesondere für männliche Assistenzärzte, die Untersuchungen der weiblichen Genitalien durchführen sollen. Hier sind Ihre praktischen Lösungsansätze.

✅ Gemeinsame Operationen in der Praxis

Identifizieren Sie Patienten, die eine intime Untersuchung benötigen, und vereinbaren Sie eine gemeinsame Beratung mit Ihrem Trainer oder einem Partner. Dies ist oft der natürlichste Weg – er findet im Rahmen einer normalen Arzt-Patienten-Begegnung statt.

✅ Frauengesundheit / Abstrichkliniken

Wenn Ihre Praxis eine Klinik für Frauengesundheit oder Gebärmutterhalsabstriche anbietet, fragen Sie nach einer Möglichkeit zur Teilnahme. Dort bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für Spekulum- und bimanuelle Untersuchungen unter Aufsicht.

✅ Gynäkologie / Kolposkopie Ambulante Patienten

Wenden Sie sich an Ihre örtliche gynäkologische Ambulanz oder Kolposkopie-Klinik. Die meisten Abteilungen sind mit den Weiterbildungsbedürfnissen von Allgemeinmedizinern vertraut und werden Ihnen entgegenkommen.

✅ Klinik für Geschlechtskrankheiten / Sexualgesundheit

Kliniken für sexuell übertragbare Krankheiten (STU) sind wohl die effizienteste Einrichtung für Intimuntersuchungen. Sowohl männliche als auch weibliche Intimuntersuchungen werden routinemäßig durchgeführt. Viele Abteilungen heißen angehende Allgemeinmediziner ausdrücklich willkommen.

✅ GPwSI-Kliniken

Ein Allgemeinmediziner mit Spezialisierung in Gynäkologie oder Urologie kann möglicherweise intime Untersuchungen beaufsichtigen und beurteilen. Fragen Sie Ihren Ausbildungsleiter, ob es in Ihrer Nähe Kliniken gibt, die Allgemeinmediziner mit Spezialisierung in der Gynäkologie und Urologie aufnehmen.

✅ Informieren Sie Ihren TPD frühzeitig

Wenn Sie wirklich Schwierigkeiten haben, informieren Sie Ihren Ausbildungsleiter frühzeitig – nicht erst sechs Wochen vor Ihrer letzten ARCP-Prüfung. Ausbildungsleiter können oft Zugang zu Ressourcen ermöglichen, die nicht öffentlich ausgeschrieben sind.

📅Die wöchentliche CEPS-Strategie – Ein praktisches System, das funktioniert

Teilnehmer, die ihr CEPS-Programm ohne Panik in letzter Minute absolvieren, folgen in der Regel einem konsequenten wöchentlichen Ablauf. Es erfordert keine zusätzliche Zeit – es erfordert eine andere Denkweise. Hier ist das System in seiner einfachsten Form.

Schritt 1:

🔍 Scannen Sie voraus

Vor Beginn der Sprechstunde überprüfen Sie Ihre Patientenliste. Markieren Sie alle Patienten, die voraussichtlich eine klinische Untersuchung benötigen. Klären Sie ab, wer als Begleitperson zur Verfügung steht. Bereiten Sie Ihre Ausrüstung im Voraus vor.

Schritt 2:

🧠 Mentale Vorbereitung

Wissen Sie, wonach Sie suchen, bevor Sie die Praxis betreten. Überlegen Sie sich, wie Sie die Untersuchung erklären werden. Wissen Sie, was Sie sagen, wenn der Patient zögert. Voraussicht reduziert Unsicherheit.

Schritt 3:

🩺 Korrekt ausführen

Befolgen Sie jedes Mal die fünf Schritte: Erklären → Einwilligen → Begleiten → Untersuchen → Zusammenfassen. Unter Zeitdruck dürfen keine Schritte ausgelassen werden. Eine überhastete Untersuchung ohne Einholung der Einwilligung führt zu einer mangelhaften CEPS-Untersuchung – selbst wenn sie formal korrekt durchgeführt wurde.

Schritt 4:

📝 Dokumentieren Sie es sofort

Dokumentieren Sie Ihre Befunde strukturiert und präzise, ​​bevor Sie den nächsten Patienten sehen. Verwenden Sie eine klinische Sprache, die Ihre tatsächlichen Ergebnisse beschreibt – keine vagen Beruhigungsfloskeln. Beachten Sie die Dokumentationsstandards im Kasten unten.

Schritt 5:

📂 Protokollieren Sie den gleichen Tag

Tragen Sie das Lerntagebuch möglichst noch am selben Tag in FourteenFish ein. Verwenden Sie dabei den CEPS-Filter. Stapelverarbeitung vor ARCP führt zu kurzen, schnell vergessenen Einträgen. Neue Einträge sind aussagekräftiger, reflektierender und deutlich nützlicher.

Schritt 6:

✅ Frühzeitig Bestätigung einholen

Bitten Sie Ihren Vorgesetzten, den Logbucheintrag umgehend zu prüfen und zu bestätigen – nicht erst Wochen später. Vorgesetzte, die sofort gefragt werden, können detaillierteres Feedback geben. Werden sie hingegen erst im Nachhinein gefragt, geben sie nur eine oberflächliche Freigabe.

📋 Dokumentationsstandards – Schwach vs. Stark

Dies ist eine der häufigsten Fallstricke bei CEPS-Prüfungen: fachlich gute Prüfung, mangelhafte Dokumentation. Hier liegt der Unterschied.

❌ Schwach – Nicht akzeptabel
  • „PR erledigt – normal“
  • "Brustuntersuchung in Ordnung"
  • „Untersuchte Bauchregion – alles in Ordnung.“
  • „Atemwegsuntersuchung unauffällig“
  • „Genitaluntersuchung durchgeführt“

Diese Einträge beweisen, dass Sie geprüft haben – nicht, dass Sie kompetent sind.

✅ Stark – Erwartet
  • „Normaler Schließmuskeltonus. Keine Knoten tastbar. Kein Blut am Handschuh. Prostata glatt, nicht vergrößert.“
  • „Bei systematischer Palpation keine Knoten tastbar. Keine Hautverklebungen bei Anheben des Arms. Achselhöhlen unauffällig.“
  • „Abdomen weich. Druckschmerzhaftigkeit im rechten Oberbauch bei tiefer Palpation. Leber 2 cm unterhalb des Rippenbogens tastbar – glatter, nicht druckempfindlicher Rand.“
  • "RR 20. SaO₂ 94%. Verminderte Ausdehnung und Mattheit rechts unten. Grobe Knistern in der rechten unteren Zone."

Diese Einträge zeigen, was Sie gefunden haben, was es bedeutet und dass Sie Ergebnisse interpretieren können.

🎓 CEPS ist NICHT nur eine technische Fertigkeit — Sie müssen alle drei Bereiche nachweisen.

Die Gutachter bewerten drei unterschiedliche Bereiche gleichzeitig. Wird auch nur einer davon nicht berücksichtigt, führt dies zu schwachen Beweisen – selbst wenn die Prüfung an sich fachlich einwandfrei war.

1. Technische Fähigkeiten Korrekte Technik, angemessener Untersuchungsgegenstand, Fähigkeit zur Erhebung und Erkennung von Befunden
2. Kommunikationsfähigkeit Erklären, einwilligen, Befunde schildern, dem Patienten zusammenfassen – laut, nicht leise.
3. Professionelles Verhalten Begleitperson angeboten und dokumentiert, Würde gewahrt, Befunde mit klinischer Argumentation verknüpft und ordnungsgemäß dokumentiert
⚠️CEPS FALLSTRICKE & WEISHEIT
⚠️Häufige Fallstricke – Fallen für Auszubildende

🚫 Die größten Fehler

  • Alle CEPS-Stellen bis zum ST3-Studium aufschieben – ab diesem Zeitpunkt ist es viel schwieriger, Stellenangebote zu finden.
  • Die 5 Pflichtprüfungen absolvieren, aber die 7 Systemkategorien vernachlässigen (oder umgekehrt)
  • Wenn man nur einen Typ von CEPS-System durchführt (z. B. 3 HNO-ärztliche Untersuchungen) und dies als eine Reihe bezeichnet
  • Die Verwendung eines anderen angehenden Allgemeinmediziners als Gutachter ist nicht akzeptabel.
  • Ihr ES wird Sie daran erinnern – CEPS ist IHRE Verantwortung
  • Wenn Sie Ihren Gutachter nicht im Voraus bitten, ein FourteenFish-Konto anzulegen, führt dies zu erheblichen Verzögerungen.

⚡ Die heimtückischen Fehler

  • Verfassen vager Protokolleinträge, die keine tatsächlichen Untersuchungsergebnisse wiedergeben.
  • Die Untersuchung der weiblichen Genitalien wurde abgeschlossen, jedoch nur der Spekulum-Teil – die bimanuelle Untersuchung muss ebenfalls dokumentiert werden.
  • Die Annahme, ein Fertigkeitslabor reiche aus, ist falsch. Übungspuppen sind nicht akzeptabel.
  • Wenn Sie denken, eine ärztliche Untersuchung durch die Versicherung reiche aus – das ist nicht der Fall. Die Versicherung bestimmt den Umfang der Behandlung, nicht Sie.
  • Wird der CEPS-Filter für Lernprotokolle nicht verwendet, sind die Einträge in ESR nicht auffindbar.
  • Eine hervorragende Prüfung durchgeführt, diese aber nicht zeitnah formell bewertet und dokumentiert bekommen.

💡 Die am meisten unterschätzte Strategie

Die COT und CEPS können nachgewiesen werden in der gleiche BeratungWenn Ihr Ausbilder eine Konsultation mit Untersuchung beobachtet, bitten Sie ihn, beides gleichzeitig durchzuführen. Das FourteenFish-System erinnert Sie aktiv daran. So verdoppeln Sie Ihre Effizienz bei der Evidenzerfassung ohne zusätzliche Klinikzeit.

🚨 Warnsignale – Untersuchungsergebnisse, die dringendes Handeln am selben Tag erfordern

🔴 Nicht verpassen – Jetzt handeln!

  • Akute Hodenschmerzen Bei druckempfindlichem, hochstehendem oder auffälligem Hoden besteht Verdacht auf Hodentorsion. Chirurgische/urologische Untersuchung am selben Tag. Warten Sie nicht mit der Ultraschalluntersuchung.
  • Knoten in der Brust Bei Einziehungen der Haut, Einziehung der Brustwarze, blutigem Ausfluss, harter, unregelmäßiger Verhärtung oder starker familiärer Hypercholesterinämie – 2 Wochen Wartezeit, Termin in der Brustklinik am selben Tag
  • Rektale Untersuchung Bei Vorliegen einer tastbaren Raumforderung, Tenesmus plus rektaler Blutung oder Eisenmangelanämie – dringende Überweisung bei Verdacht auf Krebs
  • Prostata-Untersuchung bei harter, unregelmäßiger Drüse plus LUTS, Gewichtsverlust oder Knochenschmerzen – dringender Verdacht auf Prostatakrebs
  • Postmenopausale PV-Blutungoder Zwischenblutungen/Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr – dringende gynäkologische Untersuchung (ggf. mit Verdacht auf Krebs)

⚖️ Medizinisch-rechtliche Risikopunkte für CEPS

Dies sind die drei häufigsten Beschwerdegründe und Fälle vor dem General Medical Council (GMC) im Zusammenhang mit klinischen Untersuchungen in der Allgemeinmedizin. Kennen Sie sie – und machen Sie sie zur Gewohnheit, nicht zu einer Nebensache.

  • Das Angebot einer Begleitperson nicht dokumentieren Unzureichende ärztliche Begutachtung ist ein häufiger Kritikpunkt in Beschwerden und Verfahren vor Aufsichtsbehörden – selbst wenn die Untersuchung selbst korrekt durchgeführt wurde.
  • Wichtige negative Befunde wurden nicht dokumentiert (z. B. „keine tastbare Raumforderung, keine Hautveränderungen“) erschwert die Verteidigung Ihrer Behandlung erheblich, falls der Patient später eine Erkrankung entwickelt.
  • Durchführung intimer Untersuchungen ohne klare klinische IndikationEine Untersuchung ohne Erklärung oder ohne dokumentierte Einwilligung setzt Sie einem ernsthaften Risiko durch, das mit den Richtlinien des General Medical Council (GMC) verbunden ist – selbst wenn die Untersuchung an sich technisch korrekt war.
💎Insider-Tipps – Was Auszubildende sich gewünscht hätten, früher gewusst zu haben

🌟 Start in ST1 — Im Ernst

Assistenzärzte, die sich bereits in ihrer ersten Krankenhausstelle mit dem Thema Weiterbildung auseinandersetzen, empfinden den gesamten Prozess durchweg als weniger stressig. Facharztstellen in Krankenhäusern – Pädiatrie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Innere Medizin, Chirurgie – bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung, die sich in der Allgemeinmedizin nicht so häufig ergeben. Nutzen Sie diese.

🌟 Kündige dich an

Sagen Sie zu Beginn jedes Krankenhauseinsatzes Ihrem klinischen Ausbilder: „Ich bin Assistenzarzt in der Allgemeinmedizin und muss mein CEPS-Programm absolvieren – können wir Patienten markieren, bei denen ich unter Beobachtung Untersuchungen durchführen kann?“ Die meisten reagieren positiv. Sie bieten dies selten von selbst an, sondern nur, wenn man sie danach fragt.

🌟 Denken Sie an Ihren Hausarzt, nicht ans Krankenhaus.

Im Medizinstudium werden umfassende, systembezogene Untersuchungen gelehrt. Die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner erfordert etwas anderes: fokussierte, zielgerichtete und effiziente Untersuchungen. Zeigen Sie in der Prüfung, dass Sie eine relevante, vollständige und angemessene Untersuchung auswählen und durchführen können – keine endlose Visite.

🌟 Begleitpersonen sind wichtig

Bei jeder intimen Untersuchung sollte stets eine Begleitperson angeboten werden – und dies muss immer im Protokoll oder CEPS-Formular dokumentiert werden, ebenso wie die Annahme oder Ablehnung durch den Patienten. Dies ist keine Bürokratie, sondern dient dem Schutz von Ihnen und dem Patienten; auch die Gutachter bemerken dies.

🎓 Der kontextbezogene Beurteilungspunkt

Ein wiederkehrendes Problem bei CEPS-Beurteilungen ist, dass Auszubildende die technische Prüfung zwar gut absolvieren, aber aufgrund mangelnder Kontextbeurteilung Punkte verlieren – etwa weil sie eine Prüfungsform wählen, die nicht optimal zum klinischen Bild passt, oder sie ausführlicher durchführen, als es die Situation erfordert. Kompetenz im CEPS-Verfahren beschränkt sich nicht nur auf die fachliche Prüfung – sie umfasst auch das Wissen um die Zusammenhänge. wann und warum untersuchen, nicht nur wie.

🗣️Stimmen der Auszubildenden – Aus den Schützengräben

Die folgenden Erkenntnisse basieren auf den Erfahrungen von angehenden Allgemeinmedizinern und wurden anhand veröffentlichter Ausbildungsmaterialien, peer-reviewter Artikel im BJGP, Leitlinien der BMA, Handbüchern der Ausbildungszentren und Online-Foren für die Allgemeinmedizinausbildung gewonnen. Sie stimmen mit den Empfehlungen des RCGP überein – es handelt sich um Dinge, die sich die angehenden Allgemeinmediziner gewünscht hätten, früher darüber informiert worden zu sein.

💬 Über Einwilligung und Kommunikation bei intimen Untersuchungen

✅ Entwickeln Sie ein "Muster"

Entwickeln Sie ein einheitliches, natürliches Skript für Prüfungen, die Sie regelmäßig durchführen. Zum Beispiel: „Ich werde eine rektale Untersuchung durchführen, das heißt, ich werde einen Finger in Ihren After einführen – ich werde so schnell wie möglich sein und sofort aufhören, wenn Sie mich darum bitten. Könnten Sie bitte Ihre Unterbekleidung herunterziehen und sich auf die Seite legen, mit angezogenen Knien?“ Das vermittelt dem Patienten die Gewissheit, dass Sie dies bereits erfolgreich durchgeführt haben und wissen, was Sie tun. Patienten fühlen sich durch eine ruhige, sachliche Erklärung beruhigt – nicht durch eine formelle, blumige Sprache.

✅ Klartext ist besser als medizinischer Euphemismus

Seien Sie direkt, aber freundlich. Auszubildende berichten übereinstimmend, dass vage Formulierungen bei Patienten mehr Angst auslösen als klare, verständliche Erklärungen. "Ich muss meine Finger in Ihre Vagina einführen, um Ihre Gebärmutter und Eierstöcke zu untersuchen." ist weitaus besser als eine undeutliche Halberklärung. Patienten verarbeiten Informationen besser, wenn sie genau wissen, was passieren wird – und eine informierte Einwilligung setzt voraus, dass sie es auch tatsächlich verstehen.

💡 Ausrüstung bereit, bevor sich der Patient auszieht

Bitten Sie einen Patienten niemals, sich auszuziehen, bevor Sie Ihr gesamtes Material bereitgelegt haben. Einen Patienten teilweise entblößt zurückzulassen, während Sie nach einem Spekulum oder Gleitmittel suchen, ist für alle Beteiligten peinlich, signalisiert Unorganisiertheit und untergräbt das Vertrauen, noch bevor die Behandlung begonnen hat. Stellen Sie Ihr Material jedes Mal zuerst zusammen.

💡 Vorgeschichte von sexuellem Missbrauch – mit Vorsicht behandeln

Vor jeder intimen Untersuchung fragen Sie kurz, ob der Patient Bedenken hat, die Sie wissen sollten. Manche Patienten berichten von sexuellem Missbrauch oder Traumata. In diesem Fall: Gehen Sie langsamer vor, nehmen Sie das Gesagte ernst, vergewissern Sie sich ausdrücklich, dass sich der Patient wohlfühlt, bestätigen Sie erneut die Einwilligung und bleiben Sie während der gesamten Untersuchung auf dem Laufenden. Dies ist keine Abweichung von der Untersuchung – es ist Teil der ordnungsgemäß durchgeführten Untersuchung.

🎯 So bereiten Sie Ihren Gutachter vor

📌 Ordne dein FourteenFish-Konto rechtzeitig an.

Die häufigste vermeidbare Verzögerung bei der CEPS-Prüfung ist, dass der/die Prüfer/in kein FourteenFish-Konto besitzt. Auszubildende berichten immer wieder davon – insbesondere von Fachpflegekräften im Bereich der Geschlechtskrankheiten oder der Kolposkopie. Bitten Sie den/die Prüfer/in, ein Konto anzulegen. bevor Die Registrierung muss am Tag der Prüfung erfolgen, nicht erst danach. Das Konto ist kostenlos, lässt sich in wenigen Minuten einrichten und muss von Ihnen beantragt werden. Wenn Sie bis zum Prüfungstag warten, werden die Nachweise oft nicht erfasst.

📌 Informieren Sie den Gutachter vor Beginn der Prüfung.

Insbesondere im Krankenhausumfeld ist Ihr Prüfer möglicherweise nicht mit dem CEPS-Formular oder den Anforderungen vertraut. Nehmen Sie sich zwei Minuten vor der Untersuchung Zeit für folgende Erklärung: „Dies ist eine CEPS-Beurteilung. Bitte beobachten Sie die gesamte Untersuchung und füllen Sie anschließend das Formular auf FourteenFish aus. Der Standard entspricht dem eines kompetenten Hausarztes. Die Bearbeitung sollte inklusive Feedback etwa 15–20 Minuten dauern.“ Prüfer, die sich gut informiert und sicher fühlen, füllen die Dokumentation deutlich schneller aus.

🏥 Krankenhausrotationen im Rahmen des CEPS optimal nutzen

🎓 Öl- und Gasrotation – systematisch anwenden

Assistenzärztinnen, die ihre Rotation in der Gynäkologie und Geburtshilfe von Anfang an mit einem CEPS-Plan angehen, führen ihre gynäkologischen Intimuntersuchungen während dieser Rotation regelmäßig durch. Integrieren Sie die Kompetenz in Spekulum- und bimanueller Untersuchung explizit in Ihren PDP für die Stelle. Fragen Sie in Ihrem Planungsgespräch zur Stationszuweisung: „Können wir in der gynäkologischen Ambulanz und der Pränatalambulanz Zeit für beobachtete Untersuchungen einplanen?“ Erfahrene Hebammen sind ebenfalls wertvolle Ansprechpartnerinnen – sie sind erfahren, kompetent und oft bereit, zu beobachten und Feedback zu geben.

🎓 GUM Rotation – das versteckte Juwel

Assistenzärzte, die in der Abteilung für sexuell übertragbare Krankheiten (STI) gearbeitet haben, beschreiben diese Zeit häufig als prägend für ihre Fähigkeiten in der intimen Untersuchung, ihre Kommunikation über sexuelle Gesundheit und ihr Selbstvertrauen in sensiblen Beratungsgesprächen. Insbesondere die STI-Berater sind eine wertvolle Ressource – sie sind oft geschickter in der einfühlsamen Kommunikation als alle anderen im Krankenhaus. Suchen Sie ihren Kontakt, beobachten Sie sie und lernen Sie, wie sie in schwierigen Beratungsgesprächen eine vertrauensvolle Beziehung zu Patienten aufbauen. Dies lässt sich direkt auf die hausärztliche Praxis übertragen.

🎓 Die Sprache der Sexualgeschichte

Eine häufige Schwierigkeit, von der Assistenzärzte berichten, ist die mangelnde Kenntnis der angemessenen Fachsprache für die Besprechung von Sexualverhalten und -orientierung. Begriffe wie insertiv/rezeptiv (vorzuziehen gegenüber aktiv/passiv) sind wichtig – ihre falsche Verwendung führt zu Verwirrung und kann sowohl für den Patienten als auch für den Arzt unangenehm sein. Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit, um die Patienteninformationsbroschüren in der Abteilung für sexuell übertragbare Krankheiten zu lesen. Sie sind speziell darauf ausgelegt, sexuelle Gesundheit in verständlicher Sprache zu erklären und bieten ein hervorragendes Beispiel für die Gesprächsführung mit Patienten zu diesen Themen.

🎓 Der Tipp zur Hodenuntersuchung

Die Hoden sollten stets sowohl im Liegen als auch im Stehen untersucht werden. Die Untersuchung im Stehen ermöglicht die Beurteilung einer Varikozele (die sich beim Valsalva-Manöver verstärkt) und ist Bestandteil einer vollständigen und fachgerechten Untersuchung der männlichen Genitalien. Auszubildende, die Patienten ausschließlich im Liegen untersucht haben, haben diesen Aspekt vernachlässigt. Es handelt sich um einen kleinen technischen Kniff, der jedoch eine gründliche von einer unvollständigen Untersuchung unterscheidet.

📋 Zur Portfolio-Dokumentation – Was funktioniert wirklich?

💡 Betrachten Sie FourteenFish als Ihre professionelle Erzählung

Am sinnvollsten betrachten Sie Ihre CEPS-Einträge als Dokumentation Ihrer beruflichen Entwicklung und nicht als reine Pflichterfüllung. Ihre Einträge im ersten Weiterbildungsjahr (ST1) sollten sich deutlich von denen im dritten Weiterbildungsjahr (ST3) unterscheiden – sie sollten kompetenter, kontextuell differenzierter und selbstständiger sein. Die ARCP-Gremien treffen qualitative Beurteilungen des Fortschritts; Einträge, die über drei Jahre hinweg das gleiche Leistungsniveau aufzeigen, vermitteln ein schwaches Bild, selbst wenn die fachlichen Inhalte korrekt sind.

💡 Protokolle fortlaufend eingeben, nicht in Stapeln

Teilnehmer, die ihre Lerntagebücher kurz vor der ARCP-Prüfung gesammelt ausfüllen, beschreiben dies übereinstimmend als stressig und die Einträge als oberflächlich. Details gehen verloren, klinische Nuancen werden nicht erfasst, und die Reflexion wirkt gezwungen. Setzen Sie sich eine einfache Regel: Wenn Sie eine wichtige Untersuchung durchgeführt oder beobachtet haben, schreiben Sie den Eintrag noch am selben Abend oder am nächsten Morgen, solange die Erinnerung noch frisch ist. Kurz und bündig ist immer besser als ausführlich und retrospektiv.

💡 Zeig, was du gefunden hast, nicht nur, was du getan hast.

Die häufigste Schwäche in CEPS-Protokollen ist das Fehlen konkreter klinischer Befunde. Ein Eintrag wie „Thoraxuntersuchung bei Patient mit Husten durchgeführt“ ist als Kompetenznachweis nahezu wertlos. Ein Eintrag hingegen, der Atemgeräusche, Atemfrequenz, Klopfschall, Sauerstoffsättigung und die Bedeutung der Befunde für die klinische Entscheidung beschreibt, ist von großem Wert. Der Prüfer – und Ihr ES bei der Überprüfung – achten darauf, ob Sie in der Lage sind, Befunde zu erkennen, zu interpretieren und entsprechend zu handeln.

💡 Ein einfaches Log-Framework, das funktioniert

Beim Verfassen von Lernprotokollen im Zusammenhang mit CEPS empfinden die Teilnehmer diese dreiteilige Struktur als hilfreich: (1) Was ich tat und was ich fand — Beschreiben Sie die Untersuchung und ihre Ergebnisse in klinischer Sprache. (2) Was ich gelernt oder gefestigt habe — Was hat Ihnen diese Prüfung gelehrt oder bestätigt? (3) Was ich als Nächstes anders machen oder worauf ich mich konzentrieren werde — Wohin führt Ihr Lernprozess von hier aus? Dies passt nahtlos in das RCGP-Fähigkeitsmodell und bietet Ihrem ES etwas Substantielles zur Validierung.

🩺 Worauf Beurteiler tatsächlich achten – Die Verhaltenskompetenzdeskriptoren

Das RCGP CEPS-Schulungshandbuch beschreibt die spezifischen Verhaltensweisen, die eine kompetente Leistung ausmachen. Dies sind die Punkte, auf die die Prüfer achten sollen – und deren Kenntnis hilft Ihnen zu verstehen, was die Beurteilung tatsächlich beinhaltet.

Verhaltensbereich Wie eine kompetente Leistung aussieht
Kommunikation durchweg Erklärt jeden Schritt; beruhigt den Patienten; verwendet klare, einfache Sprache; überprüft das Verständnis.
Umgang mit Unbehagen Minimiert Beschwerden; fragt den Patienten während der Untersuchung mündlich, ob Beschwerden auftreten; reagiert umgehend auf Bitten um eine Pause oder einen Stopp.
Den Patienten lesen Reagiert sowohl auf verbale als auch auf nonverbale Signale – Gesichtsausdrücke, Körpersprache, Veränderungen der Atmung – nicht nur auf das, was der Patient sagt.
Erkenntnisse erkennen Erkennt pathologische Befunde korrekt; übersieht keine wichtigen Befunde; benennt und beschreibt Befunde präzise.
Ausweitung der Prüfung Wenn klinische Befunde darauf hindeuten, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, wird der Untersuchungsgegenstand angemessen erweitert und dem Patienten die Gründe dafür erläutert.
Interpretation der Ergebnisse Nutzt Mustererkennung, um Befunde mit dem klinischen Bild zu verknüpfen; versteht die Bedeutung der Befunde und nicht nur, was sie sind.
Kontextuelle Wahl Wählt die Untersuchung aus, die zum klinischen Kontext passt – führt standardmäßig eine relevante, zielgerichtete Untersuchung durch, anstatt einer umfassenden.

💡 Der versteckte Markengewinner

Auszubildende, die während der Untersuchung kommunizieren – also ihre Befunde und Beobachtungen erläutern – erzielen durchweg bessere Ergebnisse als diejenigen, die schweigend untersuchen. Dies zeugt von gleichzeitiger klinischer Kompetenz und Patientenorientierung. Eine stille Untersuchung wirkt nervös, eine kommentierte Untersuchung hingegen selbstsicher.

⚡ Schnelle, praktische Tipps aus der Erfahrung eines Praktikanten

✅ Fragen Sie bei jedem Planungsgespräch für die Praktikumsplatzierung nach.

Fragen Sie zu Beginn jedes Praktikums Ihren Betreuer: „Welche Prüfungen sind für dieses Praktikum am relevantesten und wie können wir die Prüfungsleistungen dafür planen?“ Diese eine Frage, konsequent gestellt, unterscheidet Praktikanten, die das CEPS-Programm reibungslos absolvieren, von denen, die am Ende in Panik geraten. Betreuer, die wissen, dass Sie einen Plan haben, unterstützen diesen viel eher.

✅ Nicht-Urteilen ist eine klinische Kompetenz

In Beratungsgesprächen zu sexuell übertragbaren Krankheiten ist Ihre nonverbale Kommunikation genauso wichtig wie das Gesagte. Patienten, die eine Beurteilung spüren – ein kurzes Aufblitzen von Überraschung, eine bedeutungsvolle Pause – werden Informationen zurückhalten. Üben Sie daher, einen neutralen Gesichtsausdruck und einen sachlichen Tonfall zu bewahren, bevor Sie solche Gespräche führen. Die Frage „Gibt es sonst noch etwas, das ich wissen sollte?“, gestellt mit echter Offenheit, bringt Sie weiter als jeder klinische Algorithmus.

✅ Nutzen Sie Online-Fortbildungsplattformen für Allgemeinmediziner.

Nationale Facebook-Gruppen und Online-Foren für angehende Allgemeinmediziner (wie z. B. GP Training Support und ähnliche Communities) bieten schnelle, von Kollegen stammende Antworten auf Fragen zum Portfolio. Wenn Sie sich unsicher sind, ob etwas als CEPS-Nachweis gilt oder wie Sie einen Logbucheintrag formulieren sollen, antworten diese Communities oft innerhalb weniger Stunden mit praktischen Erfahrungen von Assistenzärzten aus verschiedenen Regionen. Ihre Fortbildungstage und die Lehrveranstaltungen Ihres Programms sind zwar maßgebend – aber die Communities der Kollegen sind schnell und oft überraschend kompetent.

✅ Der Spekulum-Positionierungstipp

Wenn Sie bei einer Spekulumuntersuchung Schwierigkeiten haben, den Muttermund zu sehen, bitten Sie die Patientin, die geballten Fäuste unter ihr Gesäß zu legen. Dadurch kippt das Becken, und der Muttermund wird oft sofort sichtbar. Dies ist ein einfacher, praktischer Tipp, den viele Assistenzärzte nur zufällig entdecken – und dann ihr ganzes Berufsleben lang anwenden. Geben Sie ihn weiter.

🌍 Tipps speziell für internationale Absolventen – Was internationale Absolventen sich gewünscht hätten, vorher gewusst zu haben

💬 Begleitpersonen sind hier obligatorisch.

Viele internationale Medizinstudierende kommen aus Ausbildungssystemen, in denen Begleitpersonen nicht üblich sind. In der britischen Allgemeinmedizin wird erwartet und dokumentiert, dass bei jeder intimen Untersuchung – jedes Mal – lautstark eine Begleitperson angeboten wird. Machen Sie es sich vom ersten Tag an zur Gewohnheit. Die Worte sind wichtig: Sprechen Sie es laut aus, nicht nur in Gedanken.

🗣️ Üben Sie die englischen Sätze

Nutzen Sie Ihre ersten Praktika, um die englischen Formulierungen für Einwilligung und Begleitpersonen zu üben. Das laute Üben einiger Standardsätze mit Ihrem/Ihrer Vorgesetzten reduziert die Nervosität im eigentlichen Beratungsgespräch und lässt Sie selbstsicher und professionell wirken. Schreiben Sie diese Sätze in Ihren persönlichen Entwicklungsplan und üben Sie sie, bis sie Ihnen natürlich vorkommen.

🤝 Arbeiten Sie zuerst mit Ihrem Vorgesetzten zusammen.

Erfahrene internationale Medizinstudierende raten immer wieder dazu, sich für die ersten persönlichen Gespräche mit einem vertrauten Supervisor zusammenzutun und detailliertes Feedback zu Wortwahl, Positionierung und Auftreten einzuholen, nicht nur zur Technik. Dies ist kein Zeichen von Schwäche, sondern entspricht dem Aufbau der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner in Großbritannien. Ihr Supervisor hat Assistenzärzte in allen Ausbildungsstadien erlebt und weiß, worauf es bei guter Arbeit ankommt.

⏱️ Warte nicht, bis du dich selbstsicher fühlst

Sicherheit bei intimen Untersuchungen entsteht durch angeleitete Übung – nicht vorher. Abzuwarten, bis man sich bereit fühlt, ist ein Trugschluss. Die erste Untersuchung ist immer die schwierigste. Bei der fünften lässt die Unsicherheit nach. Bei der zehnten ist es Routine. Beginnen Sie früh, akzeptieren Sie Unvollkommenheit und nutzen Sie jedes Feedback.

📆 Ihren Vorgesetzten dazu bringen, Ihr CEPS aktiv zu unterstützen

💡 Das Gespräch, das den Unterschied macht

Sagen Sie dies zu Beginn jedes Beitrags zu Ihrem ES oder Praxismanager: „Ich muss meine obligatorischen und empfohlenen CEPS-Fortbildungen dieses Jahr absolvieren. Könnten wir einmal im Monat eine Tutoriumssitzung einrichten, in der geeignete Patienten – z. B. mit Knoten in der Brust, rektaler Blutung, Prostatauntersuchung oder Beckenschmerzen – vorab eingeplant werden, damit mein/e Betreuer/in die CEPS-Formulare ausfüllen kann?“ Auszubildende, die diese Frage gezielt stellen, erzielen Ergebnisse. Diejenigen, die darauf warten, dass es von selbst passiert, erzielen oft keine.

💡 Setze dir ein numerisches Ziel pro Beitrag

Vereinbaren Sie in Ihrem Planungsgespräch für die Praktikumsplätze eine konkrete Anzahl – z. B. „mindestens 2 persönliche und 3 systemweite CEPS in diesem 4-Monats-Block anstreben“. Tragen Sie dies in Ihren PDP ein. Überprüfen Sie es zur Halbzeit. Diese kleine Planungsmaßnahme verhindert das häufigste Problem: dass Sie mit Lücken in Ihrem abschließenden ARCP dastehen, die bereits sechs Monate zuvor hätten geschlossen werden können.

⚠️ Wenn Ihr Vorgesetzter ständig nicht erreichbar oder nicht hilfsbereit ist

Dies ist eine reale Situation, mit der Auszubildende konfrontiert werden – und es gibt einen professionellen Weg, damit umzugehen.

  • Führen Sie ein einfaches Protokoll darüber, wann Sie CEPS-Fördermöglichkeiten angefordert haben und welche Antwort Sie erhalten haben – dies hilft Ihnen, bei Bedarf konstruktiv zu eskalieren.
  • Falls Tutorien wiederholt ausfallen oder Sie nicht beobachtet werden, teilen Sie dies Ihrem klinischen Betreuer frühzeitig schriftlich mit – nicht nur mündlich.
  • Wenn sich die Situation nicht ändert, wenden Sie sich umgehend an Ihren Ausbildungsprogrammleiter (TPD) – nicht erst beim abschließenden ARCP.
  • Praxen erhalten Fördermittel, um Schulungszeiten bereitzustellen; es ist absolut professionell zu sagen: „Ich mache mir Sorgen, ob ich meine CEPS- und ARCP-Anforderungen erfüllen kann – können wir planen, wie wir diese in den nächsten X Wochen erfüllen können?“
  • Dokumentieren Sie alles: Ihre Anfragen, die Antworten und alle vereinbarten Pläne. Dies schützt Sie bei ARCP, falls trotz Ihrer proaktiven Bemühungen weiterhin Lücken bestehen bleiben.
🧠LEHR- UND GEDÄCHTNISHILFEN
🧠Gedächtnishilfen und -systeme

Zwei praktische Rahmenwerke, die Sie ausdrucken, mit Schulungsteilnehmern teilen oder in ein Tutorial einbinden können. Einfach genug, um sie unter Druck abzurufen, umfassend genug, um tatsächlich zu funktionieren.

🧠 Die INTIMATE-Eselsbrücke

Für jede intime Untersuchung – in der Reihenfolge

I
Indikation

Machen Sie deutlich, warum die Prüfung notwendig ist und wie sie das Management verändern wird.

N
Umfeld

Privater Raum, angemessene Beleuchtung, Untersuchungsliege, Abdecktücher bereit

T
Reden

Erklären Sie, was Sie tun werden, welche Unannehmlichkeiten möglich sind und dass sie jederzeit aufhören können.

I
Einverständniserklärung

Vergewissern Sie sich, dass Sie alles verstanden haben, und bitten Sie ausdrücklich um Erlaubnis – mündlich oder schriftlich.

M
Mitarbeiter

Bieten Sie eine Begleitperson an – notieren Sie Name und Funktion, falls vorhanden, oder vermerken Sie die Ablehnung, falls diese verneint wird.

A
Fragen Sie nach Komfort

Achten Sie durchgehend auf nonverbale Signale – unterbrechen Sie die Handlung sofort, wenn der Patient verstört wirkt.

T
Danke und aufräumen

Dem Patienten wird gestattet, sich in Ruhe umzuziehen – Taschentücher und Abfalleimer stehen zur Verfügung.

E
Eintrag in den Notizen

Dokument: Indikation, Einwilligung, Begleitperson, wichtigste Ergebnisse (positiv UND negativ), Sicherheitsnetz

📋 Das CEPS-3R-Framework

Für die Planung Ihrer Nachweise im Rahmen der Schulung

R1 Erforderlich – Die 5 obligatorischen CEPS für intime Beziehungen

Führen Sie alle fünf Punkte auf: Brust, Rektum, Prostata, männliche Genitalien, weibliche Genitalien (Spekulum + bimanuelle Untersuchung). Haken Sie jeden Punkt ab, sobald Ihr Arzt die Kompetenz bestätigt hat. Diese Punkte sind für die CCT-Prüfung zwingend erforderlich.

R2 Sortiment – ​​Umfasst alle 7 Systemkategorien

Atmungssystem, Herz-Kreislauf-System, Abdomen, Bewegungsapparat, Nervensystem, HNO, Augenuntersuchung/Ophthalmoskopie, Kinderuntersuchung. Ziel ist es, in allen 7 Bereichen die Bewertung „kompetent zur selbstständigen Durchführung“ zu erreichen – dies liefert aussagekräftige ARCP-Nachweise. Wichtig: Die Durchführung von 3 HNO-Untersuchungen allein stellt keine Bewertungsskala dar.

R3 Regelmäßig – CEPS-Nachweise in jedem Beitrag und jedes Jahr hinzufügen

Konzentrieren Sie nicht alles auf das Ende der Ausbildung. ARCP-Gremien achten auf ein breites Spektrum an Kenntnissen. und Fortschritt – die Evidenz erstreckt sich über ST1, ST2 und ST3 und zeigt eine zunehmende Selbstständigkeit im Laufe der Zeit. Bringen Sie Ihren persönlichen CEPS-Tracker zu jedem ESR-Meeting mit und aktualisieren Sie ihn gemeinsam.

💡 Das Warum-Was-Wie-Erklärungsmodell

Verwenden Sie diese Struktur jedes Mal, wenn Sie einem Patienten eine Untersuchung erklären:

  • Warum: „Ich möchte X untersuchen, um die Ursache Ihrer Symptome besser zu verstehen.“
  • Was: „Dabei geht es darum, dass ich [genaue Beschreibung in einfacher Sprache] tue.“
  • Wie: „Sie könnten sich [X] fühlen. Sie können mich jederzeit bitten, aufzuhören. Auf Wunsch kann eine Begleitperson hinzugezogen werden.“
👩🏫Trainer & Lehrtipps

Für Ausbilder, TPDs und klinische Supervisoren, die Auszubildende mit CEPS unterstützen.

🎓 Häufige blinde Flecken von Auszubildenden im CEPS

Da ich den Unterschied zwischen den Typen nicht kenne,

Viele Auszubildende verwechseln die obligatorischen intimen CEPS mit allen CEPS. Stellen Sie frühzeitig klar, dass beide Kategorien (intime + Systembereich) benötigt werden.

Untersuchung nach Krankenhausart im Kontext der Allgemeinmedizin

Assistenzärzte neigen oft dazu, umfassende Untersuchungen im Stationsstil durchzuführen. Besprechen Sie, wie eine „hausarztgerechte“ Untersuchung aussieht – zielgerichtet, kontextbezogen und effizient.

Mangelhafte Dokumentation der Ergebnisse

Die Auszubildenden notieren „Abdomen untersucht – unauffällig“, anstatt den tatsächlichen Befund zu beschreiben. Zeigen Sie ihnen, wie ein sinnvoller CEPS-Protokolleintrag aussieht.

Intime CEPS zu spät verlassen

Im Rahmen des ESR nach sechs Monaten im ersten Weiterbildungsjahr (ST1) sollte gezielt gefragt werden, ob der Weiterbildungsassistent bereits über seine obligatorische Weiterbildungsbescheinigung (CEPS) nachdenkt. Eine frühzeitige Ansprache beugt unnötigem Stress vor dem Facharzttitel (CCT) vor.

Tutorialideen und Reflexionsfragen für den CEPS-Unterricht

Fallbeispiel zur Diskussion: „Ihr Assistenzarzt im zweiten Weiterbildungsjahr (ST2) hat in seinen Klinikstellen drei Fortbildungen im Bereich Pneumologie und zwei Fortbildungen im Bereich HNO absolviert. Intimuntersuchungen sind nicht dokumentiert. Es handelt sich um seine mittlere Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) im zweiten Weiterbildungsjahr. Was tun Sie?“

Reflexionsfragen für die Arbeit mit Auszubildenden:

  • „Wann haben Sie zuletzt den Brustkorb eines Patienten untersucht? Was haben Sie festgestellt? Hätten Sie sich sicher gefühlt, diese Befunde einem Facharzt zu erklären?“
  • Wie sieht eine für Hausärzte geeignete neurologische Untersuchung aus – im Vergleich zu einer vollständigen neurologischen Untersuchung? Wann wäre welche Untersuchung angebracht?
  • „Welche Ihrer obligatorischen CEPS-Schulungen haben Sie bereits abgeschlossen? Wie sieht Ihr Plan für die verbleibenden Schulungen aus?“
  • „Erzählen Sie mir von der letzten intimen Untersuchung, die Sie durchgeführt haben. Wie haben Sie die Patientin vorbereitet? Haben Sie eine Begleitperson angeboten? Was haben Sie festgestellt?“
  • „Denken Sie an einen Patienten, den Sie letzte Woche untersucht haben. War die von Ihnen durchgeführte Untersuchung rückblickend die richtige Wahl für diese klinische Situation?“

Nützliche didaktische Unterscheidung: Der Unterschied zwischen dem Nachweis technischer Fertigkeiten und dem Nachweis klinischer Urteilsfähigkeit. Ein Auszubildender, der bei einem Patienten mit Knieschmerzen eine einwandfreie Atemwegsuntersuchung durchführt, hat zwar technische Fertigkeiten bewiesen, seine klinische Urteilsfähigkeit ist jedoch fragwürdig. CEPS beurteilt beides.

🎓 Trainer-Tipp – Gemeinsame Operationen strategisch einsetzen

Gemeinsame Operationen sind eine der effizientesten Möglichkeiten für Assistenzärzte, sowohl intime als auch systemische Untersuchungen unter direkter Beobachtung durchzuführen. Planen Sie Termine für gemeinsame Operationen gezielt um Patienten herum, bei denen voraussichtlich intime oder systemische Untersuchungen erforderlich sind – anstatt dies dem Zufall zu überlassen. Ein kurzes Gespräch mit der Rezeption oder Ihren Praxisassistentinnen kann helfen, diese Patienten im Vorfeld zu identifizieren.

📚 Fallstudien für den Unterricht – Für Tutorien und CEPS-Treffen

Nutzen Sie diese Fallstudien als 10-minütige „CEPS-Kurzbesprechungen“ in der Praxis oder als Fallbeispiele für Tutorien in kleinen Gruppen. Jede Fallstudie prüft klinisches Denken, Einwilligung, Dokumentation und die Einbindung von Patienten in Sicherheitsmaßnahmen – nicht nur Fachwissen.

Fall 1
Knoten in der Brust bei einer 32-jährigen Frau

Aufgabe: Beschreiben Sie genau, wie Sie die Brustuntersuchung erklären und durchführen würden, was Sie dokumentieren würden und wie Sie Sicherheitsvorkehrungen treffen würden – einschließlich der Frage, wann Sie den 2WW-Pfad anwenden würden.

Diskussionsanregungen: Was macht dies zu einem CEPS? Wie würden Sie es in FourteenFish dokumentieren? Was passiert, wenn der Patient die Untersuchung ablehnt? Welche Untersuchungsbefunde würden eine Überweisung am selben Tag anstelle einer routinemäßigen Bildgebung auslösen?

Fall 2
48-jähriger Mann mit veränderten Stuhlgewohnheiten

Aufgabe: Entscheiden Sie, wann und wie Sie eine rektale Untersuchung durchführen, einschließlich des Umgangs mit Begleitpersonen, der Formulierung der Dokumentation und Ihrer Vorgehensweise bei der Entscheidung über die zweiwöchige Wartezeit.

Diskussionsanregungen: Wie würden Sie vorgehen, wenn ein Patient eine rektale Untersuchung ablehnt? Wie sähe Ihre Dokumentation aus? Welche Prostatabefunde würden Ihre unmittelbare Behandlungsstrategie verändern?

Fall 3
Akute Hodenschmerzen bei einem 20-Jährigen

Aufgabe: Demonstrieren Sie die einzelnen Schritte der Hodenuntersuchung. Benennen Sie die Warnzeichen, die eine sofortige Überweisung an einen Chirurgen oder Urologen erforderlich machen. Erklären Sie, wie Sie die Dringlichkeit kommunizieren würden, ohne Panik auszulösen.

Diskussionsanregungen: Welches Zeitfenster besteht für eine Hodenrettung bei Torsion? Würden Sie auf eine Ultraschalluntersuchung warten? Wie formuliert man ruhig: „Das muss sofort ins Krankenhaus“?

🪞 Reflexionsfragen – Nutzen Sie diese in Tutorials oder Einzelgesprächen

  • „Welche der 5 obligatorischen CEPS-Qualifikationen (Clinical Education and Practice Services) fehlen Ihnen noch – und welche Stellen oder Kliniken könnten diese in den nächsten 6 Monaten realistischerweise anbieten?“
  • „Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund intime Untersuchungen erklären? Welche konkreten Formulierungen könnten Sie üben?“
  • „Wann haben Sie zuletzt eine Begleitperson angeboten und dokumentiert? Ist das etwas, was Sie routinemäßig tun, oder hängt es vom Patienten ab?“
  • „Schauen Sie sich Ihre letzten 5 CEPS-bezogenen Lernprotokolle an. Beschreiben sie, was Sie herausgefunden haben, oder nur, was Sie untersucht haben?“
  • „Was zeigt Ihr aktueller CEPS-Tracker an – haben Sie einen Plan für noch ausstehende Pflichtprüfungen?“
🗣️BERATUNGSFORMULARE — KLINISCHE UNTERSUCHUNG
🗣️Formulierungen für die Konsultation speziell für die Durchführung einer klinischen Untersuchung

Diese Formulierungen unterscheiden sich von allgemeinen Gesprächsfloskeln – sie gehen speziell auf die Kommunikationsherausforderungen ein, die bei der Planung und Durchführung klinischer Untersuchungen, insbesondere intimer Untersuchungen, auftreten. Lesen Sie sie einmal durch und passen Sie sie dann natürlich an Ihre eigene Ausdrucksweise an.

Eröffnung und Vorschlag der Prüfung

  • „Um herauszufinden, was los ist, halte ich es für hilfreich, Sie heute zu untersuchen. Ist das für Sie in Ordnung?“
  • „Es gibt ein paar Untersuchungen, die wir durchführen könnten – eine davon ist recht persönlich. Ich werde Ihnen genau erklären, was sie beinhaltet, bevor Sie sich entscheiden.“
  • „Am besten lässt sich das beurteilen, indem man sich den Bereich genauer ansieht. Ich werde Ihnen Schritt für Schritt erklären, was ich tun werde.“

ICE im Umfeld der Prüfung erkunden

  • „Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken, in diesem Bereich untersucht zu werden?“
  • Gibt es irgendetwas, das Ihnen im Zusammenhang mit dieser Untersuchung Sorgen bereitet?
  • „Haben Sie diese Art von Untersuchung schon einmal gehabt, und wie war diese Erfahrung für Sie?“

Patienten haben oft unausgesprochene Bedenken gegenüber intimen Untersuchungen – sei es aufgrund eines früheren Traumas, kultureller Erwägungen oder einfach Scham. Wenn man diese Bedenken vor Beginn der Untersuchung ausspricht, kann dies die gesamte Erfahrung positiv beeinflussen.

Einwilligung und Begleitperson – Die unabdingbaren Worte

  • „Da es sich um eine Untersuchung des [Brust-/Genital-/Rektalbereichs] handelt, bieten wir routinemäßig eine Begleitperson an – in der Regel ein geschultes Mitglied unseres Personals, das mit uns im Raum ist. Möchten Sie eine Begleitperson dabei haben?“
  • „Ich werde nur den besprochenen Bereich untersuchen, und Sie können mich jederzeit bitten, aufzuhören. Sind Sie damit einverstanden?“
  • Falls abgelehnt: „Das ist in Ordnung. Ich notiere mir, dass ich es angeboten habe und Sie lieber keins wollten. Wenn Sie es sich später anders überlegen, sagen Sie einfach Bescheid.“

Empathie und Würde während der Untersuchung

  • „Ich weiß, dass dies eine sehr persönliche Untersuchung ist und es ist völlig normal, etwas nervös zu sein. Wir werden alles tun, um Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und Ihre Würde zu wahren.“
  • „Wenn es Ihnen zu irgendeinem Zeitpunkt zu unangenehm wird, sagen Sie einfach ‚Stopp‘ und ich höre sofort auf.“
  • „Lass dir Zeit – es gibt keine Eile.“

Rückmeldung der Ergebnisse – klar und ehrlich

  • „Bei der Untersuchung konnte ich heute keine besorgniserregenden Knoten oder Hautveränderungen ertasten, was beruhigend ist. Trotzdem werde ich Ihnen erklären, worauf Sie achten sollten.“
  • „Die Untersuchung ist beruhigend, aber sie liefert uns nicht alle Antworten – ich möchte zur Sicherheit noch einige Tests veranlassen.“
  • „Ihre Lunge klingt unauffällig, mit gutem Lufteintritt auf beiden Seiten und ohne Knistergeräusche oder Pfeifen – das macht eine schwere Lungenentzündung unwahrscheinlich.“

Sicherheitsnetz nach der Untersuchung – Wiederverwendbare Vorlagen

  • „Wenn Sie einen neuen Knoten, eine Einziehung der Haut, eine Veränderung der Brustwarze, Blutungen bemerken oder der Bereich heiß, rot oder sehr schmerzhaft wird, vereinbaren Sie umgehend einen Termin am selben Tag oder rufen Sie außerhalb der Sprechzeiten die 111 an.“
  • „Wenn die Schmerzen plötzlich stark werden, Sie hohes Fieber bekommen, nicht urinieren können oder sich sehr unwohl fühlen oder ohnmächtig werden – gehen Sie sofort in die Notaufnahme oder rufen Sie den Notruf 999 an.“
  • „Auch wenn die heutige Untersuchung beruhigend ist, kommen Sie bitte früher wieder, wenn Sie neue oder sich verändernde Symptome bemerken – insbesondere eine Vergrößerung des Knotens, neue Schmerzen, Blutungen, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß.“

📋 Zwei ausgearbeitete SCA-Vorlagen – Nicht-intim & Intim

Vorlage 1 — Nicht-intime CEPS (z. B. Brustuntersuchung)
  1. „Um Ihre Atmung besser zu verstehen, möchte ich Ihren Brustkorb untersuchen – dazu höre ich mit meinem Stethoskop ab und überprüfe Ihren Sauerstoffgehalt. Ist das in Ordnung?“
  2. „Ich werde Sie bitten, Ihr Oberteil auszuziehen, damit ich Sie richtig hören kann, aber Ihren BH können Sie anbehalten. Ich werde dafür sorgen, dass Sie so gut wie möglich bedeckt sind.“
  3. Nach der Untersuchung: „Ihre Lunge klingt unauffällig, die Luftzufuhr ist beidseitig gut und es gibt keine Rasselgeräusche oder Giemen, was beruhigend ist. Dadurch ist eine schwere Lungenentzündung weniger wahrscheinlich.“
  4. „Wir werden Ihre Symptome weiterhin behandeln und ich werde Ihnen erklären, worauf Sie achten sollten, da dies bedeuten könnte, dass wir Sie bald wiedersehen müssen.“
Vorlage 2 — Intime CEPS (z. B. Hodenuntersuchung)
  1. „Nach Ihren Schilderungen mache ich mir Sorgen wegen eines möglichen Problems mit dem Hoden selbst, und die beste Möglichkeit, dies zu beurteilen, ist eine Untersuchung des Bereichs. Wäre es in Ordnung, wenn ich das heute täte?“
  2. „Da es sich um einen intimen Bereich handelt, bieten wir Ihnen eine Begleitperson an – eine geschulte Mitarbeiterin, die während der Untersuchung anwesend ist. Möchten Sie eine?“
  3. „Ich bitte Sie, sich hinter dem Vorhang von der Hüfte abwärts zu entkleiden. Ich werde jeden Hoden vorsichtig untersuchen – das mag sich etwas unangenehm anfühlen, sollte aber nicht sehr schmerzhaft sein. Sie können mich jederzeit bitten, aufzuhören.“
  4. Nach der Untersuchung: „Ich spüre eine leichte Schwellung oberhalb des Hodens, was am ehesten auf eine Varikozele hindeutet. Ich kann keinen harten oder unregelmäßigen Knoten ertasten, was beruhigend ist. Ich möchte [eine Untersuchung/Überweisung/weitere Abklärung] veranlassen.“
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich die CEPS-Prüfung in jedem Ausbildungsjahr ablegen?

Ja. Das RCGP schreibt vor, dass Sie in jedem Ausbildungsjahr (ST1, ST2 und ST3) die für Ihre jeweilige Position relevanten CEPS-Fortbildungen absolvieren müssen. Wenn Sie in einem Ausbildungsjahr keine CEPS-Fortbildungen absolvieren, erfüllen Sie die Anforderungen für dieses Jahr nicht, selbst wenn Sie die fehlenden Fortbildungen später nachholen. Beginnen Sie frühzeitig und bauen Sie Ihre Fortbildungen kontinuierlich aus.

Wie viele CEPS-Prüfungen muss ich ablegen, um als kompetent zu gelten?

Es gibt keine festgelegte Anzahl. Das RCGP überlässt dies dem fachlichen Urteil Ihres Ausbildungsleiters. Die Richtlinien stellen jedoch klar, dass ein umfassendes Kompetenzspektrum nicht mit nur zwei CEPS-Zertifikaten oder mit CEPS-Zertifikaten aus einer einzigen Kategorie nachgewiesen werden kann. Ziel ist es, alle sieben Systemkategorien und alle fünf obligatorischen intimen Untersuchungen abzudecken. Die Beurteilung, dass Sie in allen sieben Systemkategorien „in der Lage sind, selbstständig Untersuchungen durchzuführen“, liefert einen starken Nachweis Ihrer umfassenden Kompetenz.

Muss ich das CEPS wiederholen, sobald ich es einmal unterschrieben habe?

Nein. Sobald Ihr Ausbildungsleiter die für ein bestimmtes CEPS eingereichten Nachweise als ausreichend erachtet, müssen Sie diese nicht wiederholen. Dies gilt für alle Ausbildungsjahre – wenn Sie beispielsweise im ersten Weiterbildungsjahr (ST1) die Prüfung zur Brustuntersuchung bestanden haben, müssen Sie diese im dritten Weiterbildungsjahr (ST3) nicht wiederholen. Wichtig ist, dass die Nachweise klar dokumentiert und in Ihrem FourteenFish-ePortfolio auffindbar sind.

Kann ich CEPS an einer Übungspuppe oder in einem Skills Lab durchführen?

Nein. CEPS-Prüfungen können nicht in einem Skills Lab oder an einer Übungspuppe durchgeführt werden. Das RCGP stellt dies ausdrücklich klar – es ist kein ausreichender Kompetenznachweis. Alle CEPS-Prüfungen müssen an echten Patienten mit deren Einwilligung und unter Aufsicht einer entsprechend qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden. Ebenso wenig gilt eine vollständige versicherungsärztliche Untersuchung als CEPS-Nachweis, da der Umfang von der Versicherung und nicht von der klinischen Beurteilung festgelegt wird.

Wer kann mich speziell für intime Untersuchungen untersuchen?

Für intime Untersuchungen muss der Gutachter selbst so geschult sein, dass er Auffälligkeiten erkennen kann. Ist er Arzt (kein Allgemeinmediziner), muss er mindestens über einen Facharzttitel (ST4) oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen. Fachkräfte im Gesundheitswesen – wie z. B. Fachkrankenpfleger oder Pflegekräfte für sexuell übertragbare Krankheiten – können die Untersuchung durchführen, sofern sie ihre spezifische Ausbildung gegenüber dem Ausbildungsleiter nachweisen können. Alle Gutachter benötigen ein FourteenFish-Konto, um die Untersuchung zu dokumentieren.

Können eine COT und eine CEPS gleichzeitig durchgeführt werden?

Ja – und dies wird ausdrücklich empfohlen. Wenn Ihr Supervisor eine Konsultation (COT) beobachtet, die eine Untersuchung beinhaltet, kann er gleichzeitig eine CEPS-Bewertung für diese Untersuchung durchführen. Das FourteenFish-System erinnert Supervisoren daran, dies bei der Durchführung einer COT zu berücksichtigen. Dies ist eine sehr effiziente Methode, um doppelte Evidenz zu generieren, ohne zusätzliche klinische Zeit in Anspruch nehmen zu müssen.

Wie lange sollte eine CEPS-Beurteilung dauern?

Der geschätzte Zeitaufwand beträgt 10–20 Minuten: 5–15 Minuten für die Beobachtung selbst, plus ca. 5 Minuten für das Feedback. Es handelt sich um eine kurze, fokussierte Begegnung – keine langwierige formale Untersuchung. In der Praxis lässt sie sich oft ohne nennenswerten zusätzlichen Zeitaufwand in eine reguläre Gelenkoperation oder klinische Sitzung integrieren.

Was ist, wenn ich tatsächlich keinen Zugang zu einigen der intimen Untersuchungen habe?

Schwierigkeiten beim Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten – insbesondere für männliche Assistenzärzte, die intime Untersuchungen bei Frauen durchführen – sind bekannt und werden anerkannt. Dies gilt jedoch nicht als Grund, die Weiterbildung nicht zu absolvieren. Nutzen Sie alle verfügbaren Optionen: gemeinsame Operationen, Frauengesundheitszentren, gynäkologische Ambulanzen, Kolposkopie, Kliniken für sexuell übertragbare Infektionen (STI) und Kliniken für Allgemeinmedizin mit STI-Schwerpunkt. Sollten Sie diese Möglichkeiten ausgeschöpft haben, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Weiterbildungsleiter (TPD) – dieser kann Ihnen möglicherweise gezielte Weiterbildungen oder Kontakte vermitteln. Je früher Sie dies ansprechen, desto mehr Optionen stehen Ihnen zur Verfügung.

Kann ich eine Person, die nicht zu meinem Vorgesetzten gehört, als CEPS-Gutachter hinzufügen, wenn diese Person mich beobachtet hat?

Ja – sofern die Kriterien erfüllt sind. Eine entsprechend geschulte Fachkraft, die Sie bei der Durchführung einer CEPS beobachtet hat, kann diese beurteilen. Sie muss in dieser spezifischen Untersuchungsmethode erfahren sein (und Auffälligkeiten erkennen können). Zur Dokumentation der Beurteilung muss sie ein kostenloses FourteenFish-Konto erstellen. Sie muss nicht Ihre benannte/r Vorgesetzte/r sein. Viele intime Untersuchungen werden sinnvollerweise von Fachpflegekräften, GUM-Ärzten oder Krankenhausärzten beurteilt, die nicht Ihre/r benannte/r ES oder CS sind.

✅ Wichtigste Erkenntnisse

  • CEPS benötigt in jedem Ausbildungsjahr – ST1, ST2 und ST3 – einen Nachweis. Ein fehlendes Jahr ist nicht akzeptabel.
  • Es gibt zwei Voraussetzungen: die 5 obligatorischen intimen Untersuchungen UND eine Reihe von System-CEPS in den 7 Kategorien. Sie benötigen beides.
  • Der Standard entspricht dem eines unabhängigen, qualifizierten Hausarztes – zielgerichtet, effizient, kontextbezogen, nicht auf das gesamte Krankenhaus ausgerichtet.
  • Für obligatorische CEPS-Untersuchungen (Clinical Examinations Programs) verwenden Sie bitte immer das CEPS-Nachweisformular in FourteenFish. Erleichtern Sie Ihrem/Ihrer ES (Estimated Specialist) das Auffinden des Formulars.
  • Die Gutachter müssen in der jeweiligen Fertigkeit entsprechend geschult sein und über ein FourteenFish-Konto verfügen. Fragen Sie niemals einen anderen angehenden Allgemeinmediziner.
  • Skills Labs und Übungspuppen zählen nicht. Medizinische Untersuchungen für Versicherungen zählen nicht. Nur echte Patienten.
  • Wenn Sie Probleme mit intimen Untersuchungen haben, sind Kliniken für sexuell übertragbare Krankheiten und gynäkologische Ambulanzen Ihre besten Ansprechpartner.
  • Die COT- und CEPS-Prüfungen können gleichzeitig durchgeführt werden – nutzen Sie dies jedes Mal zu Ihrem Vorteil.
  • Informieren Sie Ihren TPD frühzeitig, wenn Sie Probleme mit dem Zugang haben. Hilfe ist verfügbar – aber nur, wenn Sie danach fragen.
  • Sobald Ihr ES mit einem bestimmten CEPS zufrieden ist, müssen Sie ihn nicht wiederholen. Dokumentieren Sie ihn ordnungsgemäß und fahren Sie fort.

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